Äpfel und Orangen

Ich hab am Freitag den ersten Teil der S21-Schlichtung angeschaut. Es war interessanter als ich vermutet hatte. Und mir ist was aufgefallen, wozu im Gespräch keiner was gesagt hat. Es ging um den Vergleich der Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofs mit dem Durchgangsbahnhof. Dafür wurden Simulationen durchgeführt, die zum Ergebnis kommen, dass der Durchgangsbahnhof 1/3 leistungsfähiger ist. Zugrundegelegt werden Zughaltezeiten im Bahnhof, die im Kopfbahnhof mit 4 bis 6 Minuten im Durchgangsbahnhof mit 1 bis 2 Minuten angenommen wurden. Diese Zeiten werden von den Gegnern als unrealistisch angesehen. Nun sollte also die Bahn erklären, wie sie auf diese Zahlen kommt. Es wurde viel drumrumgelabert, aber wenn ich das richtig verstanden habe, dann wurden im Kopfbahnhof die längeren Zeiten gewählt, weil man das ja realistisch betrachten müsste und ein Zugführer sogar 9 Minuten brauche, wenn er von vorne nach hinten läuft. Für die Simulation des Durchgangsbahnhofs hat man dann aber die Mindeshaltzeiten aus irgendeinem Simulationshandbuch gewählt. Ob die irgendwie realistisch sind, weiß man nicht. Das heißt also, dass hier Simulationen verglichen werden, die mit verschiedenen Randbedingungen berechnet wurden. Hab ich das falsch verstanden oder warum hat das keiner kritisiert? Da kann man ja nur die nette (nein, ich schreib jetzt kein böses Wort)  Frau Gönner zitieren: „Sie vergleichen hier nicht nur Äpfel mit Birnen, sondern Äpfel mit Orangen.“

Herbst

Es ist kalt, windig, nass. Die Bäume sind bunt. Es ist Herbst. Und abends riecht es schon eindeutig nach Winter. In letzter Zeit habe ich öfter in blogs gelesen wie toll der Herbst doch sei. Und immer wieder komme ich zu dem Schluss: Leute, die den Herbst toll finden, leben definitiv nicht ohne Auto. Ich kann dem absolut nichts abgewinnen, mir morgens auf dem Fahrrad die Hände abzufrieren und mit zwei Kapuzen den Gehirnfrost abzuwehren. Noch schlimmer ist es bei Regen, wenn man dann schon nass in der S-Bahn sitzt. Und die zehn Minuten Fußweg zum Einkaufen sind bei strömendem Regen genauso unangenehm wie bei beißendem Wind. Und das blabla, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Was nützt mir denn eine regendichte Winterjacke gegen die eiskalten Regentropfen, die einem innerhalb von Minuten die Gesichtszüge einfrieren und einen glauben lassen, man erfriere auf den 300 Metern bis zur Wohnung. Klar kann man hinterher gemütlich einen Kaffee im Warmen trinken, aber ganz ehrlich, ich trink meinen Kaffee lieber im Sommer auf dem Balkon.
Man kann jetzt auch nicht mehr einfach die Balkontür auflassen, sondern muss sie gefühlte 300 mal am Tag für die Katzen auf und zu machen. Wenn der Kleine dann hinterher will, muss man ihn erst komplett für draußen anziehen und wenn er fünf Minuten später genug hat, alles wieder ausziehen. Sowieso ist das ständige Aus- und Anziehen nervig. Da wird gejammert und gestrampelt. Und ich denke: Ich weiß doch, Kleiner Mann, ich bin auch ein Sommerkind.

