Halbzeit

Irgendwie bin ich nicht wirklich eine Vollblutschwangere. Inzwischen ist zwar Halbzeit, aber bei uns zu Hause sieht noch nichts nach Baby aus. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich viel zu tun habe und deshalb wenig Zeit zum schwanger sein. Außerdem wurden wir von der Schwangerschaft überrascht. Wir haben nicht bereits (wie ja viele andere Paare) seit Jahren versucht ein Kind zu bekommen und deshalb auch schon jahrelang gedanklich ein Kinderzimmer eingerichtet. Ich weiß nicht, wann das mit dem Nestbautrieb anfängt, aber im Moment habe ich noch kein Bedürfnis in Babyläden rumzulaufen und Einrichtung zu kaufen. Da frag ich mich eher, warum ein anständiger Kinderwagen über 300 Euro kostet. Und für einen Fahrradanhänger kann man schnell nochmal das Doppelte ausgeben.
Gestern habe ich ein Babybuch geschenkt bekommen, was auch die Schwangerschaft mit einschließt. Schon auf den ersten paar Seiten habe ich erfahren, welche Untersuchungen, die man zusätzlich zu den Kassenleistungen durchführen lassen kann, ich schon alle versäumt habe. Letztendlich kommen dabei auch nur Wahrscheinlichkeiten raus. Wenn ich dann weiß, dass mein Kind mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu 300.000 behindert ist, kann ich immernoch das eine kriegen. Ich bin ja schließlich auch eine von 6 Frauen, die trotz korrekter Anwendung eines Persona Verhütungscomputers schwanger geworden ist.
Ich creme auch meinen Bauch nicht regelmäßig ein und mache keine seltsamen Zupfmassagen (ich weiß nicht mal wie das geht). Da hab‘ ich nämlich abends vorm Schlafengehen keine Lust dazu. Und kalt abduschen, da kriegt mich jetzt im Winter niemand dazu. Es kriegen sowieso zwei Drittel der Frauen Schwangerschaftsstreifen, völlig egal ob die vorher gezupft und gecremt haben. Vielleicht kommt das ja auch noch, dass ich jeden Tag gerne Stunden damit verbringe mich mit meinem Bauch zu beschäftigen. Im Moment liegen meine Prioritäten noch anders.
Wir waren auch noch in keiner Klinik den Kreißsaal besichtigen, haben noch mit keiner Hebamme gesprochen und für den Geburtsvorbereitungskurs habe ich mich auch noch nicht angemeldet. Wann soll ich das auch noch alles machen wo ich doch schon permanent zu den Vorsorgeuntersuchungen muss? Erstmal muss man ja einen Geburtsvorbereitungskurs finden, der nicht schon um 17 Uhr stattfindet. Dass Schwangere auch noch arbeiten gehen, scheint eher ein Kuriosum zu sein. Da weiß ich auch nicht, wann ich mit diversen Hebammen Tee trinken soll um rauszufinden, ob ich die nett finde. Erst neulich hat mir ein frischgebackener Vater erklärt, wie wichtig das wäre. Die Kreißsaalbesichtigungen liegen in unserem favorisierten Krankenhaus leider Dienstags abends, wo ich Chorprobe habe. Das alles in meinen normalen Tagesablauf irgendwo einzubauen finde ich stressig. Und Stress soll ich ja vermeiden, deshalb habe ich beschlossen mich nicht verrückt machen zu lassen. Ich mach einfach eins nach dem anderen und zwar ohne Stress.

