Archive for the ‘ Allgemeines ’ Category

Befristen und befristen

Man weiß nicht recht, wo es hinführen soll. Wo ich arbeite, wird im Moment an allen Ecken gespart. Investitionen gibt es schon lange nur noch schwer, aktuell gar nicht mehr. Das neueste ist nun, dass es unbefristete Verträge nur noch in seltenen Ausnahmefällen gibt. Eine bisherige Sonderregelung wurde gestrichen. Im Gesetz steht, dass Befristungen über einen längeren Zeitraum als zwei Jahre (und das dann zweimalig verlängert) ohne sachlichen Grund nicht zulässig sind. Eigentlich sollten befristete Verträge die Ausnahme sein. Hier ist es leider die Regel. Von höherer Stelle wurde uns mitgeteilt, wenn ein Vertrag nicht verlängert werden kann, weil es keinen sachlichen Grund für eine Befristung gibt, dann soll eben jemand neues eingestellt werden. Diese Vorgehensweise ist höchst ineffizient. Sobald die Leute eingearbeitet sind, soll man sie durch neue ersetzen. So ist ein vernünftiges Arbeiten kaum möglich. Außerdem ergibt sich daraus ein konkretes Nachwuchsproblem. Bisher konnten wir die jungen Ingenieure wenigstens mit einem sicheren Arbeitsverhältnis locken. Nun bieten wir also keine langfristige Sicherheit und konkurrieren mit wesentlich höheren Gehältern in der Industrie. Ich hoffe, dass diejenigen, die das entschieden haben, noch zur Vernunft kommen. Man kann sich nämlich auch kaputtsparen.

Was juckt mich Brangelina?

Manchmal finde ich die Medienmanipulation schon sehr durchschaubar. Schlimmer aber ist, dass sie trotzdem funktioniert. Ein Beispiel hierfür ist Brangelina (wer’s nicht weiß: Brad Pitt und Angelina Jolie). Vor einigen Jahren hat also diese Angelina es geschafft, Brad Pitt aus seiner Vorzeigeehe mit Rachel Jennifer Aniston zu locken. Und irgendwie entstand damals das Gefühl, dass das nicht richtig sei. Und dieses Gefühl wird nun immer wieder mit Klatschberichten gefüttert. Da wird erzählt, was Angelina für eine schlechte Mutter und schlechte Frau ist. Es wird verurteilt, wenn Nannys eingestellt werden und es wird verurteilt, wenn alle Kinder beim über die Welt jetten mit dabei sind. Aus den zahlreichen Paparazzifotos werden die ausgewählt, auf denen ein Kind einen Flunsch zieht. Hobbypsychologen interpretieren dann den Gesichtsausdruck und attestieren eine desaströse Kindheit. Wenn eines der Mädchen Jungklamotten trägt, wird spekuliert, dass Angelina das Kind dazu zwingt. Und wenn eine Mädchen Mädchenklamotten trägt, gibt es exakt die gleichen Spekulationen. Außerdem soll Angelina auch immer wieder fies zu Brad sein, dessen Image als toller Mensch dabei immer erhalten bleibt. Das Bild das entsteht ist also folgendes: Ein bodenständiger verheirateter Mann wird von einer Frau mit fragwürdiger Vergangenheit aus den liebenden Armen seiner Frau gerissen und fortan unterdrückt und terrorisiert. Um ihn an sich zu ketten, lässt sie sich zweimal schwängern und kauft noch ein paar Kinder aus dem Ausland dazu. Dann zwingt sie ihn Vater und Hausmann zu spielen, während sie sich ihrer Karriere widmet, die Rabenmutter. Davon darf man in regelmäßigen Abständen lesen und immer hofft man, dass der arme Kerl sich doch mal von dieser „Schlampe“ trennt und zurückkehrt zu Rachel Jennifer, die ja ganz offensichtlich (wenn man der Klatschpresse glauben darf) nur darauf wartet ihn mit offenen Armen zu empfangen. Tatsächlich weiß ich nicht, ob Angelina Jolie eine schlechte Mutter ist, ob sie Brad Pitt unterdrückt oder ob die Kinder unglücklich sind. Ein unaufgeräumter Balkon auf einem Paparazzoluftbild ist nicht unbedingt ein Hinweis auf die Verwahrlosung von Kinder. Eigentlich weiß ich über Angelina nur, dass sie keine besonders gute Schauspielerin ist. Ihre „Leistungen“ in The Tourist und Changeling fand ich fast unerträglich. Mag sein, dass sie auch schon mal gut gespielt hat, aber den Film hab‘ ich wohl verpasst. Vielleicht kann man ihr auch vorwerfen, dass sie es nicht schafft ihre Kinder aus den Medien rauszuhalten. Ja, erstaunlicherweise gibt es Prominente, die das schaffen, wo das Abdrucken von Kinderfotos mit so hohen Strafen belegt ist, dass es für keine Zeitschrift lohnt. Ich vermute aber, dass sie schon lange aufgehört hat sich dafür zu interessieren, was geschrieben wird. Das einzige Mal, dass sie sich eingemischt und gerichtlich eine Gegendarstellung und Strafzahlung erwirkt haben, war, als behauptet wurde, das Paar hätte bereits einen Trennungsvertrag unterschrieben. Seitdem ist es etwas ruhiger geworden um Brangelina in der Klatschpresse. Oder ich lese einfach weniger. Ich bin es nämlich leid, dass mir jemand erzählen möchte, wen ich mag und wen nicht. Mir ist egal mit wem Brad Pitt sein Leben verbringt und warum. Mir ist auch egal wieviele Kinder sie wohin mit nehmen und auch was die anhaben. Ich kenn die nämlich gar nicht!

