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Tagebuchbloggen 02/21

Nachdem ich letzten Monat das Tagebuchbloggen irgendwie verpasst habe, bin ich diesen Monat wieder dabei, wenn Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Mein Wecker klingelt um 6:30 Uhr, richtig wach werde ich das erste Mal um 6:40 Uhr. Das nächste Mal dann um 7:15 Uhr. Jetzt wird es langsam schon knapp. Ich habe aber gehört, dass Sohn1 und Sohn2 schon wach sind. Also gehe ich runter, kümmere mich um die Spülmaschine und anschließend ums Frühstück. Es gibt Aufbackbrötchen. Sohn1 isst die mit Schoko-Nuss-Aufstrich, Sohn2 mit Butter und Sohn3 einfach trocken. Dazu Obst und Gemüse. Ich selbst komme nicht zum Essen, weil ich schon mal ein Notebook hochfahre, um die Videokonferenz für Sohn2 zu starten. Anschließend mache ich das Tablet für Sohn3 bereit und frage ihn, ob er oben oder unten arbeiten will. Er will am Esstisch arbeiten. Ist mir recht.

Um 8:00 starten Sohn2 und Sohn3 mit ihren Videokonferenzen. Sohn1 hat immer erst zur zweiten Stunde. Bei Sohn3 muss ich immer schauen, dass er gedanklich dabei bleibt und seine Aufgaben erledigt. Ist nicht so einfach mit den Erstklässlern. Ich werde schon beim Zuhören halb wahnsinnig, weil ständig irgendein Kind was mitteilt oder fragt und die Hälfte der Kinder ins Mikro brüllt. Ich sitze also neben Sohn1 und muss noch ein Gutachten durchgehen, dass ich gleich mit zwei Kollegen diskutieren will.

Sohn1 und Sohn2 managen ihre Konferenzen selbst. Bei Sohn1 haben sie die Klasse geteilt, damit die Konferenzen nicht zu unübersichtlich werden. Deshalb hat er immer wieder 45 Minuten zum selbständigen Arbeiten. Sohn2 hat Unterricht nach Stundenplan.

Um 9 hat Sohn3 eine halbe Stunde Pause. Ich mache mir einen Tee und mache mich bereit für meine Videokonferenz. Um halb zehn hat Sohn3 dann Mathe und ich nebendran Konferenz. Er macht seine Konferenz früher aus und arbeitet allein. Das ist ausdrücklich erlaubt in den Stillarbeitsphasen. Sport fällt aus, weil die Lehrerin krank ist.

Meine Videokonferenz geht bis 11 Uhr, aber wir kommen gut weiter mit dem Gutachten. Danach komme ich endlich zum Frühstücken (Banane+Mango mit Joghurt und Mini-Cornflakes). Meinen kalt geworden Tee finde ich ebenfalls in der Küche.

Sohn2 hatte zwischendurch Mal Pause und hat sich Joghurt aus dem Kühlschrank geholt. Jetzt, wo ich etwas Luft habe, gehe ich mal oben nach dem Rechten sehen. Sohn2 hat Mathe, Sohn1 ITG. Läuft soweit alles. Ich kann also weiter arbeiten. D. versorgt mich zwischendurch mit Kaffee. Um halb zwei gehe ich noch mal schauen, ob Sohn1 Englisch fertig hat. Das sollte bis 14 Uhr hochgeladen sein. Es wird 14:20 Uhr, aber das ist mir egal. Der Lehrer hat neulich lang und breit erklärt, warum er sich noch nicht in Teams einarbeiten konnte (kleines Kind daheim), um dann in der gleichen Email zu bemängeln, dass noch nicht alle ihre Aufgaben abgegeben haben. Tja.

Sohn1 trifft sich draußen mit Freunden. Zwischendurch holen sie noch die Nerfs. Die anderen beiden widmen sich Zelda. Ich muss noch ein Hygienekonzept für einen Auslandseinsatz meiner Mitarbeiter schreiben und lese die aktuellen Verordnungen. Dann schicke ich alles schon mal weiter. Irgendwas sollte ich noch machen heute, aber mir fällt erst beim Rechner runterfahren auf, dass ich für Montag 9 Uhr eine Präsentation brauche. Naja. Ist ja noch Zeit.

Um kurz nach 17 Uhr sammle ich die Wäsche ein (Sohn1 hat seine selbständig weggetragen, nachdem ich ihm angekündigt hatte, wenn er nicht endlich seine dreckigen Socken wegräumt, frittiere ich sie ihm zum Abendessen) und schalte die erste Maschine Wäsche an. Dann schnappe ich die zwei anwesenden Kinder und wir gehen eine Runde raus. Zur Bücherei, eine DVD einwerfen. Die Kinder spielen den ganzen Weg Zelda und wir sind erst um sieben wieder Zuhause.

Die Kinder verschwinden nach oben. D. ist einkaufen. Ich hänge die Wäsche auf und wasche die nächste Ladung. Dann räume ich die Spülmaschine aus und wieder ein. Während D. das Essen vorbereitet mache ich 30 Minuten Sport. Dann gibt es Raclette. Anschließend schicken wir die Kinder ins Bett. D. hat sich zum Glück schon um die Wäsche gekümmert, so dass ich nicht mehr in den Keller muss!

