Alleine ist öde


Viele Männer stellen sich die Frage, warum Frauen in Kneipen, in Discos oder auf Parties immer mindestens zu zweit auf dem Klo verschwinden. Dafür gibt’s, neben vielen anderen, einen Grund. Man muss nämlich fast immer warten auf dem Frauenklo. Das ist alleine ziemlich öde. Manchmal kommt man sich auch sehr seltsam vor, wenn man alleine zwischen den Mädchenpärchen steht. Das sieht dann so aus, als hätte man keine Freundinnen und müsste deshalb alleine aufs Klo.
Warum Männer niemanden mitnehmen müssen, zeigt das Bild. Die haben nämlich Entertainment auf dem Klo. Die dürfen versuchen mit ihrem Urinstrahl den Ball ins Tor zu lenken! Bei den Frauen gibt’s dagegen nur bepinkelte Klobrillen, weil keine Frau sich auf die bepinkelte Brille setzen will und deshalb ab einem gewissen Alkoholpegel die Brille bepinkelt (ein Teufelskreis!)
Wer und wie die Fußballtore putzt, will ich mir gar nicht vorstellen. Allerdings will ich auch solches Enterainment auf dem Frauenklo. Ich habe schon von Frauen gehört, die begeistert waren, dass sich das blaue Wasser in der Schüssel grün verfärbt. Farbmischung kannte ich aber schon in der Grundschule. Da braucht es schon mehr um mich vom Hocker zu reißen.

Verdrängung

Wie bin ich eigentlich auf die Idee gekommen mir das letzte Spiel der Saison in der Kneipe anzuschauen und das auch noch ohne rosarote Brille? Nach dem 3:0 wurde im Titanic auf die Konferenz umgeschaltet. So mussten wir das Elend nicht in voller Länge ertragen. Die größten Emotionen gab’s übrigens beim Ausgleich in Stuttgart. Schade, dass die nicht noch verloren haben. Naja, jetzt ist es rum, die nächste Saison wird bestimmt hart und ich hätte nicht übel Lust das Zweitligadrama morgen in der Kneipe zu verfolgen. Man darf’s ja kaum laut sagen, aber ich hoffe ja dass Lautern drin bleibt, schon allein wegen des Pfälzers, der mich zwar seit Wochen beim Laufen im Stich lässt, aber immer wieder gute Ausreden dafür liefert. So, hiermit ist es niedergeschrieben, jetzt wird die Niederlage schnell verdrängt… Welche Niederlage eigentlich…

Fremdgeschämt

Der Zufall wollte, dass ich in letzter Zeit ein paar mal über Fan-Fiction gestolpert bin. Im Bezug auf StarWars kannte ich das schon, allerdings hatte ich noch nie was gelesen, was sich auf reale Personen bezieht. Über was ich nun berichten will, sind Geschichten, die es da über Fußballer zu lesen gibt. Praktisch über jeden Nationalspieler und über jeden Spieler, der gut aussieht, werden Geschichten erfunden. Diese sind größtenteils haarsträubend. Ich habe ein paar gelesen mit einer Mischung aus angewiderter Faszination und Fremdschämens. Ich kann nicht aufhören zu lesen, bevor die Geschichte vorbei ist, möchte aber am liebsten schreien und den Kopf schütteln angesichts dieser hanebüchenen Ergüsse irgendwelcher prä-, post- oder einfach nur pubertierender Mädels. Dass es nicht nur mir dabei so geht, zeigte die Reaktion von D., als ich ihm gestern eine der Geschichten (sogar komplett ohne homosexuellen Inhalt) kurz zusammenfasste. Nach ein paar Minuten hat er geschrien, sich die Ohren zugehalten und mich gebeten still zu sein. Dabei war die Geschichte wirklich harmlos und ging nur um ein paar Mädels, die mit ihren Lieblingsspielern zusammenkommen und drumherum ein bisschen romantisches Hin und Her, von der Qualität eines Bravo-Liebesromans. Da hab ich da schon ganz andere Geschichten gelesen, über geprügelte Spieler und über Liebesbeziehungen zwischen Spielern in diversesten Kombinationen. Ihr könnt’s Euch ja mal antun.
Mal im Ernst: ich finde irgendwie, das geht zu weit. Für jeden Mist wird man abgemahnt, aber man darf solche Geschichten erfinden und online stellen und der Hinweis darauf, dass alles frei erfunden ist und man kein Geld damit verdient, reicht aus, dass einem niemand was kann? Ich glaube ich würde, wäre ich eine Person des öffentlichen Lebens, es nicht lustig finden, solche Geschichten über mich zu lesen. Irgendwie bleibt da doch was hängen.
Klar, beinahe jedes junge Mädchen schwärmt mal für irgendeinen Promi. Auch ich kann mich an ein paar schöne Wochen erinnern, wo meine Freundin und ich uns die Nachmittage damit vertrieben, uns von unseren fiktiven Beziehungen mit einem langhaarigen Musiker und einem langhaarigen Fernsehmoderator zu berichten. Aber irgendwie war die reale Welt dann doch bald wieder interessanter. Und der großen weiten Welt hätten wir unsere Teenie-Gedanken ja schon mal gar nicht mitgeteilt. Irgendwo gibt’s doch Grenzen, oder nicht?

