{"id":350,"date":"2007-12-13T14:16:00","date_gmt":"2007-12-13T12:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/pendelalltag\/"},"modified":"2007-12-13T14:16:00","modified_gmt":"2007-12-13T12:16:00","slug":"pendelalltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/pendelalltag\/","title":{"rendered":"Pendelalltag"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man t\u00e4glich Zug f\u00e4hrt gibt es viele Dinge, die einem auf die Nerven gehen. Als ich mit Pendeln angefangen habe, haben mich die Durchsagen an jeder Haltestelle genervt. &#8222;Meine Damen und Herren, in K\u00fcrze erreichen wir&#8230;&#8220;. Die Anschlussm\u00f6glichkeiten in M\u00fchlacker interessieren mich n\u00e4mlich herzlich wenig. Inzwischen kann ich das einfach ausblenden, es sei denn ich sitze direkt unter dem Lautsprecher. Was mich dagegen immer noch nervt, ist, dass der Schaffner dann wenn&#8217;s ihm passt zum Fahrkarten kontrollieren vorbei kommt. Besonders schlimm ist es, wenn er morgens so sp\u00e4t erst kommt, dass es sich danach nicht mehr lohnt noch mal die Augen zu zu machen, aber noch so fr\u00fch, dass der Bahnhof noch nicht zu sehen ist. <br \/>Wirklich nervig ist auch, wenn man mal wieder knapp zum Zug kommt und einem von der Anzeigetafel &#8222;heute leider ohne Wagen 10&#8220; entgegenleuchtet. Dann gibt&#8217;s n\u00e4mlich nicht genug Sitzpl\u00e4tze. Und vor allem ist das &#8222;heute&#8220; meist gelogen. Letzte Woche fuhr mein Zug ganze dreimal in Folge &#8222;heute leider ohne Wagen 10&#8220;. Und als ich am n\u00e4chsten Tag dann eine Stunde sp\u00e4ter gefahren bin, fuhr der Zug &#8222;heute leider ohne Wagen 255&#8220;. <br \/>Auch nicht viel besser ist die Anzeige &#8222;Ersatzzug&#8220;. Als Ersatzzug werden n\u00e4mlich meistens alte 1.Klasse-Wagen als 2.Klasse eingesetzt. Im Prinzip nicht schlecht, aber dann gibt es weniger Sitzpl\u00e4tze pro Wagen. Und das bedeutet meist, es gibt keinen Sitzplatz f\u00fcr mich. <br \/>Aber der gr\u00f6\u00dfte Feind des Pendlers ist der Reisende! Reisende haben viel Gep\u00e4ck dabei, lassen das im Gang oder auf dem Sitz stehen, weil sie nicht damit rechnen, dass der Zug so voll wird. Oder sie legen ihre Jacken und Taschen neben sich ab und schauen noch genervt, wenn man sie bittet den Platz frei zu machen. Reisende laufen planlos durch den Zug, weil sie nicht damit gerechnet hatten, dass im Abschnitt A die erste Klasse h\u00e4lt. Reisende halten den Schaffner auf. Die Pendler mit den Zeitkarten sind in k\u00fcrzester Zeit kontrolliert, aber die Reisenden, die packen die Fahrkarte dann aus, wenn der Schaffner schon daneben steht. Der m\u00f6chte die BahnCard dazu sehen, also wird nochmal in der Tasche rumgekramt. Oder besser noch, der Reisende hat ein Onlineticket. (Ok, ich nutze auch Online-Tickets, wenn ich reise, aber ich wei\u00df zumindest, dass Pendler davon genervt sind.) Da muss der Schaffner erstmal sein seltsames Allzweck-Fahrkartendingsbums bem\u00fchen, den Code einscannen, die Karte durchziehen, drei mal ok klicken, das Allzweck-Fahrkartendingsbums wieder wegpacken und dann noch umst\u00e4ndlich den Zettel abstempeln. Und dann haben die Reisenden am Ende noch bl\u00f6de Fragen. &#8222;Auf welches Gleis muss ich dann? Wielange hab&#8216; ich Zeit zum umsteigen?