Jahresrückblick 2020

2020 war für alle ein merkwürdiges Jahr. Viele Dinge sind ausgefallen, verschoben worden und wir haben gelernt einfach mal nichts zu tun. Der Terminkalender, der sich ab März beständig leerte, war gar nicht mal so unangenehm. Fairerweise muss ich zugeben, dass das Frühjahr mit Homeschooling und Home Office schon sehr anstrengend war. Ich habe viel Arbeit in den Abend verschoben und hatte lange Tage. D. war den halben Tag mit Ranschaffen und Zubereiten von Essen für 5 Personen beschäftigt. Essen die Kinder sonst echt auch so viel? Seit dann zumindest der Jüngste wieder im Kindergarten war, hat sich alles entspannt. Nach den Pfingstferien war bald normal Schule für Sohn2. Sohn1 musste zu den unmöglichsten Zeiten zur Schule gebracht werden, weil die Busse nur morgens und nachmittags fahren.

Wir haben in der letzten Homeschoolingwoche grandiose 5 Tage am Lac die Chalain verbracht, die mein persönliches Highlight 2020 waren. Quasi allein auf dem Campingplatz in dieser unglaublich tollen Landschaft! Unser im Januar gebuchter Sommerurlaub auf Fuerteventura wurde erstaunlicherweise nicht storniert, so dass wir hier noch mal eine interessante Erfahrung zum Reisen in Zeiten von Corona sammeln konnten. Auch hier waren quasi keine Touristen und Maskenpflicht auch draußen.

Ab Herbst war dann fast Alltag. Sohn3 wurde eingeschult. Aufgrund der Urlaubssituation bei der Arbeit, war ich wieder fast täglich im Büro. Die Kinder hatten normal Schule. Im Herbst hatten wir zwei mal je ein Kind in Quarantäne. Home Office wurde wieder ausgeweitet und die Maßnahmen fürs Arbeiten vor Ort verschärft. Ich bin gespannt, wie das weitergeht und ob die Kinder tatsächlich am 11.1. wieder in die Schule müssen.

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr? Ich finde für Pandemie war’s letztendlich doch ganz okay. Ich gebe 5,5 Punkte.

Zugenommen oder abgenommen? Wir besitzen nicht mal mehr eine Personenwaage, also ich weiß es nicht.

Haare länger oder kürzer? Keine Ahnung. Im Frühjahr waren sie mal sehr lang und dann hat D. sie mir mal geschnitten. Von mir aus könnten sie noch kürzer sein.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Strahlenschutzuntersuchung mit Maske. Ich sehe immer noch alles.

Mehr Kohle oder weniger? BAföG war irgendwann dieses Jahr plötzlich abbezahlt (hatte da mit den ganzen Freistellungen und Stundungen den Überblick verloren), im Lockdown wohl nicht viel ausgegeben, jedenfalls sieht es auf dem Konto deutlich schöner aus.

Besseren Job oder schlechteren? Im Prinzip den gleichen. Bin da aber mit einem Bein einen Schritt nach oben gewandert und weiß noch nicht, ob ich das zweite Bein nachziehe.

Mehr ausgegeben oder weniger? Gefühlt viel mehr (übers Jahr 3 Konsolen gekauft, neue Möbel fürs Wohnzimmer, neuer Herd, neuer Kühlschrank, etc.), aber der Kontostand sagt anderes.

Dieses Jahr etwas gewonnen? Leider immer noch kein Lottogewinn

Mehr bewegt oder weniger? Viel spazieren gegangen. Mein Sport fand ab April/Mai zumindest teilweise online statt. Ab Juni war es bei uns mit dem Home Office deutlich weniger und da war es dann auch mit den Sportterminen schwieriger. Im Herbst habe ich dann das Laufen wieder angefangen.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr? Sehr wenige. Im Februar waren die Kinder nacheinander arg krank. Dann kam der Lockdown und das war es dann erstmal mit Krankheiten.

Davon war für Dich die Schlimmste? Sohn1 hatte es im Februar echt übel erwischt. Eine Woche lang er komplett flach mit Bauchweh, Halsweh, Fieber. Er hatte deutlich Gewicht verloren, weil nichts mehr geschmeckt hat. Ich bin ja inzwischen recht routiniert im Diagnosen bei den Kindern stellen (Scharlach, Mittelohrentzündung, Borreliose, etc.), aber dazu fiel mir nichts ein. Seine Brüder hatten dann anschließend ähnliche Symptome, aber nicht ganz so lange. Fasnacht ist für uns damit schon mal fast ausgefallen.

Der hirnrissigste Plan? Im März kurz vor dem Lockdown noch zwei Tage nach Berlin fliegen.

Die gefährlichste Unternehmung? 2020 ist ja selbst Einkaufen schon gefährlich. Tatsächlich war es aber schon ein merkwürdiges Gefühl im August in ein Flugzeug zu steigen. Ging zum Glück alles gut und die Fluggäste waren sehr diszipliniert mit dem Maske tragen.

Die teuerste Anschaffung? Wir haben Schlussrate fürs Auto bezahlt, aber das haben wir ja bereits vor 5 Jahren angeschafft. Dann war es wohl der neue Computer für D.

Das leckerste Essen? Schön war dieses Jahr, dass die Kinder inzwischen alt genug sind, um Spaß an Raclette und Fondue zu haben.

Das beeindruckendste Buch? Abi Daré „The Girl with the louding voice“

Der ergreifendste Film? Das war wirklich ein schlechte Filmjahr für uns. Die Kinder waren permanent so spät im Bett, dass wir selten Filme angeschaut haben. Serien waren es ein paar mehr.

