Irgendwann als Kind, als ich gerade gerne was naschen wollte und mein Taschengeld schon wieder aufgebraucht war, fiel mir auf, dass die ganze Sache mit dem Geld doch völlig unnötig ist. Ich geb jemandem im Laden Geld für Süßigkeiten und der gibt das dann wieder jemand anderem um sich irgendwas davon kaufen. Ich träumte von Läden, wo man sich einfach nehmen kann, was man gerade möchte oder braucht. Dass das nur funktionieren kann, wenn auch jemand arbeitet, war mir damals schon klar. Also dachte ich mir, soll doch einfach jeder Erwachsene arbeiten gehen und im Gegenzug darf sich jeder nehmen was er braucht. Dieses Konzept trug ich meinem Vater vor, der nur meinte das sei ein sehr kommunistischer Gedanke. Nun bin ich älter und weiß, dass meine kindlichen Vorstellungen sehr utopisch waren. Aber irgendwo in mir lebt noch immer das kommunistische Kind und manchmal ruft es laut: „Unsere Zeit wird kommen, ihr werdet’s schon noch sehen. Irgendwann hat es sich auskonsumiert und endlich stehen wir über dem ganzen Mist.“ Besonders dann ruft es laut, wenn ich im Fernsehen hochverschuldete Menschen mit teurem Auto und Heimkinoanlage sagen höre, für weniger als 10 Euro die Stunde erheben sie nicht ihren Hintern aus dem Sessel, wenn gewissenlose Firmen (und welche Firma hat schon ein Gewissen) hemmungslos Menschen, Länder und unsere Erde ausbeuten. Ich kann es nicht verstehen, wenn jemand einen hochbezahlten Job einem hochinteressanten vorzieht, weiß nicht warum Menschen glauben sie brauchen mehr als ein (wenn überhaupt ein) Auto. Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt, heißt es. Aber sieht Britney Spears gerade ziemlich ruhig aus? Ich glaube, was wirklich beruhigt, ist Menschen an seiner Seite zu haben, die einen lieben und die mal liebt. Menschen, die einen nehmen wie man ist, die immer für einen da sind, komme was wolle. Dann braucht man keine große Wohnung, keinen riesigen Fernseher, keinen Urlaub in der Karibik, dann genügt es nämlich einfach zusammen zu sein. Und das kleine kommunistische Mädchen in mir freut sich, dass es nicht die materiellen Dinge sind, die es glücklich machen und Sicherheit geben.
Ich will ja nicht nerven, aber das hier ist einfach schön. Aber wirklich krass ist, dass der Peter (der Sänger) Bartwuchs hat. Ok, der ist auch schon 35 und da ist das anzunehmen, aber im Ernst, so sieht er nicht aus, also weder so „alt“ noch als hätte er Bartwuchs.
Das Filmrätselstöckchen kränkelt ein bisschen. Um es nicht sterben zu lassen hat der Verschwender gestern ein Bild aus Death Proof hochgeladen. Hier gibt es ein neues Bild. Wer weiß aus welchem Film das ist, hat gewonnen.

Tobias hat sofort Das wilde Leben erkannt.
Wir müssen bis heute unsere Urlaubsplanung für 2008 abgeben. Ich weiß, dass sowas durchaus üblich ist, aber seltsam ist es schon. Zwei Wochen im September, zwei Tage im Juli, zwei im Januar und dann noch Weihnachten und schwupps ist der ganze Urlaub schon verplant. Und dann kann man sich vor Augen halten, dass es das jetzt war. Kaum mehr Raum für ein paar Tage Spontanurlaub. Dabei geht es auch nicht darum, dass man wirklich Spontanurlaub machen will. Vielmehr gibt es einem ein gutes Gefühl, wenn man weiß, dass man irgendwann noch zwei Wochen Urlaub machen könnte, wenn man wollte. Da bin ich ja froh, dass ich nur 21 Tage meiner spärlichen 26 Tage bereits planen musste und freu mich über die 7 Tage, die noch vom letzten Jahr übrig sind. Das gibt mir dann die Spontaneität zurück.
