{"id":3828,"date":"2015-02-26T12:34:38","date_gmt":"2015-02-26T11:34:38","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=3828"},"modified":"2024-02-08T17:08:57","modified_gmt":"2024-02-08T16:08:57","slug":"der-erste-elternabend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/der-erste-elternabend\/","title":{"rendered":"Der erste Elternabend"},"content":{"rendered":"<p>Gestern war Elternabend in der Schule. F\u00fcr die Eltern der dieses Jahr schulpflichtigen Kinder. Der Termin wurde, vermutlich damit man sich schon mal an die Informationspolitik der Schule gew\u00f6hnt, eine gute Woche vorher bekannt gegeben. Man hat ja so als Eltern sowieso keine Hobbys, keine Verpflichtungen und grunds\u00e4tzlich nichts zu tun. Nun gut. So sa\u00df ich also um 19 Uhr (ok, ein paar Minuten sp\u00e4ter) mit 40 anderen Eltern im ungeheizten Foyer der Schule und h\u00f6rte mir an, wie toll die Schule ist. Nun wei\u00df ich, dass die Lehrer sich bem\u00fchen eine angstfreie Atmosph\u00e4re zu schaffen (ist das nicht nett?), dass es Eltern gibt, die ihre Kinder ins Klassenzimmer verfolgen, um ihnen die Handschuhe auszuziehen, dass die Sch\u00fcler sich saubere Toiletten w\u00fcnschen und der Schulchor ganz toll ist. Au\u00dferdem wei\u00df ich, dass Deutsch, Mathe, MNK, Englisch, Sport und Religion unterrichtet wird. MNK wurde vor zehn Jahren aus den F\u00e4chern Musik, Kunst (oder BK und TW, wie das bei uns damals hie\u00df) und Sachunterricht zu einem Fach kombiniert. Die Schulleiterin fand offensichtlich, dass sei eine dumme Kombination und lie\u00df die F\u00e4cher einfach weiter getrennt unterrichten. Im neuen Bildungsplan, der dann ab dem Schuljahr 2016\/17 gilt, gibt es dann wieder Sachkunde, Kunst und Musik getrennt. Begr\u00fcndung: die Zusammenfassung zu MNK hat ja gar nichts gebracht. Vermutlich, weil die Zusammenfassung in einem Gro\u00dfteil der Grundschulen gar nicht stattgefunden hat. Aber ist mir im Prinzip recht oder einfach egal. Letztendlich lernen sie doch das gleiche, egal, wie die F\u00e4cher hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Dann z\u00e4hlte die Schulleiterin auf, was man k\u00f6nnen sollte um schulf\u00e4hig zu sein. &#8222;Aber machen sie da jetzt nicht im Kopf\u00a0 H\u00e4kchen, was ihr Kind schon kann und was nicht!&#8220; Ich h\u00f6re zu und mache im Kopf H\u00e4kchen. Daf\u00fcr, dass wir gar nicht abhaken sollen, was unsere Kinder schon k\u00f6nnen, h\u00f6re ich ganz sch\u00f6n oft &#8222;Das sollten sie zuhause immer mal wieder spielerisch \u00fcben.&#8220;\u00a0 Ich wei\u00df jetzt auch, dass ich es nicht mehr als sch\u00f6n akzeptieren soll, wenn mein Sohn beim Ausmalen \u00fcber den Rand malt, sondern ihn drauf hinweisen soll, dass er das besser k\u00f6nne. Aber klar, wer von uns ist nicht wegen unsauberen Ausschneidens und \u00fcber den Rand Malens fast durchs Abi gefallen.