Film: The hate U give (Buch ist beeindruckender); Serie: The Alienist – Angel of Darkness

Die beste CD? Was ist eine CD?

Das schönste Konzert? Konzerte… 2020…

Die meiste Zeit verbracht mit? Kinder überreden, Dinge zu tun, zu denen sie keine Lust haben, z.B. Schulaufgaben, lesen oder spazieren gehen.

Die schönste Zeit verbracht mit? Mit meiner Familie Mitte Juni am See im Frankreich im Jura.

Zum ersten Mal getan? Eine Pandemie erlebt.

Nach langer Zeit wieder getan? Regelmäßig schwimmen gegangen, weil endlich alle Kinder schwimmen können und sich beschäftigen, während ich Bahnen ziehe.

Zum letzten Mal getan? Ein Kind eingeschult

Dinge, auf die Du gut hättest verzichten mögen? Auf die Pandemie!

Die wichtigste Sache, von der Du jemanden überzeugen wolltest? Das hatte mit der Arbeit zu tun.

Das schönste Geschenk, das Du jemandem gemacht hast? Wir haben den Kindern zu Weihnachten einen zusätzlichen Raum geschaffen, was viel Arbeit war und noch weitere Arbeit nach sich zieht.

Das schönste Geschenk, das Dir jemand gemacht hat? Das beste Geschenk war wohl mein neues Kopfkissen. Nachts muss ich das gegen Sohn3 und D. verteidigen.

Der schönste Satz, den jemand zu Dir gesagt hat? „Ihr Großgerät würde bewilligt.“

Der schönste Satz, den Du zu jemandem gesagt hast? Keine Ahnung…

Dein Wort des Jahres? Home Office

Dein Unwort des Jahres? Pandemie

2019 war mit 1 Wort…? Intensiv

Rückblicke 2019, 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2012

Tagebuchbloggen 12/20

Muss erst mal schauen, ob mein Blog noch da ist. Irgendwie hab ich sogar die letzten #WMDEDGT, wenn Frau Brüllen jeden 5. fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben, verpasst. Heute hab ich Mal wieder dran gedacht.

Es ist Samstag. Sohn3 neben mir steht gegen 7 auf und schaut ob seine Brüder wach sind. Sind sie nicht, also legt er sich wieder ins Bett. Er hat grade wieder eine Phase, wo er nicht gerne allein in einem Stockwerk sein will. Er schläft quasi sofort wieder ein und weiter bis um 9. Ich stehe um Viertel nach zehn auf. Die Kinder hängen zu dritt im Wohnzimmer rum. Ich mache Frühstück, während sich Sohn2 und Sohn3 über Roblox zerstreiten. Nach dem Frühstück will ich joggen gehen. Vorher kümmere ich mich noch um die Wäsche und lese im Internet rum. D. schaut den KSC an. Ich kündige den Kindern an, dass wir Schulzeug machen, sobald ich vom Joggen zurück bin. Sohn2 war am Freitag nicht in der Schule wegen Bauchschmerzen und muss noch Zeug vom Freitag und den Wochenplan zuende machen. Sohn3 wollte sein Homeschooling nur mit mir machen und da ich Donnerstag und Freitag im Büro war und hinterher meine Lust mehr hatte, muss er jetzt halt Samstag und Sonntag ran.

Gegen 13:30 gehe ich endlich los zum Joggen. Der Vorteil am Landleben ist ja, dass man zig verschiedene Strecken direkt vor der Haustür hat. Im Winter laufe ich oft den Berg hoch, weil da Sonne ist, im Sommer eher am Bach lang im Schatten. Heute nehme ich eine Runde am Radweg entlang. Hier fange ich bei Pokémon Go auch endlich ein Igamaro.

Auf dem Rückweg gehe ich kurz beim Kik vorbei. Ich wollte Klebefolie kaufen, die haben sie aber nicht. Stattdessen nehme ich ein Vogelhaus mit. Unseres ist verrottet.

D. war beim Wertstoffhof. Ich gehe unter die Dusche. Die Söhne haben natürlich einträchtig angefangen zu spielen, nachdem ich vorhin Schularbeiten angekündigt hatte. Sohn1 geht einen Freund besuchen. Sohn2 und Sohn3 setzen sich endlich an ihre Aufgaben. Sohn3 macht fast alles fertig. Sohn2 hat noch einiges für morgen. Ich finde es ist zu viel, was die Lehrerin ihm für Freitag mitgegeben hat (Satzanfänge in Geschichte ändern und die Geschichte abschreiben, die Geschichte in die Vergangenheit setzen und nochmal abschreiben, eine Geschichte selbst schreiben. Vom Wochenplan sind noch übrig: Gedicht abschreiben, verzieren und auswendig lernen, Geschichte in Vergangenheit umsetzen und abschreiben. Achja, und 40 Lernwörter sollten für den Test am Freitag noch wiederholt werden.), Aber nachdem ich neulich drauf hingewiesen hatte, dass es grundsätzlich zu viel sei, war die Antwort lediglich, er solle halt früher anfangen. Danke auch. Für morgen ist jedenfalls noch ordentlich was übrig.

