{"id":4458,"date":"2016-05-31T09:40:05","date_gmt":"2016-05-31T07:40:05","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=4458"},"modified":"2016-05-31T12:27:03","modified_gmt":"2016-05-31T10:27:03","slug":"also-wenn-ich-kinder-haette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/also-wenn-ich-kinder-haette\/","title":{"rendered":"&#8222;Also, wenn ich Kinder h\u00e4tte&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;&#8230; dann w\u00fcrde ich mich auch drum k\u00fcmmern wollen!&#8220; Das ist ein Satz, den ich erstaunlich oft h\u00f6re. Meistens merkt mein Gegen\u00fcber gar nicht, dass mir damit gerade mein Lebensmodell schlecht geredet wird. Mich meinen sie damit n\u00e4mlich nicht. Schlie\u00dflich ist bei uns ja der Papa zuhause und das sei ja dann genau so gut. Ich kann \u00fcber sowas nur noch schmunzeln. Wo kommt dieser Irrglaube her, man w\u00fcrde sich, weil man arbeiten geht, nicht um die Kinder k\u00fcmmern. Oder sich nicht drum k\u00fcmmern m\u00fcssen. Weil V\u00e4ter das fr\u00fcher so gemacht haben? Haben Sie das denn? Denken die, ich komme von der Arbeit nach Hause, setze mich hin und wimmele die Kinder ab, weil ich mein 8h-Soll fremdbestimmter Zeit schon erf\u00fcllt habe? Der Tag hat allerdings 24 Stunden. Selbst wenn ich 9,5 Stunden au\u00dfer Haus bin (Arbeit, Pause, Fahrzeit), bleiben immer noch 14,5 Stunden, die ich mich um meine Kinder k\u00fcmmern darf. Wenn ich am Nachmittag nach Hause komme, stehen manchmal alle drei da und wollen was von mir. Einer will Hilfe bei den Hausaufgaben, einer will zum Spielplatz gehen und der dritte vor Freude hoch springen und mich 100 Mal fragen, ob ich mit dem &#8222;Atto fahn?&#8220; bin. Nat\u00fcrlich ist das nicht jeden Tag so. Manchmal ist einer unterwegs bei Freunden, einer schl\u00e4ft auf dem Sofa, weil er &#8222;gar nicht m\u00fcde&#8220; war und der dritte kriegt einen Wutanfall, weil er kein neues Eis kriegt, nachdem er seins in einem anderen Wutanfall durch die Gegend geschmissen hat. Was ich damit sagen will: ich bin einen Teil des Tages nicht da, aber ich habe dennoch nicht das Gef\u00fchl, mich nicht um meine Kinder zu k\u00fcmmern. Ich kontrolliere Rechenaufgaben, mache Vesperbrote, putze schmierige H\u00e4nde ab, wechsele Windeln, stehe nachts auf, wenn jemand weint, klebe Pflaster auf. Genauso, wie D. das auch macht. Und wie alle anderen Eltern das auch machen. Die Liste l\u00e4sst sich beliebig erweitern. Ich mache das alles eben nicht 24 Stunden am Tag, sondern nur 14,5 Stunden. In der Zeit, in der ich bei der Arbeit bin, ist Sohn1 6,5 Stunden in Schule inkl. Wegzeit und Kernzeitbetreuung. Etwa einmal die Woche geht Sohn1 direkt nach der Schule einen Freund besuchen und anschlie\u00dfend zum Sport. Zuhause ist er dann gegen 19 Uhr, etwa 11,5 Stunden, nachdem er morgens das Haus verlassen hat. Und er wird gerade erst sieben. Je \u00e4lter und selbst\u00e4ndiger er wird, umso mehr Zeit wird er ohne uns unterwegs sein. Sohn2 ist theoretisch ebenfalls 6,5 Stunden betreut (praktisch ist er nicht gleich morgens um 7:30 Uhr dort) und mit Wegezeiten mindestens 7 Stunden unterwegs. Oft schl\u00e4ft er nachmittags ein. Wir reden hier beim &#8222;nicht selbst um die Kinder k\u00fcmmern&#8220; also um 2,5 bis 3 Stunden t\u00e4glich, in denen die Kinder frei w\u00e4ren f\u00fcr K\u00fcmmern und in denen ich nicht da bin. Gut, wir haben auch noch Sohn3, der bisher nicht in den Kindergarten geht und deshalb die volle Zeit (minus Mittagschlaf) zum K\u00fcmmern verf\u00fcgbar ist. Da die U3-Gruppe in unserem Kindergarten letztes Jahr geschlossen wurde (ja, hier auf dem Land gab es zu viele Betreuungspl\u00e4tze), ist Kindergarten im Moment auch keine Option. Er w\u00fcrde aber gerne gehen, das k\u00f6nnt ihr mir glauben. Und dann g\u00e4lte das ganze auch f\u00fcr ihn.<\/p>\n<p>Um zum Punkt zu kommen: Sich um Kinder zu k\u00fcmmern ist nicht gleichbedeutend damit, sich mit den Kindern gleichzeitig am gleichen Ort aufzuhalten. Man kann sich n\u00e4mlich auch erstaunlich gut NICHT um Kinder k\u00fcmmern, obwohl man anwesend w\u00e4re. Es k\u00fcmmert mich IMMER, wie es unseren Kindern geht. Tag und Nacht. Ich muss nicht zuhause sein, um Termine f\u00fcr die Kinder zu machen oder Fahrdienste abzukl\u00e4ren. Sich um Kinder k\u00fcmmern hei\u00dft nicht, den ganzen Tag neben ihnen zu sitzen und ihre H\u00e4ndchen zu halten. Wenn man mir also mal wieder jemand durch die Blume unterstellen will, ich w\u00fcrde mich zugunsten meiner Karriere (muahaha) nicht um die Kinder k\u00fcmmern, kann ich nur wissend l\u00e4cheln. Die wissen n\u00e4mlich nichts!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;&#8230; dann w\u00fcrde ich mich auch drum k\u00fcmmern wollen!&#8220; Das ist ein Satz, den ich erstaunlich oft h\u00f6re. Meistens merkt mein Gegen\u00fcber gar nicht, dass mir damit gerade mein Lebensmodell schlecht geredet wird. Mich meinen sie damit n\u00e4mlich nicht. Schlie\u00dflich ist bei uns ja der Papa zuhause und das sei ja dann genau so gut. 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