Zwischenschnipsel

Die Bahn hat den Bau an S21 gestoppt. Vorläufig. Trotzdem wird bei Facebook schon gejammert und lamentiert. Mein Lieblingskommentar:

Es geht los … Der Anfang vom Untergang der Demokratie!!!

Also, ich fass das jetzt mal zusammen. Die S21-Befürworter haben im vergangenen Jahr immer wieder darauf hingewiesen, dass man ja alle möglichen demokratischen Mittel gehabt hätte, das Projekt zu verhindern. Schließlich hätte man ja die Parteien nicht wählen brauchen. Jetzt haben die Gegner genau das gemacht, also haben die CDU nicht gewählt. Und schon wird der Untergang der Demokratie ausgerufen? Nur leider heißt Demokratie nicht, dass man immer das kriegt, was man will, sondern dass, was die Mehrheit will. Ich bin gespannt wieviele der 140.000 ProS21ler bei Facebook sich tatsächlich auf die Straße bewegen um fürs Weiterbauen zu demonstrieren. Es bleibt spannend.

***

Erziehen ist anstrengend. Vor allem, wenn man ein Kind mit sehr ausgeprägtem Willen hat. Den hat unser Kleiner. Schon immer gehabt. Gestern haben wir das Experiment gewagt, ohne Kinderwagen zur Post zu laufen. Hat natürlich lange gedauert. Der Kleine und ich hatten einige Diskussionen. Über das Verlassen des Gehwegs und das Beklettern von Bahndämmen zum Beispiel. So im Nachhinein betrachtet hat’s ganz gut geklappt, aber gestern abend war es doch etwas nervenaufreibend. Ich habe ja Hoffnung, dass sich das neu gelernte über Nacht festigt und ich bald ein Kind habe, was brav an Mamas Hand an der Straße langtrottet.

***

Am Wochenende gab’s Post vom Finanzamt. Eine Rückzahlung von 2008, weil unser abgesetztes Arbeitszimmer jetzt doch berücksichtigt wurde. Wir waren ganz überrascht und freuen uns auf den unerwarteten Geldsegen.

***

Mit dem Wetterbericht ist das so eine Sache. Klar ist die Prognose nicht immer so einfach. Aber dass der Wetterbericht auch das vergangene Wetter falsch berichtet, fand ich am Samstag doch etwas seltsam. Der nette Meteorologe sagte nämlich, dass das Wetter am Sonntag genauso schön bleiben sollte wie am Samstag. Ich blickte verwundert aus dem Fenster. Regen! So richtig verwundert war ich dann nicht, als wir auch am Sonntagmorgen von Regen begrüßt wurden. Ich fragte mich auch, warum der Meteorologe vom überall schönen Wetter berichtete, wo doch auf seiner Wetterkarte im Süden sehr deutlich eine dunkle Regenwolke zu sehen war. Gehören wir jetzt nicht mehr zu Deutschland? Sind wir jetzt von Ostfranzosen zu Nordschweizern geworden.

