{"id":4541,"date":"2016-08-31T08:30:49","date_gmt":"2016-08-31T06:30:49","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=4541"},"modified":"2016-08-31T08:30:49","modified_gmt":"2016-08-31T06:30:49","slug":"eins-zwei-drei-und-vorbei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/eins-zwei-drei-und-vorbei\/","title":{"rendered":"Eins, zwei, drei und vorbei?"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit habe ich eine Podiumsdiskussion besucht, bei der es um Vereinbarkeit oder Kind und Karriere ging. Eingeladen waren drei M\u00fctter, die ambitioniert in leitenden oder personalf\u00fchrenden Positionen arbeiten. Zwei hatten je ein Kind, die dritte war Dreifachmutter. Sie berichteten, wie das in ihrem Alltag abl\u00e4uft, wie Vorgesetzte und Mitarbeiter damit umgehen, dass sie p\u00fcnktlich gehen m\u00fcssen, wer die Kinder wann wohin bringt, usw. Ich fand es ganz interessant. Das Fazit war eigentlich: der Alltag ist nicht das Problem, die Ausnahmen (Kind krank, kurzfristige Abendtermine,&#8230;) stellen die Herausforderung dar. Ich fragte mich vor allem: Wo sind eigentlich die Karrierefrauen mit mehr als einem Kind? Wollen die nicht oder k\u00f6nnen die nicht? Ist aus &#8222;Kind oder Karriere&#8220; ein &#8222;Kinder oder Karriere&#8220; geworden, da man Karriere und ein Kind inzwischen ganz gut hinkriegt?<\/p>\n<p>Schaut man sich die Lebensl\u00e4ufe der drei also genauer an, dann sah es bei den Einkindm\u00fcttern so aus, dass sie erst sp\u00e4t M\u00fctter wurden und die Karriere bereits vorher ins Rollen gebracht hatten. Wenn man sich Ruf und Position erst mal erarbeitet hat, kann man mal kurz ein Kind und ein Jahr Elternzeit einschieben. Die Mutter mit den drei Kindern hatte zwei Kinder bereits im Studium bekommen und danach die Karriere gestartet. Das dritte Kind war dann eine sp\u00e4te \u00dcberraschung. Im Prinzip musste auch sie also nur ein kleines Kind mit der Karriere vereinbaren. (Ich wei\u00df: kleine Kinder, kleine Sorgen, gro\u00dfe Kinder usw. Aber wenn z.B. ein Teenager krank ist, kann man den in der Regel auch alleine zuhause lassen.)<\/p>\n<p>Zweifellos haben die Frauen alle einen stressigen Alltag und zweifellos ist es auch mit nur einem Kind anstrengend. Allerdings wird es ja immer dann schwierig, wenn der Alltag gest\u00f6rt wird. Eine Mutter erz\u00e4hlte, wie sie eine Woche Krankheit des Kindes \u00fcberbr\u00fcckt haben ohne zu viel Wichtiges bei der Arbeit zu vers\u00e4umen.\u00a0 Ich dachte zur\u00fcck an den letzten Winter: Anfang Dezember war der Schwimmkurs von Sohn1 beendet. Ich hatte mir vorgenommen, dass wir weiterhin regelm\u00e4\u00dfig ins Schwimmbad gehen. In der folgenden Woche hatte Sohn1 Mittelohrentz\u00fcndung und dann im Wechsel immer einer der drei S\u00f6hne irgendeine Erk\u00e4ltung. Das n\u00e4chste Mal im Schwimmbad waren wir dann im April. Da ginge es also nicht\u00a0 darum, eine Woche kindkrank zu \u00fcberbr\u00fccken, sondern vier Monate kindkrank. Und eigentlich war dieser Winter gar nicht so schlimm. Ich erinnere mich noch an Winter, in denen wir gef\u00fchlt jede Woche mit irgendwem beim Kinderarzt sa\u00dfen.<br \/>\nDie andere erz\u00e4hlte, dass die Nachbarin oder die Sekret\u00e4rin auch schon mal bei kurzfristigen Terminen die Kinderbetreuung \u00fcbernommen haben. Sowas ist eben mit einem Kind noch relativ unproblematisch. Aber wer nimmt den spontan und kurzfristig gleich drei?<br \/>\nUnd dann die Kindertermine: Da sind dann im Dezember\/Juli Weihnachtsfeiern\/Sommerfeste von Kindergarten, Schule und Nachmittagsbetreuung. Im Oktober und Februar ist f\u00fcr jedes Kind ein Elternabend. Alle Kinder werden zu Geburstagen eingeladen, zu denen sie hingebracht und abgeholt werden m\u00fcssen und Geschenke brauchen. Alle Kinder haben irgendwann feste Termine (Sport,&#8230;), zu denen irgendwer den Fahrdienst machen muss.<br \/>\nUnd da sind ja auch noch die N\u00e4chte. Klar schlafen die Kinder theoretisch irgendwann durch. Praktisch gibt es aber auch jetzt noch N\u00e4chte, in denen wir mehrfach aufstehen (&#8222;Ich muss aufs Klo.&#8220; &#8222;R\u00e4b\u00e4h, Mama!&#8220;, &#8222;Ich hab was schreckliches getr\u00e4umt!&#8220;, &#8222;Ich hab Durst!&#8220;, &#8222;Mama, kuscheln!&#8220;, &#8222;Mein Bett ist nass.&#8220;, &#8222;Ich brauch Nasenspray.&#8220;, &#8222;ICH KANN NICHT MEHR EINSCHLAFEN!!!&#8220;, usw.) Auf jeden Fall tragen sie dazu bei, das ich inzwischen gar nicht mehr versuche Sachen noch &#8222;gschwind abends&#8220; fertig zu machen. Abends bin ich n\u00e4mlich HUNDEM\u00dcDE!<\/p>\n<p>Der Alltag mit mehreren Kindern ist also ohnehin logistisch schon anspruchsvoll und manchmal hat man tats\u00e4chlich das Gef\u00fchl, er ist eine einzige Ausnahmesituation. Ich kenne hier, in Schwaben auf dem Land, eigentlich keine M\u00fctter (Alleinerziehende ausgenommen) mit mehreren Kindern , die \u00fcberhaupt Vollzeit arbeiten, geschweige denn welche, die Karriere machen. Gibt es die nicht? Die Karrierefrauen mit mehreren Kindern? Die Mehrfachm\u00fctter, die Karriere machen? Ist Vereinbarkeit nur mit einem Kind m\u00f6glich? <strong>Bitte zeigt mir Gegenbeispiele!<\/strong><\/p>\n<p>Zusatz: Immerhin bleibt positiv zu bemerken, dass Vereinbarkeit von einem Kind mit ambitionierter Arbeit, inzwischen wohl langsam akzeptiert wird. Vielleicht schaffen wir es ja, dass das in Zukunft auch mit mehreren Kindern geht.<\/p>\n<p>Noch ein Zusatz: Ich sehe mich selbst bei der Diskussion etwas au\u00dfen vor, da ich ja den Luxus genie\u00dfe, dass D. die Erziehungsarbeit allein \u00fcbernimmt, wenn ich arbeite. Kranke Kinder hindern mich so meistens nicht am Arbeiten und Ausw\u00e4rtstermine sind auch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit habe ich eine Podiumsdiskussion besucht, bei der es um Vereinbarkeit oder Kind und Karriere ging. Eingeladen waren drei M\u00fctter, die ambitioniert in leitenden oder personalf\u00fchrenden Positionen arbeiten. Zwei hatten je ein Kind, die dritte war Dreifachmutter. 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