Und sonntags den Tatort?

Im Laufe eines Montagvormittags begebe ich mich irgendwann auf die Homepage meines Emailanbieters um meine mails zu checken (nö, ich mach das nicht smart mit meinem phone). Beinahe jeden Montag werde ich dort mit einer Schlagzeile über die Qualität des letzten Tatorts begrüßt. Ich weiß, dass viele den Tatort gerne schauen und er, mir unverständlich, einen gewissen Kultstatus erreicht hat. Ich muss zugeben, Krimi ist nicht mein Genre. Weder zum Lesen, noch zum Schauen in Form von Serien oder Filmen. CSI, Criminal Intent und wie sie alle heißen reißen mich einfach nicht vom Hocker. (Da es zu jeder Regel auch Ausnahmen gibt: Life habe ich gerne gesehen und The Wire ist brilliant.) Und insbesondere der Tatort kann mich nicht begeistern. Das sind doch auch nur Krimis in TV-Produktionsoptik. Ich kann mich an keinen Tatort erinnern, der bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, obwohl wir mal eine Mitbewohnerin hatten, die uns regelmäßig zum Tatort schauen genötigt hat. Ich mag nicht abstreiten, dass in bald fünfzig Jahren Tatort der eine oder andere wirklich gut gewesen sein mag. Ich meine mich sogar in den letzten Jahren an eine von Filmbloggern hochgelobte Episode zu erinnern, die ich aber trotzdem nicht gesehen und deren Titel ich vergessen habe. Ich frage mich nur, wie es eine mittelmäßige TV-Produktion jeden Montag in die Massenmedien schafft. Ich vermute, dass jede Woche mindestens ein Film im Fernsehen zu sehen ist, dessen Erwähnung der des Tatorts vorzuziehen wäre. Wie wäre es z.B. mit Princesas (neulich nachts irgendwo im ÖR TV)? Noch nie davon gehört? Ach, da schau her…

Media Monday 95

Und schon wieder ist Media Monday.

1. Al Pacino gefiel mir am besten in Im Auftrag des Teufels.

2. Greg Mottola hat mit Adventureland seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich nichts anderes von ihm kenne.

3. Milla Jovovich gefiel mir am besten in Das fünfte Element.

4. Wenn ihr krank seid, greift ihr eher zu einem guten Buch oder stöbert ihr lieber in der heimischen Filmesammlung? Kommt drauf an wie krank. Lesen geht ja manchmal nicht mehr, aber dann sind meist Filme auch zu lang. Dann sind Sitcoms in der tausendsten Wiederholung die beste Wahl.

5. Eine der überzeugendsten Buchverfilmungen, wo mir Buch und Film gleichermaßen gut gefallen haben, ist A Clockwork Orange.

6. Morgen ist Welttag des Buches. Wie ist deine Meinung dazu? Er wird vorbeigehen wie Muttertag, Vatertag, Kindertag, Handtuchtag oder der Tag der Erde (übrigens heute). Ich mag Bücher jeden Tag, nicht nur morgen.

7. Mein zuletzt gelesener Blogartikel hat sich dem Thema Jugenderinnerungen und Twitter gewidmet und findet sich hier: Flitterwerk und großer Unflat .