Anschließend malen die Kinder eine Weile. Sohn3 malt Among us Comics, Sohn2 malt vergleichende Bilder mit der linken und der rechten Hand. Ich backe Nussmakronen und bestelle Schlafanzüge für Weihnachten (kriegen die Kinder aus Tradition). Dann wollen die Kinder unbedingt das Vogelhaus anmalen. Wollte ich eigentlich nicht, aber von mir aus. Sie einigen sich sogar drauf, dass jeder eine Hälfte bemalt und schaffen es ohne Streit.

D. ist inzwischen einkaufen gefahren. Sohn3 geht eine Weile in unserem Bett hopsen. Wohin auch mit der Energie am Tag 9 der Quarantäne. Ich kümmere mich um die Wäsche, die Spülmaschine und die bunten Pinsel.

Sohn1 kommt heim und berichtet, dass es in der Familie des Freundes Streit gab wegen Nichtigkeiten. Er sagt, dass er froh ist, dass wir uns nicht über sowas streiten. Dann putzt er seine Schuhe für den Nikolaus. Sohn3 macht das dann auch gleich. Sohn2 ist grade in einer Fortnite-Runde und kriegt nichts mit. D. kommt mit Großeinkauf nach Hause und macht essen.

Nach dem Essen putzt auch Sohn2 noch seine Schuhe. Dann sehen die Kinder nicht ein, dass sie ins Bett sollen und es gibt noch etwas Theater.

Sohn1 muss ich noch mal wecken. Er hat mal wieder seine Zahnspange im Glas vergessen. Dann setze ich mich noch an den Computer und schaue, dass ich bei den Fotogeschenken etwas weiter komme. Und da ist er auch schon rum, der 5. Dezember.

Tagebuchbloggen 09/20

Heute ist schon wieder der 5. Und Frau Brüllen will wissen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Es ist Samstag, das wird vermutlich nicht so interessant. Ich stehe gegen 9 auf. Sohn3 ist schon früher aufgestanden und kam einmal, damit ich ihm den Code am Tablet eingeben kann. Die anderen beiden machen grade noch Urlaub bei den Großeltern, kommen aber heute Abend nach Hause.

Als erstes räume ich etwas in der Küche rum (Spülmaschine und so) und kümmere mich um die Wäsche, die ich gestern Abend noch programmiert habe. Ich hänge sie draußen auf, obwohl das Wetter nicht so toll ist. Zweite Maschine läuft und ich mache eine Runde Sport. Währenddessen verirrt sich ein großer weißer Hund in unseren Garten. Ich vermute der ist bei den Nachbarn zu Besuch.

Anschließend bereite ich das Frühstück vor und gegen halb zwölf frühstücken wir. Die Mini-Wassermelone vom Biobringdienst entpuppt sich als kleingewachsene reguläre Wassermelone mit vielen nervigen Kernen. Bei den Minimelonen stören die mich nicht, aber hier friemel ich ewig rum. Nach dem Frühstück gehe ich duschen. Sohn3 beschäftigt sich mit seinem Lego, spielt abwechselnd mit mir und dem Mann gefühlt 500 Partien Uno, tanzt im Wohnzimmer, spielt Ninja und dreht sich im Kreis. Die letzten fast zwei Wochen ohne seine Brüder haben ihm echt gut getan.

Ich wasche noch mehr Wäsche, falte Wäsche und putze Toilette und Waschbecken. Der Mann macht die Küche und geht einkaufen. Ich trage drei Körbe gefaltete Wäsche nach oben und räume sie in die diversen Schränke ein. Der Mann fängt an Spätzle zu machen.

Gegen halb sieben kommen Omi und Opa mit den zwei Brüdern auch Hause. Kurz nach der Begrüßung fangen die Brüder an zu streiten. Alles wie immer. Sohn3 spielt mit Opa Uno und Dobble. Wir quetschen alle 7 Leute zum Käsespätzle essen an unseren Tisch. Anschließend verabschieden sich die Großeltern und wir scheuchen die Kinder langsam ins Bett. Alle wieder daheim!

Tagebuchbloggen 08/20

Es ist schon der 5. August und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Mein Wecker klingelt schon früh, aber da ich im Homeoffice bin, stehe ich erst um 7:30 Uhr auf. Eigentlich bin ich nicht mehr so oft im Home Office, aber gestern kam eine Mail der Schule, dass ein Kind in Sohn2s Klasse positiv auf COVID-19 getestet wurde. Der letzte Kontakt ist allerdings schon zehn Tage her und das Kind war bereits bereits fünf Tage Zuhause, bevor es Symptome entwickelt hat. Ansteckung unwahrscheinlich sagt das Amt (toitoitoi). Wir sitzen das jetzt eben aus, d.h. ich gehe nicht im Großraumbüro arbeiten und wir bleiben in der Bubble der anderen potentiellen Infizierten. So richtig passt mir das Home Office nicht, da ich vor dem Urlaub noch ein paar Dinge vor Ort erledigen wollte, aber das ist jetzt nicht zu ändern. Zur Not fahr ich Samstag noch mal hin.