Cocktails satt

In den letzten Monaten ist mir klar geworden, warum die Leute, die auf Parties nie Alkohol trinken, grundsätzlich auf Parties auch eine geringere Menge Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn man nämlich auf dem Weihnachtsmarkt steht und gerade zwei Kinderpunsch getrunken hat, dann möchte man nicht unbedingt noch nen dritten. Schmeckt zwar gut, aber dann ist ja gleich der ganze Bauch voll Fruchtsaftmischung. Mit Glühwein ist mir das allerdings noch nie schwer gefallen noch einen dritten oder vierten zu trinken.
Gestern war ich mit meinen Kollegen unsere Weihnachtsfeier beim Mexikaner nachholen. Da durfte umsonst soviel gegessen und getrunken werden, wie reingeht. Ich hatte zwar einen Riesenhunger und Riesendurst, aber nach dem ersten alkoholfreien Jumbo-Cocktail hat nicht mal mehr die Hälfte meines Essens reingepasst. Nach dem zweiten Jumbo-Cocktail war dann Ende. Noch einen wollte ich wirklich nicht. Ist sonst nicht so meine Art innerhalb kurzer Zeit einen Liter Fruchtsaft in mich reinzuschütten. Erstaunt beobachtete ich, wie meine Kollegen in der gleichen Zeit vier oder fünf Cocktails bewältigten. So hatte ich es die letzten Jahre auch gemacht. Was macht der Alkohol nur mit der Flüssigkeit? Oder liegt es daran, dass in meinen Magen im Moment eh nicht so viel auf einmal reinpasst, weil mein Bauch sich anfühlt als hätte ich eine Honigmelone (im ganzen natürlich) verschluckt, die von außen aber nicht wirklich sichtbar ist?

Kann mir jemand sagen

warum meine trackbacks nicht ankommen, obwohl ich „Es soll versucht werden, alle im Artikel verlinken Blogs zu benachrichtigen (verlangsamt das Veröffentlichen).“ angekreuzt habe und warum ich immer wieder Kommentare moderieren muss, obwohl ich dafür nichts angekreuzt habe?

Also geschenkt

nehmen würde ich nen I-Pod schon. Deshalb probier ich’s einfach mal bei Immonet, die hier an die ersten 100 Trackbacks I-Pods verteilen. Vielleicht hab‘ ich’s ja gerade noch geschafft.

Teufel Alkohol

Da ist es nun, das neue Jahr und wir haben natürlich auch reingefeiert. Schon im Vorfeld war klar, dass die Party dieses Jahr eher klein werden würde. Erstens wusste ich von einigen, die bereits anderweitig verplant waren und zweitens habe ich meine Einladungen sehr eingeschränkt, da ich nicht wirklich Lust auf viel Trubel hatte. D. hatte auch nur ein paar Leute eingeladen und so blieb die Runde erst mal klein. Es gab viel zu essen und dazu SingStar. Hätte ja gar nicht gedacht, dass das echt Spaß macht. Zum Zuhören war’s dafür grauenvoll, fand zumindest D.
Irgendwann nach Mitternacht klingelte es dann wieder an der Tür und fünf weitere Gäste standen vor der Tür. Einer davon war leider unglaublich betrunken. So betrunken, dass er ungefähr zwei Schritte neben sich stand. Das hat mich etwas beunruhigt, weil es der Randalierer von der letzten Party war. Deshalb konnte ich auch nicht ruhig bei der Playstation sitzen bleiben, weil ich lieber nachschauen wollte, ob er irgendwas kaputt macht oder unsere Katzen ärgert. Die armen Katzen waren nämlich erledigt und sollten in Ruhe gelassen werden. Meine Unruhe führte dann dazu, dass meine Gäste sich bald verabschiedeten (na gut, es war auch schon zwischen drei und vier). Die vier Gäste, die mit dem Betrunkenen gekommen waren, hatten sich auch schon wieder aus dem Staub gemacht. Wahrscheinlich waren sie froh, dass sie ihn losgeworden waren. Es waren dann, neben dem Randalierer noch zwei andere da. Der Randalierer drehte komplett auf. Erst tanzte er alleine in der Küche und bewunderte dabei sein Spiegelbild, dann suchte er hinter der Wohnzimmertür einen Kalender, den er aufgehängt haben wollte, als er hier wohnte. Er hat aber nie hier gewohnt. Keine Ahnung, welcher Film in seinem Kopf abgelaufen ist. Nachdem er sein Getränk auf dem Flurboden verteilt hatte, wurde er aber richtig unheimlich. Er piekte D. mit einem Kugelschreiber und erzählte, dass er am nächsten Tag wiederkommen würde und in mit einem richtig spitzen Kugelschreiber erstechen würde. Wir fanden’s nicht lustig, was er nicht verstehen konnte. Um ihn dann endlich aus der Wohnung zu bekommen, beendeten wir die Party, was uns für die anderen beiden Gäste wirklich leid tat. Beim Verabschieden meinte der Randalierer noch er wrestlet mich gleich um und dann lieg ich auf dem Boden und schreie und blute. So wäre das doch immer. Ich fand’s sehr unheimlich. So schnell muss der nicht mehr an unserer Tür auftauchen, das ist sicher.

