{"id":707,"date":"2008-11-01T22:08:05","date_gmt":"2008-11-01T20:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=707"},"modified":"2008-11-01T22:08:05","modified_gmt":"2008-11-01T20:08:05","slug":"von-schwindeleien-und-verendeten-wellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/von-schwindeleien-und-verendeten-wellen\/","title":{"rendered":"Von Schwindeleien und verendeten Wellen"},"content":{"rendered":"<p>Wir waren heute in <span style=\"text-decoration: line-through;\">Hoffenheim<\/span> Mannheim und haben den KSC verlieren sehen. Und trotzdem war es kein Spiel, nach dem man unbefriedigt nach Hause geht. Vielmehr war es ein Spiel, was deutlich gezeigt hat, dass wir auf der richtigen Seite stehen. Ich fang mal ganz von vorne an zu erz\u00e4hlen. Wir hatten keine Karten im G\u00e4steblock, durften also mitten unter den &#8222;Hoffenheimern&#8220; stehen. Da wir uns auch nicht f\u00fcr den Fanzug entschieden hatten, durften wir auch ohne Verz\u00f6gerung in unseren Block und wurden Zeugen des Vor-Spiel-Programms. Da wurde erstmal eine Statistik gezeigt, wie viele Minuten jeder Hoffenheim-Spieler bisher auf dem Platz stand. Dann kam das Maskottchen, ein Elch mit Bierbauch, und hat l\u00e4cherlich vor den Fans rumgehampelt. Die Fans, ganz so, wie gew\u00fcnscht, klatschten brav mit. Dann hampelte das Maskottchen vor den n\u00e4chsten Fans und auch die klatschten brav mit. Wir haben brav ins uns rein gegrinst. Nat\u00fcrlich mussten sich die Hoffenheimer auch noch in ihrem eigenen Erfolg suhlen und so wurden die Tore des letzten Spiels auf der Leinwand gezeigt. Unpassenderweise kam dazu das <a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=e2Ma4BvMUwU\" target=\"_blank\">Lux Aeterna<\/a> aus <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Requiem_for_a_Dream\" target=\"_blank\">Requiem for a dream<\/a>. Also ich kann mir keine Tore zu der Musik anschauen. Aber der Durchschnittshoffenheimer hat da wohl keine Probleme damit. Als n\u00e4chstes kam dann noch <a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=14NQOGOhR0g\" target=\"_blank\">The Three Lions<\/a> und die Hoffenheimer gr\u00f6len mit &#8222;Football&#8217;s coming home&#8230;&#8220;. Unsererseits gab&#8217;s da nur Kopfsch\u00fctteln. Die spielen in Mannheim im Carl-Benz-Stadion und singen was von &#8222;coming home&#8220;? Der Stadionsprecher freute sich dann besonders, dass wir vor diesem &#8222;badischen&#8220; Derby alle zusammen das Badnerlied singen k\u00f6nnen. Badner sind das aber nicht. Die singen n\u00e4mlich das Badnerlied falsch. Und keiner von denen ist auf die Aufforderung &#8222;Wer nicht h\u00fcpft der ist ein Schwabe!&#8220; mitgeh\u00fcpft. Achja, und sie singen das Badnerlied falsch. Dann ging endlich das Spiel los, nachdem der Stadionsprecher noch die &#8222;Hardcore-Fans&#8220;, die alteingessenen gelobt hatte. Die sind so hardcore, die brauchen keinen Vors\u00e4nger. Da reicht schon das Maskottchen oder die Stadionregie. Auch die Fanges\u00e4nge sind sehr einfach gehalten. Ausser &#8222;Hoffe&#8220;, &#8222;TSG&#8220;, &#8222;Ole&#8220; muss man da nichts singen. Kein Wunder, dass die Karlsruher Fans da lauter waren. Und dann f\u00e4llt ein Tor. Die Stadionregie schaltet die Musik an und es wird brav im Takt geklatscht. Kein &#8222;Ja&#8220;, dass sich aus 20.000 Herzen gleichzeitig den Weg nach drau\u00dfen bahnt. Keine M\u00e4nner, die sich in den Armen liegen. Keine vor Freudentr\u00e4nen glitzernden Augen. Das soll Fussball sein? Ein Stadion voll Erfolgsfans, die meinen, ein guter Fan zeichnet sich durch die Anzahl der Schals aus, die er sich umgewickelt hat. Stimmung? N\u00f6, wer braucht das schon.