FRS #735

Die wilde Ratelust scheint etwas abgeflaut zu sein und die Rätsel kommen in größeren Zeitabständen. Schon vorgestern gab es beim verschwender den Final Cut von Blade Runner zu erraten. Ich hab zwar nicht mitgeraten, aber das von Tobias liegengelassenen Stöckchen aufgehoben.

Hier geht’s um 14 Uhr jetzt weiter.

probek hat Verschwende Deine Jugend erkannt und macht um 15 Uhr weiter. Zur Belohnung gibt’s noch ein tolles Bild.

Seit wann

sieht eigentlich mein Header so komisch aus? Uaaaah, ich hab nix geändert!

Weihnachten klargemacht

Vor vier Tagen noch völlig unweihnachtlich und planlos, bin ich inzwischen mit den Geschenken durch. Ich hab’s geschafft mir was zu wünschen, was keine Digitalkamera oder Saber-Rider-Box ist, weil wir uns ja nichts Großes schenken, und habe alle Geschenke, bis auf eins, was ich heute auf dem Heimweg noch besorge, schon zusammen. Eins liegt noch in der Packstation und die restlichen werden sich heute oder morgen dort auch einfinden. Weihnachtsstress was ist das? Es gibt doch Internet und lange Donnerstage. Gestern abend nach dem Sport hab ich schnell was für meinen Neffe besorgt. Der ist noch so klein, dass er noch nicht weiß, dass die weichen Geschenke die schlechten sind, also kriegt er Klamotten. Und da stand ich dann gestern abend in der Kinderabteilung und fand alles so toll, dass ich am liebsten den Laden leergekauft hätte. Ich hab’s aber geschafft mich zu entscheiden und habe sogar auf das saugeile knallgelbe SpongeBob-T-Shirt verzichtet, obwohl das in der Größe so goldig aussah. Ich dachte, dafür hat meine Schwester dann gar kein Verständnis. Die hat bestimmt noch nie SpongeBob gesehen. Zuhause angekommen zeigte ich D. gleich meinen Einkauf. Seine Kommilitonin, die gerade zu Besuch war, fragte gleich ob ich schwanger sei. Äh nein, bin ich nicht. Es wäre auch ganz schön abwegig dann jetzt schon Klamotten in Größe 92 zu kaufen, oder nicht? Da ich ja nicht schwanger bin, wurde ich auch gleich zu einem Killer-Miller überredet, eine von D.s Cocktail-Kreationen aus der letzten Saison. Sehr gut, so ein Killer-Miller. Beim nächsten Besuch bei uns könnt ihr gerne danach fragen. Besonders leicht ging dann auch die Arbeit von der Hand, die ich mit nach Hause gebracht hatte. Jetzt muss ich’s gleich noch mal durchschauen. Nicht, dass ich da in der Alkoholeuphorie Dinge fehlinterpretiert habe…

