Wenn Kinder selbständig werden

Die Überschrift klingt jetzt, als würde ich über Teenager oder junge Erwachsene schreiben. Aber ich schreibe über unsere zwei Jungs (knapp 4 und gut 1 Jahr alt). Die erstaunen mich immer wieder. Im Moment besonders der Kleine, der Schlökerich.

Gestern abend wartete er ungeduldig darauf, dass endlich das Abendessen fertig sei, nur brauchte das noch etwas im Ofen. Und während ich mich suchend umsah, was ich ihm jetzt als kleinen Snack noch reichen könnte, da er wirklich langsam ungehalten wurde, da war er plötzlich still. Er hatte sich die Tortenhaube organisiert, saß gemütlich zwischen Heizung und Papiermülleimer darauf und aß einen Apfel. So mit Schale und allem. Mit seinen viereinhalb Zähnchen. Ob er den von der Arbeitsplatte (vermutlich unter Zuhilfenahme der Tortenhaube) oder aus der Biokiste gemopst hatte, weiß ich nicht. Er war glücklich, hat mehr als die Hälfte davon gegessen und ihn sogar dem leckeren Auflauf vorgezogen.

Seit neuestem hat er auch kapiert, dass wenn jemand Teller zum Tisch bringt, das Essen auch gleich kommt. Dann rennt er zum Tisch und versucht den TrippTrapp vom Herr Gartenhein ranzuschieben. Der steht nämlich meistens an der Wand, weil der Schlökerich sonst hochklettert und auf dem Tisch Schabernack treibt (Gläser um- und rumwerfen, Wasser ausschütten, die Autos seines Bruders anfassen). Er selbst sitzt noch in so einem Kombi-Stuhl-Tisch-Hochstuhl. Wir haben keinen Kleinkindbügel oder -einsatz für den TrippTrapp und deshalb steht sein TrippTrapp (hab ich mal erzählt, dass wir für unsere zwei Original TrippTrapps insgesamt 25 Euro bezahlt haben?) gerade noch bei den Großeltern als Sitzgelegenheit für verschiedene Enkel. Da er aber viel lieber auf dem TrippTrapp sitzt (sobald sein Bruder aufgegessen hat und aufgestanden ist, will er auch aus seinem Stuhl und entert den seines Bruders), müssen sich die Großeltern wohl davon trennen und ihn uns mitbringen.

Und Einschlafen, das leidige Thema, kann er plötzlich. Ohne, dass wir ihn haben in seinem Bettchen alleine plärren lassen. Von heute auf morgen, kann man einfach aus dem Zimmer gehen, nachdem er die Milch getrunken hat. Manchmal macht er sich das Licht wieder an und spielt noch was, manchmal schläft er gleich ein. Seit dieser Woche schläft er auch mit Decke und wenn er beim in sein Bettchen rüberlegen nicht wach wird, meistens auch komplett in seinem Bett. Wenn das so weiter geht, kann er vielleicht doch bald in sein eigenes Zimmer ziehen.

Das Schlökerichzimmer war früher das Zimmer vom Herr Gartenhein. Als der Herr Gartenhein ein großes Bett gekriegt hat und wir feststellten, dass das da nirgendwo anständig hinpasst (zuviel Dachschrägen), hat er auch gleich das Zimmer gewechselt. Sein Kleiderschrank ist damals nicht mit umgezogen. Und da knapp Vierjährige manchmal schwer einzuschätzen sind in ihren Reaktionen, habe ich neulich angefangen den Herr Gartenhein drauf vorzubereiten, dass sein Kleiderschrank bald in sein Zimmer zieht, damit der Schlökerich das andere Zimmer haben kann. Ich hatte Protest erwartet, stattdessen wollte er das Umräumen gleich machen. Und weil Sonntag war und es draußen geregnet hat, haben wir das gleich gemacht. Jetzt fragt er täglich, wann denn der Schlökerich nun ins andere Zimmer zieht. Wir werden sehen.

