Tagebuchbloggen 09/20

Heute ist schon wieder der 5. Und Frau Brüllen will wissen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Es ist Samstag, das wird vermutlich nicht so interessant. Ich stehe gegen 9 auf. Sohn3 ist schon früher aufgestanden und kam einmal, damit ich ihm den Code am Tablet eingeben kann. Die anderen beiden machen grade noch Urlaub bei den Großeltern, kommen aber heute Abend nach Hause.

Als erstes räume ich etwas in der Küche rum (Spülmaschine und so) und kümmere mich um die Wäsche, die ich gestern Abend noch programmiert habe. Ich hänge sie draußen auf, obwohl das Wetter nicht so toll ist. Zweite Maschine läuft und ich mache eine Runde Sport. Währenddessen verirrt sich ein großer weißer Hund in unseren Garten. Ich vermute der ist bei den Nachbarn zu Besuch.

Anschließend bereite ich das Frühstück vor und gegen halb zwölf frühstücken wir. Die Mini-Wassermelone vom Biobringdienst entpuppt sich als kleingewachsene reguläre Wassermelone mit vielen nervigen Kernen. Bei den Minimelonen stören die mich nicht, aber hier friemel ich ewig rum. Nach dem Frühstück gehe ich duschen. Sohn3 beschäftigt sich mit seinem Lego, spielt abwechselnd mit mir und dem Mann gefühlt 500 Partien Uno, tanzt im Wohnzimmer, spielt Ninja und dreht sich im Kreis. Die letzten fast zwei Wochen ohne seine Brüder haben ihm echt gut getan.

Ich wasche noch mehr Wäsche, falte Wäsche und putze Toilette und Waschbecken. Der Mann macht die Küche und geht einkaufen. Ich trage drei Körbe gefaltete Wäsche nach oben und räume sie in die diversen Schränke ein. Der Mann fängt an Spätzle zu machen.

Gegen halb sieben kommen Omi und Opa mit den zwei Brüdern auch Hause. Kurz nach der Begrüßung fangen die Brüder an zu streiten. Alles wie immer. Sohn3 spielt mit Opa Uno und Dobble. Wir quetschen alle 7 Leute zum Käsespätzle essen an unseren Tisch. Anschließend verabschieden sich die Großeltern und wir scheuchen die Kinder langsam ins Bett. Alle wieder daheim!

Tagebuchbloggen 08/20

Es ist schon der 5. August und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Mein Wecker klingelt schon früh, aber da ich im Homeoffice bin, stehe ich erst um 7:30 Uhr auf. Eigentlich bin ich nicht mehr so oft im Home Office, aber gestern kam eine Mail der Schule, dass ein Kind in Sohn2s Klasse positiv auf COVID-19 getestet wurde. Der letzte Kontakt ist allerdings schon zehn Tage her und das Kind war bereits bereits fünf Tage Zuhause, bevor es Symptome entwickelt hat. Ansteckung unwahrscheinlich sagt das Amt (toitoitoi). Wir sitzen das jetzt eben aus, d.h. ich gehe nicht im Großraumbüro arbeiten und wir bleiben in der Bubble der anderen potentiellen Infizierten. So richtig passt mir das Home Office nicht, da ich vor dem Urlaub noch ein paar Dinge vor Ort erledigen wollte, aber das ist jetzt nicht zu ändern. Zur Not fahr ich Samstag noch mal hin.

Alle anderen schlafen noch. Ich mache den Rechner an und lese die ersten E-Mails. Dann räume ich die Spülmaschine aus und überlege Milchbrötchen zu machen. Dafür muss ich D. wecken, weil die Rührschüsseln ineinander verkeilt sind und ich sie nicht auseinander bekomme.  Dann kann ich den Hefeteig ansetzen und weiter arbeiten. Ich muss diese Woche eine Projektskizze fertig kriegen, damit ich keine Arbeit mit in den Urlaub nehmen muss. Ich bin da letzte Woche schon gut voran gekommen, habe jetzt aber die ganze Frickelarbeit noch vor mir. Also z.B. die relevanten Literaturverweise einfügen, gedoppeltes rauskürzen (leider schreibe ich sowas nicht linear) und den Stand der Technik ergänzen. Das kostet immer Zeit. Zwischendurch backe ich die Milchbrötchen und rufe den Rest der Familie zum Frühstück. Die Kinder streiten unnötig und ich schimpfe unnötig. Dann sind alle brav beim Essen. Anschließend verkrümeln sich die Kinder zum Zocken. Ich habe Ruhe zum Weiterarbeiten.