Spielspaß von vor 20 Jahren

Weihnachten ist vorbei und ich bin wieder in KA. D. hat dieses Jahr alleine mit den Katzen gefeiert und ich war in der alten Heimat, hab mich ausgeruht und meine kranke Schwester geärgert.

Ich habe einen Gameboy bekommen. Also keinen mit neumodischen Schnickschnack, sondern einfach einen Gameboy Color mit Supermarioland. Und damit spiel ich mir jetzt die Daumen wund. Es war sehr seltsam ein Elektrogerät ohne Displaybeleuchtung in der Hand zu halten. Da braucht man tatsächlich immer Licht zum spielen. Erstaunlich war allerdings, dass wir nach bestimmt 15 Jahren ohne Gameboy noch immer wussten, wo die versteckten Leben bei Supermarioland zu finden sind. Etwas komplizierter war es mit den versteckten Aufzügen, aber selbst daran konnten wir uns dann erinnern. Auch erstaunlich war, wie Erwachsene mit Mitte bis Ende 20 sich wieder verhalten wie 10-jährige. „Darf ich nach Dir noch mal spielen?“ Herrlich. Ich überlege schon, welche Spiele ich mir als nächstes zulegen werde.

Ein Stöckchen

Jetzt habe ich doch noch geschafft das Stöckchen bei David aufzusammeln.

  1. Ein Film, den Du mehr als zehnmal gesehen hast?
  2. Dirty Dancing, den hatte ich schon mit 16 mehr als 25 mal gesehen.

  3. Ein Film, den du mehrfach im Kino gesehen hast?
  4. Armageddon, Was Frauen wollen (allerdings zwei von drei Mal umsonst).

  5. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du eher geneigt wärst, einen Film zu sehen
  6. Johnny Depp, Heath Ledger, Christian Bale

  7. Nenne eine/n Schauspieler/in, wegen dem/r Du weniger geneigt wärst, einen Film zu sehen.
  8. Scarlett Johansson, Jack Bauer Kiefer Sutherland, Will Ferrell

  9. Ein Film aus dem Du regelmäßig zitierst?
  10. Ich glaube da gibt’s mehrere.

  11. Ein Musical, von dem Du alle Texte der darin gesungenen Songs auswendig weißt?
  12. Vielleicht die Rocky Horror Picture Show.

  13. Ein Film, bei dem Du mitgesungen hast?
  14. Hair (erst gestern oder vorgestern).

  15. Ein Film, den jeder gesehen haben sollte?
  16. Die fetten Jahre sind vorbei

  17. Ein Film, den Du besitzt
  18. Ich hab ein paar Filme auf DVD, aber mein erster war Das fünfte Element.

  19. Nenne eine/n Schauspieler/in, die ihre Karriere nicht beim Film startete und die dich mit ihren/seinen schauspielerischen Leistungen positiv überrascht hat.
  20. Eminem

