Wochenendidylle

D. liegt auf dem einen Sofa und schläft. Ich liege mit dem Notebook auf dem anderen Sofa, lausche seinen Atemzügen und arbeite an meiner Diss. Draußen ist garstiges Wetter, drinnen ist es gemütlich. Mein Notebook macht leise Musik (im Moment gerade Lacrimosa). Ein kleiner Moment um zur Ruhe zu kommen, bevor gleich der Hobbit klingelt, um zu grillen und Fußball zu schauen.

Alaska

Nennt mich Alaska Girl. Endlich ist es wieder warm genug, dass die Läden flächendeckend mit Wassereis, Stangeneis, AlaskaBoy, Bussimix, 10-Pfennig-Eis, oder wie ihr auch immer es nennt, ausgestattet sind. Eine herrliche Zeit! Sogar bei der Arbeit ist das Gefrierfach damit vollgestopft. Ich muss immer mindesten zwei hintereinander essen. Aufbeißen, Plastik spucken, Hände abfrieren, Geschmack raussaugen, abbeißen, im Mund zerdrücken und am Ende die Flüssigkeit aus dem Beutel saugen ohne sich zu verschlucken. Die künstlichen Aromen genießen. Alles wie als Kind, obwohl ich zugeben muss, dass ich auf aufbeißen und Plastik spucken verzichte, wenn es geht. Wenn man dann mindestens zwei gegessen hat, macht sich, je nach Wetterlage, ein erfrischtes Gefühl oder ein leichtes Frösteln breit (aber dagegen gibt’s ja Decken, Pullis und Jacken). Wenn man ein Gefrierfach hat, was richtig kalt macht, dann sollte man auf jeden Fall immer die bessere Sorte als zweites essen, wenn es ein bisschen angetaut ist. Langsam einfrieren ist auch besser, weil sich dann größere Kristalle bilden, und die schmecken besser. Und sowieso muss man aufpassen: aus unserem -18°C-Gefrierfach raus habe ich mal sechs hintereinander gegessen. Dabei habe ich mir dann etwas den Gaumen verkühlt. Aber das war’s auf jeden Fall wert.

Abendgestaltung

Nachdem ich beschlossen habe, dass Fußball, nein die EM nicht meinen Tag bestimmen soll (bei der Bundesliga ist das unter Umständen was anderes), habe ich gestern zum Entsetzen meiner Hiwis mein ganz normales Donnerstagsprogramm durchgezogen, saß zum Anpfiff im Zug (der übrigens angenehm leer war) und war beim zweiten Spiel schwimmen. Na gut, ein bisschen anders war’s dann doch, weil ich das Ende des ersten Spiels noch angeschaut habe und mir dann den Weg durch die feiernden Kroaten (von denen es unglaublich viele in Karlsruhe gibt) bahnen musste. Ich durfte auch beobachten, wie ein aufgebrachter, angetrunkener junger Mann wütend die hupenden Kroaten beschimpfte. Ob der sich wohl einen Kopf beim Feiern gemacht hätte, ob er irgendjemandes Gefühle verletzt, wenn das Spiel anders augegangen wäre? Aber die Polizei war nicht weit. Die sind gleich mal durch die kroatisch beflaggten Straßen Streife gefahren. Besser so.
Völlig befreit von Fußball radelten wir dann durch strömenden Regen ins Freibad. Das war richtig toll. Das Schwimmbecken war beinahe leer. Anfangs regnete es uns noch auf die Köpfe, aber dann hörte das auf, die Sonne kam raus und bescherte uns minutenlang einen sensationellen Regenbogen. Unglaublich intensiv hat der geleuchtet und begleitete uns über mehrere Bahnen. Ein einmaliger Moment, in dem die Welt rundherum still zu stehen scheint. Nur wir, das Wasser und der Regenbogen. Wer braucht da schon Fußball.
Auf dem Heimweg sollte ich noch „Abendessen“ für D. besorgen. Burger wollte er haben und so begab ich mich einen einen der Fast-Food-Tempel. Unglaublich überfordert waren die da. Das Burgerregal beinahe leer, 4 Leute, die schon bestellt haben, aber noch auf ihre Burger warten (eine davon ich), standen an der Theke rum, und eine Burgerbelegerin belegte im Schneckentempo Burger. Ein junger Mann tat das einzig richtige und suchte seine Burger nicht nach der Karte aus, sondern nahm einfach die restlichen drei, die noch im Regal lagen. Gar nicht so dumm. Er meinte zu mir, nach vier Bier sei es ihm sowieso egal was er esse. Auch damit hatte er irgendwie recht. Wieder was gelernt fürs nächste Mal.