„Der kleine Stefan

möchte bitte am Ausgang des Landtags abgeholt werden!“

Man hat zu hoffen gewagt, aber bis zur Verkündung des vorläufigen amtlichen Endergebnisses, traute man sich nicht daran zu glauben. Nach 58 Jahren regiert in Baden-Württemberg nun künftig nicht mehr die CDU. Ein bisschen fühlt es sich an wie damals 1998, als Helmut Kohl abgewählt wurde. Ich gehöre zu denen, die 1998 das erste Mal wählen durften, zu denen, die ein nichtkohlregiertes Land bis dahin nie bewusst erlebt hatten. Die Zahl derer, die nie ein nichtCDUregiertes Baden-Württemberg erlebt haben, ist viel größer. Wer die Baden-Württemberger kennt, weiß, warum der Regierungswechsel so erstaunlich ist. In Baden-Württemberg gibt es immer eine große Zahl von „Uns geht’s doch gut!“-Wählern. Das ist ein Spruch, den ich schon als Kind kennengelernt habe. Uns geht’s doch gut, warum sollen wir was ändern. Und natürlich geht’s den Baden-Württembergern im Vergleich gut. Darauf wurde gerade von der CDU im Wahlkampf immer wieder hingewiesen. Und darauf, wie schlecht es den SPD-regierten Ländern geht. Vielleicht sind es aber die falschen Schlüsse. Vielleicht geht es Baden-Württemberg nicht gut, weil es CDU-regiert war, sondern wir waren CDU-regiert, weil es uns gut geht. Was interessiert denn die durchschnittliche schwäbische Hausfrau auf dem Land die Themen Integration („Des Probläm hämma hier nit!“), Bildung („D’Schul isch immr gut gwä!“), Kinderbetreuung („I bleib grn dahoim!“) und was die Großstädter sonst noch so umtreibt. Wer seit Generationen im Eigenheim haust, der hat auch kein Problem damit, dass die Geringverdienenden kaum ihre Miete bezahlen können. Und weil ja in Schwaben auf dem Lande alles gut ist, kann auch alles so bleiben wie es ist. Nur war diesmal nicht alles gut im Ländle. S21 treibt immernoch die Leute auf die Straße und der 30. September ist nicht vergessen. Die S21-Schlichtung hat der CDU genutzt ihre Umfragewerte wieder etwas zu steigern, aber die Pro-Atom-Haltung hat wieder ein paar Prozentpunkte gekostet. Mit einem maroden Kernkraftwerk vor der Haustür, scheint Japan dann doch nicht mehr so weit weg zu sein. Und dass der Herr Mappus sich versucht damit zu brüsten, Neckarwerstheim I bleibt abgeschaltet, wo die EnBW schon erklärt hat, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr rentabel ist, bleibt ein durchschaubarer Trick. Neckarwestheim bleibt aus und dafür geht Philippsburg nach dem Moratorium still und heimlich wieder ans Netz. So hatte er sich das gedacht, der Herr Mappus. Nur diesmal ohne die Baden-Württemberger. Es bleibt abzuwarten, was die neue Regierung bringt. Es macht allerdings Hoffnung, dass Baden-Württemberg, (ja, das Land mit den Schwaben), angefangen hat umzudenken, von „Uns geht’s doch gut!“ zu „Uns geht’s zwar gut, aber es wäre auch schön, wenn es übermorgen noch so wäre! Und angelogen werden mag ich gar nicht!“

Ich hatte es vermutet…

Is your cat plotting to kill you?

Oben Ohne?

Das Niveau sinkt.
Tu' IHN unten rein! on Twitpic
Aber klar, wenn man keine Argumente hat, die nicht die leeren Worte „Fortschritt“ und „Zukunft“ enthalten, probiert man es eben mal mit „Sex sells“. Naja, das waren ja auch die, die sich damit rühmen oben ohne zu sein.

Wettermacher

Kachelmann ist also ein Wettermoderator.  Das sagt zumindest das Internet. moderare heißt (laut wikipedia, ich hatte ja nie Latein) mäßigen, steuern, lenken. Soll das also heißen, der Kachelmann macht nicht nur die Ansage der Wettervorhersage, sondern er lenkt das Wetter? Na dann weiß ich ja jetzt, bei wem ich mich über den Regen beschweren kann.

Erklärungen

Und ich hab mich gewundert, warum die Blumen in meinem Blumenkasten in der Mitte so plattgedrückt sind…

Endlich Sonne

Der Kleine krabbelt auf dem Balkon rum und spielt mit den Katzen, was den samstäglichen Wohnungsputz doch deutlich erleichtert.