Wir wohnen in einem Haus mit zwei Stockwerken. Zwangsläufig gibt es da eine Treppe. Treppen und wackelig laufende Kleinkinder sind ja keine gute Kombination. Deshalb haben wir oben an der Treppe ein Gitter, was aber, muss ich gestehen, schon lange nicht mehr zu war. Das Treppenhaus ist nämlich auch noch durch Türen von den Fluren abgetrennt. Solange die Türen zu sind, ist alles kein Problem. Dumm nur, wenn man einen fast Vierjährigen hat, der die Türen schon mal offen stehen lässt, weil ihm grade was wichtiges eingefallen ist. Mit dem Treppengitter wäre das aber nicht anders. Gestern abend wollte der Herr Gartenhein noch kurz einen Aufkleber von unten holen, weil er im Dunkeln in seinem Zimmer sehen wollte, wie der leuchtet. Wieder in seinem Zimmer habe ich mit ihm den Aufkleber bewundert und ihn noch mal an der Glühbirne aufgeladen. Der Schlökerich war derweil im Schlafzimmer. Dachte ich zumindest. Als ich rüberging, war er nicht da. Und dann sah ich als nächstes die offene Tür zum Treppenhaus. Mir blieb fast das Herz stehen. Ich habe eine ausgeprägte Phantasie und genug Horrorfilme gesehen um mir gräßliche Szenarien auszumalen. Und was war? Vergnügt krabbelte der kleine Mann rückwärts die Treppe runter. Ja, er ist zwar ein Rabauke, der Schlökerich, aber ein vorsichtiger. Stufen krabbelt er immer rückwärts runter, es sei denn er kann sich festhalten, dann läuft er. Er klettert zwar überall hoch, ruft aber, wenn er sich nicht sicher ist, den Abstieg zu schaffen. Was mich aber wirklich gruselt ist, wenn beide Jungs gleichzeitig auf dem Sofa/Sessel/Bett hopsen. Im Geiste sehe ich sie immer zusammenstoßen und runterfallen.

Der Herr Gartenhein ist gerade in einer ausgeprägten Redephase. In einer Tour erzählt er, was im Kindergarten passiert ist, wer welches Spielzeug hat, was er gerade auf Kikaninchen.de angeschaut hat. Und das alles durcheinander und vermischt mit Erinnerungen an alte Begebenheiten. Manchmal ist dem schwer zu folgen. Heute, morgen, gestern, irgendwann kann er noch nicht wirklich auseinanderhalten. Trotzdem schön, vor allem wenn man bedenkt, dass er vor einem Jahr noch hauptsächlich in Dreiwortsätzen gesprochen hat.

Hach, sie werden größer. Aber wie auch Frau Brüllen, sehe ich das nicht mit Wehmut. Toll, was sie schon alles können und toll, dass sie mich nicht mehr für alles brauchen!

Media Monday #100

Wahnsinn, schon der 100. Media Monday. Und ich bin (mit kleinen Pausen) fast von Anfang an dabei. Bei Nr. 6 bin ich eingestiegen.

1. Nicht nur beim Media Monday kommt der Schauspieler ________ regelmäßig zu kurz, denn ________ . Dazu fällt mir nichts ein.

2. RegisseurIn David Lynch wäre meiner Meinung nach prädestiniert, um Haruki Murakami zu verfilmen, denn das Ergebnis wäre gewiss sehr verstörend.

3. Schauspielerin Angelina Jolie mag berühmt sein, meines Erachtens nach aber mehr aufgrund körperlicher Reize als ihres schauspielerischen Talents wegen, denn seit Girl, Interrupted hat sie eigentlich nur noch einen Gesichtsausdruck.

4. Am besten am Media Monday gefällt mir, dass man auch bei Zeitmangel oder Schreibunlust was hat, um den Blog zu füllen.

5. Wohingegen beim Media Monday nichts dringend eine Frischzellenkur vertragen könnte.

6. Die Antworten von demjenigen, der als erster fertig ist lese ich meist zuerst, weil ich da chronoligisch vorgehe.

7. Was ich den anderen Teilnehmern (oder dem Wulf) schon immer einmal sagen wollte: Schaut weiter fleißig Filme, auf das die Antworten nie ausgehen.