Neulich hatte ich ein Gespräch mit einer Kindergartenmutti. Sie erzählte mir, dass sie mit dem Kindergarten nicht so zufrieden sei. Beim Elternabend im Herbst wurde gefordert, die Kinder sollten öfter in den Wald gehen. Beim letzten Elternabend wurde nun angekündigt, dass die Erzieherinnen dem Wunsch nachkommen wollen. Meine Gesprächspartnerin war auch der Meinung die Erzieherinnen sollten mehr mit den Kindern machen, mehr rausgehen, mehr in den Wald. Ihr Argument war, beaufsichtigen könnte sie ihr Kind ja auch zuhause. Das Kind ginge ja schließlich in den Kindergarten damit da jemand mit ihm bastelt, die Umwelt erklärt und es in jeder Hinsicht fördert. Dafür bezahle man ja auch Geld. Seltsamerweise ist mein einziger Anspruch an den Kindergarten, dass der Herr Gartenhein da Spaß hat. Und wenn er den ganzen Tag mit den anderen Jungs mit Autos spielt, dann ist es eben so. Der Kindergarten hat ein großes Außengelände wo sie jeden Tag draußen sind und auch eigenes Gemüse anpflanzen. Im Sommer haben sie einen Wasserspielplatz. Der Herr Gartenhein läuft jeden Tag den Weg vom Kindergarten nach Hause, hat also jeden Tag noch zusätzlich einen zwanzigminütigen Spaziergang. Wenn wir wollen, dass er im Wald spielt, dann gehen wir mit ihm in den Wald. Ich habe nicht die Erwartung, dass der Kindergarten mein Kind gezielt fördert. Vielmehr gehe ich davon aus, dass das Zusammensein mit anderen Kindern verschiedenen Alters, das Teil einer Gruppe sein, ihm wichtige Dinge beibringt. Dinge, die ich ihm nicht zuhause vermitteln kann. Ich finde es albern seine Kinder einerseits mit dem Auto zu bringen und zu holen und gleichzeitig zu fordern, die Erzieherinnen sollten mit den Kindern spazieren gehen. Ich erwarte auch nicht, dass bei der aktuellen Personalsituation im Kindergarten eine Erzieherin Zeit hat mit einem einzelnen Kind ein großes Bastelprojekt zu realisieren. Der Kindergarten ist ein Regelkindergarten mit Betreuungszeiten von 7:30 bis 13:30. Der Herr Gartenhein ist einer der wenigen, die (inzwischen jeden Tag (beinahe)) die vollen sechs Stunden in Anspruch nehmen. Die meisten Kinder kommen gegen 9:00 und werden um 12:30 wieder abgeholt. Erwarten die Eltern in diesen dreieinhalb Stunden Wunder? Was soll man denn für Aktionen planen, wenn die letzten Kinder um kurz vor halb zehn (9:15 wird eigentlich die Tür zugemacht) eintrudeln und um zwanzig nach zwölf schon die ersten Muttis vor der Tür warten? Warten bis 45 Kinder die Hausschuhe aus und die Straßenschuhe an haben, schauen dass jeder seinen Rucksack dabei hat, dann muss noch jemand aufs Klo, die ganze Gruppe nach draußen scheuchen, usw. Ich glaube das ist mehr Aufwand, als sich die meisten bewusst machen.
Natürlich sind einige Kritikpunkte berechtigt. So hat man den Eindruck das im Kindergarten prinzipiell wenig geplant wird und viel aus der Situation heraus entschieden wird. Das führt dann dazu, dass oft einfach nur gespielt wird, was mir recht ist, solange der Herr Gartenhein Spaß hat. Terminankündigungen kommen allerdings auch oft erst recht spät. Meiner Meinung nach sollten Termine wie Elternabende, Erntedank, Laternenumzug, Weihnachtsfeier, Fasnacht (hier wurde eine Woche vorher das Motto angekündigt. Glücklichweise hatten wir ein zum Motto passendes Kostüm) und Sommerfest mit den zugehörigen Aktivitäten schon am Anfang des Kindergartenjahres festzusetzen und mitzuteilen sein. Wenn ich einen Termin erst zwei Wochen im Voraus erfahre, ist der bei mir dann eben eventuell schon belegt. Beim Ankündigen sind sie in letzter Zeit schon besser geworden, so dass ich eigentlich nichts zu meckern habe, solange der Herr Gartenhein nichts zu meckern hat. Vielleicht ändert sich meine Meinung auch, wenn ich das x-te Kind im Kindergarten habe, aber dann steht mir noch immer frei einen Kindergarten zu wählen, dessen Konzept mir besser passt.