Um Viertel nach elf schwinge ich mich kurz auf mein altes Fahrrad, weil ich Sohn3s Kinderreisepass auf dem Rathaus abholen will. Fahrrad ist platt, also doch Auto. Der Pass ist fertig, aber es steht die falsche Augenfarbe drin. Blau statt braun. Ich reklamiere das und bin froh, dass wir uns diesmal schon auf den vorletzten Drücker gekümmert hatten. Morgen können wir den neuen mit richtiger Augenfarbe abholen. Am Montag wollen wir in Urlaub fliegen, wenn nicht noch jemand in den nächsten 4 Tagen Symptome entwickelt. Der Urlaub ist bereits seit Januar gebucht und der teuerste Urlaub, den wir je gemacht haben. Könnt ihr auch alle kacke finden, dass wir den nicht (auf unsere Kosten) storniert haben, sondern abgewartet haben, ob der Flug vom Anbieter storniert wird. Wurde er nicht und wir fliegen. Vor Ort haben wir Mietwagen und Ferienwohnung. Und die touristische Auslastung ist nur etwa 30% von normal.

Gegen Mittag will Sohn1 zu seinem Kumpel gefahren werden. Das macht D. und kauft auf dem Rückweg gleich ein. Ich sitze kurz mit meinem Notebook draußen. Mir ist nämlich nach den Regentagen noch kalt, trotz langer Hose.

Mein Diensttelefon klingelt ein paar mal. Das ist aufs Handy umgeleitet. Ich telefoniere und WhatsAppe mit den Mitarbeitern. Die Urlaubssaison hat angefangen und wir sind jetzt bis Anfang Oktober durchgehend nicht voll besetzt. Gleichzeitig kommt aber zum ohnehin Geplanten noch das dazu, was wegen Corona verschoben wurde. Morgen noch mal Team-Telko, bevor ich dann Urlaub habe.

Irgendwann am Nachmittag komme ich dann in den Flow und schreibe die Projektskizze fertig und schicke sie an unseren Projektkoordinator. Yeah, Mittwoch fertig, was für Freitag geplant war. Soll noch mal jemand was gegen Home Office sagen. Unser Koordinator wird sich auch freuen, dass er jetzt noch zwei Tage für Rückmeldung hat, bevor ich in Urlaub verschwinde. Die eigentliche Deadline ist erst direkt nach meinem Urlaub.

Dann hänge ich eine Ladung Wäsche auf, die ich zwischendurch gewaschen habe und nehme dann Sohn2 und Sohn3 mit nach draussen. Erst in den Garten und dann noch mal in den Ort. Wir haben da neulich unsere Fahrräder bei einer Freundin stehen lassen. Die Söhne wollen noch ein Eis. Sie müssen draußen warten, während ich ihre Bestellungen weiter gebe. Dann noch eine Runde Spielplatz. Keine Sorge, da sind wir um 20 Uhr auch allein.

Dann fahren wir mit den Fahrrädern (diesmal mit meinen neuen Second Hand Mountainbike. D. hat eBay Kleinanzeigen leer gekauft und jetzt haben wir endlich alle wieder Fahrräder.) wieder nach Hause. D.h. Sohn3 fährt Roller. Der muss auf seinem neuen 20 Zoll Fahrrad erst wo üben, wo nicht lauter teure Autos am Straßenrand parken.

Zuhause hat D. seinen wöchentlichen Plausch mit dem Gemüsemann beendet und grillt fürs Abendessen. Sohn1 ist mit dem Bus zurück gekommen und hat sich mit der Switch verzogen. Für den Rest des Abends ist außer essen und Umbrella Academy nichts mehr geplant.

Tagebuchbloggen 07/20

Schon wieder ein Monat vorbei und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Ich stehe um Viertel nach neun auf. Ganz ohne Not, aber ich bin aus irgendeinem Grund wach. Ich gehe runter und kümmere mich als erstes um die Spülmaschine. Außerdem koche ich Tee für Eistee. Dann räume ich etwas im Wohnzimmer auf. Da stehen noch diverse Kartons und Verpackungen der Junigeburtstage. Die sortiere ich nach wegwerfen und behalten. Außerdem räume ich in Regal Platz für die neuen Bücher und das neue Spiel frei. Die Söhne sind wach und zocken irgendwas. Ich bereite das Frühstück vor und gegen 11:30 Uhr sitzen alle am Tisch.