Bei der Planung ist mir allerdings aufgefallen, dass Himmelfahrt dieses Jahr auf den 1. Mai fällt, wir also einen Feiertag weniger haben. Gibt es eigentlich ein Jahr, in dem alle Feiertage perfekt liegen?
Heute morgen um 9 Uhr hatte ich eine Besprechung und gestern abend nicht so große Lust mich anständig drauf vorzubereiten. Also bin ich heute voll motiviert mal ne halbe Stunde früher aufgestanden um zwei Züge früher zu fahren als normal. Und was war dann? Der hat zehn Minuten länger gebraucht wegen einer Signalstörung. Die S-Bahn kam dann auch ewig nicht wegen eines Notarzteinsatzes. Schließlich war ich dann eine viertel Stunde früher im Büro als sonst. Da hätte ich auch ne halbe Stunde länger schlafen und ausnahmsweise ein bisschen weniger trödeln können um einen Zug früher zu kriegen statt zwei. Also liebe Motivation, solltest Du mich mal wieder besuchen: DU KANNST MICH MAL!
Ich hab mich am Freitag verliebt. Und zwar in das neue Album von den Sportfreunden Stiller. Das gibt’s zwar schon seit August, ist also nicht mehr so neu, aber ich hab’s erst seit Weihnachten. Letzten Freitag hatte ich’s dann so oft gehört, dass ich jeden Ton und jedes Wort zu schätzen gelernt habe. Ich war ein paar Stunden auf einer Promotionsfeier und musste die ganze Zeit „Wenn ich mal groß bin, werd‘ ich Kapitän“ vor mich hinsingen und es zuhause sofort laut anhören. Am Samstag war ich auf einer Geburtstagsparty und musste mich zurückhalten nicht bei jeder Gelegenheit die Sportfreunde zu zitieren. Obwohl ich die Sportfreunde schon lange mag (Danke D., dass Du mich damals mitgenommen hast auf’s Fest) und auch Frühling ständig bei mir läuft, gefällt mir das aktuelle Album La Bum einfach am allerbesten. Jedes einzelne Lied ist schön. Sogar D. hat die Bonus-DVD mit mir angeschaut, obwohl er eigentlich der Meinung war, er könnte den Jungs das WM-Lied nie verzeihen. Aber La Bum, das haben sie echt fein gemacht, die Jungs.
Gestern hab ich’s wieder getan. Im Unterschichtenfernsehen kam Frauentausch. Da gab’s die wohl fieseste Liebeserklärung, die ich je hören durfte:
„Ich kann mir eine Leben ohne Deine Wenigkeit kaum noch vorstellen.“ Die erste Unverschämtheit ist natürlich, dass er sie als Wenigkeit bezeichnet. Den Ausdruck Wenigkeit verwendet man doch nur im Bezug auf sich selbst und auch da ist es eigentlich völlig unnötig. Aber die Krönung ist das kaum. Warum sagt er stattdessen nicht nicht. Mit dem kaum gibt er ja zu, dass es durchaus Zukunftsszenarien in seinem Kopf gibt, die er sich ohne sie vorstellen kann. Die darf er jetzt ausleben. Ihre Antwort war nämlich: „Mit mir nicht!“.