Gestern schrieb ich darüber, warum viele Frauen gerne Hausfrauen und Mütter sind. Natürlich trifft das nicht auf alle Mütter zu und manch eine empfindet die angeführten Vorteile als Nachteile.

Ergebnisse der eigenen Arbeit sind schnell sichtbar Ergebnisse der eigenen Arbeit sind schnell zunichte gemacht
Der Erfolg von Putzen, Waschen und Kochen ist nur sehr temporär sichtbar. Schneller als man schauen kann ist wieder mal vors Klo gepinkelt, das Essen runtergeschlungen (oder schlimmer: verschmäht) und die nächste Garnitur Klamotten mit Matsch/Tomatensoße/Wasserfarbe verkleckert.

Man ist sein eigener Chef Man muss alles entscheiden
Wenn man in der Position ist, alles zu entscheiden, ist man auch für die Konsequenzen verantwortlich. Das ständige Abwägen möglicher Konsequenzen kann sehr nervenaufreibend und verunsichernd sein.

Man ist Experte Man weiß nie genug
Zwangsläufig hat man mit anderen Eltern zu tun, die selbstverständlich ebenfalls Experten sind. Man wird permanent mit neuesten Studien und fremden persönlichen Erfahrungen konfrontiert und stellt sein eigenes Wissen infrage. Unsicherheit ist die Folge.

Langeweile gibt es nicht Man ist nie fertig
Setzt man sich nach getaner Arbeit hin, weiß man, dass irgendwo noch ein Berg Schmutzwäsche lauert oder die Spülmaschine ausgeräumt werden muss.

Mittagsruhe ist nicht verwerflich Ohne Mittagschlaf geht gar nichts mehr
Auf Abruf zu allem bereit von 0 bis 24 Uhr täglich. Kein Wochenende zum Ausschlafen (Anmerkung für Kinderlose: Ausschlafen ist alles was später als 8 Uhr ist.) Da ist der Mittagschlaf kein Geschenk, sondern schlicht eine Notwendigkeit.

Arbeit im Freien Auch bei Regen muss man raus
Kleine Kinder haben oft noch keinen Begriff von gutem oder schlechten Wetter. Bei Regen kann man herrlich in Pfützen platschen und im Sand matschen. Man selbst steht daneben und friert, weil man keine wasserdichte Kleidung hat, und denkt schon daran, dass man die nassen, matschigen Kinder dann wieder baden und umziehen muss.

“Kunden”resonanz ist direkt und ehrlich „Kunden“resonanz ist unverhältnismäßig
Eltern von trotzenden Kindern kennen es: man macht alles so, wie das Kind es wollte und es ist doch nicht richtig. Da wird dann geheult, gejault und gezetert, als hätte man das Lieblingsspielzeug zertreten. Beim gefühlt hundertsten Trotzanfall am Tag zerrt das an den Nerven.

Kein Bangen um Folgeaufträge Unliebsame Aufträge wird man nie los
Auch nach einem Streit muss man doch wieder die Windeln wechseln, das Essen zubereiten und die liebe Mama sein.

Freie Zeiteinteilung bei fast allen Tätigkeiten Es gibt keinen Feierabend
Da Arbeit und Freizeit nicht klar getrennt sind, ist man auch nachts zuständig, wenn mal wieder ein Bett nassgepinkelt oder ein Schnuller verloren ist. Ein schlechter Traum des Nachwuchses nimmt auch keine Rücksicht auf die Sendezeiten von Lieblingsserien der Eltern (DVDs sind ein Segen!). Bereitschaftsdienst 24/7.

Fehler sind kaum nachzuweisen Zweifel sind immer da
Ob man wirklich alles richtig gemacht hat, weiß man erst nach vielen Jahren. So gibt es viele Momente wo man an eigenen Entscheidungen zweifelt und fürchtet seinem Kind mit einer falschen Entscheidung für immer geschadet zu haben.