Nach dem Frühstück müssen Sohn1 und Sohn2 noch was für die Schule tun. Ich wasche eine Ladung Wäsche und packe ein Geschenk ein. Sohn2 geht heute zu einem Geburtstag. Dafür braucht er außerdem noch Schwimmsachen und Badeschuhe. Keine Ahnung wo die hingehen. Sohn1 will sich mit einem Klassenkameraden treffen. Um kurz vor 15 Uhr geht Sohn2 los und D. fährt Sohn1 ins Nachbarkaff. Ich nutze die fast leere Wohnung dafür eine Toilette und das Waschbecken im Badezimmer zu reinigen. Dann falte ich diverse Ladungen Wäsche, die ich in den letzten beiden Tagen gewaschen habe. Irgendwann bin ich fertig und überrede Sohn3 mit mir eine Runde rauszugehen. Ich hab mir Wanderschuhe gekauft und muss die noch etwas einlaufen. Wir fahren in einen Nachbarort und laufen den „Holzweg“. Sohn3, der zwar erst gar nicht mit wollte, ist begeistert. Ich finde die Stationen OK, hatte mir aber mehr erwartet. Aber egal, wir hatten auch so Spaß und ich fange 50 Pokemons.

Wir sind gegen 19:30 zurück. D. hat Sohn1 wieder abgeholt und Sohn2 reingelassen. Außerdem hat er den Grill angefeuert. Ich räume Wäsche in die Schränke, wasche noch eine Maschine und räume die Spülmaschine aus und ein. Außerdem versuche ich meine geplanten Abwesenheiten in den Abteilungskalender einzutragen, aber ich kriege keinen Zugriff über VPN. Es nervt. Also bitte ich unsere Sekretärin das einzutragen. Ich bleibe morgen im Homeoffice. Dann kann ich noch ein paar Minuten bei Animal Crossing baden gehen und Karten fürs Freibad nächste Woche bestellen.

Wir essen spät aber sehr lecker zu Abend. Die Kinder müssen anschließend ins Bett. Morgen haben alle Schule/Kindergarten. Auf mich wartet noch eine Ladung Wäsche zum Aufhängen und dann das Sofa.

Donnerstags gibt es immer die besten 5. Manchmal mache ich mit. Heute ist nach den schlechtesten Buchverfilmungen gefragt.

Es gibt ja sehr viele schlechte Buchverfilmungen, obwohl ich mir „Das war aber im Buch ganz anders!!!“ inzwischen ganz gut verkneifen kann und eingesehen habe, das Buch und Film unterschiedliche Medien sind, die die selbe Geschichte eben unterschiedlich erzählen. Solange das gleiche Gefühl transportiert wird, bin ich eigentlich zufrieden.

Stephenie Meyer Twilight: Die Twilight-Filme sind einfach alle, bis auf den Soundtrack, wirklich schlecht. Die Bücher kann man zwar auch schlimm finden, aber ich hab sie gern gelesen. Es ist aber einfach eine komplett blöde Idee, die verfilmen zu wollen, da die Bücher aus der Ich-Perspektive einer introvertierten Person geschrieben sind. Da wundert es nicht, dass am Ende dabei rauskommt, dass Kirsten Stewart traurig durch die Gegend starrt und sonst nichts passiert. Und der Rest, naja, der macht es auch eher schlimmer als besser.

Stephen King Needful Things: Stephen King Verfilmungen sind oft nicht sehr gelungen, aber diese hier ist besonders schlecht. Sowas passiert, wenn man 1000 Seiten Buch in 2 h Horrorgemetzel umsetzt. Der Großteil des Buchs beschäftigt sich damit, die Beziehungen in der kleinen Stadt detailliert aufzudröseln. Das fehlt im Film komplett und führt dazu, dass er einfach nur blöd ist.

Justin Cronin Der Übergang: Ich muss zugeben, ich habe die Serie nur teilweise gesehen, aber mich wundert nicht, dass nach einer Staffel Schluss war. Die Buchserie ist eigentlich perfekt für eine serielle Verfilmung. Es gibt so viele verschiedene Geschichten, die dann alle zusammenlaufen. Ich hatte mich auf die Verfilmung gefreut, aber irgendwie hat in der Serie dann nichts gepasst.