Alle anderen schlafen noch. Ich mache den Rechner an und lese die ersten E-Mails. Dann räume ich die Spülmaschine aus und überlege Milchbrötchen zu machen. Dafür muss ich D. wecken, weil die Rührschüsseln ineinander verkeilt sind und ich sie nicht auseinander bekomme.  Dann kann ich den Hefeteig ansetzen und weiter arbeiten. Ich muss diese Woche eine Projektskizze fertig kriegen, damit ich keine Arbeit mit in den Urlaub nehmen muss. Ich bin da letzte Woche schon gut voran gekommen, habe jetzt aber die ganze Frickelarbeit noch vor mir. Also z.B. die relevanten Literaturverweise einfügen, gedoppeltes rauskürzen (leider schreibe ich sowas nicht linear) und den Stand der Technik ergänzen. Das kostet immer Zeit. Zwischendurch backe ich die Milchbrötchen und rufe den Rest der Familie zum Frühstück. Die Kinder streiten unnötig und ich schimpfe unnötig. Dann sind alle brav beim Essen. Anschließend verkrümeln sich die Kinder zum Zocken. Ich habe Ruhe zum Weiterarbeiten.

Um Viertel nach elf schwinge ich mich kurz auf mein altes Fahrrad, weil ich Sohn3s Kinderreisepass auf dem Rathaus abholen will. Fahrrad ist platt, also doch Auto. Der Pass ist fertig, aber es steht die falsche Augenfarbe drin. Blau statt braun. Ich reklamiere das und bin froh, dass wir uns diesmal schon auf den vorletzten Drücker gekümmert hatten. Morgen können wir den neuen mit richtiger Augenfarbe abholen. Am Montag wollen wir in Urlaub fliegen, wenn nicht noch jemand in den nächsten 4 Tagen Symptome entwickelt. Der Urlaub ist bereits seit Januar gebucht und der teuerste Urlaub, den wir je gemacht haben. Könnt ihr auch alle kacke finden, dass wir den nicht (auf unsere Kosten) storniert haben, sondern abgewartet haben, ob der Flug vom Anbieter storniert wird. Wurde er nicht und wir fliegen. Vor Ort haben wir Mietwagen und Ferienwohnung. Und die touristische Auslastung ist nur etwa 30% von normal.

Gegen Mittag will Sohn1 zu seinem Kumpel gefahren werden. Das macht D. und kauft auf dem Rückweg gleich ein. Ich sitze kurz mit meinem Notebook draußen. Mir ist nämlich nach den Regentagen noch kalt, trotz langer Hose.

Mein Diensttelefon klingelt ein paar mal. Das ist aufs Handy umgeleitet. Ich telefoniere und WhatsAppe mit den Mitarbeitern. Die Urlaubssaison hat angefangen und wir sind jetzt bis Anfang Oktober durchgehend nicht voll besetzt. Gleichzeitig kommt aber zum ohnehin Geplanten noch das dazu, was wegen Corona verschoben wurde. Morgen noch mal Team-Telko, bevor ich dann Urlaub habe.

Irgendwann am Nachmittag komme ich dann in den Flow und schreibe die Projektskizze fertig und schicke sie an unseren Projektkoordinator. Yeah, Mittwoch fertig, was für Freitag geplant war. Soll noch mal jemand was gegen Home Office sagen. Unser Koordinator wird sich auch freuen, dass er jetzt noch zwei Tage für Rückmeldung hat, bevor ich in Urlaub verschwinde. Die eigentliche Deadline ist erst direkt nach meinem Urlaub.

Dann hänge ich eine Ladung Wäsche auf, die ich zwischendurch gewaschen habe und nehme dann Sohn2 und Sohn3 mit nach draussen. Erst in den Garten und dann noch mal in den Ort. Wir haben da neulich unsere Fahrräder bei einer Freundin stehen lassen. Die Söhne wollen noch ein Eis. Sie müssen draußen warten, während ich ihre Bestellungen weiter gebe. Dann noch eine Runde Spielplatz. Keine Sorge, da sind wir um 20 Uhr auch allein.

Dann fahren wir mit den Fahrrädern (diesmal mit meinen neuen Second Hand Mountainbike. D. hat eBay Kleinanzeigen leer gekauft und jetzt haben wir endlich alle wieder Fahrräder.) wieder nach Hause. D.h. Sohn3 fährt Roller. Der muss auf seinem neuen 20 Zoll Fahrrad erst wo üben, wo nicht lauter teure Autos am Straßenrand parken.

Zuhause hat D. seinen wöchentlichen Plausch mit dem Gemüsemann beendet und grillt fürs Abendessen. Sohn1 ist mit dem Bus zurück gekommen und hat sich mit der Switch verzogen. Für den Rest des Abends ist außer essen und Umbrella Academy nichts mehr geplant.

Tagebuchbloggen 07/20

Schon wieder ein Monat vorbei und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Ich stehe um Viertel nach neun auf. Ganz ohne Not, aber ich bin aus irgendeinem Grund wach. Ich gehe runter und kümmere mich als erstes um die Spülmaschine. Außerdem koche ich Tee für Eistee. Dann räume ich etwas im Wohnzimmer auf. Da stehen noch diverse Kartons und Verpackungen der Junigeburtstage. Die sortiere ich nach wegwerfen und behalten. Außerdem räume ich in Regal Platz für die neuen Bücher und das neue Spiel frei. Die Söhne sind wach und zocken irgendwas. Ich bereite das Frühstück vor und gegen 11:30 Uhr sitzen alle am Tisch.