Unterschiedliche Menschen empfinden die gleichen Dinge ganz unterschiedlich. Es gibt kein Lebensmodell, das für alle gelten kann. Es gibt Mütter, die gerne arbeiten und es gibt Mütter, die gerne zuhause bleiben. Wünschenswert wäre ein Modell, das jeder Familie das Lebensmodell ermöglicht, das sie sich wünscht. Ich glaube nicht, dass bei der Einführung einer angemessenen Entlohnung für Familienarbeit keine Frau mehr arbeiten wollen würde. Genauso wenig glaube ich, dass die Einführung einer flächendeckenden flexiblen Kinderbetreuung alle Frauen dazu brächte Vollzeit zu arbeiten. Vielleicht sollte man es mal probieren eine echte Wahlfreiheit zu schaffen. Ganz ohne Verunglimpfungen  a la Betreuungsgeld = Herdprämie oder Berufstätigkeit = Selbstverwirklichung. Mich würde interessieren was dabei herauskäme.

Immer wieder ist man erstaunt, wenn gut ausgebildete Frauen ihre Berufe für ein Dasein als Hausfrau und Mutter aufgeben. Dabei gibt es dafür einen ganz einfachen Grund: die Arbeitszufriedenheit als Hausfrau und Mutter ist, zumindest solange die Kinder noch klein sind, sehr hoch. Und da Frauen eher als Männer dazu neigen, für einen Job der sie erfüllt auf Geld zu verzichten, ist die Wahl Hausfrau und Mutter zu sein plötzlich nicht mehr so abwegig.

Ergebnisse der eigenen Arbeit sind schnell sichtbar
Beispiele: Kuchenteig machen=> Kuchen fertig in weniger als 2 Stunden, Staubsaugen => Boden sauber quasi sofort, Spülmaschine einräumen => Esstisch und Küche von Geschirr befreit, sofort, Geschirr gespült in (je nach Programm) unter zwei Stunden.

Man ist sein eigener Chef
Auch wenn es manchmal aussieht als hätten die Kinder das Sagen, ist es doch so, dass die Eltern entscheiden wann was gegessen wird, wann was im Fernsehen geschaut wird. Und wenn man eben gerade einfach überhaupt keine Lust hat Fussball zu spielen, dann spielt man eben nicht und macht Alternativvorschläge, die einem selbst angenehmer sind. Oder man schiebt eine andere Tätigkeit vor, die jetzt eben noch dringend erledigt werden muss, z.B. die Wäsche, die aufgehängt werden will.

Man ist Experte
Zweifelsohne kennt man die eigenen Kinder am Besten und ist hier der Experte. Expertenwissen lässt sich jedoch auch auf anderen Gebieten anhäufen. Im Bezug auf Beikosteinführung, Schlafverhalten, Stillen oder nicht, Süßigkeiten, Fernsehen, Plastikspielzeug weiß man plötzlich Bescheid. Kinderlose können da nur staunen und ganz gewiss nicht mit- oder reinreden.

Langeweile gibt es nicht
Man kommt selten in die Verlegenheit, dass alles getan ist und man gerade etwas Leerlauf hat. Im Zweifelsfall gibt es immer noch Dreckwäsche zu waschen oder irgendwas zu putzen. Und wenn man das auch alles erledigt hat, kann man sein Haus (oder den Garten) jahreszeitlich dekorieren oder sich beim Kuchen backen verkünsteln.

Mittagsruhe ist nicht verwerflich
Sind die Kinder noch klein, schlafen sie vermutlich noch mittags. Ganz ohne schlechtes Gewissen kann man sich dann auch hinlegen. Oder was Lesen. Oder Mist im Fernsehen anschauen.

Arbeit im Freien
Bei schönem Wetter kann man Stunden auf dem Spielplatz, im Schwimmbad oder im Garten verbringen und kriegt so eine natürliche Bräune, auf die jeder Solariumgänger neidisch wäre. Man muss zwar die Kinder im Auge behalten, aber man ist draußen und kriegt die Sonne ab, die man sonst sehnsüchtig durchs Bürofenster betrachten müsste.

„Kunden“resonanz ist direkt und ehrlich
Kinder sind in ihren Reaktionen meistens sehr direkt. Falscher Aufstrich auf dem Brot => sofortiges Gemecker und Geheule. Analysen und Befragungen zur Kundenzufriedenheit sind überflüssig. Man kann sofort seine Konsequenzen ziehen und aus Fehlern lernen.