Sven Nordqvist Pettersson und Findus: Fast jeder kennt die Bücher über den schrulligen alten Pettersson und seinen Kater Findus. Die Bücher mag ich wirklich gern, ebenso die Zeichentrickserie und die Hörspiele dazu. Deshalb waren wir gleich im Kino, als die Realverfilmung raus kam. Die Kinder fanden es damals ok, ich fand es schlimm. Viel zu viel Klamauk. Die Figuren waren ganz anders als in den Büchern und alles hat sich falsch angefühlt. Den zweiten Teil haben wir uns dann gespart.

Kerstin Gier Rubinrot: Ich habe die Bücher sehr gemocht. Von den Filmen habe ich nur den ersten Teil gesehen und der war irgendwas zwischen langweilig und nichtssagend. Ich hab noch nicht mal drüber nachgedacht die restlichen beiden anzuschauen, aber ich glaube das lohnt sich wirklich nicht.

Es gibt übrigens auch ganz viele tolle Buchverfilmungen (z.B. Love, Simon oder The Perks of Being a Wallflower oder A Series of Unfortunate Events). Das war aber bereits letzte Woche dran und das habe ich verpasst.

Tagebuchbloggen 06/20

Es ist der 5. Juni und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Ich stehe gegen sieben auf. Ja, der neue Alltag fängt etwas später an. Ich mache Sohn3 eine Brotdose. Er geht seit zwei Wochen wieder in den Kindergarten. Bei uns haben die Kindergärten für die Vorschüler geöffnet. Die anderen beiden haben gerade Ferien. Dann packe ich mir was zu essen ein, koche Kaffee und Tee und mache mich fertig. Ich muss um kurz nach acht ins Büro fahren. Um neun ist eine Videokonferenz, die ich lieber in Ruhe machen will. Ich wecke D. und fahre los. D. muss Sohn3 um 9 am Kindergarten abliefern, wo dann erstmal vor der Tür Fieber gemessen wird, bevor er die Kinder rein dürfen p. Die haben das so organisiert, dass jedes Kind zu einer festen Zeit gebracht wird, damit man sich auch nicht vor der Tür begegnet.

Ich bin um zwanzig vor neun im Büro, trinke meinem Kaffee und richte mich im Besprechungsraum ein. Die Videokonferenz ist über Microsoft Teams. Das hatte ich bisher noch nicht, aber es funktioniert gut. Wir reden 2,5 Stunden und ich mache mir 13 Seiten Notizen. Das muss erst mal sacken und dann sehen wir, wie es weitergeht.

Anschließend tausche ich mich mit den anwesenden Kollegen aus und esse mein mitgebrachtes Frühstück und Mittagessen. Vorhin hat es zum Frühstück nicht mehr gereicht. Dann muss ich ein paar Rückrufe machen und zwei Anfragen bearbeiten. Für eine Anfrage müssen wir noch eine Kollegin telefonisch dazu holen. Außerdem muss heute ein großes Angebot fertig und ein kleineres überarbeitet werden. Bis alles fertig ist, ist es schon fast halb fünf. Dummerweise hatte ich zugesagt, die Kaffeemaschine zu reinigen. Vorher tausche ich mich noch über Projektideen mit einem Kollegen aus. Dann reinige ich die Kaffeemaschine. Dabei stelle ich fest, dass wohl jemand am Freitag die Spülmaschine angeschaltet hat, aber niemand sie am Montag ausgeräumt hat und die anderen einfach ihr schmutziges Geschirr dazu rein gepackt haben. Sowas ärgert mich ja. Wenn man Montags die Sachen von der Kaffemaschine raus nimmt, kann man doch die vier Minuten noch investieren und den Rest auch ausräumen. Oder nicht? Wo ich schon am Ärgern bin, putze ich noch die Mikrowelle. Auch beeindruckend, wie die Leute einfach nicht bemerken, wenn ihr Essen in der Mikrowelle explodiert.

Gegen 17:10 bin ich zuhause. Vor der Tür steht ein Freund der Kinder, den ich sehr nervig finde, weil er nur zu uns kommt, um da zu zocken und sich da völlig dreist und selbständig an den Geräten der Kinder bedient. Dann kriegt er von der Welt nichts mehr mit. Manchmal kommt er noch runter, um nach Süßigkeiten zu verlangen. Zuhause gibt es elektronische Medien und Süßigkeiten nur sehr limitiert. Ich bleibe also erst noch ein bisschen im Auto sitzen, bevor ich reingehe.

