Dienstag, 17. August, 2010

Zustände wie im Mittelalter

Neulich habe ich in einem Forum einen Beitrag eines Mädchens gelesen, die sich wünscht Medizin zu studieren, was ihre Eltern aber nicht erlauben. Sie möchten gerne, dass ihre Tochter Lehrerin wird und sogar die Fächer haben sie schon für sie ausgewählt. Sie schien sich damit abgefunden zu haben, dass sie das nicht selbst entscheiden darf, da sie bei der Einschreibung selbst noch nicht volljährig sein wird. Außerdem wolle sie ja auch mal Kinder, da sei Lehrerin ja schon ok. Ich war schockiert. Ich nehme an die Eltern wollen nur das Beste und wünschen sich einen sicheren Beruf mit gutem Einkommen für ihre Tochter. Aber trotzdem können sie doch nicht einfach über den Kopf ihrer fast erwachsenen Tochter hinweg entscheiden. Irgendwann muss sie ja mal erwachsen werden, eigene Entscheidungen treffen und selbst Fehler machen. Ich kann mir zwar vorstellen, dass es Berufswünsche gibt, die man als Eltern dann doch nicht unterstützen möchte (z.B. It-Girl, Superstar oder Pornodarstellerin), aber was ist gegen ein Medizinstudium einzuwenden? Klar kann sie auch Lehrerin werden, aber man ist doch immer dann besser, wenn man eine Sache auch mit Herzblut tut, weil man selbst es will und nicht, weil jemand anders es bestimmt hat.

Ich dachte dann, ok, ein trauriger Einzelfall. Gestern in der S-Bahn habe ich dann aber ein Gespräch von drei Mädels mit angehört. Sie redeten über die Schule und über Noten. Sie werden nächstes Jahr Abi machen. Die eine erzählte dann, dass sie in Mathe schlecht sei, die aber leider auch für ihr Studium braucht. Sie würde International Business studieren. Im weiteren Gespräch kam dann heraus, dass das der Wunsch ihrer Eltern ist. Und dass diese ihr jetzt schon Druck machen und sie dazu drängen sich zu bewerben. Ich weiß nicht was das für einen Sinn macht, sich ein Jahr vor dem Abi bereits zu bewerben, aber gut. Ihre Freundin meinte dann sie würde auch gerne studieren, aber ihre Eltern erlauben es nicht. Selbst finanzieren kann sie es leider nicht und Bafög gäbe es auch nicht, weil ihre Eltern zu viel verdienen. Da saß ich dann fassungslos daneben. Warum schicken Eltern ihr Kind zum Gymnasium um ihm anschließend das Studieren zu verbieten? Und was soll das überhaupt? Ist das jetzt normal, dass Kindern vorgeschrieben wird, was sie mal werden sollen? Warum sind die Eltern so ängstlich und haben so wenig Vertrauen in ihre Kinder, so wenig Vertrauen in das, was sie den Kindern beigebracht haben? Warum müssen sie alles kontrollieren und durchplanen? Suchen sie dann auch den zukünftigen Partner der Kinder aus? Achnee, das wäre ja dann wie im Mittelalter…


von AnJu in unglaublich

Dienstag, 19. Januar, 2010

Es wird ernst

Gerade ging die Einladung zu meiner Doktorprüfung/-feier raus. Uaah, ich fang an mich zu fürchten…


von AnJu in unglaublich

Freitag, 11. Dezember, 2009

Diese Schwaben

Man hat ja schon so einiges über die Schwaben und ihre Kehrwoche gehört. Aber was wir bei der Übergabe unserer neuen Wohnung im Schwabenland erfahren durften toppt einfach alles. Thema Mülltrennung. Also ich finde Müll trennen ja sowieso bescheuert. Ok, Glas und Papier kann man schon extra sammeln, das kann man schließlich gut recyclen. Aber der ganze Rest wird ja eh verbrannt. In BB gibt es zwei verschiedene Müllbehälter im Haus. Papier und Restmüll. Gelben Sack oder eine Wertstofftonne gibt es nicht. Seinen Verpackungsmüll darf man schön selbst zum Wertstoffhof bringen und dort nach Alu, Hohlplastik und Folie trennen. Ja hallo? Geht’s noch? Die glauben doch nicht allen Ernstes, dass ich meinen Müll 20 Minuten durch die Gegend trage (so weit ist es zum nächsten Wertstoffhof). Wir haben nämlich kein Auto. Und das alles, weil es billiger ist. Dann hat man ja auch geringere Müllgebühren. Echt unglaublich diese Schwaben. Ich würde lieber die paar Kröten bezahlen und meine Freizeit nicht damit verbringen, Müll spazieren zu tragen. Wer’s nicht glaubt, hier kann man’s hören.