Kein Bangen um Folgeaufträge
Auch wenn die spontane Reaktion der Kinder auf eine falsch ausgeführte Tätigkeit (z.B. das Ausschalten des Fernsehers) ist „Du bist niemals wieder mein bester Freund!“ muss man nicht fürchten bereits 10 Minuten später fürs ins Bett bringen nicht gebucht zu werden. Kinder sind treue Kunden.

Freie Zeiteinteilung bei fast allen Tätigkeiten
Abgesehen von ein paar festen Terminen (z. B. Kindergarten), von denen man sich einige noch selbst gemacht hat (z.B. Krabbelgruppen), kann man seine Tätigkeiten zeitlich frei einteilen. Es gibt keine Deadline für saubere Klos und gewaschene Wäsche. Und wenn das Wetter schön ist, kann man getrost mal alles liegen lassen und die Sonne genießen.

Fehler sind kaum nachzuweisen
Das einzige Langzeitprojekt sind die Kinder. Sollten die sich am Ende nicht wunschgemäß entwickeln, sind die Gründe dafür nicht eindeutig. Neben Eltern können auch Schule, Gesellschaft, Fernsehen  oder die individuelle Persönlichkeit dafür verantwortlich gemacht werden.

In den Bereichen, in denen Studierte heute tätig sind, wird oft projektbezogen gearbeitet. Ergebnisse sieht man erst zum Projektende nach Wochen, Monaten oder gar Jahren. Arbeitszeiten sind, abgesehen von Gleitzeitregelungen, fest. Während der Arbeitszeit wird nicht geschlafen, aus dem Fenster gestarrt oder mit Freunden Kaffee getrunken. In der Regel hat man Vorgesetzte, muss Arbeiten termingerecht abgeben und die Konsequenzen für Fehler tragen. Im Kundenkontakt werden Probleme stets diplomatisch oder gar nicht angesprochen. Ist es da nun wirklich schwer zu verstehen, dass viele Frauen das Hausfrauendasein dem vorziehen?

Anmerkung: Ich arbeite übrigens trotz der oben genannten Vorteile Vollzeit.

(Und morgen dann: Warum Hausfrauen mit Kleinkindern mit ihrem Job unzufrieden sind!)

Media Monday #99

Wer hätte es gedacht. Auch am Pfingstmontag ist Media Monday.

1. George Clooney gefiel mir am besten in O Brother, Where art Thou.

2. Stanley Kubrick hat mit A Clockwork Orange seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich noch gar nicht sein Gesamtwerk kenne und den bisher am meisten mochte.

3. Jamie Lee Curtis gefiel mir am besten in Freaky Friday.

4. Vor allem in Musicals gehört es dazu, wenn ständig gesungen und/oder getanzt wird.

5. ? wäre mal ein Comic ganz ohne Superhelden, den ich gerne verfilmt sehen wollen würde. Mit Comics kenne ich mich nicht aus und Comicverfilmungen reißen mich selten vom Hocker.

6. Filme, die an bestimmten Feiertagen spielen kommen bevorzugt zu diesen Feiertagen im Fernsehen.

7. Meine zuletzt gesehener Film war Breaking Dawn Part 2 und der war erwartungsgemäß mittelmäßig, weil die Filme eben auch dann nicht so besonders sind, wenn man die Bücher gelesen hat.

Wo ist die Zeit hin?