Schub, schub, schubidu

Der Schlökerich hat einen Entwicklungsschub gemacht. Das war wohl der Grund für die unruhigen Nächte letzte Woche. Seit ein paar Tagen ist er plötzlich viel mehr Kind und kaum noch Baby. Autos werden nicht mehr in den Mund gesteckt, sondern über den Boden geschoben. Beim Abendessen versucht er nicht mehr auf den Tisch zu klettern, wenn er mehr zu essen will, sondern er hebt die Hand, begleitet von einem fragenden „Mh?“. Er kommt mit Büchern auf den Schoß geklettert. Er zeigt mit seinem Finger auf Dinge und sagt „da“. Er löffelt selbst Joghurt. Er will keine Milch trinken, wenn wir anderen Kekse essen. Er ruft begeistert „Mama“ wenn ich nach Hause komme und läuft auf mich zu. Und das beste überhaupt: er hat jetzt zwei Nächte hintereinander in seinem Bett geschlafen. Ich hoffe das bleibt so. Ich schlafe einfach besser, wenn ich mehr als 30 cm Platz im Bett habe.

Media Monday #94

Und schon wieder ist Media Monday.

1. Morgan Freeman gefiel mir am besten in Robin Hood – König der Diebe.

2. Francis Ford Coppola hat mit Die Outsider seine beste Regiearbeit abgelegt. Der Pate ist mir noch immer unbekannt.

3. Nicole Kidman gefiel mir am besten in Unterwegs nach Cold Mountain.

4. Stereotype Charaktere hat Douglas Adams in seinem Buch „Die letzten ihrer Art“ („Last chance to see“) ganz wunderbar beschrieben. Ich zitiere:

If they were going to be like that, then I just wished they hadn’t actually been German. It was too easy. Too obvious. It was like coming across an Irishman who actually was stupid, a mother-in-law who actually was fat, or an American businessman who actually did have a middle initial and smoked a cigar. You feel as if you are unwillingly performing in a music-hall sketch and wishing you could rewrite the script. If Helmut and Kurt had been Brazilian or Chinese or Latvian or anything else at all, they could then have behaved in exactly the same way and it would have been surprising and intriguing and, more to the point from my perspective, much easier to write about. Writers should not be in the business of propping up stereotypes. I wondered what to do about it, decided that they could simply be Latvians if I wanted, and then at last drifted off peacefully to worrying about my boots.

5. Verschachtelte Geschichten mit Vor- und Rückblenden find ich gut.

6. Global Warming ist meiner Meinung nach mehr als nur überbewertet, denn ich friere trotzdem noch.

7. Mein zuletzt gelesenes Buch ist Ziemlich beste Freunde: Ein zweites Leben von Philippe Pozzo di Borgo (als Hörbuch) und das war sehr gut, weil man eigentlich denkt, jemand, der nach einem Unfall gelähmt ist, hat schon genug Pech im Leben gehabt. Es ist wirklich beeindruckend, wie jemand, der genug Unglück für mindestens zwei Leben erlebt hat, noch so viel Lebensfreude findet.

Plötzlich ist Frühling

Ich hab ja kaum noch dran geglaubt, aber plötzlich ist er da, der Frühling. Und wir haben die ersten warmen Tage wirklich genossen. Am Freitag nachmittag waren die Jungs schon im Garten, obwohl es noch gar nicht so warm war. Der Herr Gartenhein baggerte im Sand, der Schlökerich planschte im Brackwasser in der anderen Hälfte der Sandmuschel. Da war er ziemlich schnell nass, weswegen ich ihm nach dem Umziehen Buddelhose und Regenjacke anzog. Als ich dann mal kurz drinnen war, erwartete er mich beim Wiedernachdraußenkommen im Brackwasser sitzend. Gefühlte Minuten lief das Wasser aus seiner Buddelhose, als ich ihn rausgehoben hatte. So wasserdicht sind die dann doch nicht. Für das nasse Kind gab es dann eine außerplanmäßige Dusche.