Spaß mit XP

Wer XP auf einem Notebook betreibt, sollte mal unbedingt die Tastenkombination „Strg Alt Pfeiltaste nach unten“ probieren. Ist mir neulich aus Versehen passiert. Da hab‘ ich vielleicht große Augen gemacht, vor allem, weil ich nicht mal wusste, welche Tastenkombination ich gedrückt hatte. Bis ich dann kopfrum gegoogelt und rausgefunden hatte, welche Tasten es waren und dass es genauso einfach wieder rückgängig zu machen ist, hat es ein paar Minuten gedauert, da die Navigation doch eher ungewohnt war.
Bestimmt auch nicht schlecht um Leute zu ärgern, die ihr Notebook alleine auf dem Schreibtisch stehen lassen…

Abpfeifen bitte!

Was war das nur für ein bitterer Tipp-Tag gestern. Ich hatte Tschechien – Portugal 1:2 getippt. Als ich in der 88. Minute aus dem Zimmer gegangen bin, war die Welt noch in Ordnung. Als ich zurückkam war das Spiel zu Ende und aus meinen drei Punkten einer geworden, in der Nachspielzeit. Und als wäre das noch nicht ärgerlich genug, hatte ich auch noch Schweiz – Türkei 1:1 getippt, wo dann wieder in der Nachspielzeit das 1:2 fiel und aus meinen drei Punkten null machte. Wie gemein! Da habe ich mal eben fünf Punkte in der Nachspielzeit verloren. Das ist ja wie beim KSC früher, als wir immer in den letzten Minuten noch verloren haben. Zu allem Überfluss wohnen wir auch noch in der Südstadt und durften uns die Party und das Gehupe der Türken anhören.

Wenn schon, dann Sportis!

Nachdem ich noch niemanden getroffen habe, der den EM-Song von Revolverheld mag, empfehle ich allen das hier. Das mochte ich zwar bei der WM auch nicht besonders, aber wenn schon Fussballsongs, dann wenigstens von den Sportfreunden Stiller. Und die Melodie ist ja schon bekannt. „Nananana“ kann man also getrost vergessen!

In etwas besserer Qualität könnt ihr’s auf der Sportfreunde-Homepage anschauen.