Beim Ausfüllen des Media Mondays fragte ich mich, wie eigentlich die letzte Woche so schnell vergangen ist. Die Arbeitswoche war für mich am Dienstagnachmittag schon vorbei. Am Mittwoch hatte ich Urlaub und war ein Kleid kaufen. Am Donnerstag sind wir zu meinen Eltern gefahren, von wo aus ich am Samstag allein zu einer Hochzeit nach Luxemburg aufgebrochen bin (deshalb auch das Kleid). Gestern am späten Nachmittag hab ich meine Jungs dann zuhause wieder getroffen. So gerne ich meine Familie dabei gehabt hätte, als ich andere Eltern mit schreienden Babys und quengelnden Kleinkindern die Kirche verlassen sehen habe, war ich doch froh, mich nur um mich selbst kümmern zu müssen. Kein Gequengel weil die Kinder hungrig sind, das Dinner aber auf sich warten lässt. Kein Gequengel weil die Kinder müde sind, das Dinner aber noch nicht beendet ist. Kein Gequengel weil es keine Wurst gibt. Kein frühzeitiger Aufbruch ins Hotel, wo man dann im Dunkeln seine Kinder beim Schlafen betrachtet und sich fragt, warum man eigentlich so weit gefahren ist, um dann in einem dunklen Hotelzimmer zu sitzen. Und auch kein Gequengel auf der Autofahrt. In zweieinhalb Wochen ist schon die nächste Hochzeit. Diesmal mit den Jungs, aber Übernachtung in Babyphonentfernung zur Feier. Der Plan ist, dass die Kinder nach dem Essen friedlich schlafen während wir feiern. Ich hoffe es klappt und ich freue mich wirklich, dass sie mitkommen.

Media Monday #98

Die Woche war so schnell vorbei und schon wieder ist Media Monday.

1. Heath Ledger gefiel mir – abgesehen von The Dark Knight – am besten in 10 Dinge, die ich an Dir hasse, schon allein wegen der tollen Gesangsszene. In Die vier Federn fand ich ihn auch sehr gut und in Ritter aus Leidenschaft. Er konnte jeden Film, auch mit platter Handlung, zu etwas besonderem machen.

2. Danny Boyle hat mit Kleine Morde unter Freunden seine beste Regiearbeit abgelegt, weil der Film Eindruck bei mir hinterlassen hat, so dass mir auch 15 Jahre nach dem Anschauen noch immer Szenen im Gedächtnis sind.

3. Cameron Diaz gefiel mir am besten in Being John Malkovich, weil sie da so gar nicht nach Cameron Diaz aussieht.

4. Hätte ich die Möglichkeit, einen Film zu drehen, würde ich auf alle Fälle folgende SchauspielerInnen verpflichten (und sei es nur, um sie einmal kennenzulernen): Julia Stiles und Jared Leto.

5. Wenn es ein Genre gibt, dem ich rein gar nichts abgewinnen kann, dann ist es schwer zu sagen. Ich könnte schreiben „Action“, weil ich Autoverfolgungsjagden und Schießereien zum Gähnen finde. Allerdings fallen auch Filme, die ich sehr mag in das Genre. Dann könnte ich schreiben „Krimi“, weil ich Krimis weder gerne schaue noch gerne lese. Aber da ist es das gleiche. Sogar Pulp Fiction ist unter „Crime“ gelistet. Bei Büchern würde ich „freche Frauen“-Romane ausschließen, aber auch hier gibt es ein paar, die wirklich gut sind.Genres sind einfach zu weit gefasst um tatsächlich eines komplett auszuschließen. Ich würde sagen, ich kann einfach schlechten Filmen/Büchern nichts abgewinnen.

6. Spoiler in Trailern stören mich nicht weiter, weil ich eigentlich keine Trailer schaue. Die Trailer haben meist nur eine geringe Aussagekraft. Ich informiere mich lieber über Filmbesprechungen oder -kritiken.

7. Meine zuletzt gesehener Film war Meine Eltern und der war mal was anderes, weil man selten zufällig Kurzfilme im Fernsehen sieht.

Media Monday #97

Media Monday, diese Woche auch bei mir.

1. Christopher Lee gefiel mir am besten in Herr der Ringe.

2. David Cronenberg hat mit eXistenZ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich außer dem nur Naked Lunch und Eine dunkle Begierde gesehen habe.

3. Tilda Swinton gefiel mir am besten in Constantine.

4. Zu einem guten Film ist bei diesem schönen Wetter nichts die beste Alternative, denn Filme schauen wir abends, wenn es draußen dunkel und kalt ist und die Kinder schlafen, so dass weggehen auch nicht in Frage kommt.

