{"id":2008,"date":"2011-07-29T12:08:17","date_gmt":"2011-07-29T10:08:17","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=2008"},"modified":"2011-07-29T12:08:17","modified_gmt":"2011-07-29T10:08:17","slug":"macht-ultraschall-linkshander","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/macht-ultraschall-linkshander\/","title":{"rendered":"Macht Ultraschall Linksh\u00e4nder?"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe schon \u00f6fter geh\u00f6rt oder gelesen, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sch\u00e4dlich f\u00fcr das Kind sein sollen. Da ich selbst mit Ultraschall arbeite, hat es mich interessiert, was genau an den Untersuchungen als sch\u00e4dlich angesehen wird. Wenn man im Internet ein bisschen sucht, findet man verschiedene Artikel, die alle fast einen identischen Wortlauf haben. <a href=\"http:\/\/www.zentrum-der-gesundheit.de\/ultraschall-ia.html#eintrag\" target=\"_blank\">Einen<\/a> habe ich jetzt mal genauer durchgeschaut, werde daraus zitieren und ein paar Dinge erkl\u00e4ren.<\/p>\n<blockquote><p>Der Ultraschallbereich liegt zwischen 20.000 Hz und 1.000 MHz. Einige Tiere, wie z. B. Hunde, Wale und Flederm\u00e4use, haben         einen H\u00f6rbereich, der teilweise im Ultraschallbereich liegt.                    Allerdings verursacht pr\u00e4nataler Ultraschall sekund\u00e4re  Schwingungen in der Geb\u00e4rmutter einer Frau, die das Kind h\u00f6ren kann.  Diese Ger\u00e4usche         haben die Lautst\u00e4rke eines U-Bahn-Zuges, der in eine Station  einf\u00e4hrt \u2013 n\u00e4mlich 100 Dezibel.<\/p><\/blockquote>\n<p>Laut meinen Informationen verwendet man beim medizinischen Ultraschall Frequenzen von \u00fcber 500 kHz. Ich bezweifle, dass ein Ungeborenes diese Frequenzen h\u00f6ren kann. Auch werden zur Anregung der Ultraschallpulse Spannungen im mV-Bereich verwendet. Wir verwenden bei unseren Untersuchungen an Metallen und Kunststoffen hierf\u00fcr Energien von bis zu 900 V und trotzdem ist es uns noch nie gelungen, einen h\u00f6rbaren Schall dabei zu erzeugen. Wie hierbei ein Schalldruck von 100 Dezibel entstehen soll, ist mir ein R\u00e4tsel. Ich w\u00fcrde sogar behaupten, das widerspricht dem Gesetz der Energieerhaltung. Au\u00dferdem m\u00fcsste ein Ger\u00e4usch, dass im Mutterleib 100 Dezibel erreicht, auch au\u00dferhalb des Bauches h\u00f6rbar sein. Schlie\u00dflich h\u00f6rt man auch seinen Magen knurren und der knurrt gewiss nicht mit 100 Dezibel. Im Artikel ist hier eine Fu\u00dfnote gesetzt. Den als Quelle angegebenen Artikel im New Scientist konnte ich allerdings nicht finden. Die angegebene Autorin hat im Jahr 2001 stolze 77 Artikel im New Scientist ver\u00f6ffentlicht. Keiner davon besch\u00e4ftigt sich mit Ultraschall.<\/p>\n<p>Es werden Sch\u00e4digungen genannt, die durch die Verwendung von Ultraschall enstehen k\u00f6nnen. Eine davon:<\/p>\n<blockquote>\n<ul>\n<li>erh\u00f6hte Linksh\u00e4ndigkeit aufgrund ung\u00fcnstiger Auswirkungen auf die         Gehirnentwicklung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/blockquote>\n<p>Mir war gar nicht klar, dass Linksh\u00e4ndigkeit eine Behinderung ist. Ausserdem gab es auch schon vor Ultraschalluntersuchungen Linksh\u00e4nder.<\/p>\n<blockquote><p>Bei der Untersuchung der Gehirne der beschallten M\u00e4use entdeckten die  Forscher,         dass die Ultraschallwellen die Gehirnentwicklung massiv st\u00f6ren.  Neu gebildete Gehirnzellen finden im Sch\u00e4del ihre korrekte Position  nicht und         verirren sich an Orte, wo sie nicht hingeh\u00f6ren.