Die Frau meines Bruders (ich weiß, das heisst Schwägerin, aber das ist ja nicht eindeutig, weil das könnte ja auch die Schwester meines Mannes sein und wer von Euch weiß schon, dass der ein Einzelkind ist) hat mir an Weihnachten vorgeworfen intolerant zu sein, weil ich ihren Musikgeschmack nicht nachvollziehen konnte und wollte. Jetzt habe ich eine Weile nachgedacht und muss sagen, sie hat wohl recht. Allerdings finde ich es kein bisschen schlimm und werde auch nichts daran ändern. Mir tut es nunmal in der Seele weh, wenn jemand bei seinen an vier Händen abzählbaren CDs eine von Beyonce stehen hat. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass irgendjemand von Beyonce so begeistert sein kann, dass er das auch in zehn Jahren noch hören will. Daraus schließe ich dann, dass derjenige jemand ist, der Musik konsumiert und nicht hört. Und das finde ich schade. Genauso intolerant bin ich auch was Bücher und Filme angeht. Mein liebstes Beispiel ist immer die Bestsellerautorin Iny Lorenz. Selten habe ich so einfach gestrickte und durchschaubare Geschichten gelesen, die deshalb gekauft werden, weil sie Frauen auf der gleichen Ebene ansprechen wie etwa Groschenromane. Wer behauptet die Bücher seien gut, der hat wohl noch nicht vieles gelesen. Titanic ist auch mit Sicherheit kein schlechter Film, aber wer meint, dass sei das beste, was er je gesehen hat, der schaut wohl nicht oft Filme. Natürlich ist es einfacher sich vom Radio berieseln zu lassen, Bestseller zu lesen und Blockbuster zu schauen, weil es nicht erfordert sich mit damit wirklich zu beschäftigen. Allerdings erlebt man nie das Glück, nach mehreren Tagen Suche endlich den Song gefunden zu haben, den man vor einem Jahr zufällig gehört hat, weder Titel noch Interpret kennt und sich auch nur noch Bruchstücke des Textes erinnern kann, der aber perfekt zur momentanen Stimmung passt. Man hat nie das Leseerlebnis, wenn einen ein Buch so sehr fesselt, dass man nicht aufhören kann zu lesen, der Inhalt einen aber an die eigenen emotionalen Grenzen bringt. Man wird nie erfahren wie es ist, wenn ein Regisseur es schafft die Aussage eines Filmes auf allen ihm möglichen Kanälen zu transportieren, über die Handlung, die Bilder und die Musik und der Gesamteindruck einen tagelang nicht loslässt. Aber all das wünsche ich jedem! Ich verlange nicht, dass jeder gerne liest was ich lese, gerne hört was ich höre oder gerne sieht was ich sehe, da bin ich tolerant. Ich möchte nur, dass jeder mit Leidenschaft und Begeisterung liest, hört und sieht. Es macht das Leben so viel reicher. Und somit ende ich mal wieder mit einem Zitat einer bekannten deutschen Musikgruppe:
Du musst nicht tanzen, aber beweg Dein Herz.
Wir sind Helden The Geek (shall inherit)
Was soll das denn? Eben kriege ich eine email von meiner Packstation:
Guten Tag Frau A*** J******,
leider konnte Ihre Sendung wegen Kapazitätsengpaß NICHT in die gewünschte PACKSTATION eingestellt werden.
Die Sendung liegt für Sie in der FILIALE Poststr. 1 in Karlsruhe am nächsten Werktag zur Abholung bereit.
Denken Sie bitte daran, Ihren Personalausweis und Goldcard für die Abholung Ihrer Sendung mitzubringen.
Bitte holen Sie die Sendung innerhalb von 7 Tagen ab.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr PACKSTATION Team
Eigentlich nutze ich doch die Packstation, um zu vermeiden, irgendwas in der Filiale abzuholen. Besagte Filiale hat nämlich unter der Woche von 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet. Ich bin allerdings von 7:06 Uhr bis 18:53 Uhr nicht in KA. Auf meinem fünfminutigen (mit dem Fahrrad) Heimweg liegen sogar zwei Packstationen. Die waren beide voll? Dann wird’s wohl demnächst größere Packstationen geben. Scheint wohl ganz gut anzukommen. Abholen kann ich meine Sendung also erst am Samstag und muss dann auch noch früh aufstehen dafür. Dabei ist das nur ne CD und hätte bestimmt auch in den Briefkasten gepasst.
Dieses Jahr vor Weihnachten hat sich mein Abijahrgang getroffen. Inoffizielle Abitreffen gab’s fast jedes Jahr und dreimal sind wir auch schon mit etwa 20 Leuten in eine Hütte in die Schweiz gefahren. Dieses Mal hatten sich aber zwei Mädels wirklich reingehängt und schließlich die Adressen aller knapp 100 Abi99er aufgetrieben. Zusagen gab’s einen Monat vor dem Treffen schon über 50.