Pendelalltag

Wenn man täglich Zug fährt gibt es viele Dinge, die einem auf die Nerven gehen. Als ich mit Pendeln angefangen habe, haben mich die Durchsagen an jeder Haltestelle genervt. „Meine Damen und Herren, in Kürze erreichen wir…“. Die Anschlussmöglichkeiten in Mühlacker interessieren mich nämlich herzlich wenig. Inzwischen kann ich das einfach ausblenden, es sei denn ich sitze direkt unter dem Lautsprecher. Was mich dagegen immer noch nervt, ist, dass der Schaffner dann wenn’s ihm passt zum Fahrkarten kontrollieren vorbei kommt. Besonders schlimm ist es, wenn er morgens so spät erst kommt, dass es sich danach nicht mehr lohnt noch mal die Augen zu zu machen, aber noch so früh, dass der Bahnhof noch nicht zu sehen ist.
Wirklich nervig ist auch, wenn man mal wieder knapp zum Zug kommt und einem von der Anzeigetafel „heute leider ohne Wagen 10“ entgegenleuchtet. Dann gibt’s nämlich nicht genug Sitzplätze. Und vor allem ist das „heute“ meist gelogen. Letzte Woche fuhr mein Zug ganze dreimal in Folge „heute leider ohne Wagen 10“. Und als ich am nächsten Tag dann eine Stunde später gefahren bin, fuhr der Zug „heute leider ohne Wagen 255“.
Auch nicht viel besser ist die Anzeige „Ersatzzug“. Als Ersatzzug werden nämlich meistens alte 1.Klasse-Wagen als 2.Klasse eingesetzt. Im Prinzip nicht schlecht, aber dann gibt es weniger Sitzplätze pro Wagen. Und das bedeutet meist, es gibt keinen Sitzplatz für mich.
Aber der größte Feind des Pendlers ist der Reisende! Reisende haben viel Gepäck dabei, lassen das im Gang oder auf dem Sitz stehen, weil sie nicht damit rechnen, dass der Zug so voll wird. Oder sie legen ihre Jacken und Taschen neben sich ab und schauen noch genervt, wenn man sie bittet den Platz frei zu machen. Reisende laufen planlos durch den Zug, weil sie nicht damit gerechnet hatten, dass im Abschnitt A die erste Klasse hält. Reisende halten den Schaffner auf. Die Pendler mit den Zeitkarten sind in kürzester Zeit kontrolliert, aber die Reisenden, die packen die Fahrkarte dann aus, wenn der Schaffner schon daneben steht. Der möchte die BahnCard dazu sehen, also wird nochmal in der Tasche rumgekramt. Oder besser noch, der Reisende hat ein Onlineticket. (Ok, ich nutze auch Online-Tickets, wenn ich reise, aber ich weiß zumindest, dass Pendler davon genervt sind.) Da muss der Schaffner erstmal sein seltsames Allzweck-Fahrkartendingsbums bemühen, den Code einscannen, die Karte durchziehen, drei mal ok klicken, das Allzweck-Fahrkartendingsbums wieder wegpacken und dann noch umständlich den Zettel abstempeln. Und dann haben die Reisenden am Ende noch blöde Fragen. „Auf welches Gleis muss ich dann? Wielange hab‘ ich Zeit zum umsteigen?“ Man, das steht alles im Faltblatt „Ihr Reiseplan“ oder bestenfalls sogar auf der Fahrkarte. Und währenddessen sitz ich da, habe bereits seit fünf Minuten meine Fahrkarte in der Hand und will die nur schnell wieder wegpacken können um weiter zu schlafen. Belustigend finde ich es allerdings, wenn Reisende mit der falschen Fahrkarte im Zug sitzen und im schlimmsten Fall komplett nachlösen müssen. Die ewig gleichen Diskussionen: „Aber ich hab‘ doch extra gefragt.“, „Heute morgen ging’s doch auch.“, „Das stand nirgends!“. Doch, das steht auf der Fahrkarte, das heute morgen war mit Sicherheit ein Regionalzug und es hat bestimmt niemand behauptet, das sei der richtige Zug. Also nochmal zum Mitschreiben: Regionalzug – ROT, Fernverkehrszug – WEISS.
Während Pendler meist ruhigen Beschäftigungen wie lesen, arbeiten oder schlafen nachgehen, unterhalten sich Reisende gerne, entweder mit ihren Mitreisenden laut gackernd oder sie versuchen einem Pendler ein Gespräch aufzudrücken. Pendler sind aber sehr seltsame Kreaturen und im Pendelumfeld äußert unkommunikativ, werden also nicht gerne von anderen angesprochen. Nachdem die Reisenden einen dann mit ihren Geräuschpegel genervt haben, springen sie auch noch sofort bei der Ansage ihres Zielbahnhofs auf, kruschteln ihre Sachen zusammen und stellen sich an die Tür. Das schafft Unruhe, denn Pendler schauen bei der Ansage nur kurz aus dem Fenster, stellen fest, das draußen gerade mal Grötzingen vorbei rauscht und widmen sich wieder ihren Aktivitäten. Aufgestanden wird bei Einfahrt in den Bahnhof. Allerdings gibt es auch noch die Reisenden, die im Faltblatt nachgelesen haben, dass der Zug eine Viertelstunde im Bahnhof steht, bevor er wieder zurück fährt. Die stehen dann erst ganz spät auf und suchen ihr Zeug erst zusammen, wenn schon fast alle ausgestiegen sind. Das führt dann dazu, dass der Strom der Aussteigenden abreißt und von draußen schon die ersten reindrängen. Mitten im Menschenstrom von beiden Seiten steht dann der Reisende mit seinem Koffer und bahnt sich mit Panik in den Augen und viel Gewalt den Weg nach draußen.
Das alles müsste nicht sein, wenn die Bahn endlich mal meine grandiose Idee verwirklichen würde, die Reisende und Pendler im Zug räumlich trennt. Ich wünsche mir Wagen, die nur mit Zeitkarte betreten werden dürfen, in denen es keine Ansagen über Unterwegsbahnhöfe gibt und die Fahrkartenkontrolle immer sofort beim Einsteigen automatisch durch Abscannen eines Strickcodes erfolgt. Das wäre doch mal was.

