Mittwoch, 9. Juni, 2010

Die guten Argumente?

Die Bahn macht hier in Stuttgart Plakatwerbung für das Projekt Stuttgart 21. Und zwar werben sie mit “Die guten Argumente überwiegen“. Ist das nicht irgendwie ein Eingeständnis? Für mich hört sich das an wie: “Haja, ihr habt ja schon recht mit Euren Bedenken und so, aber wenn man jetzt eine Liste machte und auf die eine Seite die Vor- und auf die andere die Nachteile schriebe, dann ständen so ein oder zwei Sachen mehr auf der Vorteile-Seite.” Es wird also zugegeben, dass es stichhaltige Argumente gegen Stuttgart 21 gibt. Es ist allerdings nicht besonders nett, diese Argumente von vornherein als schlecht zu bezeichnen. Oder bedeutet es, dass es eine Vielzahl von schlechten Argumenten für Stuttgart 21 gibt, aber noch mehr gute?

So richtig toll finde ich das mit Stuttgart 21 nicht. Klar steht außer Frage, dass der Hauptbahnhof in Stuttgart total am Ende ist und dass es nicht besonders gut ist, dass die Züge alle von Norden reinschleichen müssen. Allerdings lassen sie das alles ja seit 15 Jahren verrotten, damit es ein weiteres (gutes?) Argument für den Neubau gibt. Auch nicht zu diskutieren ist die beispiellos schlechte Anbindung des Flughafens an den Fernverkehr. Am Wochenende kann es schon mal passieren, dass man am Flughafen 40 Minuten auf die nächste S-Bahn in Richtung Stadt wartet. Das hat aber vor allem mit dem unglaublich schlechten ÖPNV in Stuttgart zu tun. Zu den Stoßzeiten fahren hier die S-Bahnen einer Linie im 15-Minuten-Takt. Ja, in anderen Städten sind das die Wochenend- oder Nachttaktungen. Mehr ist nicht machbar, da alle S-Bahnen durch den Tunnel vom Bahnhof nach Vaihingen fahren. Der Tunnel ist hier also das begrenzende Element. Wenn eine S-Bahn irgendwo im Tunnel stecken bleibt, dann fällt einfach mal der ganze S-Bahn-Verkehr aus. Für die Einrichtung von Umleitungen und Schienenersatzverkehr kann die VVS schon mal eine Stunde brauchen. Und da soll der neue Bahnhof dann komplett unterirdisch sein, wenn sie es schon mit einem S-Bahntunnel nicht auf die Reihe kriegen? Das kann ja nur schief gehen. Klar ist die Fernverkehrsanbindung an den Flughafen wichtig und auch, dass die Züge schneller wieder aus Stuttgart weg sind (wer will sich da schon lange aufhalten?), aber dieser ganzen Untertunnelei und Abreißerei kann ich nichts abgewinnen. Sowas planen wieder Leute, die auch meinen, Stuttgart wäre eine Großstadt, also wie Berlin oder so. Aber Stuttgart bleibt leider Provinz. Auch mit hippem neuem Bahnhof. Und schöner wird Stuttgart dadurch auch nicht. (Es wird ja immer behauptet Stuttgart hätte schöne Ecken, aber die verstecken sich schon sehr gut zwischen häßlichen Betonklötzen und riesigen Hauptverkehrsstraßen. Wo sonst wird man eigentlich noch von auf dem Gehweg fahrenden Autofahrern beschimpft, weil man dort geht?). Und teuer ist es. Ein “gutes” Argument der Befürworter ist ja immer, dass das Geld dafür auch vom Bund und der EU kommt. Aber ist das nicht eigentlich wurst aus welchem Steuertopf das kommt? Am Ende hab es doch ich bezahlt. Das ist doch, wie wenn ich meine Einkäufe heute statt mit der EC-Karte mal mit der Kreditkarte bezahle. Am Ende wird doch alles von meinem Konto abgebucht.