<br \/>\nJe l\u00e4nger die Beschallung dauerte, umso gr\u00f6\u00dfer war die Chance solcher Verirrungen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich habe den hier zitierten Artikel gelesen.Von &#8222;massiv st\u00f6ren&#8220; kann keine Rede sein. Es ist die Rede von einer kleinen Anzahl von Neuronen, die an falschen Positionen sitzen. Dazu ist allerdings zu erw\u00e4hnen, dass die M\u00e4use mehr als 30 Minuten bishin zu 420 Minuten beschallt worden waren. Aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe des Schallkopfes im Vergleich zum M\u00e4usehirn, ist das gesamte Hirn dem Schall ausgesetzt. Dies ist beim fetalen Ultraschall bei Menschen nicht der Fall. Au\u00dferdem werden nie solche langen Schallzeiten erreicht. Selbst bei l\u00e4ngeren Untersuchungen wie z.B. der Feindiagnostik wird nie eine Stelle des Kindes so lange beschallt. Tats\u00e4chlich kommt der Artikel zu folgendem Schluss:<\/p>\n<blockquote><p>However, given the marked differences in the volume of brain exposed and the duration of constant exposure, not to mention the biological differences between mice and humans, we view as highly unlikely the possibility that the present findings speak directly to risks of fetal US as currently practiced in competent and responsible centers.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>Jedoch sehen wir es, anhand der gegebenen Unterschiede im beschallten Hirnvolumen und der Dauer der konstanten Beschallung, nicht zu erw\u00e4hnen die biologischen Unterschiede zwischen M\u00e4usen und Menschen, als sehr unwahrscheinlich an, dass die vorgestellten Ergebnisse auf ein Risiko bei fetalen Ultraschalluntersuchungen, wie sie derzeit an kompetenen und zuverl\u00e4ssigen Stellen durchgef\u00fchrt werden, hindeuten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Um, wie die Autorin des verlinkten Artikels, anhand dieser Ver\u00f6ffentlichung auf eine massive St\u00f6rung der Hirnentwicklung zu kommen, ist sehr selektives Lesen erforderlich.<\/p>\n<blockquote><p>Bereits in den 1970er und 1980er Jahren untersuchte die R\u00f6ntgenologin  Dr. Doreen Liebeskind vom New York Albert Einstein College of Medicine         Zellen in einer N\u00e4hrl\u00f6sung, die 30 Sekunden lang niedrig  dosierten Ultraschallimpulsen ausgesetzt wurden. Dabei beobachtete sie  Ver\u00e4nderungen         im Zellaussehen und in der Mobilit\u00e4t der Zellen, abnormalen  Zellwuchs und abnormale Chromosomen, von denen einige an die n\u00e4chste  Generation         weitergegeben wurden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auch hier habe ich mir die M\u00fche gemacht, eine der angegebenen Quellen zu lesen. Als erstes f\u00e4llt hier auf, dass Dr. Liebeskind die Zellen nicht, wie hier behauptet 30 Sekunden, sondern 30 Minuten beschallt hat. Die beobachteten Effekte, waren zwar klein, aber signifikant. Jedoch weist Dr. Liebeskind darauf hin, dass die Ergebnisse nicht direkt auf fetale Ultraschalluntersuchungen \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, da die Beschalldauer sehr lang war. Das Ergebnis der Studie ist lediglich, dass Ultraschall nicht so harmlos sein k\u00f6nnte, wie bisher angenommen.<\/p>\n<blockquote><p>Ultraschall basiert auf einer unnat\u00fcrlichen sch\u00e4digenden technischen Strahlung, wie sie nirgends in der Natur vorkommt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist schlicht falsch. Ultraschall kommt sehr wohl in der Natur vor, z.B. nutzen ihn Flederm\u00e4use und Delfine. Au\u00dferdem handelt es sich bei Ultraschall um keine Strahlung, sondern um Schallwellen. Das wird \u00fcber den gesamten Artikel immer wieder vermischt.<\/p>\n<blockquote><p>Was ist denn vom Ultraschall zu erwarten, der im Prinzip eine  niederfrequente technische Mikrowelle ist, von der man wei\u00df, dass sie  auf         zweifache Weise zerst\u00f6rt, einerseits durch den thermischen  Effekt bzw. die Art der Hitzeerzeugung und andererseits durch den  nicht-thermischen         Effekt der Strukturzerst\u00f6rung im Zellgewebe. Die Ursache dieser  Zerst\u00f6rung liegt in der Widernat\u00fcrlichkeit der Strahlungen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Gleich im n\u00e4chsten Absatz zeigt sich die Unwissenheit der