{"id":4674,"date":"2017-01-28T13:56:48","date_gmt":"2017-01-28T12:56:48","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=4674"},"modified":"2017-01-28T13:56:48","modified_gmt":"2017-01-28T12:56:48","slug":"man-liebt-es-oder-man-hasst-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/man-liebt-es-oder-man-hasst-es\/","title":{"rendered":"Man liebt es oder man hasst es"},"content":{"rendered":"<p>Ich war die letzte und vorletzte Woche, abgesehen vom Wochenende, in Berlin. Gl\u00fccklicherweise geh\u00f6re ich zu denen, die Berlin sehr m\u00f6gen. Ich war dort auf einer Schulung, die eher im Randbereich stattfand, mein Hotel lag verkehrsg\u00fcnstig in Friedrichshain. Ich war zwar jeden Morgen etwa 45 Minuten unterwegs, daf\u00fcr k\u00f6nnte ich die Sp\u00e4tnachmittage und Abende f\u00fcr mich sinnvoll nutzen. Ich war zweimal schwimmen, einmal im Kino (das erste Mal in meinem Leben alleine!) &nbsp;und konnte alte Schul- und StudienfreundInnen besuchen. Zweimal waren wir mit dem Kurs was trinken und den letzten Abend vor der Pr\u00fcfung habe ich dann lernend im Hotel verbracht. Irgendwo zwischenrein konnte ich sogar noch die neuen Gilmore Girls Folgen quetschen.<\/p>\n<p>Ich habe sehr genossen, Zeit f\u00fcr mich zu haben, allerdings habe ich festgestellt, dass ich nicht gut allein sein kann. Ich habe noch nie allein gewohnt und dass ich das letzte Mal l\u00e4nger als 15 Minuten alleine in der Wohnung war, ist wohl schon bald acht Jahre her. Von dem her war es ganz gut, dass ich in Berlin viel unternommen habe. Unn\u00f6tigerweise hatte ich noch H\u00e4kelsachen und B\u00fccher mitgenommen. Dazu bin ich dann gar nicht gekommen. Ich habe meine Jungs ganz schrecklich vermisst. Besonders schlimm immer nach dem Telefonieren. Einmal war ich am Telefon beim Abendessen dabei und einmal habe ich Sohn1 am Telefon beim Hausaufgaben machen zugeh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit den anderen Kursteilnehmern habe ich immer wieder festgestellt, dass es eine gute Idee war, das Hotel zentraler zu w\u00e4hlen und die Fahrzeit in Kauf zu nehmen. Viele hatten ein Hotel nahe zum Kursort gew\u00e4hlt und die Abende vorm Fernseher im Hotel verbracht. Das Wochenende nutzten sie dann, um sich Berlin &#8222;anzuschauen&#8220;. Dar\u00fcber muss ich ja immer grinsen. Wie schaut man sich denn Berlin an? Klar, man kann die Sehensw\u00fcrdigkeiten abklappern, aber ist das Berlin? Einer meinte auch, wenn man die Sehensw\u00fcrdigkeiten schon kenne, blieben ja nur noch die Museen. Ich bin da ganz anderer Meinung. Berlin muss man erleben! Und wenn man mit offenen Augen durch die Stra\u00dfen geht, f\u00e4llt einem so viel auf. Ich fand es sehr erstaunlich, wie stark das eigene Normbild von dem gepr\u00e4gt wird, was man t\u00e4glich sieht. So ist mir in Berlin aufgefallen, dass man dort viel mehr V\u00e4ter sieht, die im Alltag Dinge mit ihren Kindern tun. Morgens zum Kindergarten\/Schule, nachmittags nach der Arbeit ins Schwimmbad. Und man sieht viel mehr Elternteile, die mit nur einem Kind unterwegs sind. In Schwaben auf dem Land ist ja das Normbild, dass die Mutter mit allen Kindern unterwegs ist. V\u00e4ter mit Kindern im Schwimmbad sieht man eigentlich nur am Wochenende und selten ohne die Mutter dabei. Ich fragte mich auch, gibt es in Berlin mehr Familien mit nur einem Kind oder teilen sich die Eltern die Kinder mehr auf? Und dann beneidete ich die Berliner daf\u00fcr, dass das so normal ist.<br \/>\nDas n\u00e4chste was mir auch v\u00f6llig entfallen war, ist das Leben in Wohnungen. Wir leben nun seit f\u00fcnf Jahren in einem Haus. Eigentlich leben fast alle Familien, die ich kenne, in H\u00e4usern. Das Konzept, mit Kindern in Wohnungen zu leben und zwar f\u00fcr immer und nicht nur bis das H\u00e4usle fertig ist, hatte ich v\u00f6llig vergessen. Jetzt ist mein Horizont wieder etwas breiter. \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Einer der anderen Kursteilnehmer schimpfte \u00fcber alkoholisierte Personen (schon Mittags!!!) in der S-Bahn und das leerstehende <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haus_der_Statistik\" target=\"_blank\">Haus der Statistik<\/a> direkt am Alexanderplatz. Ich konnte beides nicht verstehen. Ich bin jeden Tag mehrfach mit der S-Bahn gefahren und es waren eigentlich immer nur normale Menschen unterwegs. Vielleicht etwas bunt gemischter als hier im S\u00fcden, aber eigentlich nichts besonderes. Gut, Samstags morgens um sieben ist es dann eine seltsame Mischung aus denen, die schon, denen die noch unterwegs sind und den Obdachlosen, die die warme Bahn zum Schlafen nutzen. Nach dem Haus der Statistik musste ich schon gezielt schauen, da es mir gar nicht augefallen w\u00e4re. Das ist halt Berlin. Alt und neu nebeneinander. Das geh\u00f6rt so. Und man liebt es oder man hasst es.&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war die letzte und vorletzte Woche, abgesehen vom Wochenende, in Berlin. Gl\u00fccklicherweise geh\u00f6re ich zu denen, die Berlin sehr m\u00f6gen. Ich war dort auf einer Schulung, die eher im Randbereich stattfand, mein Hotel lag verkehrsg\u00fcnstig in Friedrichshain. 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