Wer sich für die Gegenargumente und den Alternativvorschlag interessiert, die gibt es hier. Aber ein gutes Argument für Stuttgart 21 fällt mir doch ein: Vielleicht geht ja beim Tunnelbohren was schief, der Anhydrit unter Stuttgart quillt auf und zerstört die Innenstadt. Das wäre doch mal was.


von AnJu in DB

Sonntag, 26. Juli, 2009

Steckengeblieben.

Tatsächlich kann ich auch mal wieder was über die Bahn berichten. Neulich sind wir mit samt Kinderwagen mit dem Zug zum Sommerfest bei meiner Arbeitsstelle gefahren. Auf der Hinfahrt waren sämtliche Kinderwagen-/Fahrradabteile komplett voll, so dass wir mit unserem Kinderwagen im Eingang standen. War zwar nicht so komfortabel, aber es ging. In S angekommen bewegten wir uns zielstrebig zum Aufzug. Vor uns stand eine weitere Person. Kurz bevor uns der Aufzug erreichte, kam von rechts noch eine Gruppe älterer Personen. Als der Aufzug dann kam, drängten die sich alle rein und wir durften mit unserem Kinderwagen draußen bleiben. Nicht besonders nett, da wir die einzigen waren, die nicht die Treppe benutzen konnten und schon länger da standen. Auf der Rückfahrt einige Stunden später gab es genau das gleiche Spiel. Die Schwaben haben wohl keinen Anstand. Den größten Spaß gab es dann aber im Zug. Diesmal bekamen wir sogar Platz im Kinderwagenabteil. Einstieg war in S in Fahrtrichtung links. An der nächsten Haltestelle fiel uns dann auf, dass die Tür in Fahrtrichtung rechts defekt war. Alle folgenden Ausstiege waren allerdings in Fahrtrichtung rechts. Dummerweise auch der in KA. Da standen wir dann mit unserem Kinderwagen und kamen nicht aus der Tür. Also mussten wir mit dem Kinderwagen einmal durch den Waggon. Dafür sind die Regionalzüge aber nicht gemacht. Da passt ein Kinderwagen nicht durch die Gänge. Und wäre das nicht schon schlimm genug, passt er auch nicht durch die Zwischentür. Da standen wir dann dumm da, ich draußen mit Kind im Arm, D. drinnen mit Wagen, der nicht durch die Tür passt. Zum Glück gab es ein paar aufmerksame Mitreisende, die beim Tragen und Wagen demontieren behilflich waren. Vom “Service”-Personal gab es nur dumme Sprüche statt Hilfe. Zum Glück hatte der Zug in KA Aufenthalt, sonst wäre D. mit dem Wagen wohl weitergefahren. Und was haben wir daraus gelernt? Mit dem Kinderwagen Bahn fahren sollte man nur mit äußerster Vorsicht.


von AnJu in DB

Montag, 16. März, 2009

Zuggespräche

Da ich ja mal wieder unterwegs durch Deutschland war, hatte ich auch mal wieder das Vergnügen mir andere Leute beim Bahnfahren anzuschauen. Das erste lustige Erlebnis hatte ich im ICE von Karlsruhe nach Hannover. Ebenfalls in Karlsruhe sind mehrere Männer eingestiegen, die wohl nach Frankfurt zu irgendeiner Messe wollten. Nur saßen auf ihren reservierten Plätzen bereits zwei Damen. Unverschämterweise belegten die mit ihrem Gepäck einen gesamten Vierer, obwohl der Zug ziemlich voll war. Die Männer machten sie also auf ihre Reservierungen aufmerksam, woraufhin die Damen sich gleich aufregten, weil das 1. nicht angezeigt war (wofür sich der Zugchef schon über Lautsprecher entschuldigt hatte) und sie 2. auch reserviert hatten. Die Männer waren guter Laune und wollten erstmal ins Bordbistro um einen Kaffee zu trinken. Auf dem Weg dorthin trafen sie einen Schaffner und beschwerten sich gleich, dass ihre reservierten Plätze bereits von Personen, die behaupten ebenfalls eine Reservierung zu haben, besetzt seien. Der Schaffner kam mit und ließ sich die Reservierungen der Damen zeigen. Wagen 9 Platz 115 und 117. Sie saßen allerdings auf den Plätzen 31 und 35. Ihre Entgegnung auf den Hinweis war, dass da vorhin jemand saß, als sie kamen. Und deshalb fühlten sie sich völlig im Recht nun auf den anderen Plätzen zu sitzen. Großes Gezeter, obwohl die Bahn hier nicht mal Schuld war. Die Männer waren dann so freundlich erstmal in Ruhe nen Kaffee zu trinken, bevor sie die Damen dann in Mannheim, wo die sowieso aussteigen mussten, verscheuchten.

