{"id":4431,"date":"2016-05-09T10:37:08","date_gmt":"2016-05-09T08:37:08","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=4431"},"modified":"2016-05-09T22:42:38","modified_gmt":"2016-05-09T20:42:38","slug":"sorry-ich-muss-doch-noch-was-sagen-zum-muttertagswunsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/sorry-ich-muss-doch-noch-was-sagen-zum-muttertagswunsch\/","title":{"rendered":"Sorry, ich muss doch noch was sagen zum #muttertagswunsch"},"content":{"rendered":"<p>Ich muss ja sagen, dass mir die Muttertagsw\u00fcnsche auf twitter ziemlich egal waren. Da wurden eben Mi\u00dfst\u00e4nde aufgezeigt und W\u00fcnsche ge\u00e4u\u00dfert. Aber dann las ich <a href=\"http:\/\/modeste.me\/2016\/05\/08\/mama-modeste-regt-sich-auf\/\" target=\"_blank\">diesen Artikel<\/a> dazu und jetzt muss ich doch noch was dazu schreiben. Viele der Forderungen im Artikel finde ich richtig, allerdings finde ich, dass die Muttertagsw\u00fcnsche der anderen zu Unrecht schlecht geredet werden. Ich hab hier mal ein paar Zitate kommentiert:<\/p>\n<blockquote><p>Ihr meint doch nicht wirklich, dass jemand in 20 oder 25 Stunden Teilzeit genau so tolle H\u00e4user bauen, Prozesse f\u00fchren oder regieren kann, wie jemand, der das 40, 50 oder 60 Stunden tut?<\/p><\/blockquote>\n<p>Das mit dem Regieren in Teilzeit ist vielleicht in der Tat schwierig. Bei den anderen Beispielen muss ich sagen: doch, ich glaube, dass man in Teilzeit genauso tolle H\u00e4user bauen und Prozesse f\u00fchren kann, nur eben nicht so viele. Man kann in 50 % der Arbeitszeit eben auch nur 50 % der Arbeit erledigen, aber die Qualtit\u00e4t muss darunter nicht leiden!<\/p>\n<blockquote><p>&#8230; eine Kollegen als genauso verl\u00e4sslich gesch\u00e4tzt wird, bei der man nie so ganz genau wei\u00df, ob sie am Montagmorgen erscheint, oder sich wegen eines kranken Kindes abmeldet. Haltet ihr es denn wirklich f\u00fcr zumutbar, dass dieser Frau genauso wichtige, zeitkritische und verantwortungsvolle Projekte \u00fcbertragen werden, wie jemandem, der nur ein Zehntel dieser Ausfalltage hat?<\/p><\/blockquote>\n<p>Kollegen, die unzuverl\u00e4ssig sind, sind immer schlecht. Ich w\u00fcrde das aber nicht prim\u00e4r an Kindern fest machen. Bei uns sind die KollegInnen mit Kindern in der Regel sehr zuverl\u00e4ssig und vor allem sehr belastbar. Kinderlose melden sich ja auch unerwartet krank und fallen l\u00e4nger aus. Dass unzuverl\u00e4ssige MitarbeiterInnen weniger Verantwortung bekommen, ist klar. Allerdings ist es falsch, den Eltern und vor allem den M\u00fcttern gleich den &#8222;unzuverl\u00e4ssig&#8220;-Stempel aufzudr\u00fccken.<\/p>\n<blockquote><p>Und glaubt ihr denn in vollem Ernst, dass es richtig ist, jemanden, der nicht oder kaum in die Rentenkasse eingezahlt hat, sp\u00e4ter genauso viel auszuzahlen, wie jemandem, der jahrzehntelang jeden Morgen zur Arbeit gegangen ist?<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich glaube an die Solidarit\u00e4t. Ja, ich finde es asozial, sowas von kinderlosen Doppelverdienern zu h\u00f6ren, die sp\u00e4ter eine fette Rente ausgezahlt bekommen, obwohl sie nur einen Teil des Generationenvertrags erf\u00fcllt haben. Sie haben zwar ordentlich eingezahlt, aber nicht daf\u00fcr gesorgt, dass auch sp\u00e4ter noch Einzahler da sind. Selbst Familien, wo beide Eltern \u00fcber weite Teile ihres Erwachsenenlebens erwerbst\u00e4tig waren und eingezahlt haben, stehen im Alter finanziell schlechter da, als Kinderlose. Ich finde das &#8222;dann geh halt arbeiten und jammer nicht&#8220;-Argument in unserem heutigen Deutschland nicht angebracht. Eine fl\u00e4chendeckende Rundum-Kinderbetreuung gibt es eben (noch?) nicht. &#8222;Ganztagesbetreuung&#8220; in der Schule bedeutet hier z.B. 7:30-15:30. Ferienbetreuung deckt in den gro\u00dfen Ferien nur 50 % der Zeit ab und endet bereits um 13:30. In unterschiedlichen Einrichtungen liegt die Betreuung auch zu unterschiedlichen Zeiten. F\u00fcr