5. Den tragischsten Serientod ist Sammy in Dance Academy gestorben, weil ich das grade letzte Woche zu Ende geschaut habe und sehr traurig fand und hiermit bestimmt niemand verspoilert wird, weil außer mir sowieso nur Teenagermädels sowas anschauen.

6. Ich würde mir wünschen, dass mal jemand einen Historienfilm dreht, der sich mit ? befasst. In Geschichte bin ich echt schlecht. Mein Geschichtswissen basiert vermutlich hauptsächlich auf Historienfilmen.

7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel war Dance Academy Staffel 2 und die war traurig, weil Sammy gestorben ist (s.o.). Ansonsten fand ich sie aber gut. Ist halt totaler Girliequatsch, aber mir gefällt’s.

Tagebuchbloggen im Mai

Immer am 5. eines Monats ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf.

6:50 Ich werde geweckt, weil der Herr Gartenhein in seinem Zimmer rumort. Ich stehe leise auf, damit meine zwei Bettgenossen nicht wach werden. Der Herr Gartenhein will sich gleich anziehen. Unten will der Herr Gartenhein gerne Cars anschauen, bevor ich überhaupt die Augen richtig aufkriege. Ich sage nein und bin schon Minuten nach dem Aufstehen die blöde Mama. Stattdessen malt er dann in seinem Grüffelomalbuch, während ich die Spülmaschine einräume und duschen gehe. Ich stelle die zwei Wäscheständer mit der Wäsche vom Samstag auf die Terrasse, da die Sonne sich den Weg durch den Nebel gebahnt hat. Dann decke ich den Tisch für uns beide und wir frühstücken zusammen Brötchen mit Ei und Senf-Honig-Feige-Aufstrich. Danach darf der Herr Gartenhein ein bisschen auf Kikaninchen.de Spiele spielen und ich schreibe einen Text als Hochzeitsgeschenk für die Hochzeit eines Freundes am nächsten Wochenende. Um viertel nach neun meldet sich der Schlökerich durchs Babyphon. Ich hole ihn ab, ziehe ihn an und wir gehen wieder nach unten. Auch er frühstückt ein Ei und nagt ein bisschen an einer Laugenstange und einem Apfel. Dann beschließe ich, dass es warm genug ist zum draußen sein und öffne die Terrassentür. Schneller als man schauen kann, sind beide Jungs draußen. Ich räume auf der Terrasse Zeug hin und her, zupfe Unkraut aus dem Blumenbeet, entferne einen toten Wurzelbrocken einer Staude und fange halbherzig an, die Grüngutreste in einen Beutel für den Häckselplatz zu packen, um Platz zu schaffen um unseren neu erworbenen zweiten Kompost zu installieren. Dann beschließe ich, dass das keine Tätigkeit für den heiligen Sonntag ist. Zwischendurch pflücke ich den Schlökerich aus den Brennnesseln und aus dem Blumenbeet, assistiere dem Herr Gartenhein beim Wurzeln ausgraben, nehme dem Schlökerich eine Weinbergschnecke weg, da sie sein Lutschen nicht so gut findet (brrrr, ja das ist echt eklig!), sauge im Wohnzimmer den vom Schlökerich reingetragenen Dreck weg. Dann räume ich Müll weg (morgen ist Müllabfuhr), wische den Gartentisch ab und packe die Stühle aus. Dann stecke ich schnell zwei Gartenstuhlkissen in die Waschmaschine, obwohl ich schon befürchte, dass sie nicht mehr schön werden. Die Jungs essen Apfel (der Herr Gartenhein 3 Stück!), Birne und Banane am frisch geputzen Tisch.

