Nur so am Rande

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Urlaubscheckliste

Ich kann es noch immer kaum glauben, aber dieses Jahr fliegen wir tatsächlich mal wieder in den Urlaub. Anfang Juni stieß D. auf günstige Flüge nach Mallorca und wir haben spontan (weil nur noch 3 Plätze verfügbar) gebucht. Danach begann die Suche nach einer Ferienwohnung. Für September war tatsächlich fast alles schon ausgebucht. Inzwischen haben wir aber eine schöne Wohnung, sogar mit Meerblick, gefunden. Wir buchen nicht pauschal, da eine mit unserer Reise vergleichbare Pauschalreise etwa doppelt so teuer wäre. Wir bevorzugen die Ferienwohnung gegenüber dem Hotel, da wir so die gewohnten Abläufe mit den Kindern nicht allzu sehr verändern müssen und vor allem in Ruhe essen können. Wir fliegen in den Süden statt in den Norden zu fahren, weil wir es gerne warm haben. Ich habe nichts gegen die Nordsee, aber die Vorstellung bei schlechtem Wetter das Meer anzustarren schreckt mich ab. Und mir war schon als Kind die Nordsee zu kalt zum Baden. Außerdem wohnen wir so weit im Süden, dass eine Autofahrt an die Nord- oder Ostsee gruselig lang ist (in der gleichen Zeit ist man vermutlich bereits am Mittelmeer) und eine Zugfahrt mehr kosten würde, als unsere Flüge gekostet haben. Reiseziele innerhalb Deutschlands, die nicht am Meer liegen (und also nicht so weit sind) locken uns nicht so sehr. Wir haben den Schwarzwald, die schwäbische Alb und den Bodensee ganz in der Nähe. Warum sollten wir woanders für eine Unterkunft bezahlen, wenn wir doch schon da leben, wo andere Urlaub machen?
Wir fliegen billig und haben nur ein Gepäckstück angemeldet. Es wird spannend für 4 Personen mit 15 kg Gepäck (+ zwei mal 10 kg Handgepäck und Buggy) auszukommen, aber die Ferienwohnung hat eine Waschmaschine. Ich freue mich sehr, aber gleichzeitig fällt mir auch immer wieder ein, was wir alles noch besorgen/organisieren müssen.

Buggy: unser Buggy ist im Keller verschimmelt, so dass wir den entsorgt haben. Der ließ sich ohnehin nur schwer lenken. Nun brauchen wir einen neuen. Wahrscheinlich können wir uns den Großelternbuggy bei meinen Eltern ausleihen. Den werden wir nächste Woche mal probefahren.

Reisepässe: der Schlökerich braucht einen Ausweis. Dafür müssen wir erstmal biometrische Bilder machen lassen. Spannend mit Kleinkind. Ausweis machen dauert dann zwei Tage. Außerdem müssen wir abklären, ob wir den Ausweis vom Herr Gartenhein noch verwenden können (Foto 3 Jahre alt) oder ob der erneuert werden muss.

Wohnung: wir müssen bei der Wohnung Bescheid geben wann wir ankommen und abklären, dass die Babybett und Kinderhochstuhl in die Wohnung stellen.

Bustransfer: wir brauchen einen Transfer vom und zum Flughafen. Mietautos gibt es zwar recht günstig, allerdings kostet das Mieten der passenden Kindersitze beinahe noch mal soviel wie das Auto kostet. Und dann ist es nicht mehr so günstig.

Surfstick: ich wollte mich mal erkundigen, ob es günstig spanische Surfsticks gibt, dass wir auch in der Ferienwohnung Internet haben.

Und so fällt mir ständig noch was ein. Unser letzter Urlaub auf Mallorca ist bereits drei Jahre her. Vor zwei Jahren haben wir meine Oma in Spanien besucht. Urlaub ist für uns wirklich was Besonderes.