Krabbelgespräche

Gestern haben wir uns also zur ersten Wissenschaftlerinnenkrabbelgruppe getroffen. Es waren nur zwei andere Mütter da. Ich muss noch rausfinden, was mit den anderen los war. Eine hat schon eine mail geschrieben, dass sie es nicht geschafft hat, wegen eines kranken Kindes. Ja, mit sowas muss man eben auch rechnen bei Müttern. Verspätungen wegen voller Windeln, nassem Kind, zu langem Mittagsschlaf oder ähnlichem sind da an der Tagesordnung. Aber auch zu dritt war es sehr interessant. Keine Fragen nach Schlafgewohnheiten, Essgewohnheiten, sondern danach, wie das Kind betreut ist, wer wie lange arbeitet, was die Doktorarbeiten machen. Ich wurde einerseits beneidet, dass unser Kleiner beim Papa ist, anderseits mit großen Augen angeschaut, weil ich Vollzeit arbeite. Da wurde ich dann gefragt ob ich dass „muss“. Irgendwie lustig. Ja ich „muss“ schon, wenn wir nicht jeden Cent dreimal umdrehen wollen, aber werden Männer auch gefragt, ob sie Vollzeit arbeiten „müssen“? Die Männer der anderen Mütter arbeiten nämlich auch Vollzeit.
Ein weiteres Thema war: „Was hat Dein Chef dazu gesagt, dass Du schwanger warst?“ Gerade in der Wissenschaft ist es oft schwierig wenn jemand ausfällt, da es Projekte gibt, die bearbeitet werden müssen und die Mitarbeiter direkt für die Projekte vorgesehen sind. Wenn dann jemand ausfällt, ist das schwer zu kompensieren und deshalb kann es sein, dass Chefs nicht gerade glücklich sind über Schwangerschaften ihrer Mitarbeiterinnen. Wie es aussieht, reagieren die meisten Chefs trotzdem gut. Die Ausnahme war mein damaliger direkter Vorgesetzter, der meinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Zum Glück hatte der aber auch noch einen Vorgesetzten, der die Verlängerung dann durchgesetzt hat.
Während sich die meisten Frauen beim ersten Kind noch einen Kopf machen was der Chef sagt, ob der Zeitpunkt gut ist, ob der Einstieg in den Beruf wieder klappt, denken sie bei der Planung des zweiten Kindes schon „egoistischer“. Gestern meinte eine, dass sie hofft in eine höhere Position zu kommen und hofft dass die Vergabe der Posten passiert, ehe sie wieder schwanger ist. Aber danach richten wollte sie ihre Familienplanung nicht. Diese Einstellung habe ich schon bei einigen Frauen kennengelernt und vertrete sie selbst. Viele Arbeitgeber sehen sich selbst als die großen Gönner, die netterweise den Angestellten Arbeit bieten. Allerdings ist es oftmals genau andersrum. Qualifizierte Arbeitskräfte sind schwer zu finden und eigentlich kann der Arbeitgeber froh sein, wenn seine Angestellten die Arbeit für ihn (gerne) erledigen. Gerade im öffentlichen Dienst, wo Ingenieure im Vergleich schlecht bezahlt werden. Und der Ausfall eines Mitarbeiters für mehrere Monate muss zu kompensieren sein. Schließlich gibt es nicht nur Schwangerschaften, sondern es kann auch mal jemand ernsthaft krank werden. Man kann denn Erfolg einer Arbeitsgruppe/Firma nicht darauf aufbauen, dass alle Mitarbeiter immer verfügbar sind. Und wenn man dann Mitarbeiterinnen hat, die nach der Schwangerschaft wieder einsteigen wollen, muss man schon ein Idiot sein, wenn man dem Steine in den Weg legt.

Filmrätselstöckchen 1411

Das Filmrätslestöckchen lebt auch nach 3 Jahren noch und gestern habe ich bei David „Watchmen“ erraten. Was das alles soll, könnt ihr hier nachlesen und welche Filme schon dran waren hier.

Bei mir gibt es jetzt das 1411. Rätsel.