von AnJu in unglaublich

Samstag, 14. Februar, 2009

Höflichkeit am Bahnhof

Der Bahnhof ist voll mit Menschen. Da ist es zwangsläufig so, dass da auch unhöfliche Menschen dabei sind. Einen davon musste einer meiner Kollegen neulich begegnen. Morgens früh in Stuttgart am Bahnhof wollte er von den Gleisen runter zur S-Bahn.  Um Zeit zu sparen laufen viele Leute die Rolltreppen runter. So auch mein Kollege. Das ging gut, bis er auf einen Herrn traf, der links auf der Treppe stand, obwohl rechts von ihm Platz war. Mein Kollege bat ihn freundlich einen Schritt nach rechts zu machen, damit er vorbei kann. Der Mann reagierte nicht. Mein Kollege sprach ihn nochmals freundlich an und diesmal reagierte der Mann. Er erklärte, dass er nicht nach rechts gehen würde. Wenn er laufen wolle, dann solle er doch die Treppe nehmen. Mein Kollege fing an zu diskutieren, warum er denn einer höflichen Bitte nicht nachkäme und der Mann erklärte ihm, dass er prinzipiell nicht zur Seite gehen würde, ganz egal wer ihn fragt. Mein Kollege war zwar fassungslos, aber inzwischen auch unten angekommen und die Wege der beiden trennten sich in den Menschenmassen. Mein Kollege war so empört, dass er mir die Geschichte gleich erzählt hat. Ich hab ihm dann gesagt, dass bei solchen Leuten meistens der dezente Hinweis auf die Hausordnung des Bahnhofs hilft. Die Leute meinen nämlich sie seien im Recht und das sie stehen können wo sie wollen. Ist aber nicht so. Ich hab’s extra nochmal nachgelesen. Die Hausordnung sagt: “Auf Fahrtreppen rechts stehen.” Eigentlich unmissverständlich, oder? Ganz abgesehen davon, dass es einfach unhöflich ist, wenn man mit Absicht Leuten im Weg steht.


von AnJu in unglaublich

Samstag, 31. Januar, 2009

Gewonnen

Mein Schwesterchen hat ja sowas soziales studiert, wo arme Studenten immer wieder Leute überreden müssen, für sie irgendwelche Studien auszufüllen. Und weil ich mir vorstellen kann, dass das ganz schön nervig ist, fülle ich immer brav alle Umfragen ihrer Ex-Kommilitonen aus, die sie mir weiterleitet. Tja, und jetzt habe ich bei so einer Umfrage einen iPod gewonnen. Ich kann’s selbst kaum glauben und warte jetzt gespannt auf das Päckchen.


von AnJu in unglaublich

Sonntag, 21. Dezember, 2008

Weihnachtsurlaub

Ich hab Urlaub. Schon seit Freitag, nachdem noch die Instituts-Weihnachtsfeier auf dem Programm stand. Die Institutsweihnachtsfeier war leider nicht so gut wie in den vergangenen Jahren. Es war zu wenig Programm und überhaupt zu viele Längen. Das führte dann dazu, dass der Großteil der Leute schon um 22 Uhr nach Hause ging. Was soll man dazu sagen. Schwaben eben.

Freitag früh sollten dann unsere Katzen zum Arzt. Um viertel vor acht stiegen sie nichts böses ahnend in die Transportboxen und zehn Minuten später ließen wir sie alleine beim Tierarzt stehen. Kastriert wurden sie. Um 17 Uhr sollten wir sie wieder abholen. Das war vielleicht seltsam. Wie wir uns in den letzten Monaten an die Katzen gewöhnt haben, hätte ich nicht gedacht. Niemand der freudig vor dem Duschvorhang wartet um dann in die nasse Wanne zu springen, niemand der versucht durch die Wohnungstür zu entwischen, sobald sie aufgeht, keine Geräusche in der Wohnung. Wir konnten es wirklich kaum erwarten sie wieder abzuholen. Außerdem fragt man sich ja auch die ganze Zeit ob wohl alles glatt läuft. Um 17:45 Uhr haben wir sie dann wieder bekommen. Beide waren noch ziemlich benommen und sind sehr langsam durch die Wohnung getorkelt. Da konnten sie einem richtig leid tun. Besonders Emmy, bei der ja richtig der Bauch aufgeschnitten wurde, machte den Eindruck als wolle sie sterben. Mitleiderregend hat sie sich auf den Wohnzimmerteppich übergeben. Nicht mal Milch wollte sie vom Finger schlecken. Irgendwann nachts gegen vier, wenn sie üblicherweise munter werden, hat sie dann endlich ein bisschen Milch geschlabbert. Danach ging’s ständig bergauf und gegen abend schien sie sogar schon fitter als ihr Bruder zu sein. Heute sind sie beide wieder vollständig fit. Emmy springt vom Schrank und Gonzales will mit allem spielen, was rumliegt. Eben habe ich mit einem Stock all das unterm Regal wieder rausgeholt, was er da in den letzten Monaten hingeschubst hat. Plastikdeckelchen, Tampons, Batterien, ein Schokoei (das kullert so schön), Garnröllchen,… Natürlich hat er gleich mehrere Dinge wieder druntergeschubst. Tja, selbst schuld. Soll er sich mal neues Spielzeug suchen.