Wenn man ein Kind hat, dann passiert es einem immer wieder, dass einen jemand, vorzugsweise andere Mütter, mit großen Augen anschaut und den Satz sagt: „Das kannst Du doch Deinem Kind nicht geben!“ Besonders häufig passiert das bei Lebensmitteln. Es gibt nämlich eine Reihe von „Regeln“, was ein Kind essen darf und was nicht und vor allem wann. Viele Mütter orientieren sich ja punktgenau an irgendwelchen Ernährungsplänen. Bloß keine Beikost (so heißt das, wenn Babys was anderes außer Milch bekommen) vor dem 7. Monat. Möglichst lange (was auch immer das heißt) keine glutenhaltigen Lebensmittel, also z.B. Brot, Zwieback, Grießbrei. Unbedingt keine Karrotte am Anfang. Fisch und Ei im ersten Lebensjahr tabu. Am besten bis zum Schulanfang nur ungewürztes Essen und keinen Zucker. Keine säurehaltigen Lebensmittel wie Orange, Ananas oder Tomate. Neulich habe ich auch noch gelesen, dass man keine harten Möhren und keine Trauben geben soll. Und Mittagessen gibts um 11 Uhr!

Wenn man sich da dann auf sein eigenes Gefühl verlässt, dann kommt es immer mal wieder vor, dass man was gefüttert hat, was man nicht „darf“. „Ihr gebt Eurem Sohn Ananas? Da wird er doch wund!“ Nein, wird er nicht und außerdem muss man das ja erst ausprobieren, bevor man es weiß. Und es schmeckt ihm gut. Warum also nicht. Und warum soll ein fünf Monate altes Kind nicht auf Weißbrot lutschen? Oder Zwieback? Und warum darf ein zehn Monate altes Kind keinen Fisch probieren oder ein hartgekochtes Ei verdrücken? Standardantwort: Wegen der Allergene. Achso. Keiner weiß was es ist, aber es hört sich böse an. Und sobald das Kind dann 12 Monate alt ist, ist jegliche Gefahr gebannt und es stehen ihm alle kulinarischen Möglichkeiten offen. Glücklicherweise habe ich jetzt neulich die Leitlinie Allergieprävention gefunden. Die wichtigsten Sätze:

Die zu der Zeit in Deutschland existierende Empfehlung, Beikost nicht vor dem vollendeten 4. Lebensmonat einzuführen, ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sinnvoll. Für einen präventiven Effekt durch eine Verzögerung der Beikosteinführung über den vollendeten 4. Lebensmonat hinaus gibt es keine gesicherten Belege. Sie kann deshalb nicht empfohlen werden.

Für einen präventiven Effekt einer diätetischen Restriktion durch Meidung potenter Nahrungsmittelallergene im ersten Lebensjahr gibt es keine Belege. Sie kann deshalb nicht empfohlen werden.

Es gibt Hinweise darauf, dass Fischkonsum des Kindes im 1. Lebensjahr einen protektiven Effekt auf die Entwicklung atopischer Erkrankungen hat.

Dankeschön! Ich hab mich nämlich schon gefragt, warum ein Kind sechs Monate gestillt werden muss sollte, wenn es doch nach vier Monaten körperlich dazu in der Lage ist, andere Lebensmittel zu verarbeiten. Noch dazu, wenn es ganz offensichtlich was anderes außer Milch haben will. Und warum ein Datum darüber entscheiden soll, wann das Kind dazu in der Lage ist, weiß ich auch nicht. „Nein, heute gibt’s nur Milch. Morgen, da wirst Du sechs Monate alt, da kannst Du dann Pastinakenbrei bekommen.“ Dabei sieht man doch, wie unterschiedlich sich Kinder entwickeln. Fast überall wird das immer wieder erwähnt, nur bei der Ernährung gibt es starre Pläne für alle Kinder.

Also liebe Mütter, macht Euch keinen Stress. Macht wie ihr denkt und wie Euer Kind will, solange ihr nicht meint, eine Milchschnitte sei eine vollwertige Mahlzweit und Bier ein gesundes Getränk für Kinder ;-). Achso, und Honig, den darf man wirklich nicht geben (steht normalerweise auch auf jedem Honig drauf). Das kann nämlich zu Säuglingsbotulismus führen.