Fernsehjunkies

Ich hab mal wieder Fernsehen geschaut gestern abend und durfte Erschreckendes bei Stern TV sehen. Vor über 30 Jahren hat das ZDF wohl mal einen Test gemacht und Menschen für 4 Wochen ihre Fernseher weggenommen. Das Experiment hat Stern TV jetzt verschärft wiederholt. Für (allerdings nur) 48 Stunden sollte eine Familie sämtliche Fernseher, Computer und Spielekonsolen abgeben. Erschreckenderweise fanden die es sehr schwer und wussten kaum was mit sich anzufangen. Auch im Publikum hatten vorher einige Leute auf Nachfrage angegeben, dass sie sich ein Leben ohne Fernseher nur schwer oder gar nicht vorstellen könnten. Und ich dachte, ich bin ein Junkie. Erstaunlicherweise habe ich aber schon mal über Monate ohne Fernseher gelebt und fand es nicht weiter schlimm. Auch im Urlaub kann ich problemlos für Wochen ohne Fernseher auskommen. Wie machen denn andere Leute Urlaub? Für 10 spanische Programme mach ich die Kiste nicht an, weil ich das eh nicht verstehe. Ist dann bei denen deutsches Fernsehen ein Auswahlkriterium? OK, den Computer und Internet abgeben fände ich schon schlimmer. Aber nicht weil ich den zum Spielen verwende, sondern weil der bei uns quasi Telefon, Tageszeitung und Nachrichten ersetzt. Das finde ich nicht vergleichbar mit einem Fernseher. Nun gut, jedenfalls wurde die Familie bei ihrem verzweifelten Versuch sich miteinander zu beschäftigen von der Kamera begleitet. Die Gesellschaftsspiele lagen seit Jahren eingestaubt in einer Kiste und sie haben sich dann auch erstmal ein neues gekauft (was jetzt vermutlich die nächsten 5 Jahre irgendwo einstaubt). Bücher gibt es keine in diesem Haushalt. Das einzige Buch, dass der Familienvater in den letzten Jahren gelesen hatte, war die Bushido Biographie. Dafür hat aber jedes der Kinder schon einen Fernseher im Zimmer. Sonst gäbe es ja Mord und Totschlag, weil die eine Barbie sehen will und der andere was anderes. Da fiel mir nur die „Schau hin„-Kampagne ein. Barbie gehört wohl eher nicht zu den pädagogisch wertvollen Sendungen. Tja, aber das müssen sie selbst wissen. Am Ende des Wochenendes kamen dann endlich die Fernseher zurück. Erleichtert war die Familie, weil sie sich endlich nicht mehr mit sich selbst beschäftigen musste. Zum Abschluss hat dann das jüngste Kind den Fernseher wieder angeschaltet. Noch Windeln an, aber die Fernbedienung schon bedienen können. Na bravo.