Das zweite seltsame Erlebnis hatte ich dann im Regionalzug von Bremen nach Bremerhaven saß. Da stiegen irgendwann ein Mann und eine Frau zu. Beide so laut wie dick und so dick wie laut. Er war vielleicht Mitte dreißig, sie Anfang vierzig. Er meinte er muss dem gesamten Wagen erzählen, dass er heute sturmfrei hat, weil seine Alten nicht zuhause sind. Soso, wohnt also noch zuhause, der junge Mann. Dann durften wir erfahren, dass seine Eltern sich eigentlich nie so richtig besaufen und dass sie auch gar nicht so lange weg sind.  Zwischen seinen Ausführungen hat er immer wieder lauthals irgendwelche Schlager angestimmt (z.B. La paloma blanca auf deutsch). Ich fand’s auf die Dauer schon etwas nervig. Der Kerl war noch dazu ein bisschen aufdringlich, weil er die Aussteigenden mit Luftküsschen versorgt hat. Zum Glück nur die männlichen. Zwischendurch hat dann manchmal seine Zugpartnerin Geschichten zum Besten gegeben. In genau der gleichen Lautstärke. Wo bin ich hier gelandet, habe ich mich da nur gefragt…


von AnJu in DB, Seltsames

Sonntag, 15. März, 2009

Schwangerschaftsdemenz

Ja, ich hab sie auch, die Schwangerschaftsdemenz. Immer öfter passiert es mir, dass ich Dinge, die mir Leute erzählen, einfach vergesse. Manchmal kann das ja ganz positiv sein, z.B. wenn wieder mal jemand meint einem zum 10. Mal vom Mittagessen in seiner alten Firma erzählen zu müssen. Allerdings ist es manchmal auch blöd, wenn Leute einem z.B. vom vorhergehenden Abend erzählen und man völlig vergessen hat, was die betreffende Person da spannendes vorhatte. Ich kann mich dann dunkel erinnern, dass ich es mal wusste und möchte meistens nicht fragen “Äh, wo warst Du nochmal?”, sondern hoffe, es aus dem Zusammenhang zu erschließen. Den bisherigen Höhepunkt hat meine Schwangerschaftdemenz aber am vergangenen Freitag erreicht. Ich war unterwegs nach Bremerhaven, wo ich an einer festlichen Veranstaltung teilnehmen sollte. Da ich dafür anständig aussehen sollte, habe ich meine guten Schuhe mitgenommen, die ich im Zug aber noch nicht anziehen wollte. Da hatte ich lieber meine bequemen DCs an. Die guten Schuhe waren, aufgrund des Platzmangels in meinem Rucksack, in einer eigenen Plastiktüte. Tja, was ist wohl passiert? Ihr ahnt es schon. Ich hab meine guten Schuhe im ICE liegen lassen. Aufgefallen ist es mir, als ich in Hannover im nächsten Zug saß. Ich konnte nur darüber lachen. Sowas ist mir noch nie passiert, das muss also die Schwangerschaftsdemenz sein. Dann gab’s eben keine guten Schuhe beim Festakt und die Bahn darf jetzt mal nach meinen Schuhen forschen. Eigentlich lohnt es sich wahrscheinlich nicht mehr, die Schuhe kostenpflichtig zurückschicken zu lassen, aber ich häng doch irgendwie an denen. Mal sehen, ob ich sie wiederbekomme.