Nach dem Frühstück müssen Sohn1 und Sohn2 noch was für die Schule tun. Ich wasche eine Ladung Wäsche und packe ein Geschenk ein. Sohn2 geht heute zu einem Geburtstag. Dafür braucht er außerdem noch Schwimmsachen und Badeschuhe. Keine Ahnung wo die hingehen. Sohn1 will sich mit einem Klassenkameraden treffen. Um kurz vor 15 Uhr geht Sohn2 los und D. fährt Sohn1 ins Nachbarkaff. Ich nutze die fast leere Wohnung dafür eine Toilette und das Waschbecken im Badezimmer zu reinigen. Dann falte ich diverse Ladungen Wäsche, die ich in den letzten beiden Tagen gewaschen habe. Irgendwann bin ich fertig und überrede Sohn3 mit mir eine Runde rauszugehen. Ich hab mir Wanderschuhe gekauft und muss die noch etwas einlaufen. Wir fahren in einen Nachbarort und laufen den „Holzweg“. Sohn3, der zwar erst gar nicht mit wollte, ist begeistert. Ich finde die Stationen OK, hatte mir aber mehr erwartet. Aber egal, wir hatten auch so Spaß und ich fange 50 Pokemons.

Wir sind gegen 19:30 zurück. D. hat Sohn1 wieder abgeholt und Sohn2 reingelassen. Außerdem hat er den Grill angefeuert. Ich räume Wäsche in die Schränke, wasche noch eine Maschine und räume die Spülmaschine aus und ein. Außerdem versuche ich meine geplanten Abwesenheiten in den Abteilungskalender einzutragen, aber ich kriege keinen Zugriff über VPN. Es nervt. Also bitte ich unsere Sekretärin das einzutragen. Ich bleibe morgen im Homeoffice. Dann kann ich noch ein paar Minuten bei Animal Crossing baden gehen und Karten fürs Freibad nächste Woche bestellen.

Wir essen spät aber sehr lecker zu Abend. Die Kinder müssen anschließend ins Bett. Morgen haben alle Schule/Kindergarten. Auf mich wartet noch eine Ladung Wäsche zum Aufhängen und dann das Sofa.

Donnerstags gibt es immer die besten 5. Manchmal mache ich mit. Heute ist nach den schlechtesten Buchverfilmungen gefragt.

Es gibt ja sehr viele schlechte Buchverfilmungen, obwohl ich mir „Das war aber im Buch ganz anders!!!“ inzwischen ganz gut verkneifen kann und eingesehen habe, das Buch und Film unterschiedliche Medien sind, die die selbe Geschichte eben unterschiedlich erzählen. Solange das gleiche Gefühl transportiert wird, bin ich eigentlich zufrieden.

Stephenie Meyer Twilight: Die Twilight-Filme sind einfach alle, bis auf den Soundtrack, wirklich schlecht. Die Bücher kann man zwar auch schlimm finden, aber ich hab sie gern gelesen. Es ist aber einfach eine komplett blöde Idee, die verfilmen zu wollen, da die Bücher aus der Ich-Perspektive einer introvertierten Person geschrieben sind. Da wundert es nicht, dass am Ende dabei rauskommt, dass Kirsten Stewart traurig durch die Gegend starrt und sonst nichts passiert. Und der Rest, naja, der macht es auch eher schlimmer als besser.

Stephen King Needful Things: Stephen King Verfilmungen sind oft nicht sehr gelungen, aber diese hier ist besonders schlecht. Sowas passiert, wenn man 1000 Seiten Buch in 2 h Horrorgemetzel umsetzt. Der Großteil des Buchs beschäftigt sich damit, die Beziehungen in der kleinen Stadt detailliert aufzudröseln. Das fehlt im Film komplett und führt dazu, dass er einfach nur blöd ist.

Justin Cronin Der Übergang: Ich muss zugeben, ich habe die Serie nur teilweise gesehen, aber mich wundert nicht, dass nach einer Staffel Schluss war. Die Buchserie ist eigentlich perfekt für eine serielle Verfilmung. Es gibt so viele verschiedene Geschichten, die dann alle zusammenlaufen. Ich hatte mich auf die Verfilmung gefreut, aber irgendwie hat in der Serie dann nichts gepasst.

Sven Nordqvist Pettersson und Findus: Fast jeder kennt die Bücher über den schrulligen alten Pettersson und seinen Kater Findus. Die Bücher mag ich wirklich gern, ebenso die Zeichentrickserie und die Hörspiele dazu. Deshalb waren wir gleich im Kino, als die Realverfilmung raus kam. Die Kinder fanden es damals ok, ich fand es schlimm. Viel zu viel Klamauk. Die Figuren waren ganz anders als in den Büchern und alles hat sich falsch angefühlt. Den zweiten Teil haben wir uns dann gespart.

Kerstin Gier Rubinrot: Ich habe die Bücher sehr gemocht. Von den Filmen habe ich nur den ersten Teil gesehen und der war irgendwas zwischen langweilig und nichtssagend. Ich hab noch nicht mal drüber nachgedacht die restlichen beiden anzuschauen, aber ich glaube das lohnt sich wirklich nicht.

Es gibt übrigens auch ganz viele tolle Buchverfilmungen (z.B. Love, Simon oder The Perks of Being a Wallflower oder A Series of Unfortunate Events). Das war aber bereits letzte Woche dran und das habe ich verpasst.