Aufgemerkt

Wenn ich so auf meine Schulzeit zurückblicke, dann gibt es ein paar Sachen, die wirklich in meinem Kopf hängengeblieben sind und da auch nicht mehr rauszulöschen sind. Eine wichtige Erkenntnis hatte ich in der dritten Klasse, als ich feststellte, dass mein Lehrerin der ersten und zweiten Klasse entweder dumm ist oder uns für dumm hält. Wir wollten wissen, wie es dazu kommt, dass es Jahreszeiten gibt. Sie erklärte uns bereitwillig, dass die Erde sich auf einer Ellipsenbahn um die Sonne bewegt und im Sommer näher an der Sonne ist und im Winter weiter weg. Das habe ich auch bereitwillig geglaubt. Warum sollte man mit sieben auch anzweifeln, was ein Erwachsener sagt. In der dritten Klasse habe ich dann in einem bebilderten Wissensbuch gelesen, wie es wirklich ist. Ich war schockiert, dass meine Lehrerin uns was falsches erzählt hatte. Das kann doch nicht sein, dass sie das nicht weiß, wenn ich’s schon in der dritten Klasse kapiert habe. Später habe ich dann noch gelernt, dass sie mit der Ellipsenbahn zwar recht hatte, die Exzentrität dieser Bahn aber sehr klein ist (das bedeutet es ist fast eine Kreisbahn) und wir uns sowieso im Winter näher an der Sonne befinden als im Sommer. Das war also das erste Mal, dass ich einsehen musste, dass Erwachsene auch nicht alles wissen.
Ein weiteres Beispiel für das Unwissen von Lehrern wurde uns in der zehnten Klasse vorgeführt. Unsere Biolehrerin stellte die Frage, warum wir denn Sauerstoff auf der Erde hätten. Ein findiger Kopf meldete sich und führte die Schwerkraft an. Verständnisloses Kopfschütteln von Seiten der Lehrerin. Dann meldete sich in der ersten Reihe (da saß ich zwar auch, wehre mich aber noch immer vehement dagegen mit den zwei anderen in einen Topf geworfen zu werden!) ein Mädel und antwortete „Wegen der Ozonschicht.“, was die Lehrerin dann als richtig abnickte. Hä? Was hat die Frau denn bitte für ein Weltbild? Wahrscheinlich das Gleiche, dass ich in der Grundschule hatte. Da ist so ne luftballonartige Hülle um unsere Erde (die Ozonschicht) und durch das Ozonloch (davon hat man Anfang der 90er noch viel geredet) entweicht langsam unsere Luft und deshalb ist das Ozonloch auch so schlimm. Naja, soweit ich mich erinnere, hat die gleiche Lehrerin auch mal behaupten Känguruhs würden Eier legen. Da war das Biostudium wohl total in den Sand gesetzt.
Neben der Erfahrung, dass Lehrer auch nicht alles wissen, gab es aber auch die Flut an klugen Merksprüchlein, die in meinen Kopf eingebrannt sind. Einer davon ist Feldspat, Quarz und Glimmer, die vergess‘ ich nimmer. Wer’s nicht weiß, der Spruch beschreibt Granit, und wer’s noch genauer wissen will, der Glimmer ist Biotit.
Nicht zu vergessen sind auch die ganzen Rechtschreibsprüche aus der Grundschule: Trenne nie das s vom t, denn das tut ihm schrecklich weh, Wer nämlich mit h schreibt ist dämlich. Auch im Englisch-Unterricht gab’s Eselsbrücken, He, she, it, das ’s‘ muss mit, fällt mir da spontan ein. Im Gitarrenunterricht half Eine alte dumme Gans heißt Eva beim Merken der Namen der einzelnen Saiten und im Musikunterricht Geh Du Alter Esel Hole Fische für den Quintenzirkel (keine Ahnung für was der gut ist, aber den Spruch kenn ich noch). In Erdkunde konnte man Nicht Ohne Seife Waschen für die Reihenfolge der Himmelsrichtungen in der Kompassrose gebrauchen oder dass die Stalaktiten in die Tiefe wachsen. In Mathe im Studium bei der Matrizenrechnung gab’s dann Zeile zuerst, Spalte später. Auch immer noch im Kopf habe ich die Paulus-Briefe, obwohl ich Religion nach der achten Klasse abgewählt habe: RoKoKo GalEphPhilKol ThessaThessaTimTimTi Phile2Pet3JoHeb JakobJudasJE. Wer weiß, vielleicht kann ich den ganzen Mist ja mal brauchen, um bei ner Fernsehquizshow viel Geld zu gewinnen.
Was aber nichts mehr nützt ist der Planetenmerkspruch: Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten für Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto, weil Pluto ja kein Planet mehr ist. Ich hab gelesen, dass „neun Planeten“ jetzt durch „Nachbarplaneten“ ersetzt wurde, aber das ist doch nix. Der Merkspruch ist in meinem Gehirn eingebrannt, der kann nicht geändert werden.

Programmiert

Das Programm fürs Fest steht. Sportfreunde Stiller wie erwartet am Freitag als Headliner. Ich bin da, hoffentlich mit vielen anderen Fans und ohne die breite Masse.
Ansonsten finde ich das Line-Up irgendwie seltsam. Naja, zu Fettes Brot könnte man ja noch gehen.

FRS #959

Nachdem das Stöckchen eine Weile gelegen hat, nachdem es bei Yjgalla Legende zu erraten gab, habe ich es jetzt an mich gerissen und mit etwas Verspätung geht’s los.

Tobias hat Benny & Joon erkannt, den es heute zu Ehren Johnny Depps 45. Geburtstag zu erraten gab. Wann, wie und wo es weitergeht erfahrt ihr in den Kommentaren.