Strom kommt aus der Steckdose

Das glaubt zumindest die Mehrheit der Deutschen. Gestern abend im Fernsehen war’s wieder zu beobachten. Da kämpft ein Ehepaar gegen die Biogasanlage ihres Nachbarn. Zu laut sei sie und sie stinke. Die zuständigen Behörden haben weder an Geruch noch an Lärm oder Mindestentfernung etwas auszusetzen. Insgesamt hat man irgendwie den Eindruck der Nachbar sei ein bisschen hysterisch und sensibilisiert auf das kleinste bisschen Lärm und Geruch. Und so ist es immer wieder das Gleiche. Niemand will eine Windenergieanlage bei sich stehen haben, weil die laut sind, hässlich aussehen und Schatten werfen. Ein Atomkraftwerk will man ja schon gar nicht haben in der Umgebung. Die gehen nämlich ständig kaputt und verstrahlen alles. Und den Müll vom AKW, der soll am besten ins Weltall geschossen werden, dass man nie wieder drüber nachdenken muss. Die Wasserkraft ist auch keine Lösung. Damit werden nämlich Kanufahrern und Wanderern ihre idyllischen Flüsschen genommen und Fische sterben in den Turbinen. Kohlekraftwerke machen so viel Dreck und CO2 und das ist ja wieder nicht gut wegen des Klimawandels. Achja, die Photovoltaik gibt’s ja auch noch. Aber Solarzellen sind ja so teuer und noch dazu nicht umweltfreundlich produziert.
Tja, liebe Leute, einen Tod muss man sterben. Der große doppeltürige Kühlschrank, der PC mit 21″-TFT, der LCD-Fernseher, das Rundum-Sound-Equipment und alles was das Leben sonst noch angenehm macht, braucht eben Strom. Den gibt’s zwar aus der Steckdose, aber da muss er auch irgendwie rein kommen. Vielleicht sollte man da mal drüber nachdenken, bevor man erstmal gegen alles protestiert.

Fertig werden

Ach, das kommt mir so bekannt vor…

(youtubeready)

Hummeln im Hintern

Draußen ist Sommer, ich höre grade auf voller Lautstärke (also alles was mein Notebook hergibt) Placebo, ich will Schwimmbad, 10-Pfennig-Eis, mein Buch zu Ende lesen, Freunde treffen, grillen. Und da soll man ruhig am Schreibtisch sitzen?

Kopfball

Keine Sorge, bald ist Schluss mit Bundesliga. Aber das hier hat mich doch erheitert letzten Samstag. Tja, das wäre der Klassenerhalt gewesen.

Grrrr!