  21. Hast Du schon einmal einen Film in einem Drive-In gesehen?
  22. Nö.

  23. Schon mal in einem Kino geknutscht?
  24. Ich glaube nicht so richtig.

  25. Ein Film, den Du schon immer sehen wolltest, bisher aber nicht dazu gekommen bist?
  26. Ist das Leben nicht schön?

  27. Hast Du schon jemals das Kino verlassen, weil der Film so schlecht war?
  28. Nein, zahlt isch zahlt!

  29. Ein Film, der Dich zum Weinen gebracht hat?
  30. Ach, welcher Film bringt mich gerade nicht zum Weinen 😉

  31. Popcorn?
  32. Gute Idee, gleich mal schauen ob wir noch welches haben.

  33. Wie oft gehst Du ins Kino?
  34. In letzter Zeit nicht mehr besonders oft.

  35. Welchen Film hast Du zuletzt im Kino gesehen?
  36. Puh, ich kann mich nicht erinnern. Vielleicht war das Der goldene Kompass, aber das wäre dann echt schon ewig her.

  37. Welches ist Dein Lieblingsgenre?
  38. Ich grusel mich gerne und ich mag gerne Filme, wo man nicht so genau weiß, was passiert.

  39. Was war Dein erster Film, den Du im Kino gesehen hast?
  40. Ronja Räubertochter

  41. Welchen Film hättest Du lieber niemals gesehen?
  42. Mh, also so drastisch würde ich das nicht ausdrücken. Es gibt schon Filme, die anzuschauen Zeitverschwendung war, aber wirklich bereut einen Film gesehen zu haben, habe ich bisher nicht.

  43. Was war der merkwürdigste Film, den Du mochtest?
  44. Dogville

  45. Was war der beängstigendste Film, den Du je gesehen hast?
  46. Mit 11 fand ich The Thing sehr beängstigend, mit 22 The Ring (wer das nicht verstehen kann: den _muss_ man im Kino gesehen haben, sonst wirkt er nicht!)

  47. Was war der lustigste Film, den Du je gesehen hast?
  48. Das ist schwer zu sagen. Ich hab bei einigen Filmen sehr gelacht, aber meistens hängt das ja auch mit Gesellschaft und Stimmung zusammen. Sehr lustig fand ich z.B. den Southpark Film, Mars Attacks, Wunderbare Welt der Schwerkraft…

Weihnachtsurlaub

Ich hab Urlaub. Schon seit Freitag, nachdem noch die Instituts-Weihnachtsfeier auf dem Programm stand. Die Institutsweihnachtsfeier war leider nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Es war zu wenig Programm und überhaupt zu viele Längen. Das führte dann dazu, dass der Großteil der Leute schon um 22 Uhr nach Hause ging. Was soll man dazu sagen. Schwaben eben.

Freitag früh sollten dann unsere Katzen zum Arzt. Um viertel vor acht stiegen sie nichts böses ahnend in die Transportboxen und zehn Minuten später ließen wir sie alleine beim Tierarzt stehen. Kastriert wurden sie. Um 17 Uhr sollten wir sie wieder abholen. Das war vielleicht seltsam. Wie wir uns in den letzten Monaten an die Katzen gewöhnt haben, hätte ich nicht gedacht. Niemand der freudig vor dem Duschvorhang wartet um dann in die nasse Wanne zu springen, niemand der versucht durch die Wohnungstür zu entwischen, sobald sie aufgeht, keine Geräusche in der Wohnung. Wir konnten es wirklich kaum erwarten sie wieder abzuholen. Außerdem fragt man sich ja auch die ganze Zeit ob wohl alles glatt läuft. Um 17:45 Uhr haben wir sie dann wieder bekommen. Beide waren noch ziemlich benommen und sind sehr langsam durch die Wohnung getorkelt. Da konnten sie einem richtig leid tun. Besonders Emmy, bei der ja richtig der Bauch aufgeschnitten wurde, machte den Eindruck als wolle sie sterben. Mitleiderregend hat sie sich auf den Wohnzimmerteppich übergeben. Nicht mal Milch wollte sie vom Finger schlecken. Irgendwann nachts gegen vier, wenn sie üblicherweise munter werden, hat sie dann endlich ein bisschen Milch geschlabbert. Danach ging’s ständig bergauf und gegen abend schien sie sogar schon fitter als ihr Bruder zu sein. Heute sind sie beide wieder vollständig fit. Emmy springt vom Schrank und Gonzales will mit allem spielen, was rumliegt. Eben habe ich mit einem Stock all das unterm Regal wieder rausgeholt, was er da in den letzten Monaten hingeschubst hat. Plastikdeckelchen, Tampons, Batterien, ein Schokoei (das kullert so schön), Garnröllchen,… Natürlich hat er gleich mehrere Dinge wieder druntergeschubst. Tja, selbst schuld. Soll er sich mal neues Spielzeug suchen.