uns ergibt sich dieses Jahr in den Sommerferien z.B. ein Zeitraum von 5 Wochen, in dem immer mindestens ein Kind ohne Betreuung ist. Sowas macht eine Vollzeitbesch\u00e4ftigung von beiden Eltern unm\u00f6glich, wenn man keine Gro\u00dfeltern vor Ort hat, die die Betreuung \u00fcbernehmen. Und nicht jede Vollzeitbesch\u00e4ftigung wirft genug ab, dass man sich zus\u00e4tzlich noch Tagesm\u00fctter oder Nannys leisten kann. Gerade in betreuenden oder pflegenden Berufen liefert eine l\u00fcckenlose Vollzeitbesch\u00e4ftigung bis ins Rentenalter eine Rente knapp \u00fcber dem Existenzminimum. Und zus\u00e4tzliche private Rentenversicherungen sind vom Gehalt bei gleichzeitigen Betreuungskosten f\u00fcr die Kinder, nicht in notwendiger H\u00f6he m\u00f6glich.<br \/>\nEs geht hier nicht darum, den Eltern, die keiner Vollzeitbesch\u00e4ftigung nachgehen k\u00f6nnen oder wollen ein Rentnerleben in Saus und Braus zu finanzieren. Es geht darum, dass die Erziehungsleistung der Eltern in dem jetzt bestehenden System von Kindergarten und Schule honoriert wird. Schulen und Kinderg\u00e4rten verlassen sich ganz selbstverst\u00e4ndlich auf die Mitarbeit von Eltern. Kuchen backen und verkaufen zur Finanzierung von Spielger\u00e4ten, Ausfl\u00fcgen und Klassenfahrten, Begleitpersonen bei Ausfl\u00fcgen, Fahrdienste zu Ausw\u00e4rtsaktivit\u00e4ten, Mitgestaltende bei Projekttagen und Aufsichtspersonen bei Sporttagen. Das alles wird kostenlos von Eltern geleistet. In der Regel von den Eltern, die nicht Vollzeit arbeiten. Ich bin froh, dass meinen Kindern solche Dinge erm\u00f6glicht werden, weil andere Eltern Zeit dazu haben. Klar w\u00e4re es w\u00fcnschenswert, das sowas von fest angestelltem Fachpersonal geleistet w\u00fcrde, aber davon sind wir eben noch weit entfernt. Solange das Schulsystem sich auf die Mitarbeit und Verf\u00fcgbarkeit von Eltern st\u00fctzt, finde ich die staatlichen F\u00f6rderungen f\u00fcr Familien noch viel zu gering.<\/p>\n<blockquote><p>Ich w\u00fcnsche mir weiter, dass V\u00e4ter und M\u00fctter gleiche Ausfallrisiken haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ja, das w\u00fcnsche ich mir auch. Au\u00dferdem w\u00fcnsche ich mir, dass akzeptiert wird, dass es im Menschenleben Zeiten gibt, in denen man f\u00fcr die Erwerbsarbeit ausf\u00e4llt. Ich w\u00fcnsche mir, dass verstanden wird, dass auch Menschen die mehrere Monate zu Hause sind, im Anschluss gute Arbeit leisten und nicht &#8222;raus sind&#8220;. Ich w\u00fcnsche mir, dass Teilzeitkr\u00e4fte verantwortungsvolle Aufgaben \u00fcbertragen bekommen, die sie im Rahmen ihrer Arbeitszeit erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Ich w\u00fcnsche mir, dass solange das Schulsystem durch Elternarbeit gest\u00fctzt wird, diejenigen Eltern die das leisten, daf\u00fcr auch im Rentensystem honoriert werden. Ich w\u00fcnsche mir aber vor allem, dass die Modelle &#8222;Vollzeitarbeit&#8220; und &#8222;Vollzeiteltern&#8220; nicht mehr als kontr\u00e4re Modelle einer Lebensf\u00fchrung gesehen werden, sondern als tempor\u00e4re M\u00f6glichkeiten im Erwerbsleben von Menschen, die auf verschiedenste Art und Weise kombiniert werden k\u00f6nnen. Ich w\u00fcnsche mir, dass die, f\u00fcr die im Leben alles gut gelaufen ist, im Blick behalten, dass andere schlechtere Bedingungen haben. Ich w\u00fcnsche mir, dass das st\u00e4ndige &#8222;Ich will nicht f\u00fcr eure Kinder\/eure Rente bezahlen!!!&#8220; aufh\u00f6rt. Warum wiegeln wir uns gegeneinander auf? Es gibt andere Bereiche in denen &#8222;unser&#8220; Geld auf viel sinnlosere Art verschleudert wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich muss ja sagen, dass mir die Muttertagsw\u00fcnsche auf twitter ziemlich egal waren. Da wurden eben Mi\u00dfst\u00e4nde aufgezeigt und W\u00fcnsche ge\u00e4u\u00dfert. Aber dann las ich diesen Artikel dazu und jetzt muss ich doch noch was dazu schreiben. 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