Meine Schwester hat mich gleich vorgewarnt, dass die Stilldemenz noch schlimmer ist als die Schwangerschaftsdemenz. Na, da bin ich aber froh, dass ich meine Diss bis dahin abgegeben haben soll.


von AnJu in DB, Dumm gelaufen

Freitag, 28. November, 2008

Studentenleben hat ein Ende

So ein Ärger. Da hat die Bahn doch tatsächlich nach 3 Jahren gemerkt, dass ich nicht mehr studiere und auch das 26. Lebensjahr schon vollendet habe und mir keine BahnCard zum Studentenpreis mehr zugeschickt. Schade. Da habe ich mir eben eine 25er gekauft. Will ja schließlich weiter die Comfort-Vorteile genießen und auch meine über 6000 (und nächste Woche schon 8000) Bonus-Punkte noch ausgeben.


von AnJu in DB

Freitag, 11. April, 2008

Go easy

Die Bahn macht seit geraumer Zeit Werbung für ihre eigene Ausstellung “Go easy go Bahn”, wo’s um alte Bahn-Werbung geht. Uns seit ich diese Plakate sehe, denke ich, ich will so ein T-Shirt. So ein 70er Jahre T-Shirt mit “Go easy Go Bahn”-Aufdruck. Vielleicht sollte ich mal nachfragen, ob die in irgendeiner Kiste noch welche rumfahren haben.


von AnJu in DB

Donnerstag, 13. März, 2008

Antwort

Die Bahn hat auf meine mail geantwortet. Entschuldigt haben sie sich, was auch sonst. Außerdem war das hier zu lesen:

Wir stimmen Ihnen zu, dass Sie gerade bei Unregelmäßigkeiten zu Recht kurzfristige und zuverlässige Informationen erwarten können. Im Internet unter www.bahn.de – Menüpunkt “Planen&Buchen” – stellen wir alle uns verfügbaren und aktuellen Verkehrsinformationen bereit. Die Informationen basieren auf unserem Reisenden-Informationssystem (RIS), das den Standort der Züge per Satellitenfunk beziehungsweise Mobilfunktechnik erfasst und die Fahrplanabweichungen zeitgleich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort bereitstellt.
Manchmal wird die Übertragung der Daten gestört – tut uns leid.

Soso, haben die Satelliten auch gestreikt, oder wie?
Immerhin zählen sie mich als BahnCard-Inhaber zu ihren Stammkunden und haben mir als Entschuldigung 750 Bahn.bonus-Punkte gutgeschrieben. Ist ja nicht so, dass ich davon sowieso schon über 5000 habe…


von AnJu in DB

Montag, 10. März, 2008

Jetzt reicht’s!

Also, bis ich mich mal wirklich über die Bahn aufrege, muss schon einiges passieren. Und das ist es heute und aus diesem Grund, habe ich gerade folgendes an die Bahn gemailt, was ich Euch nicht vorenthalten will.