Ich bin heute noch nicht besonders weit vom Sofa weggekommen, aber so soll Urlaub ja sein. Eigentlich wollten wir heute Schwimmen gehen, aber das Schwimmbad hat schon Weihnachtsferien. Da mussten wir das wieder verschieben. Immerhin haben wir diesmal vorher im Internet nachgeschaut um nicht wieder vor verschlossenen Türen zu stehen wie letzte Woche. Am Dienstag fahre ich dann nach Hause und dann ist ja auch schon Weihnachten.

Der Kunde als Knecht?

Gestern abend kurz vorm Schlafengehen zappte ich zufällig in eine Sendung beim SWR. „Der Kunde als Knecht“ war das Thema. Angesprochen werden sollte, dass wir heutzutage viele Dinge selbst machen, die früher noch Dienstleistungen waren. Im Selbstversuch probierte die SWR-Autorin alle möglichen Selbstbedinungsangebote unterschiedlicher Anbieter aus. Dabei wurde immer wieder betont wie schwierig das alles sei. Ich schaltete zu, als es gerade um Bahnfahrkarten ging. Da wurde zwei Bahnfahrkarten jeweils am Schalter, am Automat, im Internet und im Reisebüro gebucht. Das Fazit war, dass es ja gar nicht billiger sei, wenn man es selbst im Internet oder am Automat macht. Es sei also ein Outsourcing von Arbeit an den Kunden, der dafür nichts bekommt. Tatsächlich fand sich das Reisebüro bei den zwei gewählten Verbindungen sogar am besten im „Tarifdschungel“ der Bahn zurecht. Was allerdings verschwiegen wurde, war, dass die ausgewählten Verbindungen und Reisendenkonstellationen so komplex waren, dass der günstigste Preis nicht auf der Hand lag. Und den Fall, dass eine Hin- un Rückfahrt billiger ist, als eine einfache Fahrt, den muss man sich auch schon genau vorher aussuchen. Als Kunde bekomme ich aber doch etwas dafür, dass ich die Arbeit selbst mache. Ich spare Zeit. Statt eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges am Bahnschalter zu stehen, kann ich fünf Minuten vor Abfahrt noch schnell ein Ticket aus dem Automat ziehen. Klar, dass das für die ältere Generation oder für Leute, die nicht oft Bahn fahren verwirrend und kompliziert ist, aber genau für die gibt’s doch die Bahnschalter. Warum also beschweren?