Am Samstag hatten wir erstmal das übliche Programm mit Wertstoffhof (das Böbelfinger Müllsystem…) und einkaufen hinter uns gebracht. Mit dabei waren 50 kg neuer Sand für die Kinder. Der wurde zuhause dann gleich eingefüllt und bespielt. Das Wasser aus der zweiten Sandmuschelhälfte haben wir vorsichtshalber ausgeleert, damit ich nicht schon wieder ein komplett nasses Kind umziehen muss. Die Nachbarn haben einen neuen Zaun gezogen, was der Herr Gartenhein sehr spannend fand und sich fast die ganze Zeit im Nachbargarten aufhielt. Da im Garten erstaunlicherweise das erste was wächst das Unkraut ist, hab ich hier und da ein bisschen was rausgezupft und abgeschnitten. Zwischendurch sind der Herr Gartenhein und ich ein bisschen mit seinem Fahrrad neuen Fahrrad rausgegangen. Fahren üben. Ich musste noch festhalten, aber ich glaube er könnte es. Er muss allerdings noch ein bisschen die Koordination von Treten und Bremsen lernen. Aber für den ersten Versuch war es wirklich gut. Und so ging der Samstag dann irgendwie zu Ende.

Am Sonntag sah das Wetter auch wieder ganz gut aus. Der Vormittag war ruhig. Während der Schlökerich mit dem Papa noch ein Vormittagsschläfchen machte, backte ich einen Himbeerschmandkuchen, und säte Tomaten und Kürbisse zum Vorziehen in Töpfchen. Dann vergnügten sich die Jungs auf der Terrasse. Des Schlökerichs neuestes Spiel war „Abhauen in den Nachbargarten“. Alle Absperrversuche konnten ihn nicht hindern. Erst eine Schüssel Wasser zum Planschen hielt ihn auf der Terrasse. Ich wurstelte ein bisschen im Garten, säte Pflücksalat, Basilikum, Schnittlauch und das Päckchen „Bienenweide“, das irgendwann in unserer Biokiste war. Bettwäsche habe ich auch gleich gewaschen, wenn das Wetter schon mal so toll ist. (Ich hoffe die Nachbarn sind nicht so fromm: erst Gartenarbeit und dann auch noch Wäsche waschen am heiligen Sonntag?!). Statt Mittagessen gab es Kuchen und danach packten wir die Jungs ein und fuhren ins Nachbarkaff zum Schafschurfest. Der Herr Gartenhein war hellauf begeistert von der Veranstaltung. Geduldig hat er zwanzig Minuten gewartet bis die Scherer ihre Pause beendet hatten. Das Scheren selbst war dann nicht so spannend. Sieht ja auch nicht viel anders aus, als wenn der Papa mit dem Langhaarschneider seine Haare schneidet. Aber es gab noch anderes: Oldtimer-Traktoren zum Draufsitzen, Bauernhofeis (leider schon ausverkauft), eine Burg aus Strohballen und ganz frisch geborene Lämmchen. Genau richtig für den Herr Gartenhein. Wir konnten auf der Bank sitzen und ihm beim Toben zuschauen. Der Schlökerich hat sich sogar irgendwann entschlossen noch ein Nickerchen auf Papas Rücken einzulegen. Zuhause durften die Jungs noch in die Wanne (Stroh bis in die Unterhose!) und D. hat leckeres Abendessen gekocht. Und weil das alles doch recht anstrengend war, bin ich auch ziemlich schnell auf dem Sofa bei „The Frighteners“ eingeschlafen, obwohl der gar nicht so schlecht angefangen hat. Und so war es, unser erstes Frühlingswochenende.

Das einzig Dumme daran, dass der Frühling sich doch noch entschieden hat, nicht gleich wieder in Herbst und Winter überzugehen, ist, dass ich mir nun doch noch Sommerreifen kaufen muss.

Unruhige Nächte

Ich weiß nicht was den Schlökerich umtreibt, aber er schläft nachts schlecht. Abends braucht er lange bis er einschläft und wenn er nachts wach wird, findet er auch nicht mehr in den Schlaf. An Müdigkeit mangelt es ihm nicht. Wenn ihm abends die Augen schon fast zufallen, reibt er sie sich, setzt sich hin und fängt an Geschichten zu erzählen. Und so kann er damit schon mal eine Stunde verbringen, bevor er endlich seine Augen zumacht. Versucht man ihn wach hinzulegen und den Raum zu verlassen, weint er verzweifelt.