&#8220; Man, das steht alles im Faltblatt &#8222;Ihr Reiseplan&#8220; oder bestenfalls sogar auf der Fahrkarte. Und w\u00e4hrenddessen sitz ich da, habe bereits seit f\u00fcnf Minuten meine Fahrkarte in der Hand und will die nur schnell wieder wegpacken k\u00f6nnen um weiter zu schlafen. Belustigend finde ich es allerdings, wenn Reisende mit der falschen Fahrkarte im Zug sitzen und im schlimmsten Fall komplett nachl\u00f6sen m\u00fcssen. Die ewig gleichen Diskussionen: &#8222;Aber ich hab&#8216; doch extra gefragt.&#8220;, &#8222;Heute morgen ging&#8217;s doch auch.&#8220;, &#8222;Das stand nirgends!&#8220;. Doch, das steht auf der Fahrkarte, das heute morgen war mit Sicherheit ein Regionalzug und es hat bestimmt niemand behauptet, das sei der richtige Zug. Also nochmal zum Mitschreiben: Regionalzug &#8211; ROT, Fernverkehrszug &#8211; WEISS. <br \/>W\u00e4hrend Pendler meist ruhigen Besch\u00e4ftigungen wie lesen, arbeiten oder schlafen nachgehen, unterhalten sich Reisende gerne, entweder mit ihren Mitreisenden laut gackernd oder sie versuchen einem Pendler ein Gespr\u00e4ch aufzudr\u00fccken. Pendler sind aber sehr seltsame Kreaturen und im Pendelumfeld \u00e4u\u00dfert unkommunikativ, werden also nicht gerne von anderen angesprochen. Nachdem die Reisenden einen dann mit ihren Ger\u00e4uschpegel genervt haben, springen sie auch noch sofort bei der Ansage ihres Zielbahnhofs auf, kruschteln ihre Sachen zusammen und stellen sich an die T\u00fcr. Das schafft Unruhe, denn Pendler schauen bei der Ansage nur kurz aus dem Fenster, stellen fest, das drau\u00dfen gerade mal Gr\u00f6tzingen vorbei rauscht und widmen sich wieder ihren Aktivit\u00e4ten. Aufgestanden wird bei Einfahrt in den Bahnhof. Allerdings gibt es auch noch die Reisenden, die im Faltblatt nachgelesen haben, dass der Zug eine Viertelstunde im Bahnhof steht, bevor er wieder zur\u00fcck f\u00e4hrt. Die stehen dann erst ganz sp\u00e4t auf und suchen ihr Zeug erst zusammen, wenn schon fast alle ausgestiegen sind. Das f\u00fchrt dann dazu, dass der Strom der Aussteigenden abrei\u00dft und von drau\u00dfen schon die ersten reindr\u00e4ngen. Mitten im Menschenstrom von beiden Seiten steht dann der Reisende mit seinem Koffer und bahnt sich mit Panik in den Augen und viel Gewalt den Weg nach drau\u00dfen. <br \/>Das alles m\u00fcsste nicht sein, wenn die Bahn endlich mal meine grandiose Idee verwirklichen w\u00fcrde, die Reisende und Pendler im Zug r\u00e4umlich trennt. Ich w\u00fcnsche mir Wagen, die nur mit Zeitkarte betreten werden d\u00fcrfen, in denen es keine Ansagen \u00fcber Unterwegsbahnh\u00f6fe gibt und die Fahrkartenkontrolle immer sofort beim Einsteigen automatisch durch Abscannen eines Strickcodes erfolgt. Das w\u00e4re doch mal was.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man t\u00e4glich Zug f\u00e4hrt gibt es viele Dinge, die einem auf die Nerven gehen. Als ich mit Pendeln angefangen habe, haben mich die Durchsagen an jeder Haltestelle genervt. &#8222;Meine Damen und Herren, in K\u00fcrze erreichen wir&#8230;&#8220;. 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