Unser Wochenende

Nachdem der Sommer sich ja entschlossen hat, Deutschland dieses Jahr mal wieder zu besuchen, genießen wir die Sonne. Am Donnerstag bin ich beim Betriebsausflug 10 km gewandert und hab den zweitschlechtesten Salat meines Lebens (den schlechtesten hatte eine Freundin im Europapark) im Badgarten in Ludwigsburg gegessen. Am Freitag war Kindergartensommerfest, was sehr schön war. Wir sind im Nachbarkaff vom Wanderparkplatz zum Grillplatz am nächsten Wanderparkplatz „gewandert“. Luftlinie sind das vielleicht 300 m, aber außenrum dauert es länger. Mit Kinderwagen bergauf bei 30°C wird dann auch ein kurzer Spaziergang zur Wanderung. Am Grillplatz gab es verschiedene Spiele für die Kinder und ein Lagerfeuer zum Grillen. D. hat tapfer die Würstchen und das Stockbrot über die Glut gehalten (bei 30°C in der Sonne auch kein Vergnügen). Die Kindergartenkinder haben sich quasi selbstbeschäftigt. Dem Schlökerich musste man immer mal wieder hinterher laufen. Er hat mit einem Kindergartenkumpel vom Herr Gartenhein Ball gespielt, mit zwei älteren Steine sortiert, zwischendurch mal eine Limonade umgeworfen und Salzbrezelchen verdrückt. Nach ein paar Stunden war’s dann auch schon wieder vorbei. Zuhause durften die dreckigen Kinder in die Wanne. Da beide beim Fest eher wenig gegessen hatten (wer hat schon Zeit zum essen, wenn da andere Kinder und Spielzeug sind!), gab’s dann noch Grießbrei für alle.

Am Samstag wollte ich gleich morgens mit dem Herr Gartenhein zum Fahrradladen gegenüber, da bei seinem Fahrrad permanent die Kette runterfällt. Der Fahrradladen hatte leider zu, so dass wir zu einem anderen fahren mussten. Da warteten wir kurz bis wir dran waren und dann hat der clevere Mechaniker einfach das Hinterrad nach hinten verschoben um die Kette zu spannen. Da hätte ich eigentlich auch selbst drauf kommen können. Immerhin hat’s nichts gekostet und jetzt weiß ich, wo ich ein E-Bike probefahren könnte (20 € Leihgebühr für einen Tag), wenn ich wollte. Dann mussten wir noch zum Wertstoffhof, was im Sommer leider wöchentlich auf dem Programm steht. Wir spülen zwar alle Joghurtbecher und Gläser in der Spülmaschine, aber die leeren Milchtetrapacks (und davon haben wir einige) will man doch nicht zulange zuhause lagern. Nach dem Mittagschlaf waren wir noch unser Auto waschen, damit ich auch mal durch die Seitenscheiben wieder was sehe. Der Herr Gartenhein wollte dann noch zur Eisdiele und zwar mit dem Dreirad. Ich weigerte mich schon seit zwei Tagen irgendwo mit ihm und dem Dreirad hinzugehen. Dreiräder sind nämlich nicht dazu geeignet, dass man längere Strecken drauf fährt, sondern nur dazu, sich längere Strecken darauf herumschieben zu lassen. Und ich finde der Herr Gartenhein ist mit vier Jahren durchaus in der Lage sich selbständig zu bewegen. Dafür hat er ein Laufrad, ein Fahrrad und ein Kettcar (und zwei gesunde Füße). Da ich ja noch den Kinderwagen mit dem Schlökerich schieben musste, hatte ich auch ein gutes Argument ihn nicht auf dem Dreirad zu schieben. Er quälte sich also eine Weile ab, hatte schon nach 200 Metern einen roten Kopf und wollte Pause machen. Da konnte ich ihn dann überreden doch lieber das Fahrrad zu nehmen. Und auf dem ist er so schnell, dass man nicht mehr nebenher laufen kann.