Das Beste fürs Kind

Heutzutage versucht man ja immer das Beste zu tun für das ungeborene Baby. Ist ja grundsätzlich auch nicht verkehrt. Und so habe ich mich gestern mit dem Thema Nabelschnurblut beschäftigt. Überall liest man davon, was man seinem Kind Gutes tun kann, wenn man Nabelschnurblut einlagern lässt. Was genau man damit dann machen kann, ist mir aber nicht klar geworden. Man kann böse Krankheiten mit den darin enthaltenen Stammzellen heilen. Und vielleicht ist ja die Forschung in 15 Jahren soweit, dass aus den Stammzellen auch neue Organe wachsen können. Wer weiß, vielleicht braucht das Ungeborene das ja mal. Deshalb soll man also das Nabelschnurblut einlagern. Entweder kann man das Blut für alle und die Forschung spenden, was nichts  kostet, oder man kann es nur für sich selbst einlagern lassen, was zwischen 1500 und 3000 Euro kostet. Stutzig gemacht hat mich dann gestern meine Recherche im Internet. Man hat nämlich nicht das Gefühl, dass man tatsächlich irgendwo objektive Informationen findet. Die meisten der Seiten, die in unterschiedlichster Aufmachung, von privater Homepage bis seriöser Informationsseite, daherkommen, verlinken ziemlich schnell auf eine Nabelschnurblutbank. Und zwar fast immer auf die gleiche, die wohl im Moment auch die größte ist. Das kam mir doch sehr seltsam vor. Schließlich erwartet man von einer seriösen Infoseite doch, dass alle Anbieter verlinkt werden und dass auch genügend Informationen über das kostenlose Spenden des Nabelschnurblutes gegeben werden. Das kostenlose Spenden wird allerdings nur schlecht geredet. Man bekomme sein Blut nicht zurück, wenn das Kind es braucht und sowieso würden nur 30 % der Spenden eingelagert. Das liegt eben daran, dass niemand tausende Euro für die Einlagerung bezahlt, sondern die Blutspendedienste nur gemäß ihren Kapazitäten einlagern können. Die geben einem, wenn sie können und man es braucht, auch gerne das Blut des eigenen Kindes wieder (hab ich irgendwo gelesen, weiß aber nicht, ob das technisch überhaupt möglich ist). Es besteht eben nur keine Garantie, dass man es wieder bekommt. Die hat man bei den kostenpflichtigen Anbietern. Aber ist es das tatsächlich wert? Ob man tatsächlich in 20 Jahren schon Organe wachsen lassen kann, steht in den Sternen. Vor allem, wenn jeder seine Stammzellen für sich behält und keine für die Forschung spendet. Um Leukämie zu heilen sind die eigenen Stammzellen sowieso nicht so gut, da die Mediziner davon ausgehen, dass auch die Stammzellen die Krebsinformation schon tragen. Klar, das weiß man auch alles nicht so genau. Allerdings weiß man auch nicht genau, ob man in 20 Jahren mit den eingefrorenen Stammzellen noch was anfangen kann oder ob das alles nur ein teures Eis war.

Tja, im Endeffekt stellt sich für uns die Frage nicht, da wir keine 2000 Euro fürs Bluteinlagern übrig haben und man in Karlsruhe nicht spenden kann. Aber die Informationen dazu im Internet haben mich wirklich erschreckt. Auf der einen Seite die  Nabelschnurblutbanken, die alles in den Himmel loben und machen, dass man sich schlecht fühlt, wenn man nicht alles für sein Kind geben will und auf der anderen Seite die Krankenkassen, die erzählen, dass man bisher noch zuwenig weiß und das deshalb selbst bezahlt werden muss. Dazwischen gibt es dann ein paar Artikel aus dem Stern oder der Zeit. Die haben aber leider auch so wenig Ahnung, dass man das Gefühl hat, sie haben sich eine Seite ausgesucht und wiederholen deren Argumente. Ich werde auf jeden Fall mal meine Ärztin fragen. Die macht normalerweise einen ganz vernünftigen Eindruck. Allerdings kann man sich auf die Empfehlung auch nicht unbedingt verlassen. Die kommerziellen Nabelschnurblutbanken bezahlen nämlich Provisionen an Frauenärzte, die das Einlagern mit Erfolg an ihre Patientinnen empfehlen.

Gewonnen

Mein Schwesterchen hat ja sowas soziales studiert, wo arme Studenten immer wieder Leute überreden müssen, für sie irgendwelche Studien auszufüllen. Und weil ich mir vorstellen kann, dass das ganz schön nervig ist, fülle ich immer brav alle Umfragen ihrer Ex-Kommilitonen aus, die sie mir weiterleitet. Tja, und jetzt habe ich bei so einer Umfrage einen iPod gewonnen. Ich kann’s selbst kaum glauben und warte jetzt gespannt auf das Päckchen.