Ich bin heute noch nicht besonders weit vom Sofa weggekommen, aber so soll Urlaub ja sein. Eigentlich wollten wir heute Schwimmen gehen, aber das Schwimmbad hat schon Weihnachtsferien. Da mussten wir das wieder verschieben. Immerhin haben wir diesmal vorher im Internet nachgeschaut um nicht wieder vor verschlossenen Türen zu stehen wie letzte Woche. Am Dienstag fahre ich dann nach Hause und dann ist ja auch schon Weihnachten.


von AnJu in unglaublich

Donnerstag, 7. August, 2008

Überraschungsschock

Also man kann’s auch übertreiben. Jetzt sollen doch tatsächlich Überraschungseier verboten werden. Angeblich ist die Kombination aus Schokolade und Spielzeug gefährlich, weil die Kinder nicht zwischen Schokolade und Spielzeug unterscheiden können. Also mal ehrlich: für Kinder unter 3 Jahren sind die echt nicht gedacht und wer mit über 3 noch nicht zwischen Schokolade und Plastik unterscheiden kann, der hat wahrscheinlich noch ganz andere Probleme. Ein Sicherheitsrisiko sollen sie sein, die Ü-Eier. Komisch, dass denen das jetzt auffällt, wo es die Eier schon seit 34 Jahren gibt. Sind die Kinder jetzt dümmer oder versuchen mal wieder irgendwelche Erwachsenen die Grausamkeiten, die Kindern auf ganz anderer Ebene angetan werden, mit einem übertriebenen Sicherheitswahn gut zu machen? Manchmal frage ich mich, wie das sein muss, heutzutage Kind zu sein, wo man zwanghaft und übertrieben vor allem beschützt und behütet wird. Wenn man dann nur vor der Playstation sitzt, weil die Welt zu gefährlich ist, dann ist das aber auch nicht recht. Warum dürfen Kinder nicht einfach Kind sein, sich mal die Knie aufschlagen, Weidenkätzchen in die Nase stecken, sich beim Radfahren ne Platzwunde zuziehen, mal ein Plastikteil verschlucken oder in nen eiskalten Teich fallen? Hat uns doch auch nicht geschadet, oder?
Und was auf keinen Fall abgeschafft werden darf, sind Ü-Eier. Womit soll ich denn mein Büro dekorieren? Außerdem ist Ü-Ei-schütteln – auswählen – auspacken – freuen oder ärgern einfach unersetzlich.


von AnJu in unglaublich

Montag, 14. Juli, 2008

Trikots tauschen

Manchmal muss man doch über die Fußballer den Kopf schütteln. Ich hab eben aus dritter Hand von einem gehört, der letztes Wochenende mit dem SV Büchenbronn 14:0 gegen den KSC verloren hat. Büchenbronn hatte ein Jubiläum und durfte zur Feier des Tages als Testspielgegner für den KSC dienen. Wie das so ist, will man ja, wenn man schon mal gegen Bundesligisten spielt, auch gerne Trikot tauschen. Mehrere Spieler waren dazu auch bereit. Nur von einem kam mir zu Ohren, der für den Trikottausch gerne 35 Euro wollte. Da fasst man sich doch an den Kopf! Geld fürs Trikottauschen? Und warum 35 Euro? Hätte ja nicht gedacht, dass die beim KSC sooo schlecht verdienen. Was ist denn ein ertauschtes Trikot noch wert (also ideel), wenn man dafür Geld bezahlen musste?