Dann erstmal Kaffee. Ich bin danach noch immer müde und lege mich etwas hin. Anschließend kriege ich kurz die Switch für eine Runde Animal Crossing. Sohn1 ist mit einem Freund unterwegs. D. war einkaufen und macht essen. Ich mache Wäsche. Wir essen spät. Anschließend sollen die Kinder ins Bett. Sohn3 macht mal wieder Theater. Es nervt echt sehr. Am Ende schlafen 2 von 3 und wir Erwachsenen schauen Midsommar an. Sehr schrecklich! Weil ja Wochendende ist, kann ich noch ein bisschen bei Animal Crossing Angeln und gehe gegen 2 Uhr schlafen.

Standby, irgendwie

Wie oft schreibt man dieser Tage in E-Mails was von „merkwürdigen“ oder „besonderen“ Zeiten. Aber irgendwie ist das merkwürdig jetzt das neue normal. Der Ausnahmezustand ist Routine geworden und die Routine ist an manchen Stellen nicht so, wie ich sie gern hätte. Die Kinder werden von Tag zu Tag fahrlässiger mit den Schulaufgaben und vertrödeln sie bis in den Nachmittag. Ich versteh das in gewisser Weise. Für was sollen sie sich beeilen, wenn Freunde treffen noch immer nur sehr eingeschränkt geht, immer noch alles, was Spaß macht, zu hat und der Dauersonnenschein von dauergrau und kalt abgelöst wurde. Dennoch bin ich müde davon, die Kinder permanent zu Dingen zu überreden, die sie nicht machen wollen und mich für Aufgaben, die ich mir nicht ausgedacht habe, anmeckern zu lassen. Am Ende fehlt dann die Zeit und die Kraft, schöne Dinge gemeinsam zu machen. Dann wollen sie am Ende lieber endlich zocken, statt mit mir spazieren zu gehen oder was zu spielen. Neulich waren wir auf dem Spielplatz. Die Kinder standen erst mal eine ganze Weile nur rum. Als hätten sie vergessen, was man auf dem Spielplatz so tut. Ich schaue derweil ungläubig auf den Raps, der schon verblüht ist, auf die Getreidefelder, die schon kniehoch stehen und die Bäume, die schon nicht mehr frühlingshellgrün sind. Im nächsten Monat hat Sohn1 Geburtstag, nach Pfingsten wollten wir verreisen. Mein Gefühl steht noch auf März. Wie kann die Zeit einfach weiterlaufen, wenn das Leben still steht? Wie kann der Sommer trotzdem kommen, auch wenn alles, was den Sommer ausmacht, fehlt?

Tagebuchbloggen 05/20

Heute ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben. Hier sind immer noch alle Zuhause. Wie es aussieht wird es vor dem 15. Juni keine Schule und keinen Kindergarten für unsere Kinder geben. Ich bin auf jeden Fall noch diese Woche (hauptsächlich) im Home Office. Wie es danach weiter geht, steht noch nicht fest.

Mein Wecker klingelt um Viertel vor Sieben. Ich stehe um Viertel nach Sieben auf. Sohn2 ist wach, die anderen schlafen noch. Er spielt ein bisschen Animal Crossing.

Als erstes kümmere ich mich um die Spülmaschine. Dann staubsauge ich im Untergeschoss. Das ist mein Mittel gegen die Prokrastination. Einfach morgens eine Sache aufräumen, die einen sonst den ganzen Tag stören würde. Gestern habe ich eine Kommode abgeräumt, heute eben gestaubsaugt. Außerdem bringe ich den vollen Müll raus. Dann mache ich Frühstück. Es gibt Zimtschnecken von gestern. Dazu schneide ich Obst. Nebenher lese und beantworte ich am Handy die ersten E-Mails.

Gegen neun frühstücken wir. Anschließend geht es nach oben ins Zimmer der großen Söhne, wo sie lernen und ich arbeite. Sohn1 fängt mit Mathe an. Da wird heute ein neues Thema per Video eingeführt. Die letzten Male wurde das als Videokonferenz gemacht, aber heute war gleichzeitig eine andere Konferenz und so hat die Lehrerin ein Erklärvideo vorbereitet. Sohn2 drückt sich ein bisschen ums Anfangen, arbeitet dann aber gut und selbständig seine Wochenpläne ab. Gut, etwas bestochen habe ich ihn und er macht zwischendurch noch eine lange Pause. Irgendwann muss ich ein Arbeitsblatt für Sohn1 ausdrucken und kämpfe etwas mit dem Drucker. Mein Diensttelefon klingelt und ich höre es nicht. Sohn2 trägt es mir hinterher.

