{"id":1780,"date":"2011-02-10T10:04:01","date_gmt":"2011-02-10T09:04:01","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=1780"},"modified":"2011-02-10T10:04:01","modified_gmt":"2011-02-10T09:04:01","slug":"die-nachbarschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/die-nachbarschaft\/","title":{"rendered":"Die Nachbarschaft"},"content":{"rendered":"<p>Ich war diese Woche auf einem Nachbarschaftsstammtisch. Der findet seit ein paar Monaten regelm\u00e4\u00dfig statt und endlich habe ich es auch mal geschafft. Eine seltsame Veranstaltung, bei der ich mich etwas fehl am Platz f\u00fchlte. Zwischen den ganzen Einfamilienhausbesitzern (&#8222;Habt ihr auch Probleme mit M\u00e4usen?&#8220;, &#8222;Sind Eure Fenster auch immer so schmutzig?&#8220;), Selbstdarstellern (&#8222;ICH organisiere dann mal einen Fussballnachmittag f\u00fcr Kinder!&#8220;) und \u00fcbermotivierten Fast-Rentnern (&#8222;Also Mittwochs treffen wir uns zum Walken.&#8220;, &#8222;N\u00e4chstes Mal kommt dann jemand und h\u00e4lt einen Vortrag \u00fcber&#8230;&#8220;) konnte ich mich noch am ehesten mit den jungen Eltern identifizieren. Die sprachen sogar ein konkretes Problem an. Im Bebauungsplan des Wohngebiets waren Kindergarten und Schule eingetragen. Die Schule ist inzwischen fast fertig gebaut. Nur waren wir nicht als einzige \u00fcberrascht, als mitgeteilt wurde, dass es sich hierbei nicht etwa um eine Grundschule, sondern um eine Berufsschule handelt. Die n\u00e4chste Grundschule ist \u00fcber einen Kilometer entfernt. Vermutlich kann man von Grundsch\u00fclern erwarten\u00a0 eine solche Strecke zu laufen. Allerdings sind dabei mehrere stark befahrene Stra\u00dfen zu \u00fcberqueren und es geht ordentlich bergauf. Die Eltern der schulpflichtigen oder fast schulpflichtigen Kinder haben sich deshalb schon mit Stadt und Landkreis in Verbindung gesetzt. Einen Schulbus wird es nicht geben. Daf\u00fcr ist die Polizei mit ein paar Kindern den Weg abgelaufen, um ihnen den sichersten Weg zu zeigen. Bei der \u00dcberquerung der ersten Stra\u00dfe fiel der Polizei auf, dass die Gr\u00fcnphase der Fu\u00dfg\u00e4ngerampel k\u00fcrzer ist als vorgeschrieben. Eigentlich muss man dr\u00fcberrennen, um nicht die H\u00e4lfte der Stra\u00dfe bei rot zu \u00fcberqueren. Auf die Verkehrsinsel in der Mitte der Stra\u00dfe passen maximal zwei Personen. Hat man die Stra\u00dfe geschafft, l\u00e4uft man eine Weile auf einem Fu\u00dfweg, der an zwei Stellen als Ein- und Ausfahrt eines Parkhauses dient. Schlecht einsehbar nat\u00fcrlich. Dann m\u00fcssen wieder zwei Stra\u00dfen \u00fcberquert werden. Teilweise ohne Ampel. Da wo eine Ampel ist, ist sie ung\u00fcnstig geschaltet. Die vordere Ampel gr\u00fcn, die hintere rot und die Verkehrsinsel winzig. Oder eben umgekehrt. Und dann geht es noch ordentlich den Berg hoch. Kinder brauchen f\u00fcr die Strecke etwa eine halbe Stunde. Unterrichtsbeginn ist teilweise schon um 7:45 Uhr, d.h. die Eltern schicken ihre Kinder um kurz nach sieben aus dem Haus. Im Winter ist es da noch dunkel und der Fu\u00dfweg in unserem Wohngebiet hat keine Stra\u00dfenbeleuchtung. Alles nicht so optimal, ich kann verstehen, dass die Eltern besorgt sind. Dar\u00fcber wurde nun bei diesem Stammtisch diskutiert. Das war ganz herrlich zum Kopfsch\u00fctteln. &#8222;Mir sin des fr\u00fcher au gloffe!&#8220;, &#8222;Wenn die Leute heute meinen, ihre Kinder k\u00f6nnten mit f\u00fcnf schon in die Schule gehen, dann sollten sie auch daf\u00fcr sorgen, dass ihre Kinder dann mit dem Stra\u00dfenverkehr umgehen k\u00f6nnen!&#8220;, &#8222;Die Kinder brauchen doch eh Bewegung!&#8220;. Dabei geht ist nicht um die L\u00e4nge der Strecke und auch nicht darum, die Kinder vom Stra\u00dfenverkehr fernzuhalten, sondern darum, dass die Situation f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger in B\u00f6belfingen schrecklich ist. Teilweise steht man einfach auf der Stra\u00dfe, w\u00e4hrend man auf gr\u00fcn wartet, weil es noch nicht mal Verkehrsinseln gibt. Die Autos fahren oft zu schnell und biegen mal eben noch bei dunkelorange ohne zu schauen ab. Ist uns alles nicht erst einmal passiert.<br \/>\nBisher ist nur ein Bruchteil des Wohngebiets bebaut. In den n\u00e4chsten 10 Jahren ist der Zuzug von vielen jungen Familien zu erwarten. Der geplante Kindergarten bietet Platz f\u00fcr 90 Kinder. Aber an eine Schule oder einen gesicherten Schulweg hat niemand gedacht? Der Vorschlag des Landkreises war, die Eltern sollten doch einen Vertrag mit einem Taxiunternehmen machen. Die fahren die Kinder dann zur Schule, f\u00fcr sechs Euro pro Taxi. Macht bei vollbesetztem Taxi also 1,50 pro Kind und Fahrt. Also 60 Euro im Monat pro Kind. Na danke, f\u00fcr mehr als ein Kind, kann man sich das aber nicht leisten. Aber bei unserer durchschnittlichen Verweildauer in einer Wohnung, bin ich guter Dinge, dass wir zum Schuleintritt des Kleinen bereits woanders wohnen.<br \/>\nDas war er also, mein erster Stammtisch. Ich wurde noch belehrt, dass ich mir die Glasscherben auf dem Kinderspielplatz einbilde und am Ende wurden alle zu einem Gruppenfoto gen\u00f6tigt, welches im neuen Flyer ver\u00f6ffentlich werden soll. Selbstverst\u00e4ndlich hat niemand gefragt, ob man mit der Ver\u00f6ffentlichung des Fotos einverstanden ist. Ich bin gespannt wie sich das weiterentwickelt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war diese Woche auf einem Nachbarschaftsstammtisch. Der findet seit ein paar Monaten regelm\u00e4\u00dfig statt und endlich habe ich es auch mal geschafft. Eine seltsame Veranstaltung, bei der ich mich etwas fehl am Platz f\u00fchlte. 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