<\/p>\n<p>Der H\u00f6hepunkt des Abends: die Eltern d\u00fcrfen Fragen stellen. Zuerst wird sich erkundigt, warum bei Klaus* in Klasse zwei andere Kinder S\u00fc\u00dfigkeiten in der Brotdose haben d\u00fcrfen und ob man das nicht verbieten k\u00f6nne. Ebenso werden bei Klaus in Klasse zwei zu Geburtstagen Spielsachen verteilt statt Muffins. Warum dass den so sei. Die Schulleiterin verweist zur Beantwortung der Fragen freundlich auf den Elternabend von Klausens Klasse zwei. Anschlie\u00dfend fragt eine Mutter (&#8222;Ich bin ja Lehrerin am Gymnasium&#8230;&#8220;) ob die Kinder denn gleich die korrekte Rechtschreibung lernten oder ob die Schule dieses furchtbare Konzept des Schreibens wie H\u00f6ren verfolgte. Keine Sorge, ab Klasse zwei wird Rechtschreibung gelernt. Ein Vater fragt, warum die Kinder sich montags morgens im Foyer versammeln und nicht irgendwo anders (ich habe nur halb zugeh\u00f6rt, denn ich musste ein Wort bei Wordfeud legen), weil er es aus irgendwelchen Gr\u00fcnden woanders (so wie es auch fr\u00fcher gewesen sei!) besser f\u00e4nde. Ich merke mal wieder, dass mich viele Details \u00fcberhaupt nicht in dem Ma\u00dfe interessieren wie andere Eltern.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sind auch die Fragen alle beantwortet und es kommt zum wichtigsten Teil des Abends: man darf sich nun seinen Termin f\u00fcr die Schulanmeldung abholen. Der ist in anderthalb Wochen und fest zugeteilt. Ich erkenne hier wieder deutlich die Tendenz zum sp\u00e4ten Ank\u00fcndigen von wichtigen Terminen. Aber man hat ja keine Hobbys und vor allem keine Arbeit als Eltern. Wir sind nachmittags dran. Am Geburtstag vom Schl\u00f6kerich. Bin ich froh, dass wir keine Party geplant haben. Die w\u00e4re jetzt n\u00e4mlich geplatzt. Da ich den Termin auch ohne Party sehr doof finde, tausche ich mit einer anderen Mutter. Jetzt sind wir fr\u00fch morgens dran. Immerhin das klappt ganz unb\u00fcrokratisch.<\/p>\n<p>Das anschlie\u00dfende Klassenzimmerbegutachten spare ich mir, weil zuhause zwei Jungs aufs Gute Nacht, einer aufs Einschlafstillen und (meinem Magen am wichtigsten) eine Gem\u00fcselasagne aufs Gegessen werden warten.<\/p>\n<p>Ein paar n\u00fctzliche und sinnvolle Informationen gab es trotzdem. Mindestens einen vern\u00fcnftigen Satz habe ich geh\u00f6rt, n\u00e4mlich: Wenn das Kind seine Hausaufgaben nicht machen will, soll es sie eben nicht machen und das selbst mit der Lehrerin kl\u00e4ren. Finde ich gut. Das angef\u00fcgte &#8222;Da muss es sich dann selbst daf\u00fcr verantworten!&#8220; der Schulleiterin, habe ich einfach schnell vergessen. Auch steht der Einschulungstermin im September schon fest und wurde, ganz entgegen der sonstigen Informationspolitik, bekannt gegeben. Ist noch eine Menge Zeit um Urlaub zu beantragen, Memory zu spielen und ausschneiden und ausmalen zu \u00fcben. Und alle kommenden Elternabende finden hoffentlich in beheizten R\u00e4umen statt.<\/p>\n<p>*Name ge\u00e4ndert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern war Elternabend in der Schule. F\u00fcr die Eltern der dieses Jahr schulpflichtigen Kinder. Der Termin wurde, vermutlich damit man sich schon mal an die Informationspolitik der Schule gew\u00f6hnt, eine gute Woche vorher bekannt gegeben. Man hat ja so als Eltern sowieso keine Hobbys, keine Verpflichtungen und grunds\u00e4tzlich nichts zu tun. Nun gut. 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