Eichhörnchen-Chips

Ich war heute im englischen Laden in Stuttgart. Ich geh da ganz gerne hin um Walkers Chips und Cadbury’s Schokoriegel zu kaufen. Kein deutscher Chipshersteller bekommt die Cheese & Onion Chips auch nur annähernd so gut hin, wie die Walkers-Leute. Leider waren die Cheese & Onion gerade aus und so habe ich mich an die Limited Editions gewagt, die da im Regal standen. Fish & Chips und Ente finde ich ja noch ganz normal. Sehr seltsam dagegen sind die Chips mit Eichhörchengeschmack. Keine Ahnung, wie die schmecken. So richtig traue ich mich nicht, die Tüte mit dem süßen Comic-Eichhörnchen aufzureißen. Immerhin steht drauf „Thankfully, no squirrels were harmed in the making of this crisps!“. Wollen wir’s hoffen.

Weg gewesen

Ich war mal wieder ein bisschen unterwegs. Am Wochenende ging’s nach Frankreich zum Singen. Dabei habe ich gelernt, dass nicht alle Menschen das gleiche Empfinden für Rücksichtnahme haben, wie ich. Und die „ich bin wach, dann können alle anderen auch aufstehen“-Einstellung scheint doch sehr verbreitet zu sein. Sich in einem 8-Bett-Zimmer morgens laut zu unterhalten, gehört nicht zu meinen Vorstellungen von Rücksicht. Klar müssen alle ungefähr gleichzeitig aufstehen, aber jeder weiß, dass morgens jede Minute zählt. Naja, was soll’s. Außerdem habe ich gelernt, dass es auch mit erst mittelgroßem Bauch schon anstrengend ist den ganzen Tag und die halbe Nacht zu sitzen. Wie soll das noch werden.

Am Dienstag habe ich meinen Mentor getroffen. Ich bin auf irgendeinem Wege in ein Programm zur Frauenförderung gerutscht und habe jetzt einen Mentor. Was das alles bringt, wird wohl erst die Zeit zeigen. Immerhin darf ich im Rahmen des Programms auch an spottbilligen Workshops teilnehmen. Da war ich heute. Es ging passenderweise um Kind und Karriere.  Erstaunlich fand ich, dass der Großteil der Teilnehmerinnen auf die Frage, was bisher die größte Leistung in ihrem Leben ist, ihre Beziehung nannten. Vielleicht bin ich da anders, aber sowas würde ich nicht als eigene Leistung bezeichnen. Sowas hat ja auch viel mit Glück zu tun, oder nicht? Nach dem Workshop weiß ich zwar immer noch nicht, wie man Kind und Karriere unter einen Hut bringt, aber ich habe zumindest einige Leute kennengelernt, die das auch probieren.

Morgen darf ich dann nach München. Passenderweise streikt die Bahn in München morgen und die hervorragende Bahn-Hotline, die laut Homepage schon jetzt rund um die Uhr geschaltet ist, liest mir exakt den Text der Homepage vor. Tja, immerhin kostet der Anruf nichts. Komischerweise bin ich beim ersten Versuch, trotz korrekt gewählter Nummer, in irgendeiner Zahnarztpraxis angekommen. Jetzt weiß ich immernoch nicht, ob mein Zug morgen fährt, aber ich hoffe ich komme irgendwie hin und zurück.

Apollo (live on your TV)

Apoptygma Berzerk bringen am Freitag ihr neues Album raus. Da musste ich mir doch gleich mal ihren neuen Song Apollo (Live on your TV) anhören.

(youtubeApollo)

Naja, was soll ich sagen. Haut mich aufs erste Hören nicht um. Die letzte CD war ja schon ziemlich poppig und Apollo hört sich nicht an, als würde das neue Album in eine andere Richtung gehen.
Weit entfernt von früher.

(youtubeLoveneverdies)

Flauschige, rosa Welt?