Kurz nach sechs am 22.12. standen wir dann also vor der Tür der Kneipe, wo das Treffen stattfinden sollte und in der ich, trotz des spärlichen Kneipenangebots in DS, noch nie gewesen war. D. rauchte noch eine und ich machte mir Gedanken ob ich die Leute wohl noch erkenne nach 8 Jahren. Aber alle Bedenken waren unbegründet, alles genau die gleichen Nasen wie damals. Nur einer junger Mann machte mir Kopfzerbrechen. Hippe Brille und Frisur, rosa Polohemd, wer sollte das denn sein. Ob den wohl jemand mitgebracht hat? Aber plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Das war der Bauerntrampel aus der Parallelklasse, der einer der fünf pubertierenden Jungs gewesen war, mit denen ich und ein Mädel, auf das sie alle scharf waren, unsere Religionsfreistunden in der neunten Klasse verbrachten. Erstmal ins Minimal und danach anzügliche Sprüche reißen, so sahen die Freistunden aus. Das der Bauerntrampel schon beim Abi nicht mehr der pubertierende Junge, sondern ganz nett war, wurde mir von verschiedener Seite versichert. Allerdings fällt es mir schwer das zu glauben.
Wir blieben erstmal neben der Garderobe stehen, da war das Gedränge nicht so groß. Ich stand ungläubig staunend da, nur fähig zu sagen: „Mich schickt’s voll!“. Alle die Leute plötzlich wieder in einem Raum zu sehen war wirklich seltsam. Und dann saßen, aßen und tranken wir. Zur Verwirrung hatten wir D. nicht direkt neben mir platziert, aber es sprach sich doch schnell rum, dass er zu mir gehört. Auf „Und was machst Du jetzt“-Smalltalk hatte ich nicht wirklich viel Lust. Die Kommunikation innerhalb unseres Jahrgangs funktioniert so gut, dass man bei den meisten ohnehin weiß, was sie gerade machen. Allerdings gab es zwei Leute, die ich wirklich seit dem Abi nicht mehr gesehen hatte, und mit denen ich gerne reden wollte. Einen davon, das Mondkalb, wie wir ihn früher mal nannten, hat D. sich schon beim Rauchen vor der Tür gekrallt. D. wusste, dass ich in den mal verliebt war (in der 7./ 8./9. Klasse insgesamt bestimmt fast ein Jahr lang) und mischte sich so ganz nebenbei in ein Gespräch über Fahrräder ein. Als dann alle vom Rauchen wieder rein kamen, standen die beiden noch immer vor der Tür, inzwischen beim Thema Kinder, wovon der Mondkalbjunge drei hat, angekommen. Wirklich seltsam die beiden zusammen zu sehen. Die sahen nicht aus, als kennen sie sich gerade mal zehn Minuten lang. Und während wir da dann noch standen, kam auch schon der zweite, mit dem ich gerne reden wollte. Der hatte nämlich sämtliche Erdkunde-LK Stunden dafür genutzt mich einer „Sardinien-ist-toll“-Gehirnwäsche zu unterziehen, die angeschlagen hat. Sardinien ist tatsächlich toll und diese Erkenntnis wollte ich ihm nicht vorenthalten. War auch genau sein Thema und wir bekamen einen erneuten „Sardinien-ist-toll“-Vortrag, als wären keine acht Jahre vergangen seit dem letzten. Schön 🙂
Ich habe noch mit einigen anderen geredet an dem Abend, war überrascht, berührt, zurückversetzt und glücklich. Ich freue mich wirklich schon auf’s „10Jährige“ nächstes Jahr. Die Party wurde irgendwann in DIE Szenekneipe (Kleinstadt eben) verlegt und gegen drei nahmen wir eine Mitfahrgelegenheit nach Hause wahr.
D. fragte hinterher, wer denn nun alles nicht da gewesen sei. Naja, etwa die Hälfte, aber die ganzen „coolen Leute“ (Zitat einer Freundin meiner Schwester) waren da, gefehlt haben die, mit denen ich schon früher nicht wirklich was zu tun hatte.