Der Herr Gartenhein war in seinem Schlafverhalten ganz anders, obwohl wir eigentlich nichts anders gemacht haben. Beide haben die ersten Monate tagsüber am liebsten mit Körperkontakt geschlafen. Der Herr Gartenhein hat sein erstes Lebensjahr fast nur wach verbracht. Schon früh hat er ausschließlich im fahrenden Kinderwagen oder nach dem Stillen mal ein Stündchen geschlafen. Später haben wir uns mit ihm hingelegt und ihn festgehalten, bis er geschlafen hat. Mittagschlaf war nie länger als eine Stunde. Aber schon mit gerade einem Jahr hat er manchmal den Mittagschlaf komplett verweigert. Abends war es dafür einfach. Milch getrunken, Augen zu und geschlafen. Mit einem halben Jahr hat er meistens durchgeschlafen und schon mit vier Monaten wollte er nicht mehr in unserem Bett schlafen.

Der Schlökerich schläft tagsüber meistens problemlos. Man legt sich mit ihm hin, er quakt vielleicht noch kurz und schläft dann ein. Wenn er schläft, kann man meistens auch aufstehen ohne dass er wach wird. Oder er schläft auf dem Heimweg vom Kindergarten im Kinderwagen ein. Dann lassen wir ihn draußen stehen und er schläft dort weiter. Abends hält er sich dann krampfhaft wach. Er ist von Anfang an nicht beim Stillen oder Milch trinken eingeschlafen und das passiert ihm auch jetzt nur sehr selten. Beim Einschlafen hat er gerne Körperkontakt oder er möchte einen Anfassen. In seinem Bett hat er zwar auch schon ganze Nächte durchgeschlafen, im Moment wird er schnell wach, wenn er in seinem Bett liegt und jammert dann. In unserem Bett schläft er dann meistens sofort wieder ein. In den letzten Tagen klappt das nun nicht mehr so gut. Diese Nacht hat er sich ab vier Uhr unruhig hin und her gewälzt, gejammert, Schnuller gesucht. Und ich bin dann natürlich auch wach. Um fünf hab ich ihm eine Milch warm gemacht. Nachdem er die getrunken hatte, war er ganz ruhig und ich dachte er schläft ein. Aber schon nach ein paar Minuten ging das Rumgewälze weiter. Um kurz vor sechs habe ich ihn dann mit runter genommen und mit tiefen Augenringen im Wohnzimmer rumlaufen lassen während ich geduscht habe und die Brotdosen für den Herr Gartenhein und mich fertig gemacht habe. Um kurz nach sieben hab ich ihn dann wieder ins Bett gebracht, wo er sofort eingeschlafen ist (und vermutlich noch bis mindestens zehn süß schlummert). Vorgestern nacht hatten wir schon das gleiche Spiel. Da ist er allerdings pünktlich zu meinem Weckerklingeln wieder süß eingeschlummert. Wenn er so weitermacht bin ich in Zukunft die erste die abends im Bett liegt.

Ich weiß nicht, was man machen kann. Irgendwelche Alleineinschlaftrainings sind ja sehr umstritten. Und eigentlich glaube ich auch nicht, dass das was anderes ist als Dressur. Klar hören die Kinder irgendwann auf zu weinen, wenn keiner kommt. Aber eigentlich möchte ich nicht, dass meine Kinder denken ich würde ihr Weinen ignorieren. Und es gibt auch ganz klar Unterschiede zwischen weinen und jammern. Jammern würde ich ihn schon lassen. Einschlafen und allein schlafen lernen die Kinder irgendwann. Auch Kinder, die die ersten Jahre im Familienbett verbringen, schlafen irgendwann im eigenen Bett, ohne dass man sie ausquartiert hat. Und ebenso wenig, wie man Kindern laufen oder sprechen beibringen kann, kann man ihnen Einschlafen beibringen. Man würde Eltern deren Kind noch nicht läuft ja auch nicht raten das Kind einfach nicht mehr zu tragen, dann würde es schon selbst laufen. Demnach bleibt nur zu hoffen, dass der Schlökerich das Einschlafen bald gelernt hat. Oder dass es nur eine Phase ist. (Vielleicht liegt auch irgendwas in der Luft (der Frühling vielleicht?). Der Herr Gartenhein war in den letzten Nächten auch immer einmal kurz wach, obwohl er eigentlich durchschläft.)