Das nächste Beispiel waren die Packstationen. „Zufällig“ filmten sie eine junge Dame, die gerade ein Paket abholte und erzählte, dass es am Vortag eine Störung gegeben hatte uns sich das Fach nicht öffnete. Sie musste also ein zweites Mal hin. Die vielen anderen Leute die jeden Tag problemlos ihre Pakete abholen, die haben sie nicht gezeigt. Die SWR-Autorin wollte dann im Selbstversuch ein Paket über die Packstation verschicken und das Paket vorher online frankieren. Da gab es zu bemängeln, dass man sich vorher für Paypal anmelden muss. Zum Ausdrucken des Scheins fehlte ihr dann die aktuelle Java-Version. „Huch, jetzt will der was installieren!“. Da hat sie einen Schreck bekommen. Nach ner halben Ewigkeit hatte sie dann Java installiert. Das Ausdrucken hat auch noch eine Weile gedauert („Acrobat will eine Verbindung zur Seite herstellen. Soll ich da „Annehmen“ oder „Blockieren“ klicken?“). Und dann musste sie das Paket ja auch noch zur Packstation bringen, was wider Erwarten problemlos funktionierte. Insgesamt hat sie also über eine Stunde um das Paket abzuschicken. Aber mal ehrlich, ist das die Schuld von der Packstation? Schließlich hätte sie das Porto auch an der Packstation mit EC-Karte bezahlen können. Niemand hat sie gezwungen das online zu machen. Außerdem hätte sie sich ja mit ihrem Paket auch eine dreiviertelstunde in die Schlange bei der Post stellen können. Wenn das der Service ist, den sie sich wünscht. Zufälligerweise weiß ich auch, dass die Packstationen keine Sparmaßnahme der Post sind. Die lohnen sich nämlich nicht. Aber für viele berufstätige Menschen ist es eine Erlösung die Pakete nicht Samstags (wer hat schon unter der Woche zu Postöffnungszeiten frei) mit 300 anderen in der Postfiliale abholen zu müssen.

Dann fuhr die Autorin einen Professor besuchen, der ein Buch über das Thema geschrieben hat. Der fing an davon zu erzählen, wieviel Kohle IKEA dadurch spart, dass alle ihre Billy-Regale selbst aufbauen. Ein Unding sei das. Allerdings würde IKEA die Aufbaukosten ja auf den Regalpreis draufschlagen, wenn sie das für alle Kunden aufbauen müssten. Ich glaube, dass viele es vorziehen eine halbe Stunde selbst zu investieren und dadurch Geld zu sparen. Wer das nicht will, der kann ja in einem anderen Möbelhaus einkaufen.

Der Professor hat im Selbstversuch einige Onlinekonten und bestellt auch öfters mal im Internet. Darüber hatte er nur zu schimpfen. Die Onlineshops seien so kompliziert, dass man sich eh nur bei einem anmeldet. Die Tortur würde man nicht ein zweites Mal durchmachen. Hä? Also ich finde online einkaufen nicht besonders kompliziert. Darüberhinaus bietet es den Vorteil, dass man quasi alles kaufen kann. Da kann man schon einige Zeit in der Stadt verbringen, um so ein Angebot zu finden. Er versuchte dann live vor der Kamera eines seiner Onlinekonten über die Telefonhotline zu kündigen. „Bitte nennen Sie Ihre Kontonummer oder geben sie über die Telefontastatur ein“. Nix besonderes also. Nur stellte der das Telefon auf Raumlautsprecher und nuschelte seine Nummer aus einiger Entfernung. Das hat der Automat nicht verstanden. Über die Tastatur eingeben wollte er sie nicht. Er hat dann lieber aufgelegt und gejammert. Das sei alles so kompliziert. Früher, da hat einen der Bankangestellte noch mit Namen gekannt und konnte die Kontonummer auswendig. Also erstens finde ich Telefonbanking nicht wirklich kompliziert und zweitens ziehe ich es vor mir mein Geld am Automat dann zu holen, wenn ich es brauche und nicht dann, wenn die Bank offen hat bei dem Angestellten der meinen Name kennt.

Es folgten dann noch ein Check-In Automat eines Hotels und die Elsterformulare für die Steuererklärung. Fazit der Sendung war: wir machen so viele „sehr komplizierte“ Dinge selbst und die Firmen sparen damit Personal und Kosten ein. Wir haben davon nichts. Alles quatsch, finde ich. Für mich ist es ein Zugewinn an Lebensqualität, wenn ich meine Freizeit nicht in Schlangen an Postschaltern, Bankschaltern oder bei Ämtern verbringen muss. Wenn die Generation der über 50jährigen das nicht so sieht, können die das ja gerne machen. Niemand zwingt sie sich mit der ungeliebten Technik rumzuschlagen, aber vielen anderen Menschen macht genau die das Leben unsagbar leichter.