Am Sonntag waren wir mit Freunden in Trippsdrill im Wildpark. Den Schwaben dürfte vor allem der dazugehörige Freizeitpark bekannt sein, der sich angeblich „richtig gut entwickelt“ hat und richtig „was her macht“. Ich muss sagen, dass ich gegenüber solchen Äußerungen sehr skeptisch bin, seit ich im Holiday Park gewesen bin, der mir von mehreren mir bekannten Pfälzern als das Non-Plus-Ultra der Freizeitparks angepriesen wurde und der ziemlich klein und ausschließlich von Pfälzern besucht war (was in dem Fall ein Vorteil war, da die Sommerferien in der Pfalz bereits beendet waren, als wir dort waren.) Und da ich ohnehin nicht vorhabe mit einen Kindern einen Freizeitpark zu besuchen, bevor sie groß genug für die Achterbahnen sind (ich zahl doch nicht ein kleines Vermögen an Eintritt, um dann vorm Bällebad zu warten und einen Kinderwagen durch die Gegend zu schieben), haben wir nur den Wildpark besucht. Den fand ich eigentlich sehr schön. Die angeketteten Raubvögel haben wir zum Glück nicht so genau gesehen. Der Herr Gartenhein hat völlig furchtlos die Tiere aus seiner Hand fressen lassen. Wir haben die Wölfe, die Wildkatzen und die Bären bei der Fütterung beobachtet, was eigentlich ziemlich unspektakulär war, aber ganz nett, weil der Tierpfleger erst was über die Tiere erzählt hat. Die Wildschweine haben unglaublich gestunken und die Auerochsen haben schlabbrige Zungen. Außerdem gab es einen Barfußpfad, den der Herr Gartenhein gerne fünf mal durchlaufen hätte, und einen schönen Spielplatz im Schatten. Wir haben auf unserer Runde einige Tiere verpasst, aber uns so hauptsächlich im Schatten aufgehalten. Das Tierfutter war günstig, allerdings kostet der Park einiges an Eintritt. 9,50 € für Erwachsene und 7 € für Kinder ab vier (!). Möchte man eigenes Grillgut an der Grillstelle grillen, muss man dafür noch mal 7 € bezahlen, was ich nicht ganz einsehe. Alternativ kann man sein Grillgut (Wurst + Stockbrot) dort kaufen und umsonst grillen. Wir hatten aber ohnehin nichts zu grillen aber genug anderes zu essen mit. Und am Abend hatten wir wieder zwei vollkommen verdreckte Jungs in der Badewanne. Und das war unser wunderbares Sommerwochenende. (Der KSC hat auch noch gewonnen. Was will man mehr!)

Heute startet die letzte Kindergartenwoche vor den dreiwöchigen Ferien. Wir werden die Kindergartenferien teilweise bei den Großeltern verbringen. Dabei ergibt sich, dass ich tatsächlich drei Tage allein zuhause sein werde, da ich arbeiten muss. Das ist deshalb bemerkenswert, da ich, glaube ich, 2006 das letzte Mal über Nacht allein zuhause war. Ich hab natürlich große Pläne, will jeden Tag viel Arbeiten um Stunden anzusammeln, will laufen und schwimmen gehen, viel schlafen, mal die Fotoalben aktualisieren. Und für alles sind die drei Tage dann vermutlich auch wieder zu kurz. Ich bin gespannt. Es wird bestimmt sehr seltsam.

Media Monday #108

Vor lauter Sonne ist schon wieder eine Woche vorbei unf das heißt Media Monday, in der Summer Edition heute nur mit fünf Fragen.

1. Warum eigentlich Sommer-Blockbuster? Macht das Sinn, zur wärmsten Zeit des Jahres krawallige Kracher rauszuhauen? Vermutlich sind die Kinos im Sommer schlechter besucht, weil die Leute in Urlaub sind, im Biergarten sitzen oder am Baggersee grillen. Um dann überhaupt jemanden ins Kino zu locken, versucht man es eben mit dem, was immer zieht: krawallige Kracher. Da unser Filmkonsum selten im Kino stattfindet, ist es mir egal, wann welche Filme rauskommen und krawallige Kracher brauch ich zu keiner Jahreszeit.

2. Statt mit Filmen könnte man sich ja schließlich viel eher mal mit Meckereien über die Hitze beschäftigen. Nachdem es endlich so warm ist, dass man sich nicht mehr über die Kälte beschweren kann. (Aber ich hab’s gerne warm.)

3. Dem Hobby ganz abtrünnig werden geht aber auch nicht. Eure beste Sommer-Sonne-Gute-Laune-Filmempfehlung? Auf jeden Fall Schule!