Mama Ing.

Da freut sich das Ingenieursherz, wenn der Nachwuchs schon mit einem Jahr ganz von selbst drauf gekommen ist, in welchem Winkel er seine Wasserflasche auf den Boden drücken muss, dass sich die Öffnung am Trinklernsauger öffnet und eine große Pfütze auf dem Boden entsteht. „Ganz die Mama!“ möchte man stolzgeschwängert ausrufen. Und dann holt man doch nur ein Handtuch um die Pfütze aufzuwischen. (Aber natürlich erst, wenn die Flasche ganz leer ist. Soll ja auch ein Erfolgserlebnis haben, der kleine Mann.)

Media Monday #93

Und mal wieder Media Monday.

1. Liam Neeson gefiel mir am besten in Schindlers Liste.

2. Wim Wenders hat mit Buena Vista Social Club seine beste Regiearbeit abgelegt, weil ich keinen anderen seiner Filme kenne.

3. Kathy Bates gefiel mir am besten in Grüne Tomaten.

4. Suchtverhalten filmisch dargestellt ist nirgends so grausam abschreckend wie in Requiem for a Dream.

5. Bücher konsumiere ich am ehesten auf deutsch oder englisch in Papierform oder als Hörbuch.

6. Wenn sich ein Blog oder eine Seite dem Thema Film widmet, dann interessiert mich besonders dann die Meinung des Autors, wenn dieser einen ähnlichen Filmgeschmack hat wie ich.

7. Auf taz.de habe ich in der letzten Woche einen tollen Artikel zum ZDF Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ gelesen, den ich von dem her interessant fand, da er kritisiert die Begeisterung der Jugend würde nicht genügend dargestellt. Vor nicht all zu langer Zeit habe ich im D-Radio Kultur einen anderen Historiker zu dem Dreiteiler reden gehört, der bemängelte, dass 1941 niemand mehr so begeistert in den Krieg gezogen sei. Und da ich selbst nicht dabei war und in Geschichte eine Niete, weiß ich jetzt nicht, ob sie zu wenig oder zu sehr begeistert waren. (Es ist einfach ein Jammer, dass man nicht alles wissen kann.)

Wie alt ist denn die Kleine?

Am Mittwoch wurde mir diese Frage gleich zweimal gestellt. Warum der Schlökerich gerne für ein Mädchen gehalten wird, weiß ich auch nicht. Vielleicht, weil er so goldige große braune Augen hat? Oder weil sich seine Haare hinter den Ohren locken? Oder weil das winzige Fleckchen rosa auf seiner beigen Jacke jedem sofort ins Auge springt? Oder weil es einfach besser ins Bild passt, Sohn und Tochter zu haben statt zwei Söhne? Oder einfach weil er so unglaublich goldig ist? Schließlich hatten wir auch beim Herr Gartenhein den Satz „Der ist so hübsch, der könnt glatt ein Mädchen sein!“ zu hören bekommen. Ja, goldig ist er, der Schlökerich. Mit seinen knapp 13 Monaten ist er auch schon erstaunlich klar in seinen Äußerungen. Er zeigt auf Dinge, die er haben will, zeigt in Richtungen in die er getragen werden will und regt sich furchtbar auf, wenn er nicht kriegt was er will. Und da ist er sehr hartnäckig. Gestern saß er zeternd auf meinem Schoß, weil er gerne mit einem Löffel in der (noch gefüllten) Keksdose rühren wollte und ich ihn nicht gelassen habe. Da lässt er sich dann auch nicht ablenken. Außerdem entdeckt er grade Ursache und Wirkung. Licht an, Licht aus findet er unglaublich spannend. Und da man ja kleinen Kindern bei der Erforschung physikalischer Grundprinzipien nicht im Wege stehen will, steh ich dann eben immer mal wieder mit dem Schlökerich vor den Lichtschaltern und lasse ihn das Licht an und ausschalten. Wenn er schon für ein Mädchen gehalten wird, dann doch zumindest für ein technikinteressiertes.