{"id":1765,"date":"2011-02-03T10:57:30","date_gmt":"2011-02-03T09:57:30","guid":{"rendered":"http:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/?p=1765"},"modified":"2011-02-03T10:57:30","modified_gmt":"2011-02-03T09:57:30","slug":"kind-sein-im-zeitalter-der-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alaskagirl.de\/wordpress\/kind-sein-im-zeitalter-der-kommunikation\/","title":{"rendered":"Kind sein im Zeitalter der Kommunikation"},"content":{"rendered":"<p>Als Kinder waren wir manchmal nachmittags alleine zuhause. Da fanden wir es lustig Telefonstreiche zu machen. Wir haben einfach zuf\u00e4llig Nummer gew\u00e4hlt (manchmal haben wir die sogar ausgew\u00fcrfelt), irgendwelchen Quatsch erz\u00e4hlt und wieder aufgelegt. Der Nachbarsjunge hat manchmal sogar l\u00e4ngere Gespr\u00e4che mit den Leuten gef\u00fchrt, Rollen gespielt und improvisiert. Und im Hintergrund immer eine Horde\u00a0 gackernder Kinder. Wir hatten damals kein Telefon mit Lautsprecher. Ich wei\u00df nicht mal, ob es das schon gab. So konnten die Zuschauer die Reaktionen der Angerufenen auch immer nur erahnen. Nat\u00fcrlich durften wir keine Telefonstreiche machen. Aber das war vor Rufnummer\u00fcbermittlung, vor <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vermittlungstechnische_Leistungsmerkmale_%28%C3%B6ffentliche_Netze%29#.C3.9Cbermittlung_der_Rufnummer.2FRufnummernanzeige_.28CLIP.29\" target=\"_blank\">CLIP<\/a> und vor Einzelverbindungsnachweisen. Wir waren also v\u00f6llig auf der sicheren Seite. Die Kinder heutzutage haben es damit schon schwerer. Um Telefonstreiche zu machen, m\u00fcssen sie erstmal lernen, wie man das Senden der Rufnummer unterdr\u00fcckt. Als n\u00e4chstes m\u00fcssen sie wissen, wie man die Wahlwiederholungsliste l\u00f6scht und dann noch hoffen, dass die Eltern den Einzelverbindungsnachweis nicht so genau anschauen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Telefonstreiche sind ja Telefone in den H\u00e4nden kleiner Kinder. Fr\u00fcher hatten die Telefone noch W\u00e4hlscheiben. F\u00fcr kleine H\u00e4nde war es bestimmt schwieriger dort eine lange Nummer zu w\u00e4hlen, als es auf den heutigen Tastentelefonen ist. Klar haben kleine Kinder auch mal irgendwo angerufen, aber auch hier gab es keine Rufnummer\u00fcbermittlung und keine Einzelverbindungsnachweise. Und das Kind hat bei Fremden angerufen. Bei den heutigen Telefonen und Handys ist man mit zwei Tastendr\u00fccken im Adressbuch und kann da jemand anrufen. Da ruft dann das Kind nicht morgens um sechs fremde Meschen an, was einem vielleicht kurz peinlich ist, sondern es ruft Menschen an, die man kennt. Freunde, die hinterher genau sehen k\u00f6nnen, wer einen um sechs Uhr aus dem Bett gescheucht hat. Unser Kleiner hat schon mehrmals die erste Nummer in meinen Adressbuch angerufen. Gl\u00fccklicherweise noch nicht um sechs Uhr morgens, aber ungl\u00fccklicherweise ist es eine Nummer im Ausland. Vorsichtshalber habe ich jetzt meine eigenen Nummer ganz vorne hin gespeichert, so dass er nun mit meiner Mailbox telefonieren kann (wovon er sehr begeistert ist). Und w\u00e4hrend ich mich noch f\u00fcrchte, dass er doch wieder jemandem im Ausland anruft, f\u00e4llt mir ein, dass er aufgrund seines Namens wohl auch mal an erster Stelle in den Adressb\u00fcchern seiner Freunde stehen wird. Dann wird er mal derjenige sein, der von den Kindern seiner Freunde angerufen wird. Und dann gleicht sich doch alles irgendwie wieder aus. Oder nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als Kinder waren wir manchmal nachmittags alleine zuhause. Da fanden wir es lustig Telefonstreiche zu machen. Wir haben einfach zuf\u00e4llig Nummer gew\u00e4hlt (manchmal haben wir die sogar ausgew\u00fcrfelt), irgendwelchen Quatsch erz\u00e4hlt und wieder aufgelegt. Der Nachbarsjunge hat manchmal sogar l\u00e4ngere Gespr\u00e4che mit den Leuten gef\u00fchrt, Rollen gespielt und improvisiert. 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