{"id":664,"date":"2008-08-21T23:07:17","date_gmt":"2008-08-21T21:07:17","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=664"},"modified":"2008-08-21T23:07:17","modified_gmt":"2008-08-21T21:07:17","slug":"lernen-furs-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/lernen-furs-leben\/","title":{"rendered":"Lernen f\u00fcrs Leben"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal wird einem schlagartig klar, dass man doch schon was gelernt hat im Leben. Wenn ich mir \u00fcberlege, wo ich stand, als ich vor etwa 3 Jahren angefangen habe zu arbeiten. Und noch krasser, wenn ich mir \u00fcberlege, wie es war, als ich mit der Schule fertig war. Nach dem Abi, da denkt man ja irgendwie man w\u00fcsste alles und sei bereit f\u00fcr das wahre Leben. Dann f\u00e4ngt man an was zu studieren, merkt, dass man leider keine Ahnung hat wie es ist ohne die Menschen zu leben, die man schon sein Leben lang oder immerhin schon \u00fcber mehrere Jahre kennt. Und vor allem, zumindest, wenn man ein Physikstudium beginnt, merkt man, wie wenig man eigentlich wei\u00df. Wenn man dann nach ein paar Semestern eingesehen hat, dass man mit Erkl\u00e4rungen der Welt allenfalls an der Beschichtung der Oberfl\u00e4che kratzt, hat man es pl\u00f6tzlich damit zu tun, Entscheidungen zu f\u00e4llen, die dann das ganze Leben beeinflussen (wie man meint). In welche Richtung soll meine Diplomarbeit gehen und damit die Weichen f\u00fcr das Berufsleben stellen? Und pl\u00f6tzlich ist man fertig, denkt man w\u00fcsste nicht mehr, als 5 Jahre zuvor. Dann muss man sich f\u00fcr den weiteren Weg entscheiden, Vorstellungsgespr\u00e4che meistern. Die Horrorfrage: Was sind Ihre St\u00e4rken, was ihre Schw\u00e4chen. Unmittelbar nach dem Studium w\u00e4re ich tats\u00e4chlich nicht in der Lage gewesen, sowas wahrheitsgem\u00e4\u00df zu beantworten. Zu sagen &#8222;das kann ich nicht so gut, macht aber nix, daf\u00fcr kann ich was anderes&#8220; ist was, was man in der Schule sowieso nicht und auch im Studium nur selten lernt. Wenn man dann irgendwann feststellt, dass man kein Problem mehr damit hat Schw\u00e4chen zuzugeben, weil man wei\u00df, was man stattdessen kann, also wirklich ein Selbstbewusstsein entwickelt hat, dann merkt man, dass man etwas dazugelernt hat. Und da stellt man fest, dass sich das mit dem Studium doch gelohnt hat.<br \/>\nJetzt arbeite ich seit etwas mehr als drei Jahren. Letzte Woche hat mein Diplomand mir die ersten paar Seiten seiner Arbeit zu lesen gegeben. Die bekam er komplett blau (word hat blau markiert) zur\u00fcck. \u00dcber manche Textpassagen musste ich den Kopf sch\u00fctteln. Man kann doch nicht in einem wissenschaftlichen Text einen Satz mit  &#8222;Das dem nicht so ist&#8220; beginnen. Klar, er hat noch nie sowas geschrieben und ich fand&#8217;s auch gar nicht schlimm, dass er da noch Defizite hat. Aber da ist mir bewusst geworden, welche Fortschritte ich selbst beim Formulieren wissenschaftlicher Texte gemacht habe. Den ersten Bericht, den mein Chef zu lesen bekam, kriegte ich auch noch komplett rot zur\u00fcck. Inzwischen h\u00f6re ich stattdessen \u00f6fter &#8222;Das fand ich gut.&#8220;. Sch\u00f6n, wenn man kapiert, dass man noch nicht stehengeblieben ist, sondern durchaus noch in der Lage dazuzulernen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal wird einem schlagartig klar, dass man doch schon was gelernt hat im Leben. Wenn ich mir \u00fcberlege, wo ich stand, als ich vor etwa 3 Jahren angefangen habe zu arbeiten. Und noch krasser, wenn ich mir \u00fcberlege, wie es war, als ich mit der Schule fertig war. 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