4. Und natürlich dürfen auch die neuesten Folgen der Serien die Abends zwischen „die Kinder schlafen“ und „ich schlafe auf dem Sofa ein“ auf Pro 7 kommen nicht vernachlässigt werden, denn die sind kurz und werden so oft wiederholt, dass es nichts macht, wenn man mittendrin einschläft.

5. Der schönste Blog-Artikel der letzten Woche indes, den jeder gelesen haben sollte, war Das zweckdienliche Mittel als Surrogat für Sicherheit bei Journelle.

Media Monday #107

Nach einer Woche Pause bin auch ich wieder beim Media Monday dabei.

1. Der neue Film von Guillermo del Toro spricht mich von der Thematik gar nicht an. Aber vielleicht reicht ja die Optik aus, um zu begeistern.

2. Der Auftritt von Doug Penhall (Peter DeLuise) und Tom Hanson (Johnny Depp) im 21 Jump Street Film war einer der besten Cameo-Auftritte.

3. SchauspielerIn ________ würde ich gern mal in einem waschechten Action-Film sehen. Ich würde gerne ausschließlich gute SchauspielerInnen in guten Filmen sehen. Das Genre ist mir dann egal.

4. The Tree of Life hält sich für tiefgründiger als er eigentlich ist, denn einige Teile des Films schreien förmlich „Seht her! Seht ihr wie tiefsinnig das ist?! Wahnsinn, oder?!“ und das ist irgendwie peinlich.

5. Ich würde gerne mal ein Buch lesen, das schlechter ist als seine Verfilmung.

6. Zu einem guten Krimi gehört für mich ein Mord? Krimi ist nich so meins. Weder zum Lesen noch zum Sehen.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Wir sind die Nacht und der war wäre ganz gut gewesen , weil wenn mir die unglaublich schlechte schauspielerische Leistung von Anna Fischer nicht so auf die Nerven gegangen wäre.

Herzmomente

wenn Manu Chao im Radio kommt, ich singe, der große Sohn begeistert tanzt, der kleine Sohn auf dem Rody im Takt mitwippt und wenn das Lied vorbei ist, zum Radio läuft um es nochmal anzuhören

wenn der kleine Sohn zum Abschied winkt, wenn er den Raum verlässt

wenn der große Sohn, nachdem er sich alleine angezogen hat, mit ausgebreiteten Armen und triumphalem „tadaa“ das Ergebnis präsentiert

wenn die Jungs gemeinschaftlich in der Küche zu The Naked and Famous tanzen

Wenn der kleine Sohn dem Papa den Bauch streichelt, wenn er morgens aufsteht, der Papa aber noch liegenbleiben will

wenn der große Sohn den kleinen an der Hand nimmt, weil er sich von niemandem sonst an der Hand führen lässt

wenn der große Sohn am Wochenende ungeduldig wird, weil sein Bruder so lange schläft

wenn der kleine Sohn nach dem Mittagschlaf nach seinem Bruder ruft

wenn der große Sohn nicht aufhört mich morgens im Kindergarten zum Abschied abzuküssen

wenn der kleine Sohn, wenn er mich mittags sieht als erstes in die Küche läuft um dem Papa bescheid zu geben, dass ich da bin

wenn beide Jungs einträchtig nebeneinander spielen

wenn der kleine Sohn ein Feuchttuch mopst und versucht sich selbst abzuputzen

wenn der große Sohn stolz die Salatsoße rührt

wenn sie beide immer wieder zum kuscheln kommen

Gut zu wissen, dass es diese Momente sein werden, die bleiben.