Ausmisten

Eine Nachbarabteilung räumt auf. Netterweise haben sie uns noch Bescheid gesagt, bevor das große Wegschmeißen losgeht. Was wir wollen dürfen wir uns mitnehmen, hieß es. Da wir gehört hatten, dass es da auch Seismometer und Geophone gibt, und das Geophysikerherz weint, wenn solche Schmuckstücke entsorgt werden, waren wir heute vormittag zwei Stunden im Keller und haben mitgenommen, was wir tragen konnten. Wir fühlten uns wie im Elektronikmuseum. Kistenweise originalverpackte Drehschalter und Relais. Mein Chef hat wohl die falschen zwei Leute rübergeschickt und so wurde unser Wägelchen zwei mal gefüllt mit alten Geräten. In meinem Büro liegt jetzt ein Voltmeter von Siemens & Halske. Das fand ich viel zu schön zum Wegwerfen. Auch das Telefunken Diktiergerät musste mit rüber. Mein Techniker bekam beim Öffnen einer Kiste ganz leuchtende Augen. Ein Röhrenprüfgerät! Die gehen bei ebay echt noch für gutes Geld weg. Allerdings will mein Techniker das lieber in seinem Keller stehen haben. Man weiß ja nie für was das mal gut ist. Ich hatte ja noch gehofft in irgendeiner staubigen Kiste noch ein LaCoste-Romberg Gravimeter zu entdecken, aber das gab’s leider nicht. Hinterher waren wir komplett verdreckt und ich war wirklich froh, dass ich heute morgen die dreckige Jeans von gestern noch mal angezogen hatte.

Zurück und vorwärts

Wieder geben sich Vergangenheit und Gegenwart die Hand. Am Freitag werde ich Angelo Kelly live sehen. Wer sich nicht erinnert, das ist der kleine blonde Junge, der bei der Kelly Family hinterm Schlagzeug saß. Inzwischen ist er allerdings erwachsen, verheiratet und Vater. Was aus der Kelly Family geworden ist, hat mich eigentlich nicht wirklich interessiert, seit ich meine Kelly-CD verkauft habe. Die Stulle kam dann vor einigen Wochen und erzählte, dass Angelo im Radio Oriente spielen würde. Up Close heißt die Veranstaltung und im Programm stand was von limitierten Plätzen. Für umsonst würde ich mir das schon anschauen, meinte ich zur Stulle. Und wie’s aussieht kommen wir aufgrund Stulles guter Kontakte tatsächlich umsonst rein. Gestern im Chor wurden wir zwar kollektiv ausgelacht, dass wir da hin gehen wollen, aber ich denke, dass man sich das nach über zwölf Jahren auch ganz unvoreingenommen anschauen kann. Schließlich ist der ja auch erwachsen geworden. Ich bin jedenfalls gespannt.

Zur Vorbereitung auf das Konzert hab ich dann doch mal in Netz nachgelesen, was die Großfamilie jetzt so treibt. So habe ich erfahren, dass der Liebling aller (damals) Vierzehnjährigen, also Paddy Kelly, zur Zeit in Frankreich in einem Kloster lebt. Ich finde das wirklich lustig. Vor langer Zeit hat Paddy Kelly nämlich zusammen mit Nilz Bokelberg unsere nachmittäglichen Gespräche bestimmt. Hach, was ist das lange her.