Dann ist es schon Mittag. D. macht Kaffee, der Herr Gartenhein malt wieder. Ich beschließe Rhabarber zu ernten und ein Crumble zu machen. Der Herr Gartenhein schneidet den Rhabarber (mit einem schweißtreibend scharfen Messer, aber D. macht die Aufsicht) und bemerkt, dass ihn noch keine Säure an den Händen piekst, während der Schlökerich sein Mittagessen zu sich nimmt. Der Herr Gartenhein nimmt D. mit zum Grüffelomalbuch und ich mache schnell die Streusel fürs Crumble. Aber der Schlökerich jammert noch immer. Als er schließlich beim Klettern vom Stuhl purzelt, verfrachte ich ihn ins Bett. Als er schläft will der Herr Gartenhein auch ins Bett. Also bringe ich ihn ins Bett, hole die Stuhlkissen aus der Waschmaschine (der Schleudergang hat ihnen nicht gut getan) und befülle die Maschine neu. (Die Tonne leert sich. Dank der Sonne endlich mal nur noch Wäsche für zwei Ladungen im Keller!)  Dann lege auch ich mich hin, während D. dem KSC beim Gewinnen zu schaut und verspricht das Crumble dann ofenfertig zu machen.

Nach dem Mittagschlaf (ca 16 Uhr) ist das Crumble, von D. perfekt getimt, fertig.  Wir essen Crumble, die Kinder Eis. Danach geht’s wieder in den Garten. Ich falte einen Ständer voll Wäsche und hänge ihn mit nasser Wäsche wieder voll, sähe im Blumenbeet Sonnenblumen und eine Blumenmischung. Die Kinder gießen den Garten (obwohl es ja eigentlich genug geregnet hat in den letzten Tagen). Um viertel nach sechs verfrachte ich die Jungs in die Badewanne, während D. den Grill sauber macht, damit ich ihn morgen einem Kollege mitbringen kann. Danach kocht D. und ich bespaße die Jungs. Inzwischen sind beide müde und hungrig, da ist es manchmal etwas anstrengend. Gegen 20 Uhr gibt es Abendessen. Nudeln (Vollkorn Fettuchine) mit Spargel und Zucchini. Sehr lecker. Finden auch die Jungs. Nach dem Essen rufen die Schlafanzüge und Bettchen. Ich bringe den Herr Gartenhein ins Bett, D. den Schlökerich. Ich bin schneller wieder unten und versorge noch den restlichen Müll in der Tonne und schiebe sie an die Straße. Als D. auch wieder unten ist, schauen wir noch einen Film. Schon den zweiten dieses Wochenende. Endlich mal wieder. Gegen Mitternacht verabschiede ich mich ins Bett und überlasse D. das dreckige Geschirr.

Und sonntags den Tatort?

Im Laufe eines Montagvormittags begebe ich mich irgendwann auf die Homepage meines Emailanbieters um meine mails zu checken (nö, ich mach das nicht smart mit meinem phone). Beinahe jeden Montag werde ich dort mit einer Schlagzeile über die Qualität des letzten Tatorts begrüßt. Ich weiß, dass viele den Tatort gerne schauen und er, mir unverständlich, einen gewissen Kultstatus erreicht hat. Ich muss zugeben, Krimi ist nicht mein Genre. Weder zum Lesen, noch zum Schauen in Form von Serien oder Filmen. CSI, Criminal Intent und wie sie alle heißen reißen mich einfach nicht vom Hocker. (Da es zu jeder Regel auch Ausnahmen gibt: Life habe ich gerne gesehen und The Wire ist brilliant.) Und insbesondere der Tatort kann mich nicht begeistern. Das sind doch auch nur Krimis in TV-Produktionsoptik. Ich kann mich an keinen Tatort erinnern, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, obwohl wir mal eine Mitbewohnerin hatten, die uns regelmäßig zum Tatort schauen genötigt hat. Ich mag nicht abstreiten, dass in bald fünfzig Jahren Tatort der eine oder andere wirklich gut gewesen sein mag. Ich meine mich sogar in den letzten Jahren an eine von Filmbloggern hochgelobte Episode zu erinnern, die ich aber trotzdem nicht gesehen und deren Titel ich vergessen habe. Ich frage mich nur, wie es eine mittelmäßige TV-Produktion jeden Montag in die Massenmedien schafft. Ich vermute, dass jede Woche mindestens ein Film im Fernsehen zu sehen ist, dessen Erwähnung der des Tatorts vorzuziehen wäre. Wie wäre es z.B. mit Princesas (neulich nachts irgendwo im ÖR TV)? Noch nie davon gehört? Ach, da schau her…