Die arme Jugend

Am Samstag haben wir einen kleineren Ausflug gemacht. Nach Bruchsal ging’s, wo wir bei einem Shop, nach einem ebay-Kuddelmuddel, Schuhe zum halben Preis bekommen sollten. Dieser Shop ist ein Snow- und Skateboard-Shop, wo natürlich alles nach coolen Skateboardern und Snowboardern aussieht und schon das Personal unsagbar cool ist. Also genau so ein Shop, wo man als Jugendlicher auf keinen Fall mit seinen Eltern hin möchte. Das kann nämlich nur peinlich werden. Und so erging es einem armen ca. 14jährigen auch nicht besonders gut. Mama und Papa zum bezahlen dabei und die beide nicht in bester Laune. Der Junge schaute sich zuerst bei den Schuhen um und beäugte alles, was da so an Skaterschuhen im Regal stand. Als er ein Paar in der Hand hielt, kam sofort seine Mutter von hinten angestürmt. „Wildlederschuhe sind jetzt in der Jahreszeit aber nicht gut. Wenn Du da einmal durch den Schnee läufst, dann haben die gleich so hässliche Ränder und das sieht dann unmöglich aus.“ Der arme Junge stellt also die Schuhe zurück und sucht sich ein Paar in Glattleder. Ich hab auch oft Wildlederschuhe an im Winter und mit Schneerändern hatte ich bisher nicht mehr Probleme als bei Glattlederschuhen. Außerdem hat’s doch in Bruchsal eh so gut wie nie Schnee. Tja, wenn’s die Mutter halt meint… Der Junge sucht sich dann die wohl hässlichsten Schuhe in Glattleder aus, die zur Freude seiner Eltern aber zumindest reduziert sind. Als das dann erledigt ist, widmet er sich den Jacken. Eine neue Winter-/Snowboardjacke soll es sein. Nun muss man wissen, dass es in solchen Shops ausschließlich Markenwaren gibt, die ihren Preis haben. Er sucht sich also nach seinem Geschmack eine Jacke aus. Leider ist der Preis nicht nach dem Geschmack seiner Eltern. Vater und Mutter nölen rum und meinen dann, er könne die Jacke nur bekommen, wenn er selbst einen Teil daran bezahlt. 50 Euro sollten das schon sein. Der arme Junge schämt sich vor dem coolen Verkäufer in Grund und Boden und murmelt was von einem Geldbeutel, den er noch haben wolle. Den Eltern ist’s egal und ich stehe kopfschüttelnd daneben. Eigentlich wäre es besser man klärt solche Dinge im Vorfeld zuhause. Wenn der Junge das Preislimit der Eltern gekannt hätte, hätte er sich wohl gar nicht erst in die teure Jacke verliebt. Und er hätte sich nicht so schämen müssen für seine Alten, die den Wert einer Markensnowboardjacke nicht erkennen wollen. Außerdem fand ich es ein Unding dem Jungen zu sagen er müsse 50 Euro selbst bezahlen. 50 Euro kann bei einem 14jährigen schon mal das gesamte Monatseinkommen sein. Wenn man dann das Gefühl hat, dass es den Eltern nur um die erzieherische Maßnahme (den Wert des Geldes kennenlernen und so) geht und nicht darum, dass sie sich teure Jacken nicht leisten können, fehlt da irgendwie die Verhältnismäßigkeit. Was ist denn mit Absprachen wie „Wenn Du die Jacke jetzt bekommst, dann musst Du die aber nächsten Winter auch noch anziehen.“ oder zumindest „Dann gibt’s aber keine andere Jacke mehr diesen Winter.“. Das ist doch was, wo man sich drauf einlassen kann, aber doch nicht aufs Selbstbezahlen. Ich nehme an, der Junge wird nach Möglichkeit nicht mehr allzu oft mit seinen Eltern in coole Geschäfte gehen. Zumindest nicht bis sie gelernt haben, dass die Prioritäten ihrer Kinder nicht ihren eigenen entsprechen müssen.