Sohn3 sitzt derweil mit der Switch und Minecraft auf dem Sofa. D. ist heute nicht fit und ruht noch. Ich schreibe mehrere E-Mails an verschiedene Leute. Eigentlich steht für heute auf dem Programm, dass ich meinen Vortrag, den ich Donnerstag halten muss, mal fertig mache. Dazu komme ich aber erst mal nicht. Ich mache einen Projektantrag fertig und reiche ihn ein. Da kam endlich das OK von oben.

Sohn1 hat sich um halb eins für einen Spaziergang mit einem Freund verabredet, den er seit Beginn der Schulschließung nicht mehr gesehen hat. Dafür darf er natürlich seine Aufgaben unterbrechen.

Um halb eins klingelt es. Der dpd-Lieferant bringt ein Paket mit unserer neuen Hecke. Unsere schöne Buchshecke vor dem Komposthaufen, ist letztes Jahr dem Buchsbaumzünsler zum Opfer gefallen. Jetzt haben wir Liguster bestellt. Ich habe auch langsam Hunger und verlege meinen Arbeitsplatz nach unten. Ich mache mir und Sohn3 Toast. Sohn2 hat aus Gründen NicNacs gevespert und Sohn1 isst mit seinem Freund in Eis. Sohn3 geht eine Runde in die Badewanne, Sohn2 duscht anschließend auch.

Sohn1 kommt zurück und arbeitet weiter. Ich auch. D. kümmert sich um die Heckenplanzen, Sohn2 und Sohn3 spielen erst zusammen Minecraft, dann streiten sie eine Weile und dann toben sie zusammen in unserem Schlafzimmer.

Um 16 Uhr ist Sohn1 zum Fortnite spielen verabredet. Ich räume den Wäscheständer im Wohnzimmer weg und rolle meine Turnmatte aus. Um 16:30 startet mein Bodyfit-Kurs über webex. Einmal fällt kurz das Bild aus, ansonsten klappt es gut. Und es ist anstrengend.

Anschließend springe ich kurz unter die Dusche und arbeite weiter. Außerdem scanne ich Sohn1s Matheaufgaben von letzter Woche und schicke es seiner Lehrerin.

Um 19 Uhr überrede ich Sohn3, der unentwegt auf dem Sofa turnt, mit mir raus zu gehen. Sohn2 will nicht mit. Er spielt mit seinen Kuscheltieren. Wir laufen zur Schule, um Sohn2s Aufgaben von letzter Woche einzuwerfen. Sohn3 isst unterwegs ein Eis. Auf dem Rückweg holen wir Döner, Pizza und Falafel zum Abendessen ab, die D. bestellt hat. Das hatten die Kinder sich gestern gewünscht. Anschließend spielen Sohn2 und Sohn3 noch eine Runde zusammen Minecraft und Sohn1 ergänzt einen Matheaufschrieb, damit ich das seiner Lehrerin schicken kann.

Anschließend gehen die Kinder ins Bett. D. und ich streiten jetzt, wer zuerst die Switch für Animal Crossing kriegt. Außerdem sollte ich noch einen Bericht lesen und die BNT-Arbeitsblätter ausdrucken, die Sohn1 morgen bearbeiten soll. Ich muss nämlich morgen zu einer Besprechung schon vormittags ins Büro.

Tagebuchbloggen 04/20

Es ist der 5. und Frau Brüllen fragt was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Heute ist Sonntag. Drei Wochen Home Office und geschlossene Schulen und Kindergärten liegen hinter uns. Die Kinder waren gestern spät im Bett und schlafen etwas länger. Außerdem lassen sie uns auch schlafen. Ich wache kurz auf, als Sohn3 aufsteht und nochmal gegen neun. Ich träume wirre Dinge über eine Dienstreise zu einer Schulung in den USA. Um viertel nach zehn stehe ich dann auf. Die Kinder sind bisher friedlich. Ich räume zuerst die Spülmaschine aus und ein und stelle eine Maschine Wäsche an. Das ist gar nicht so viel wie sonst und hauptsächlich Unterwäsche, Socken und Schlafanzüge. Zwei von drei Kindern ziehen ihren Schlafanzug nur aus, wenn ich sie nach draußen scheuche und zuhause sofort wieder an.

Anschließend fange ich mit dem Frühstück an. Heute Toast, Aufbackbrötchen und Eier. Und reichlich Obst und Gemüse. Bis wir anfangen zu frühstücken ist es fast zwölf. Die Kinder wechseln sich ohne Streit mit der Switch ab. Sohn3 badet ausgiebig seine Barbie im Waschbecken. Ich mache eine Runde Sport und dusche.