Sehr geehrte Deutsche Bahn,

ich muss mich doch sehr wundern, wie man als Kunde bei Ihnen behandelt wird. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass Sie nicht in der Lage waren, nach den angekündigten und dann doch ausgefallenen Streiks Ihren regulären Fahrplan einzuhalten, was ich allerdings nicht verstehe, ist, dass man als Kunde keine verlässlichen Informationen bekommt. So stand ich heute morgen am Hauptbahnhof Karlsruhe (nachdem die letzte Information aus dem Internet war, dass nicht gestreikt wird, es aber örtlich zu Verzögerungen kommen kann) und stellte fest, dass keiner der beiden ICs (IC 2367 und IC 2063) um sieben Uhr fährt. Die Anzeigetafel teilte mir netterweise mit, dass der EC 61 um 8:06 Uhr planmäßig verkehren würde. Ein paar Minuten später wurde dann angeschrieben, er würde ausfallen, woraufhin ich schon fast wieder den Heimweg angetreten hatte. Allerdings stellte sich nach weiteren zwanzig Minuten, die ich mangels Sitzgelegenheit am kalten Gleis 9 verbrachte, heraus, dass der Zug doch fährt.
Viel schlimmer, und das ist auch der Grund, warum ich schreibe, war es allerdings eben. Etwa um 17 Uhr öffnete ich auf Ihrer Homepage den aktuellen Abfahrtsplan ab Hauptbahnhof Stuttgart. Zu meiner Freude stand dort, der IC um 18:01 (IC 2064) pünktlich. So entschloss ich mich meine Arbeit liegen zu lassen und diesen Zug zu nehmen, statt von vorneherein für den TGV (TGV 9570) zu planen. Am Hauptbahnhof stand dann allerdings angeschrieben, der Zug falle aus. Das möchte ich jetzt von Ihnen gerne erklärt haben. Warum sind Sie nicht in der Lage die Informationen auf Ihrer Homepage aktuell zu halten? Und erzählen Sie mir bitte nicht, es wäre nicht 50 Minuten vorher schon klar gewesen, dass der Zug ausfällt. Also verbringe ich nun eine Stunde meiner Zeit am Hauptbahnhof in Stuttgart. In der DB-Lounge ist natürlich kein Platz frei, weil ja beinahe alle Karlsruhe-Stuttgart-Pendler BahnComfort-Status besitzen, und vom Boden der Bahnhofshalle, wo ich übrigens sehr gern und niemandem im Weg saß, wurde ich gerade weggejagt. Stattdessen darf ich jetzt im bullenwarmen, nach Schweiß, Alkohol und Urin stinkenden Warteraum auf versifften und verrosteten Metallstühlen rumlungern, bis vielleicht mal ein Zug fährt. Auf Anzeigetafeln und Informationen im Internet kann man sich ja offensichtlich nicht verlassen.
Ihre schlechten Informationen haben mich also heute zwei Stunden meiner Arbeits- und Lebenszeit gekostet. Soll ich Ihnen vielleicht mal meinen Stundensatz nennen?
Ich finde, wenn man über 2000 Euro im Jahr für Ihren Laden ausgibt, dann kann man doch eine anständige Informationspolitik erwarten. Aber da steckt wohl leider noch der Staatsmuff in Ihrem Unternehmen. Und da fange sogar ich an mir zu überlegen, ob nicht der tägliche Stau auf der A8 diesem Mist vorzuziehen ist. Aber wahrscheinlich ist es besser, wenn ich anfange Ihnen für solche Aktionen Rechnungen zu schreiben. Ich meine damit nicht die üblichen Verspätungen, die kann ich tolerieren. Ich meine damit Situationen, wo ich mich auf Ihre Informationen hin zum Bahnhof begebe, nur um dann dort für eine (oder noch mehr) Stunden festzusitzen. Ich kann mit meiner spärlichen Zeit nämlich durchaus besseres anfangen.
Alles in allem kann ich der GDL nur Beifall klatschen! Sie hat es geschafft ohne Streik den Bahnverkehr lahm zu legen und den gesamten Unmut auf die Bahn gelenkt. Vielleicht wird der Bahn nun endlich mal bewusst, dass eine anständige Arbeitsleistung auch anständig bezahlt gehört und hört auf den Tarifstreit auf Kundenschultern auszutragen, die letztendlich für viel Geld nur noch miserable Leistung geboten bekommen.

Ganz nebenbei, was ich schon lange mal loswerden wollte, Ihre Züge zwischen Karlsruhe und Stuttgart sind sowohl morgens als auch abends permanent so voll, dass man nur mit Mühe noch einen Sitzplatz bekommt, wenn man bereits sieben Minuten vor Abfahrt einsteigt. Aber ich nehme nicht an, dass der Hinweis darauf etwas an der Situation ändern wird. Was sich schließlich ändern wird, ist, dass einige Leute, die für über 2000 Euro im Jahr auch gerne mal sitzen würden (Reservieren hilft hier auch nichts, weil einfach nicht genügend Sitzplätze für alle da sind), wieder auf ihr Auto umsteigen und so die Züge leerer werden.