Autorin erneut. Eine Mikrowelle ist eine elektromagnetische Welle, eine Ultraschallwelle, wie eben erw\u00e4hnt, eine Schallwelle. Der thermische Effekt, den wir alle vom Mikrowellenherd kennen, ist beim Ultraschall sehr gering und aufgrund der minimalen Energien bei der medizinischen Diagnostik zu vernachl\u00e4ssigen. Aber auch elektromagnetische Wellen sind keine widernat\u00fcrliche Strahlung. Sonnenlicht, W\u00e4rmestrahlung und auch nat\u00fcrliche radioaktive Strahlung z\u00e4hlen z.B. dazu. Wie wir alle wissen, kann auch nat\u00fcrliche UV-Strahlung den menschlichen K\u00f6rper sch\u00e4digen, ebenso wie radioaktive Strahlung. Eine Sch\u00e4digung tritt nicht aufgrund einer Widernat\u00fcrlichkeit ein.<\/p>\n<blockquote><p>Verschiedene Studien zeigen, dass pr\u00e4natale Ultraschalldiagnostik eine   enorm hohe Fehlerquote aufweist, was diese Diagnostik zus\u00e4tzlich          \u00e4u\u00dferst fragw\u00fcrdig macht.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Autorin zitiert hier eine Studie, die belegt, dass in der Schweiz 87 % aller kindlichen Fehlbildungen mit Ultraschall im Vorfeld erkannt werden. Von einer hohen Fehlerquote kann also nicht die Rede sein. Vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass nicht jede Fehlbildung \u00fcberhaupt mit Ultraschall erkannt werden kann.<\/p>\n<blockquote><p>Von jeglicher routinem\u00e4\u00dfigen Anwendung von Ultraschall sollte dringend  abgeraten werden. Ultraschall sollte nur zum Einsatz kommen, wenn dies         wirklich n\u00f6tig und hilfreich ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und wann genau ist es nun n\u00f6tig und hilfreich?<\/p>\n<p>Fazit: Ich habe den Artikel des &#8222;Zentrum der Gesundheit&#8220; gelesen. Au\u00dferdem habe ich die angebenen Quellen, wenn sie zu finden waren und existierten ebenfalls gelesen. Jedoch f\u00fchren sie mich zu einem anderen Ergebnis. Ich denke das Risiko f\u00fcr das Kind durch eine Ultraschalluntersuchung ist gering. Es gibt Hinweise, dass sich l\u00e4ngere Beschallungszeiten und hohe Energien negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken k\u00f6nnen, jedoch liegen diese Zeiten jenseits von den in der pr\u00e4natalen Diagnostik \u00fcblichen. Wer trotzdem ein schlechtes Gef\u00fchl hat bei den Ultraschalluntersuchungen, sollte es eben lassen. Stresshormone sind ja auch nicht gut f\u00fcrs Kind.<\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Probbe, K.:<\/strong> Ultraschall &#8211; Geburtsmedizin auf dem Holzweg. In: Nexus Magazin, vol. 12, August-September 2007 \u00fcber: <a href=\"http:\/\/www.zentrum-der-gesundheit.de\/ultraschall-ia.html#eintrag\" target=\"_blank\">Zentrum der Gesundheit<\/a><\/p>\n<p><strong>Liebeskind, D. Bases, R. Mendez, F., Elequin, F., Koenigsberg, M.: <\/strong>Sister Chromatid Exchanges in Human Lymphocytes After Exposure to Diagnostic Ultrasound. In: Science 205, p. 1273-1275, 1979<\/p>\n<p><strong>Caviness, V.S., Grant, P.E.: <\/strong>Our unborn children at risk?. In: Proc. Nat. Acad. Science\u00a0 US, vol. 103, no. 34, p. 12661-12662, 2006<\/p>\n<p><strong>Raupach, K., Zimmermann, R.:<\/strong> Ursachenanalyse bei Fehldiagnosen in der pr\u00e4natalen Sonographie und daraus resultierende Schlussfolgerungen f\u00fcr das Qualit\u00e4tsmanagement der pr\u00e4natalen sonographischen Diagnostik. In: Ultraschall in Med., vol. 25, p. 438-443, 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe schon \u00f6fter geh\u00f6rt oder gelesen, dass Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sch\u00e4dlich f\u00fcr das Kind sein sollen. Da ich selbst mit Ultraschall arbeite, hat es mich interessiert, was genau an den Untersuchungen als sch\u00e4dlich angesehen wird. Wenn man im Internet ein bisschen sucht, findet man verschiedene Artikel, die alle fast einen identischen Wortlauf haben. 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