Ich habe für heute nicht viel geplant. Was soll man auch machen. Die Spazierwege kennen wir alle, die Eisdiele ist zu. Genau wie alle Spielplätze oder der Wildpark oder die Schwimmbäder. Mich macht das zuhause sein ruhelos. Ich denke man müsste mal dies und mal jenes tun, kann aber nicht, weil immer noch Arbeit auf dem Plan steht oder ein Kind noch was für die Schule tun muss oder Sohn3 ein Anliegen hat. Das macht mich dann unleidig. Sohn3 hat regelmäßig ganz üble Tage, wo wir den ganzen Tag nur streiten. Es ist mir klar, dass es für ihn auch nicht einfach ist, seine Freunde nicht zu sehen und dass er oft auch nicht soviel Aufmerksamkeit bekommt, wie er möchte. Weil wir halt alle mit unseren Aufgaben beschäftigt sind. D. muss auch arbeiten und kümmert sich um einkaufen, essen machen, Müll, etc. Die Brüder müssen für die Schule arbeiten und ich an meinem Computer.

Schließlich schaue ich noch ein Video, das erklärt, wie man das Display an meinem alten Handy tauscht. Das Display ist nämlich noch in Ordnung, während das von D. kaputt ist. Das würde ich gerne tauschen, muss aber doch erst mal den Support anmailen. Dann hänge ich Wäsche ab und auf und kann tatsächlich etwas auf der Terrasse in der Sonne lesen. Gegen 18 Uhr motiviere ich die Kinder dann zur täglichen Frischluftrunde. Wir fahren mal wieder ins Naturschutzgebiet. Extra gegen Abend, weil da tagsüber am Wochenende bestimmt einige Leute unterwegs und die Lieblingsplätze dann belegt sind. Außerdem kann es passieren, dass man Bekannte trifft und da kamen in letzter Zeit so viele schwurbelige Theorien, dass ich keine Lust mehr habe, mit entfernt Bekannten zu reden. Gegen 20 Uhr fahren wir zurück.

Zuhause macht D. das Abendessen fertig. Es gibt Woknudeln und Spargelsuppe. Sohn1 findet alles gut. Die anderen beiden finden alles eklig und essen Toast. Anschließend gehen die Kinder nach oben. Sohn3 bringe ich ins Bett, die anderen bleiben noch wach, aber oben in ihrem Zimmer. Wir schauen Kitchen Impossible, was leider eine Wiederholung ist.

Das war der 5. und morgen ist dann wieder Home Office Alltag. Sohn1 hat noch Aufgaben für Englisch und Sohn2 muss eine Geschichte schreiben. Trotz Ferien.

Tagebuchbloggen 03/20

Schon wieder ist ein Monat rum und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Der Wecker klingelt um 5:45 Uhr. Ich bleibe noch liegen und hänge dem Traum auch, aus dem ich geweckt wurde. Sohn3 liegt neben mir. Der kam irgendwann in der Nacht. Um 6:15 stehe ich dann auf und checke als erstes die Lage an der Brotfront. Ich muss nichts aufbacken, also gehe ich duschen. Sohn3 kommt runter und hat erstaunlich gute Laune. Der war gestern sehr spät im Bett, weil er unbedingt warten wollte, bis ich vom Elternabend wieder da bin.

Ich befülle vier Brotdosen, wecke zwischendurch die anderen Söhne. Ich bin nicht sicher, wer heute zur ersten Stunde geht. Es stellt sich raus, das beide zur zweiten Stunde Unterricht haben, aber Sohn2 trotzdem zur ersten geht. Er und seine Freunde genießen es dann morgens in der Kerni ungestört spielen zu können.

Sohn3 wird heute gefahren. Er jammert seit vorgestern über Schmerzen in der Leiste. Man sieht nichts und ich weiß auch nicht. Vielleicht kommt es vom Wachsen. Eigentlich wollte D. ihn fahren, aber ich werde eh nicht rechtzeitig für den Bus um 7:28 fertig und fahre ihn (und 4 ausgeblasene Eier. Bin ich froh, wenn ich das Eier Ausblasen hinter mir habe!) schnell zum Kindergarten, nachdem ich Sohn2 losgeschickt habe. Dann gehe ich zum Bus und nehme den nächsten der kommt. Am Bahnhof habe ich kurz Zeit und kann mir noch ein Päckchen Taschentücher besorgen. Habe vergessen welche einzustecken und noch ein bisschen Resterkältung. (Montag und Dienstag war ich deshalb Zuhause).