<\/p>\n<p>Die Halbzeitpause lie\u00df auch zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Die einzige Unterhaltung, die geboten wurde, war die gleiche Statistik \u00fcber die Spielminuten der einzelnen Spieler, wie vor dem Spiel, noch nicht mal erg\u00e4nzt durch die aktuellen f\u00fcnfundvierzig Minuten. Aber klar, die Halbzeitpause ist ja auch daf\u00fcr da, sich neue Getr\u00e4nke (Antialkoholisches teurer als im Wildpark, das Bier untrinkbar) in Einwegbechern (!) zu besorgen.<\/p>\n<p>Das Lachen ging aber noch weiter. Auf den Aufruf hin &#8222;Steht auf, wenn ihr Hoffe seid!&#8220;, stand fast das ganze Stadion. Wir gr\u00fcbeln noch immer \u00fcber das Wort &#8222;Hoffe&#8220;. Meinen die, es sollen alle aufstehen, die aus Hoffenheim sind? Dann haben ungef\u00e4hr 20.000 Leute gelogen. So viele Einwohner hat Hoffenheim n\u00e4mlich nicht. Wahrscheinlich ist &#8222;hoffe&#8220; in dem Fall ein Adjektiv und hat eine uns unbekannte Bedeutung.<\/p>\n<p>Nach dem 4:1 versuchten die &#8222;Hardcore-Fans&#8220; eine Welle zu starten. Vier oder f\u00fcnf mal. Doch schon bis zum Ende der Gegengerade war die verebbt. Peinlich.\u00a0 Da kam bei einigen die Antwort auf &#8222;Zweite Liga, Karlsruh&#8216; ist dabei!&#8220; aus tiefsten Herzen: &#8222;Lieber zweite Liga als Ihr!&#8220;. Lieber in der zweiten Liga mit ein paar Fans von Herzen als in der Champions League mit einem Stadion voll Erfolgsfans. Einer, der vor uns stand, meinte, als sich die KSC-Fans \u00fcber die VfB-Niederlage freuten: &#8222;Da freuen sich die Karlsruher, wenn der VfB verliert.&#8220; W\u00e4ren die Hoffenheimer Badner, dann w\u00fcrden sie sich dar\u00fcber auch freuen, aber die singen ja auch das Badnerlied falsch. Wie&#8217;s zu erwarten war, verlie\u00dfen einige der &#8222;Hoffenheimer&#8220; schon vor dem Abpfiff das Stadion. Man will ja schnell zum Auto und nach Hause und das Spiel ist ja eh gelaufen.<\/p>\n<p>In der S-Bahn durften wir dann ins Herz eines &#8222;Hoffe&#8220;-Fans blicken. Da sa\u00df eine Dame, die mitteilte, Spiele ohne Tore seien langweilig, zumindest f\u00fcr sie. Naja, ich w\u00fcrde ein 0:0 einer Niederlage immer noch vorziehen, aber so sind die &#8222;Hoffe&#8220;-Fans wohl nicht. Der n\u00e4chste Satz war dann sehr bezeichnend: &#8222;Fr\u00fcher war ich ja VfB-Fan&#8220;. Noch Fragen?<\/p>\n<p>So haben wir heute wieder was gelernt. Wir sind froh, dass wir nicht hoffe sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir waren heute in Hoffenheim Mannheim und haben den KSC verlieren sehen. Und trotzdem war es kein Spiel, nach dem man unbefriedigt nach Hause geht. Vielmehr war es ein Spiel, was deutlich gezeigt hat, dass wir auf der richtigen Seite stehen. Ich fang mal ganz von vorne an zu erz\u00e4hlen. 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