Soundtrack

Es gibt Lieder, die sind untrennbar mit Filmen verbunden oder gewinnen durch die Filme eine besondere Bedeutung. Zum Beispiel wäre My heart will go on ohne Titanic nie so bekannt geworden und es gibt bestimmt kaum jemanden, der bei dem Lied nicht sofort an den Film denkt. Jemand der wohl die besten Soundtracks für seine Filme macht und so Songs in den Kultstatus erhebt ist Tarantino.
Aber nun die Wende zu mir. Auch mein Leben hat einen Soundtrack. Zum einen gibt es Lieder, die mich schon seit Jahren begleiten, sogenannte All-Time-Favourites, zum anderen verbinde ich bestimmte Lieder mit bestimmten Phasen meines Lebens. Teilweise sind die Lieder so stark mit Stimmungen und Situationen verwoben, dass ich mich um Jahre zurückversetzt fühle, wenn ich sie höre. Eines davon, was mich in meine frühe Jugend zurückbringt ist das hier:

Mach die Augen zu von den Ärzten. Das Lied ist von 1993, da war ich gerade 13. Ich hatte damals einen Freund und meine Freundin, die im Nachbarhaus wohnte hatte auch einen. Die drei, also meine Freundin und die zwei Jungs, waren in einer Klasse, die zwei Jungs wohnten praktischerweise auch noch im gleichen Dorf. Wir vebrachten die meiste Zeit zu viert, entweder in meinem Zimmer, im Zimmer meiner Freundin oder bei einem von beiden Jungs in ihrem Kaff. Auf jeden Fall immer im Halbdunkel und dazu lief zum Beispiel Mach die Augen zu. Andere Lieder, die ich ebenfalls damit verbinde sind Anarchy in the UK von den Sex Pistols, When the children cry von White Lion und Hymn von Barclay James Harvest. Noch mehr als wir drinnen waren, waren wir allerdings draußen. Es war immer dunkel und immer kalt, so dass ich jetzt das Gefühl habe, es wäre nachts gewesen, weiß aber, dass sich fast alles vor acht Uhr abends abgespielt hat. Es war so kalt, dass mein Freund sogar einen Taschenwärmer hatte. Wir waren jung und rebellisch, haben uns am Pegelhäuschen zum Rauchen versteckt, wo übrigens auch immer die Zigaretten lagen, damit die niemand mit nach Hause nehmen muss, und manchmal sogar ein bisschen Fruchtschaumwein getrunken. Wir sind im Kaff der Jungs an verbotenen Orten herumgelaufen, haben Laternen ausgetreten und die Jungs haben Mercedessterne geklaut. Dahin zurück bringt mich dieses Lied. In eine Zeit wo’s immer dunkel und kalt war und wir uns bärenstark fühlten weil wir verbotene Dinge getan haben. Und wenn jemand über die schlimmen rauchenden und alkoholkonsumierenden Jugendlichen schimpft, muss ich immer daran denken, dass ich genauso war und trotzdem ist noch was aus mir geworden.

War das jetzt ein Schock, Papa, dass ich auch mitgeraucht habe, damals?

FRS #726

Bei David gab’s den neuen Harry Potter Film zu erraten.
Nach Verzögerung gibt’s hier jetzt was aus meiner Kindheit.

Der Verschwender hat Das kalte Herz erraten und macht um 21 Uhr weiter.

Urlaub mit U!

Unterschichtenfernsehen war gestern mal wieder richtig lustig, aber seht selbst!

„Das is schon nicht mehr asi, das is schon nicht mehr Schlampe, das ist schon richtig Drecksau extrem.“

Na endlich!

Andreas Görlitz ist nach dem letzten Spieltag auf der KSC-Homepage zum Spieler des Tages gewählt worden. Das wurde auch mal Zeit. Zwar nur mit 17,8%, aber nach Niederlagen ohne Torschütze gibt es meistens keine eindeutigen Sieger.
Der junge Mann mit den zwei ungleichgroßen Ohren kann richtig gut Fussballspielen. Ich kann mich an mehrere Situationen erinnern, wo die Leute neben mir im Stadion schon panisch „Jetzt hau doch das Ding weg!“ kreischten, und da kommt der Andy und nimmt in aller Seelenruhe kurz vor dem Strafraum dem Gegner den Ball ab. Er bringt Ruhe in die Abwehr. Da kann man nur mit offenem Mund stehen und staunen. Zu schade, dass der nur ausgeliehen ist von den Bayern. So wie der spielt wollen die den bestimmt zurück.
Achso, am Samstag ist er übrigens beim aktuellen Sportstudio auf dem ZDF zu Gast.