Die meiste Werbung, die in Deutschland im Fernsehen läuft finde ich schlecht. Besonders schlecht fand ich in letzter Zeit alle Spots der Firma mit dem rosa T. Erst werben sie mit einem durchschnittlichen schielenden Opernsänger und die Leute flippen aus und jetzt versuchen sie mit einer nett singenden Dame zu suggerieren, es wäre alles in Ordnung, solange man telefonieren kann. Schon vor Weihnachten hat die mich genervt mit ihrem „peaceful christmas, peaceful world“, das jetzt nach Weihnachten einfach in „peaceful winter, peaceful world“ geändert wurde. Da würde ich doch mal gerne wissen in welcher friedlichen rosa Welt die Leute leben, die die Werbung gemacht haben. Ich find das, was in Gaza mal wieder abgeht keineswegs „peaceful“, ganz abgesehen von der langen Liste andauernder Kriege und Konflikte. Da krieg ich das Kotzen, wenn ich die Werbung sehe. Wenn ich mein Leben nicht schon ohne rosa T gestaltet hätte, wäre jetzt der Punkt gekommen, wo ich alles kündige.

Vertragen

Nachdem ich es geschafft habe sämtliche zuständigen Personen davon zu überzeugen, dass ich nicht nur während der Elternzeit, sondern auch im Mutterschutz, dank des Gesetzes über den Ausgleich der Arbeitgeberaufwendungen für Entgeldfortzahlungen, nichts koste, habe ich heute endlich die Zusage bekommen, dass mein zum Ende nächsten Monat auslaufender Vertrag bis 30.04.2010 verlängert wird. Endlich eine Sorge weniger.

Dinge, die ich nie wissen wollte

Ich wollte hier ja nicht zuviel Schwangerencontent haben, aber ich muss einfach noch mehr loswerden. Es gibt nämlich so viele Dinge, die mit einer Schwangerschaft zusammen hängen, über die ich mir nie Gedanken machen wollte und es jetzt plötzlich muss. Mein Kollege meinte neulich ich hätte das noch nicht so richtig realisiert, dass ich schwanger bin. Der hat mir jetzt ein Babybuch geschenkt, was er und seine Frau sehr gut fanden. Also mir wird da teilweise beim Lesen schon ganz anders. Checklisten für die Entbindung sind da abgedruckt, weil man sich am besten alles vorher überlegen soll. Aber mal ernsthaft, woher soll ich denn wissen, auf welchem der seltsam aussehenden Folterinstrumente, die sich Geburtsmöbel nennen, ich entbinden will. Was weiß denn ich, was mir da angenehm ist. Schließlich hab ich noch kein Kind bekommen. Ich glaube auch gedämpftes Licht und selbstgebrannte CDs kann man sich getrost sparen. Ist einem dann doch eh alles egal. Detaillierte Beschreibungen über Dammschnitte finde ich auch eher abschreckend. Wenn die was schneiden müssen, ist mir Winkel und Richtung doch herzlich egal. Die werden schon wissen was sie tun und zu sehen bekomme ich die Narbe sowieso nie. Eigentlich dachte ich, dass mit dem Kinderkriegen sei schon seit Jahrtausenden erprobt und funktioniert eigentlich ganz gut. Wenn man anfängt solche Schwangerschaftsbücher zu lesen, dann glaubt man irgendwann so eine Geburt sei mindestens so kompliziert und risikoreich wie eine OP am offenen Herzen. Ich dachte die sollen helfen, die Bücher.

Reichtum ade

Manchmal hat man ganz tolle Ideen und alle anderen finden sie doof. Und dann, ein halbes Jahr später, kann man sowas plötzlich kaufen. Ich hab z.B. vor einiger Zeit mal gemeint, man sollte doch Kopfhörer bauen, die die Knochenschallleitung nutzen. Damit schont man seine Ohren und die sollten dann auch nicht so laut in der Umgebung zu hören sein, wie die derzeitigen Kopfhörer. „Das ist quatsch!“ und „Das geht nicht!“ hab ich zu hören bekommen. Komischerweise haben andere Leute das jetzt hinbekommen. Man, was könnte ich schon reich sein…