von AnJu in KSC, unglaublich

Donnerstag, 5. Juni, 2008

Aktiv

Ich hab für meinen Diplomand letzte Woche nen Rechner platt gemacht und neu installiert. Auf dem Rechner mit ner 30 GB Platte waren vorher vier Partitionen, eine mit Linux, eine mit Win 2000, eine für user und eine für Daten. Warum denn nicht noch mehr. So für jeden user ne eigene Partition, das wäre doch mal was. Naja, jedenfalls hab ich formatiert und Win XP von der nächstbesten CD draufgepackt. Kein Problem, wir haben ja Campuslizenzen. Dachte ich. Dumm nur, dass die CD zu einem Rechner gehörte und somit die Lizenz schon verwendet wurde. Also kam die Meldung, ich solle innerhalb von 30 Tagen einen anderen Key eingeben. Heute habe ich dann endliche unseren Campuslizenz-Key von den Systemadministratoren mitgeteilt bekommen. Und es funktioniert natürlich nicht. Also ruf ich bei der kostenlosen Microsoft-Hotline an, wo ich bei der Automatendame zwischen drei Kategorien auswählen darf, die mir alle nicht passen. Na gut, wähle ich eben “Aktivierung”, woraufhin ich erstmal eine 54-stellige Nummer eingeben muss. Dann teilt mir die nette Automatendame mit, dass die Nummer nicht verifiziert werden konnte (ach nee!) und ich jetzt an einen Kundenberater weitergeleitet werde (juhu, da wollte ich eh hin!). Eine männliche Stimme vom Band erzählt, dass alle beschäftigt sind und ich kurz warten muss. Dann ertönt ein paar Sekunden Nobody wants to be lonely, ich ärgere mich über die Musikauswahl, bis mir eine weibliche Stimme vom Band erzählt, dass ich nun zum nächsten Kundenberater weitergeleitet werde. Allerdings werde ich wieder an die männliche Bandstimme weitergeleitet, die mir erzählt, ich müsse noch warten, dann kommt wieder Ricky Martin, dann wieder die weibliche Bandstimme, die männliche Bandstimme, Ricky Martin… Oh, plötzlich ist da eine neue Stimme, mit osteuropäischen Akzent, und diesmal ist es tatsächlich ein Kundenberater. Er will nochmal die ersten sechs Ziffern der 54-stelligen Zahl hören und fragt dann auf wievielen Rechner das läuft. “Jaa, eigentlich auf einem, aber jetzt aus Versehen auf zwei, aber wir haben auch ne Campuslizenz, aber die Nummer akzeptiert er nicht.” erläutere ich ihm das Problem (ja, mit den ganzen “abers”). Genauer will er’s gar nicht wissen, sondern übergibt mich wieder einer Automatenstimme, die mir eine 42-stellige Nummer diktiert. Die tipp ich ein und es funktioniert. Hätte ich nicht gedacht. Das ging so leicht. Die wollten ja quasi nichts wissen und keinen Nachweis. Kann ja jeder behaupten er hätte ne Campuslizenz. Etwa 30 Sekunden habe ich mit dem Kundenberater gesprochen und jetzt ist Windows aktiviert. Ich glaubs ja gar nicht. Wahrscheinlich zerstört sich jetzt der zweite PC wo’s draufläuft nach dem nächsten Anschalten innerhalb von 30 Sekunden. Wolln wirs nicht hoffen!


von AnJu in unglaublich

Montag, 17. März, 2008

Die Sache mit den Daten

Herrlich, Paranoia-TV im Unterschichtenfernsehen. Habt ihr schon gewusst? CDs, DVDs und Festplatten haben eine begrenzte Lebensdauer. Gezeigt wird eine arme Mutter, die die Babyfotos ihrer Kinder nur auf ihrer Laptopfestplatte (klar, das Notebook war weiß, einzig nach optischen Gesichtspunkten ausgesucht, nehme ich an, aber das ist ein anderes Thema) gespeichert hatte. Die war dann plötzlich kaputt, die Bilder samt anderer wichtiger Dokumente weg und die arme Frau am Boden zerstört. Backup? Was ist das? “Ich dachte die Daten seien auf meiner Notebookfestplatte sicher!”. 2500 Euro hat sie bezahlt, um sich die Daten wieder herstellen zu lassen. Und gelernt was ein Backup ist. Immerhin.
Nur 10 Jahre halten die Datenträger, erzählt mir das Fernsehen, also viel weniger als z.B. Steintafeln. Ich schmeiß mich weg, was ein Vergleich! Dann höre ich jetzt auf zu tippen und meißle meine Doktorarbeit lieber gleich in Stein.


von AnJu in Fernsehen, unglaublich