Bei der Arbeit erstmal Kaffee und Brötchen zum E-Mails lesen. Dann kümmere ich mich um die Organisation der Beiträge für eine internationale Konferenz. Die Begutachtung der Beiträge sollte abgeschlossen sein, aber drei Beiträge sind noch immer nicht fertig. Einen habe ich schnell noch selbst gelesen und bewertet.

Als nächstes muss ich Formulare für einen Projektantrag anpassen, den wir bis Ende der Woche beim Projektträger einreichen müssen.

Irgendwann ist es Mittag und ich esse mein Vesper. Ich bestelle noch ein paar Sachen für Sohn2s Geburtstag nächste Woche. Eigentlich wollte ich heute zum Mittagssport, aber der fällt leider aus, weil der Trainer krank ist. Normerweise gehe ich Donnerstags zum Bodyfit, wollte heute aber was weniger anstrengendes machen wegen der Resterkältung. Tja.

Nach dem Mittag kommt mein Student und erzählt, was er als nächstes vor hat. Ich hatte ihn gebeten, mir diese Woche seine bisherigen Ergebnisse zeigen. Bisher kam nichts.

Anschließend starre ich auf meine ToDo-Liste. Da sind hauptsächlich noch große Batzen drauf, die nicht in wenigen Stunden erledigt sind. Ich weiß nicht mit was ich anfangen soll. Ich fange dann schließlich mit dem an, was vermutlich am meisten Zeit beanspruchen wird. Genau genommen sind dafür dieses Jahr etwa 800 h vorgesehen. Und das Thema ist komplex und ich weiß nicht so recht, was die Auftraggeber dafür erwarten. Ich suche nach den richtigen Ansprechpartnern und aktiviere mein Netzwerk. Hoffentlich bekomme ich so die notwendigen Informationen.

Um 16:15 weist mich Outlook aufs Bodyfit hin und ich packe zusammen. Ausnahmsweise bin ich pünktlich in der Halle. Es ist erwartungsgemäß anstrengend, aber ich kann trotz Resterkältung mitmachen.

Gegen 18:30 bin ich zuhause. Die Kinder schauen einträchtig Tom & Jerry. D. geht einkaufen und ich soll Sohn2 bei seinen Hausaufgaben helfen. Also setze ich mich daneben, während er seine Hausaufgaben nicht macht. Ein schönes Ritual. Nicht. Irgendwann ist er fertig und ich kann ihm die Lernwörter diktieren. Dazwischen versorgt mich D. mit Kaffee.

Sohn1 hatte diese Woche sein Bilanzgespräch in der Schule. Dabei hat sein Coach vorgeschlagen, dass er zusätzlich Rechtschreibung übt. Dafür hat er mir jetzt einen Link zu einem Lernheft geschickt, dass ich schnell noch bestelle. Außerdem schreibe ich der Schule eine Mail. Für die Schulanmeldung nächste Woche werden noch Eltern als Helfer gebraucht. Bisher gibt es wenig Rückmeldung, aber die leite ich jetzt mal weiter.

Zum Abendessen gibt es chinesische Nudeln mit Gemüse. Sohn3 will lieber die Spätzle von gestern. Auch so ein nettes Ritual, beim Abendessen immer die Reste des Essens zu fordern, das man am Vortag verschmäht hat. Nach dem Essen ist Schlafenszeit für die Kinder. Ich muss noch duschen und anschließend schauen wir Altered Carbon auf Netflix zuende.

Das ist eine Premiere und ich mache bei mit bei Die besten 5 am Donnerstag. Ich hab das zwar noch nie mitgemacht, aber diesmal ist nach den besten fünf Tanzszenen aus Serien gefragt. Hier meine besten fünf Tanzszenen ohne Ranking.

1. Die Tanzszene aus The Umbrella Academy. Tatsächlich war ich vorher eher skeptisch, weil Superhelden sonst nicht so mein Genre sind, aber nach der Szene hatte sie mich.

2. Die Szene im Trailer in Looking for Alaska. Hiervon gibt es leider kein Video.

3. Star Crossed aus Dance Academy. Weil Tara und Christian!

4. In Sense8 gibt es ja mehrere solcher verwirrenden Szenen, wo alle gemeinsam, aber jeder an seinem Ort, was machen, z. B. tanzen.

5. Dieser merkwürdige osteuropäische Tanz, den Lois in Malcolm mittendrin tanzt.