Zugwochendene


Dieses Wochenende habe ich mal mit den Regionalbahnen die nähere Umgebung erkundet. Am Samstag durfte ich der Trauung eines Kollegen in LB beiwohnen. Heute dann, nahm ich die S3 nach Bad Schönborn. Da war nämlich Triathlon. Ich war allerdings nur zum Zuschauen da und hab mir auch nur das Laufen angeschaut, da es mir, aufgrund einer Geburtstagsparty am Vorabend, unmöglich war, mich vor elf aus dem Bett zu quälen. Und eigentlich hat mich auch nur das schlechte Gewissen hingetrieben, weil ich einem Freund vor Wochen mal versprochen hatte, ihm beim Leiden zuzuschauen. Es gab drei unterschiedliche Streckenlängen, für den unsportlichen Zuschauer selbstverstänlich alle zu lang. Ich hatte das alles so geplant, dass ich, laut Zeitplan, genau pünktlich zum Wechsel vom Radfahren zum Laufen der längsten Distanz da sein sollte. Letzendlich hat das auch geklappt, nur anfangs war ich etwas irritiert von den ganzen Läufern, die bereits auf der Strecke waren, so dass ich nicht sicher war, ob ich zu spät sei. Aber dann kam der erste der längsten Distanz von der Radstrecke. Mein Triathlet, also der, wegen dem ich da war, kam schon als neunter vom Radfahren. Ich hatte erst Sorge, dass ich ihn vielleicht gar nicht erkenne im Triathlon-Trikot und mit Helm, aber schon von Weitem konnte ich ihn identifizieren. Nachdem er mich in der Wechselhektik gar nicht gesehen hatte, habe ich mich gleich mal günstig an der Laufstrecke platziert und ihm, als er vorbeikam zugewunken. Mehr als ein gequältes Lächeln habe ich nicht bekommen. Die Laufrunde, die insgesamt drei mal durchlaufen werden musste, kreuzte meine Position zweimal. Als er zum zweiten Mal in Runde eins vorbeikam, sah er noch weniger fit aus. Das fiel sogar den Leuten, die neben mir standen, auf. Das packt er schon, der kann doch beißen, dachte ich. Und das konnte er wirklich. Als es schließlich auf die letzte Runde ging, konnte er sogar grinsend meine Hand abklatschen. Wievielter er geworden ist, weiß ich nicht, weil die Ergebnisse noch nicht raus waren, als ich gegangen bin. Aber für die ersten zwanzig sollte’s schon gereicht haben.
Jedenfalls ist mir klar geworden, dass die Triathleten schon ein seltsames Völkchen sind. Wie groß muss denn der Endorphinrausch sein, dass man sich tatsächlich 5 1/2 Stunden quält (mal ganz abgesehen von den unzähligen Trainingsstunden)? Das Laufen war nämlich bestimmt eine Qual bei dem überraschend schönen Wetter. Und dass dann noch mit 110 km Radfahren und 2500 m Schwimmen in den Beinen. Nach dem Zieleinlauf hatte ich noch Gelegenheit mit meinem Triathleten zu reden. Das Laufen war wohl nicht ganz so gut. Grinsend (muss wohl der Endorphinrausch gewesen sein) teilte er mir mit, dass er gar nicht seine Schuhe ausziehen wolle. Mein verständnisloses ‚warum?‘ beantwortete er mit einer kleinen Drehung seines rechten Fußes und präsentierte mir damit einen bereits an der Außenseite des Laufschuhs sichtbaren Blutfleck. Was soll man dazu sagen. Eben ein seltsames Völkchen diese Triathleten.
Insgesamt war’s aber sehr interessant und deutlich spassiger zum Zuschauen, als ich erwartet hatte. Beeindruckt war ich von manchen Männern, die ein doch ein recht ansehnliches Bäuchlein mit über die L-Distanz geschleppt haben. Auch nicht schlecht war ein junger Mann, dessen Laufanzug so eine unvorteilhafte Farbe hatte (apricot?), dass er vom Schweiß fast durchsichtig war und dem Zuschauer wirklich nichts verborgen blieb. Glücklicherweise konnte man die Startnummern ja auch als Lendenschurz verwenden. Aber auch ein optisches Highlight sind gelbe Trikots, vom Schweiß durchnässt, über dunklen Brusthaaren getragen. Das Beste ist aber eigentlich, dass man das ganze mit einer verständnislosen Faszination beobachtet und sich immer wieder wundert, wieviele Menschen diesen Wahnsinn mitmachen. Ich denke, ich bin auf jeden Fall mal wieder dabei, als Zuschauer selbstverständlich. Vielleicht schaffe ich’s dann auch mal zum Schwimmen und Radfahren.