Weiterlesen

Heute nachmittag trifft sich zum ersten Mal eine von mir initiierte Krabbelgruppe. Naja, eigentlich treffen wir uns nicht zum Krabbeln, aber das Ergebnis ist das gleiche. Ich bin seit ein paar Jahren Mitglied im Mentoring-Programm zur Frauenförderung an der Uni. Vor einiger Zeit habe ich einen Workshop zum Thema „Kind und Karriere“ mitgemacht. Damals war ich gerade schwanger, wie auch einige der anderen Teilnehmerinnen. Andere hatten bereits kleine Kinder. Vor zwei Monaten habe ich die anderen Mädels aus dem Workshop angeschrieben, ob wir uns nicht nochmal treffen möchten. Schließlich sind wir inzwischen fast alle praktisch mit dem Thema „Kind und Karriere“ beschäftigt. Es haben sich gleich eine Menge Mädels gemeldet und wenn alle kommen, die eigentlich Zeit hätten, dann treffen wir uns heute zu siebt. Mit Kindern. Ich hatte das Gefühl, dass einige der Anderen wirklich froh darüber waren. Es ist doch so, dass die meisten Mütter, die man auf Spielplätzen und in Krabbelgruppen trifft, andere Probleme haben, als Mütter, die in der Wissenschaft arbeiten. Einerseits hat man Vorteile an der Uni. Teilzeitstellen und flexible Arbeitszeiten sind meistens kein Problem. Allerdings ist man auch eher mal dienstlich den ganzen Tag oder sogar mehrere unterwegs. Projekttreffen und Fachtagungen sind eben nicht für Teilzeitwissenschaftler. Ich bin jedenfalls gespannt was die anderen heute erzählen, wie sich die Kinder verstehen und vielleicht entwickelt sich ja was regelmäßiges daraus.

Kinderlieder

Der Kleine mag Musik. Und er hat sogar schon eine eigene CD. „Kinder brauchen Träume“ von Rolf Zuckowski. Die hat er zum Geburtstag bekommen. Seit neuestem kann er die alleine anschalten. Also Receiver an, DVD-Player an und schon geht’s los. Er freut sich dann und tanzt dazu. Aber ihr glaubt gar nicht, was das für Ohrwürmer sind, diese Kinderlieder. Ich kann sie alle! Also wenn ihr mal jemanden erwischt, der „Sommerzeit, Sommerzeit, und auf einmal ist es soweit…“, „Immer wieder kommt ein neuer Frühling…“ oder „und dann kommt das Ei: Vorbei!“ vor sich hin singt, das bin ich. (Ich glaub, ich muss ihm dringend mal ’ne neue CD besorgen, vielleicht die hier).

KIKA nachts

Mit Kabelfernsehen oder auch mit DVB-T kommt man nicht in den Genuss das Nachtprogramm von KIKA anzuschauen, weil nach Sendeschluss ein anderer Sender läuft. Bei uns z.B. ZDF Neo. Im Urlaub hatten wir Satellitenfernsehen und da kommt auf KIKA nach Sendeschluss Anti-Call-In-TV mit Bernd dem Brot. Sehr gut. Ich finde jeder sollte das sehen!

Am Strand

Ja so ist er, unser Kleiner. Am Strand hat er sich erstmal die schönsten Frauen ausgesucht und sie angeflirtet. Später dann, als sie eingeschlafen waren, hat er sich dann heimlich angeschlichen.

Das Foto ist am Strand Es Trenc entstanden. Vor zwei Jahren wohnten wir auf der einen Seite des Strandes, diesmal auf der anderen Seite im größeren Ort, wo man besser einkaufen kann. Letztes Mal haben wir mit dem Auto die ganze Insel erkundet, diesmal mit Kind, waren wir nur in der näheren Umgebung und viel am Strand. Z.B. in der Platja d‘ es Caragol, die sehr schön, aber nur schwer mit Kinderwagen erreichbar ist. Vom Cap Ses Salines muss man ein ganzes Stück über Felsen oder durch Sand laufen. Aber die holprige Fahrt und langen Strecken mit Kind auf dem Arm haben sich gelohnt. Wir waren am Strand fast alleine. Es gibt dort keine Sonnenschirme und keine Strandbar und ich denke, dass der Strand auch in der Hochsaison nicht so überlaufen ist. Oft waren wir am Strand in der Nähe des Hafens von Colonia St. Jordi an der Platja d’es Dolc. Wir konnten dort gut auch mit Kinderwagen hinlaufen und war meistens war der Strand auch nicht besonders voll. Ohne Kinderwagen kann man noch in die nächsten Buchten laufen. Der Strand direkt am Hafen (Platja d’es Port) ist relativ klein, liegt aber gut geschützt hinter dem Hafenbecken. Einmal hatten wir Sturm und an allen anderen Stränden hing die rote Fahne. Nur hier am Hafen konnte man noch baden. An der anderen Seite von Colonia St. Jordi gibt es noch den Strand Platja Estanys. Da waren wir auch zwei mal, fanden dann aber die Platja d’es Dolc schöner.