Diese Scheißschönwetterradler! Letzten Winter wurden die Fahrradständer am Bahnhof erneuert, was eigentlich ganz nett ist, weil die neuen besser sind. Nur gibt es jetzt weniger Stellplätze, was jetzt bei dem schönen Wetter dazu führt, dass es schon morgens um sieben fast unmöglich ist, einen Parkplatz zu finden. Mann, ihr blöden Schönwetterradler, bleibt doch mit Euren Rädern zuhause oder parkt sie in der kostenpflichtigen Fahrradstation und lasst die kostenlosen Parkplätze übrig für die richtigen Radler, die sich auch von Wind, Wetter und Schnee nicht abschrecken lassen. Verneigt Eucht vor uns und schiebt Eure Räder weg. Damit wäre mir sehr geholfen!

Männerfreundschaft

Was passiert wenn ich am Pfingstmontag zum Sonnenuntergang noch eine Runde laufen gehe? Ich muss doch noch in Worte fassen, was ich gestern und heute erleben durfte. Neben viel Bier gab’s nämlich eine sehr beeindruckende Freundschaft zu sehen. Vier Jungs (oder sagt man in unserem Alter lieber Männer?), die mal viel Zeit miteinander verbracht haben und inzwischen räumlich getrennt sind, treffen sich um den Geburtstag eines der Vieren zu feiern. Scherze und Sticheleien gibt’s da genug, aber davon abgesehen sprechen die vier mit einem Respekt übereinander, den man nur demjenigen entgegen bringen kann, dessen Macken man bis ins kleinste Detail kennt und ihn trotzdem liebt. Schön zu erleben war, wie sich um die Vier eine angenehme Atmosphäre von Zuhause-sein entwickelt, die einen auch als Außenstehenden mitreißt. Das ist es, was Freundschaft ausmacht. Die Zeit steht still auch wenn sie vergeht, damals ist jetzt und manche Dinge ändern sich nie.
War schön mit Euch, Jungs. Haltet fest, was ihr habt, gute Freunde wachsen nicht auf Bäumen.

Pfingsten

Was ein Wochenende. Große Pläne hatte ich bezüglich meiner Dissertation, aber irgendwie fehlt mir im Moment das Werkzeug. Versteht ihr? Ich weiß wo die Baustellen sind, finde aber keinen Hebel um anzusetzen. Das soll einfach heißen, die Worte wollen nicht fließen. Und zwingen kann ich’s gerade auch nicht, obwohl mir schon wieder ein Termin im Nacken sitzt. Am Samstag erfuhr ich auch noch, dass mein Flug umsonst gebucht ist, die Hochzeit fällt aus. Da kamen zwei Caipirinha am Samstag und genug Bier gestern abend gerade recht. Gestern, da war ich zum Geburtstag feiern in Stuttgart. Das war lustig. Leute kennenlernen, die man schon gelesen hat, Biersorten austesten, DIE Bar kennenlernen, in der isnochys immer rumhängt, wichtige Themen wie Mädchenporno diskutieren, neue Getränke ausprobieren und am Ende im Zimmer eines unbekannten und nicht anwesenden Mitbewohners schlafen. Das war nun wirklich seltsam. Erstens habe ich geträumt, er wäre nachts nach Hause gekommen, mit samt Frau, und hat sich einfach dazu gelegt. Und zweitens ist es sehr seltsam, wenn man versucht aus der Zimmereinrichtung zu erkennen, was für ein Mensch dort wohnt. Ein Mensch ohne Bücher und ohne Fernseher, der seine Klamotten in einem Metallregal mit Jalousien lagert und auf einem selbstgebauten Bett schläft. Und damit ist auch schon fast die komplette Einrichtung beschrieben. Triathlon macht der Mensch. Da bleibt wohl nicht viel Raum für andere Freizeitbeschägtigung.
Nun bin ich wieder zuhause, genieße die letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon und versuche mal wieder was wissenschaftliches aufs Papier zu bringen. Allerdings habe ich dummerweise genau das Paper im Büro liegen lassen, dass ich dringends bräuchte. Ist ja nicht so, dass ich heute in Stuttgart war und es hätte holen können… Naja, sind wir ehrlich: hätte ich’s geholt, hätte ich jetzt ne andere Ausrede.