Mit Grüßen,

A. J.


von AnJu in DB

Montag, 10. März, 2008

Kein Zug

Ich verstehe die Bahn nicht. Da sind die Streiks für heute abgesagt und trotzdem fahren die nach Notfallfahrplan. Meine beiden Züge heute morgen sind ausgefallen. Ich war kurz davor einfach wieder nach Hause zu gehen. Der eine Stunde später ist dann allerdings gefahren und so war ich jetzt nur 15 Minuten zu spät bei der Arbeit. Aber warum fahren denn die Züge nicht, wenn nicht gestreikt wird? Was ist dann das Problem? Die Züge sind da und die Zugführer auch, warum fahren die dann nicht?


von AnJu in DB

Donnerstag, 6. März, 2008

Zuggespräche

Manchmal kriegt man im Zug Gespräche mit und kann einfach nicht weghören. Meistens finde ich das nervig, weil mich das vom Schlafen abhält. So auch gestern, als hinter mir drei oder vier Tussen Weiber Mädels ihre Beziehungsprobleme wälzten. Die eine ist von ihren Freund gerade ohne eine Erklärung sitzen gelassen worden. Erst erzählt er ihr noch, dass er sie liebt und plötzlich meldet er sich nicht mehr. Volle drei Wochen. Sie hat alles probiert ihn zu erreichen: voice mail, sms, einfach alles. Und der rührt sich nicht. Fast hätte ich mich umgedreht und sie gefragt, warum sie nicht einfach mal hingefahren ist und geklingelt hat. Das fällt dann wohl nicht mehr unter “alles probiert”. Jedenfalls hat sie nach drei Wochen Leiden eine finale sms geschickt, dass sie’s jetzt kapiert hätte, dass er kein Interesse mehr hat. Allerdings wünsche sie sich eine Erklärung, damit sie nicht weiter im Ungewissen ist. Auf die hat er dann auch geantwortet, sich entschuldigt, dass es ihr schlecht geht und sie gebeten ihn aus ihrem Hirn/Herz/wasauchimmer zu löschen. Ende der Geschichte.
Die Nebensitzerin hatte aber auch einiges zu berichten. Da ich zwischendrin einen Teil verpasst hatte, weiß ich nicht, ob es um ihren Freund ging oder nur um einen, den sie gerne zum Freund hätte. Auf jeden Fall hat sie die volle Zickennummer geschoben. Er hatte ihren Geburtstag vergessen, sie war angepisst, aber statt zu sagen “He, da war ich traurig.” zickt sie rum, bis sie schließlich rausrückt, dass sie sich über seine Glückwünsche eben besonders gefreut hätte. Was macht er? Er reicht ihr die Hand, um ihr alles Gute nachträglich zu wünschen. Das war ihr dann auch nicht recht und sie zickte lieber weiter, er solle doch einfach zugeben, dass er’s vergessen hat. Hat er dann auch gemacht, aber sie war immer noch sauer. Nächste Szene: sie sind zum Mittagessen verabredet. Sie brezelt sich auf, er verliert kein Wort darüber. Sie ist also schon wieder leicht angesäuert und dann kommt auch noch eine seiner Kolleginnen vorbei, die er herzlich begrüßt. Das Fass zum Überlaufen brachte dann seine vorgeschobene Erkältung um einem Abschiedskuss zu entgehen. Tja, arme Frau, vielleicht hat der Kerl einfach kein Interesse oder wollte nur mal mit ihr ins Bett? Herrlich waren dann die Ratschläge ihrer Nebensitzerin (also die, die von ihrem Freund verlassen wurde). “Ich glaube Du setzt ihn zu sehr unter Druck. Du darfst Dich nicht immer ständig melden und ihm hinterherlaufen, dann kommt er schon von selbst. Männer sind so.” Soso, Männer sind also “so”. Hat sie bestimmt vom Beziehungsberater Mario Barth. Jedenfalls riet sie ihr ab, für den nächsten morgen ein Frühstück für den Angebeten vorzubereiten. Ehrlich gesagt glaube ich, für ein Frühstück ohne Übernachtung ist der Kerl ohnehin nicht zu begeistern.
Mir gingen die Mädels schon nach ‘ner knappen Stunde im Zug auf die Nerven. Da kann ich die Männer schon verstehen.


von AnJu in Alltag, DB