An einen „weiter entfernten“ Strand waren wir nur einmal. Wir waren nach Cala Figuera gefahren Auf dem Rückweg wollten wir an den Strand. Kurz hielten wir in der Cala Santanyi. Der Strand ist allerdings sehr klein und war ziemlich voll, so dass wie weiter gefahren sind und schließlich am Strand S’Amarador landeten. Da waren wir vor zwei Jahren auch schon mal. Der Strand ist schön für Kinder, deshalb gab es davon auch eine Menge. Der Kleine hat sich gleich eine paar Schaufeln, Bälle und Fahrzeuge „geliehen“. Die Strandbar hier ist auch sehr gut. Es gibt eine Preisliste, die von der Tourismusbehörde abgezeichnet wurde und die Preise sind dementsprechend human. An anderen Stränden gibt es teilweise überhaupt keine Preislisten und die Getränke kosten das Doppelte wie hier.

Und das war er auch schon fast, unser Urlaub. Sonne, Strand und Meer. Außerdem sind wir viel gelaufen, haben gut gegessen, das erste Mal seit zehn Monaten Privatfernsehen geschaut, Sonnenuntergänge angeschaut und unsere nächste potentielle Ferienwohnung von Ferne besichtigt.

Vom Urlaub zur Arbeit

Die Arbeit hat mich wieder. Nach dem schönen, aber zu kurzen, Urlaub und einer anschließenden Odyssee zu einem wichtigen Termin, sitze ich nun wieder im Büro. Am Wochendene haben wir endlich das Kinderzimmer fertig gemacht. Der Kleine hatte sein Bett bisher noch in unserem Schlafzimmer stehen. Sein Kleiderschrank stand seit Monaten noch in Pappe verpackt an der Wand. Da der Kleine im Urlaub in seinem eigenen Zimmer geschlafen hat und das ganz gut geklappt hatte, wollten wir nicht, dass er sich wieder zu sehr dran gewöhnt bei uns zu schlafen. Also haben wir gestern den Schrank aufgebaut, hingestellt, doch wieder woanders hingestellt, Wickelkommode verschoben, Sofa verschoben, Bettchen rübergetragen, Boden gesaugt und gewischt, Lampe aufgehängt, Spiegel aufgehängt und Kisten weggeräumt. Klingt vielleicht nicht so, war aber doch anstrengend. Ihr könnt ja gerne mal probieren einen Schrank mit einem einjährigen Assistenten aufzubauen. Da wird einem beim Schrauben der Schraubenzieher weggezogen und wenn man ihm dann einen eigenen gibt, dann haut er damit Macken in die Wände seines neuen Schranks (zum Glück die Innenwände). Und sowieso muss er alles erstmal anfassen, wegtragen (wenn’s nicht zu schwer ist), drauf klopfen und drüberlaufen. Und im fertigen Gerüst (ohne Rückwand) , kann man dann wunderbar hin und herrennen. Beim Umräumen hat er dann zum Glück irgendwann seinen Dschungel entdeckt (so ein Spielzeug für Babys) und dort still Musik gehört. Beim Bett rüber tragen, saß er im Bett und beim Putzen hat er auf einer alten Keksdose musiziert. Und dann hat er zum ersten Mal in seinem Zimmer geschlafen. War ganz gut und heute morgen ist er nichtmal mit mir wach geworden. Leider haben wir das Chaos im Kinderzimmer nicht völlig beseitigt, sondern die Reste lediglich verschoben. Jetzt stehen eben ein paar Kisten im Schlafzimmer. Aber das ist ja auch so groß und leer, jetzt wo das Kinderbett nicht mehr drin steht.

Zurück

Wir sind seit gestern wieder da. Ich bin allerdings schon wieder auf dem Sprung und bin erst ab Samstag richtig zu Hause. Der Urlaub war schön. Angefangen hat er etwas stressig, aber dann wurde alles gut. Dazu dann am Samstag mehr. Jetzt erstmal der Beweis, dass die Sonnenuntergänge auf Mallorca doch noch schöner sind als die in Böbelfingen.