{"id":2071,"date":"2011-08-30T11:27:19","date_gmt":"2011-08-30T09:27:19","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=2071"},"modified":"2011-08-30T11:27:19","modified_gmt":"2011-08-30T09:27:19","slug":"auf-dem-spielplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/auf-dem-spielplatz\/","title":{"rendered":"Auf dem Spielplatz"},"content":{"rendered":"<p>In unserem Wohngebiet gibt es einen gro\u00dfen Spielplatz auf dem wir viel Zeit verbringen. Meistens kommen wir erst am fr\u00fchen Abend, da der Spielplatz den ganzen Tag in der prallen Sonne liegt. Der Kleine kennt den Weg schon von alleine und hat ein paar Freunde dort. Das Miteinander der Kinder klappt hier meistens sehr gut, auch wenn die Kinder zwischen anderthalb und zehn Jahre alt sind. Spielzeug wird getauscht und geteilt und es wird R\u00fccksicht genommen. Ganz anders ist das alles am Wochenende. Da kommen sehr viele Familien, die den Spielplatz als Station oder Ziel ihres Wochenendausfluges nutzen. Hier sind erstaunlich oft doofe Kinder dabei. An einem hei\u00dfen Tag neulich steuerte unser Kleiner gleich auf die Wasserrinne im Sandkasten zu. Dort hopst er gerne in die von anderen Kindern gegrabenen T\u00fcmpel und schaufelt Sand hin und her. Nur war da diesmal schon ein anderer kleiner Junge. Der kriegte sofort die Panik in die Augen, als er sah, dass da jemand in &#8222;seiner&#8220; Wasserrinne spielen wollte. Er hat sich dann in der folgenden Zeit immer in einem Abstand von unter einem Meter zu unserem Kleinen aufgehalten und ihm regelm\u00e4\u00dfig mitgeteilt, an welchen Stellen er graben darf und an welchen Stellen nicht. Dabei hat der Junge dort nirgends etwas gebaut gehabt. Manchmal bauen \u00e4ltere Kinder ganz kunstvolle Wasserlandschaften und da weisen wir den Kleinen dann darauf hin, dass er nichts kaputt machen soll. Aber bei einem Junge, der einfach nur die Wasserrinne bewacht, damit niemand sonst damit spielt, sehe ich keine Veranlassung meinen Sohn vom Buddeln abzuhalten. Die Eltern des Jungen wiesen ihn auch immer wieder darauf hin, dass das nicht seine Rinne w\u00e4re und andere Kinder da genauso spielen k\u00f6nnen. Schlie\u00dflich meinte die Mutter, sie hoffe, dass ihm mal jemand f\u00fcr sein Verhalten eine reinhaut. Das fand ich schon etwas hart. Naja, sie sind dann einfach gegangen und der Kleine konnte plantschen wo er wollte.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes kam dann Sammy. Sammy wohnt sogar auch irgendwo in unserem Wohngebiet, l\u00e4sst sich aber nur sehr selten auf dem Spielplatz sehen. Der Kleine spielte immernoch in der Wasserrinne und inzwischen war auch eine seiner gro\u00dfen Freundinnen gekommen. Sie schaufelten Sand und Wasser und kochten Suppe. Sammy kam dann dazu, hat sich das kurz angeschaut und dann erstmal eine Schaufel Wasser \u00fcber das M\u00e4dchen gekippt. Die brachte das an den Rand ihrer Fassung, weil sie weder schmutzige noch nasse Klamotten mag. Sammys Mutter wies ihn darauf hin, dass sie doch ausgemacht h\u00e4tten, dass er sowas nicht macht. Sammy war wenig beeindruckt und kippte wenig sp\u00e4ter eine Schaufel Wasser \u00fcber unseren Kleinen, der das aber nur mit einem emp\u00f6rten &#8222;Heee!&#8220; kommentierte. Sammy spielte dann eine Weile mit seinem Wassereimer und die beiden anderen kochten weiter Suppe. Irgendwann war Sammy wohl wieder langweilig und er kippte einen ganzen Eimer Wasser \u00fcber das M\u00e4dchen, die daraufhin anfing zu weinen und sich nicht beruhigen wollte. Sammys Mutter k\u00fcndigte an nach Hause zu gehen, wenn er damit nicht aufh\u00f6rte. Aber auch als unser kleiner einen Eimer Matschwasser abbekam, bewegte sich die Mutter nicht von ihrem Fleck. Das erstaunlichste an Sammy war aber, mit welcher Boshaftigkeit er die Wasseraktionen startete. Das war kein Nassspritzen zum Spa\u00df, sondern ein Nassspritzen, damit der andere sich \u00e4rgert. Wenn seine Mutter rief er solle aufh\u00f6ren, murmelte er mit ernstem Gesicht und so, dass seine Mutter es nicht h\u00f6rte &#8222;Nein!&#8220;. Sp\u00e4ter nahm Sammy sich dann den Bagger des Kleinen. Ich dachte mir nichts dabei, da Spielzeug verleihen unter den Kindern sonst kein Problem ist und normalerweise ja auch die Eltern drauf schauen, dass das Spielzeug nicht mutwillig besch\u00e4digt oder weggetragen wird. W\u00e4hrend wir dann an anderer Stelle auf dem Spielplatz waren, hat Sammy ausgiebig mit dem Bagger gespielt. Ich kam gerade zur\u00fcck, als er mit dem Bagger auf den Rutschenturm klettern wollte. Dreimal habe ich ihm mitgeteilt, dass ich nicht m\u00f6chte, dass er mit dem Bagger da hoch geht. Da oben ist n\u00e4mlich nichts zum baggern und irgendwie hatte ich die Bef\u00fcrchtung, dass er lediglich die Flugeigenschaften des Baggers aus drei Metern H\u00f6he testen wollte. Es ist zwar nur ein Second Hand Bagger, aber der Kleine liebt ihn. Und neu kosten die Dinger 40 Euro, also kein Ein-Euro-Made-in-China-Wegwerfplastikprodukt. Widerwillig gab er den Bagger dann her. Die Ladeklappe war abgerissen und der Laderaum mit Matsch zuzementiert. Gl\u00fccklichweise habe ich die Klappe gleich wiedergefunden, aber etwas ge\u00e4rgert habe ich mich schon. \u00dcber Sammy, der so wenig sorgsam mit fremdem Spielzeug umgeht und \u00fcber die Mutter, der es v\u00f6llig egal war, was ihr Sohn treibt. Ich bedaure es nicht, dass Sammy nicht \u00f6fter auf dem Spielplatz ist.<\/p>\n<p>Wenn ich mir diese Kinder so anschaue, dann entsteht bei mir der Eindruck, dass einigen einfach Spielplatzerfahrung fehlt. Sie haben nie gelernt Spielraum und eigenes Spielzeug zu teilen. Sie kennen den Umgang mit kleineren Kindern nicht. Im Kindergarten ist es ja nicht das Gleiche. Da sind immer die Erzieher da, die eingreifen und das Spielzeug geh\u00f6rt dem Kindergarten. Und es best\u00e4rkt mich darin, dass unser Kleiner Sozialverhalten sehr gut auf dem Spielplatz lernen kann und es kein Mangel ist, dass er erst mit zweieinhalb in den Kindergarten kommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserem Wohngebiet gibt es einen gro\u00dfen Spielplatz auf dem wir viel Zeit verbringen. Meistens kommen wir erst am fr\u00fchen Abend, da der Spielplatz den ganzen Tag in der prallen Sonne liegt. Der Kleine kennt den Weg schon von alleine und hat ein paar Freunde dort. 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