Tagebuchbloggen 06/20

Es ist der 5. Juni und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Ich stehe gegen sieben auf. Ja, der neue Alltag fängt etwas später an. Ich mache Sohn3 eine Brotdose. Er geht seit zwei Wochen wieder in den Kindergarten. Bei uns haben die Kindergärten für die Vorschüler geöffnet. Die anderen beiden haben gerade Ferien. Dann packe ich mir was zu essen ein, koche Kaffee und Tee und mache mich fertig. Ich muss um kurz nach acht ins Büro fahren. Um neun ist eine Videokonferenz, die ich lieber in Ruhe machen will. Ich wecke D. und fahre los. D. muss Sohn3 um 9 am Kindergarten abliefern, wo dann erstmal vor der Tür Fieber gemessen wird, bevor er die Kinder rein dürfen p. Die haben das so organisiert, dass jedes Kind zu einer festen Zeit gebracht wird, damit man sich auch nicht vor der Tür begegnet.

Ich bin um zwanzig vor neun im Büro, trinke meinem Kaffee und richte mich im Besprechungsraum ein. Die Videokonferenz ist über Microsoft Teams. Das hatte ich bisher noch nicht, aber es funktioniert gut. Wir reden 2,5 Stunden und ich mache mir 13 Seiten Notizen. Das muss erst mal sacken und dann sehen wir, wie es weitergeht.

Anschließend tausche ich mich mit den anwesenden Kollegen aus und esse mein mitgebrachtes Frühstück und Mittagessen. Vorhin hat es zum Frühstück nicht mehr gereicht. Dann muss ich ein paar Rückrufe machen und zwei Anfragen bearbeiten. Für eine Anfrage müssen wir noch eine Kollegin telefonisch dazu holen. Außerdem muss heute ein großes Angebot fertig und ein kleineres überarbeitet werden. Bis alles fertig ist, ist es schon fast halb fünf. Dummerweise hatte ich zugesagt, die Kaffeemaschine zu reinigen. Vorher tausche ich mich noch über Projektideen mit einem Kollegen aus. Dann reinige ich die Kaffeemaschine. Dabei stelle ich fest, dass wohl jemand am Freitag die Spülmaschine angeschaltet hat, aber niemand sie am Montag ausgeräumt hat und die anderen einfach ihr schmutziges Geschirr dazu rein gepackt haben. Sowas ärgert mich ja. Wenn man Montags die Sachen von der Kaffemaschine raus nimmt, kann man doch die vier Minuten noch investieren und den Rest auch ausräumen. Oder nicht? Wo ich schon am Ärgern bin, putze ich noch die Mikrowelle. Auch beeindruckend, wie die Leute einfach nicht bemerken, wenn ihr Essen in der Mikrowelle explodiert.

Gegen 17:10 bin ich zuhause. Vor der Tür steht ein Freund der Kinder, den ich sehr nervig finde, weil er nur zu uns kommt, um da zu zocken und sich da völlig dreist und selbständig an den Geräten der Kinder bedient. Dann kriegt er von der Welt nichts mehr mit. Manchmal kommt er noch runter, um nach Süßigkeiten zu verlangen. Zuhause gibt es elektronische Medien und Süßigkeiten nur sehr limitiert. Ich bleibe also erst noch ein bisschen im Auto sitzen, bevor ich reingehe.

Dann erstmal Kaffee. Ich bin danach noch immer müde und lege mich etwas hin. Anschließend kriege ich kurz die Switch für eine Runde Animal Crossing. Sohn1 ist mit einem Freund unterwegs. D. war einkaufen und macht essen. Ich mache Wäsche. Wir essen spät. Anschließend sollen die Kinder ins Bett. Sohn3 macht mal wieder Theater. Es nervt echt sehr. Am Ende schlafen 2 von 3 und wir Erwachsenen schauen Midsommar an. Sehr schrecklich! Weil ja Wochendende ist, kann ich noch ein bisschen bei Animal Crossing Angeln und gehe gegen 2 Uhr schlafen.

Standby, irgendwie

Wie oft schreibt man dieser Tage in E-Mails was von „merkwürdigen“ oder „besonderen“ Zeiten. Aber irgendwie ist das merkwürdig jetzt das neue normal. Der Ausnahmezustand ist Routine geworden und die Routine ist an manchen Stellen nicht so, wie ich sie gern hätte. Die Kinder werden von Tag zu Tag fahrlässiger mit den Schulaufgaben und vertrödeln sie bis in den Nachmittag. Ich versteh das in gewisser Weise. Für was sollen sie sich beeilen, wenn Freunde treffen noch immer nur sehr eingeschränkt geht, immer noch alles, was Spaß macht, zu hat und der Dauersonnenschein von dauergrau und kalt abgelöst wurde. Dennoch bin ich müde davon, die Kinder permanent zu Dingen zu überreden, die sie nicht machen wollen und mich für Aufgaben, die ich mir nicht ausgedacht habe, anmeckern zu lassen. Am Ende fehlt dann die Zeit und die Kraft, schöne Dinge gemeinsam zu machen. Dann wollen sie am Ende lieber endlich zocken, statt mit mir spazieren zu gehen oder was zu spielen. Neulich waren wir auf dem Spielplatz. Die Kinder standen erst mal eine ganze Weile nur rum. Als hätten sie vergessen, was man auf dem Spielplatz so tut. Ich schaue derweil ungläubig auf den Raps, der schon verblüht ist, auf die Getreidefelder, die schon kniehoch stehen und die Bäume, die schon nicht mehr frühlingshellgrün sind. Im nächsten Monat hat Sohn1 Geburtstag, nach Pfingsten wollten wir verreisen. Mein Gefühl steht noch auf März. Wie kann die Zeit einfach weiterlaufen, wenn das Leben still steht? Wie kann der Sommer trotzdem kommen, auch wenn alles, was den Sommer ausmacht, fehlt?

Tagebuchbloggen 05/20

Heute ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben. Hier sind immer noch alle Zuhause. Wie es aussieht wird es vor dem 15. Juni keine Schule und keinen Kindergarten für unsere Kinder geben. Ich bin auf jeden Fall noch diese Woche (hauptsächlich) im Home Office. Wie es danach weiter geht, steht noch nicht fest.

Mein Wecker klingelt um Viertel vor Sieben. Ich stehe um Viertel nach Sieben auf. Sohn2 ist wach, die anderen schlafen noch. Er spielt ein bisschen Animal Crossing.

Als erstes kümmere ich mich um die Spülmaschine. Dann staubsauge ich im Untergeschoss. Das ist mein Mittel gegen die Prokrastination. Einfach morgens eine Sache aufräumen, die einen sonst den ganzen Tag stören würde. Gestern habe ich eine Kommode abgeräumt, heute eben gestaubsaugt. Außerdem bringe ich den vollen Müll raus. Dann mache ich Frühstück. Es gibt Zimtschnecken von gestern. Dazu schneide ich Obst. Nebenher lese und beantworte ich am Handy die ersten E-Mails.

Gegen neun frühstücken wir. Anschließend geht es nach oben ins Zimmer der großen Söhne, wo sie lernen und ich arbeite. Sohn1 fängt mit Mathe an. Da wird heute ein neues Thema per Video eingeführt. Die letzten Male wurde das als Videokonferenz gemacht, aber heute war gleichzeitig eine andere Konferenz und so hat die Lehrerin ein Erklärvideo vorbereitet. Sohn2 drückt sich ein bisschen ums Anfangen, arbeitet dann aber gut und selbständig seine Wochenpläne ab. Gut, etwas bestochen habe ich ihn und er macht zwischendurch noch eine lange Pause. Irgendwann muss ich ein Arbeitsblatt für Sohn1 ausdrucken und kämpfe etwas mit dem Drucker. Mein Diensttelefon klingelt und ich höre es nicht. Sohn2 trägt es mir hinterher.

Sohn3 sitzt derweil mit der Switch und Minecraft auf dem Sofa. D. ist heute nicht fit und ruht noch. Ich schreibe mehrere E-Mails an verschiedene Leute. Eigentlich steht für heute auf dem Programm, dass ich meinen Vortrag, den ich Donnerstag halten muss, mal fertig mache. Dazu komme ich aber erst mal nicht. Ich mache einen Projektantrag fertig und reiche ihn ein. Da kam endlich das OK von oben.

Sohn1 hat sich um halb eins für einen Spaziergang mit einem Freund verabredet, den er seit Beginn der Schulschließung nicht mehr gesehen hat. Dafür darf er natürlich seine Aufgaben unterbrechen.

Um halb eins klingelt es. Der dpd-Lieferant bringt ein Paket mit unserer neuen Hecke. Unsere schöne Buchshecke vor dem Komposthaufen, ist letztes Jahr dem Buchsbaumzünsler zum Opfer gefallen. Jetzt haben wir Liguster bestellt. Ich habe auch langsam Hunger und verlege meinen Arbeitsplatz nach unten. Ich mache mir und Sohn3 Toast. Sohn2 hat aus Gründen NicNacs gevespert und Sohn1 isst mit seinem Freund in Eis. Sohn3 geht eine Runde in die Badewanne, Sohn2 duscht anschließend auch.

Sohn1 kommt zurück und arbeitet weiter. Ich auch. D. kümmert sich um die Heckenplanzen, Sohn2 und Sohn3 spielen erst zusammen Minecraft, dann streiten sie eine Weile und dann toben sie zusammen in unserem Schlafzimmer.

Um 16 Uhr ist Sohn1 zum Fortnite spielen verabredet. Ich räume den Wäscheständer im Wohnzimmer weg und rolle meine Turnmatte aus. Um 16:30 startet mein Bodyfit-Kurs über webex. Einmal fällt kurz das Bild aus, ansonsten klappt es gut. Und es ist anstrengend.

Anschließend springe ich kurz unter die Dusche und arbeite weiter. Außerdem scanne ich Sohn1s Matheaufgaben von letzter Woche und schicke es seiner Lehrerin.

Um 19 Uhr überrede ich Sohn3, der unentwegt auf dem Sofa turnt, mit mir raus zu gehen. Sohn2 will nicht mit. Er spielt mit seinen Kuscheltieren. Wir laufen zur Schule, um Sohn2s Aufgaben von letzter Woche einzuwerfen. Sohn3 isst unterwegs ein Eis. Auf dem Rückweg holen wir Döner, Pizza und Falafel zum Abendessen ab, die D. bestellt hat. Das hatten die Kinder sich gestern gewünscht. Anschließend spielen Sohn2 und Sohn3 noch eine Runde zusammen Minecraft und Sohn1 ergänzt einen Matheaufschrieb, damit ich das seiner Lehrerin schicken kann.

Anschließend gehen die Kinder ins Bett. D. und ich streiten jetzt, wer zuerst die Switch für Animal Crossing kriegt. Außerdem sollte ich noch einen Bericht lesen und die BNT-Arbeitsblätter ausdrucken, die Sohn1 morgen bearbeiten soll. Ich muss nämlich morgen zu einer Besprechung schon vormittags ins Büro.