Steigende Gebühren

Kaum kündigen die Regierungsparteien in ihren Wahlprogrammen Maßnahmen zur Familienförderung an, in anderen Worten Kindergelderhöhung und Erhöhung der Freibeträge, kommt unweigerlich was? Ja genau, die Gebührenerhöhung für den Kindergarten. Die Erhöhungen fallen bei uns dieses Jahr sehr hoch aus. Den Kindergärten wird vom Landkreis weniger Geld zugeteilt, also müssen die Gebühren hoch. Der Gesamtelternbeirat hat sich die Mühe gemacht und die Änderungen in Zahlen zusammengefasst und ausgehängt. Obwohl für uns die Gebühr erstmal nur um 12 Euro steigt, ist es insgesamt doch ziemlich gruselig was da passiert. Grundsätzlich sind in unserer Gemeinde die Kindergartengebühren (zumindest für den Regelkindergarten) recht niedrig. Die Gebühren für den Regelkindergarten sind nach Kinderzahl (Kinder unter 18 im Haushalt) gestaffelt, die Gebühren für den Ganztageskindergarten nach Einkommen. Die Gebühren für den Regelkindergarten steigen dieses Jahr um 17 %, (ich glaube nächstes Jahr dann noch mal um 11 %), sofern man ein bis drei Kinder im Haushalt hat. Hat man vier oder mehr Kinder, steigt die Gebühr um 224 %, weil diese Gebührenstufe einfach abgeschafft wird und die Familien künftig den gleichen Preis wie Familien mit drei Kindern bezahlen müssen. Gut, die kinderreichen Familien haben ja nicht wirklich viel bezahlt, aber bedenkt man, dass dort auch oft zwei oder mehr Kinder gleichzeitig in Betreuung sind und man gleich mehrmals eine Erhöhung um 224 % hat, kommt doch wieder einiges zusammen. So richtig kann ich nicht nachvollziehen, dass das abgeschafft wurde. Ich vermute die Familien mit mehr als drei Kindern in unserem Ort kann man an einer Hand abzählen.

Richtig hart trifft es aber die Eltern mit Kinder in Ganztagsbetreuung. Je nach Einkommen, zahlen die ohnehin schon ganz ordentliche Beiträge. Und die erhöhen sich nun, je nach Einkommen und Kinderzahl, um bis zu 52 %. Was nun dazu führt, dass einige der Eltern die Ganztagesbetreuung gekündigt haben. Verständlich. Hier ein Beispiel: Ein Ehepaar, zwei Einkommen, ein Kind. Die Ganztagesbetreuung (50 Stunden) kostet künftig 770 Euro (ohne Essen), ein Regelplatz ohne verlängerte Öffnungszeiten (30 Stunden) 108 Euro. Fast 650 Euro weniger! Reduziert nun einer der beiden seine Arbeitszeit um 10 Stunden, verringert sich entsprechend das Gehalt, vielleicht kriegen sie sogar einen günstigeren Steuersatz. Und sie sparen 650 Euro Kinderbetreuungskosten. Ich könnte mir vorstellen, dass bei dieser Konstellation am Ende mehr übrig bleibt, wenn die Eltern Teilzeit arbeiten und das Kind den Regelkindergarten besucht, als wenn das Kind ganztags betreut ist und beide Vollzeit arbeiten. Und da läuft doch was verkehrt, oder nicht?  Aber es ist natürlich auch eine Möglichkeit, den „Bedarf“ nach Ganztagesbetreuung zu reduzieren.

Wie man sich vorstellen kann, laufen die Eltern Sturm. Vermutlich wird es nicht viel nutzen und vielleicht „schenkt“ uns dann die neue Regierung im September wieder etwas Kindergeld. Da kommt es dann am Ende auf null raus. Nur fragt man sich, ob es nicht für alle viel entspannter wäre, das Geld gleich den Kindergärten zu geben und die Familien durch niedrige (oder gar keine) Beiträge zu entlasten, als erst noch den Umweg über Kindergeld (oder Freibetrag) und Kindergartengebühr zu gehen.

Manchmal fragt man sich, wo sie herkommt, die Angst der Männer vor den Frauen. Heute morgen ging es im Deutschlandfunk darum, dass die Uni Leipzig und nun auch die Uni Potsdam in ihrer Verfassung bzw. Geschäftsordnung nur noch weibliche Bezeichnungen für Ämter und Positionen verwenden. Was soll das, kann man sich natürlich fragen. Haben wir nicht ganz andere Probleme bei der Gleichstellung der Geschlechter als die sprachliche? Allerdings bin ich vom „haben wir keine anderen Probleme?!“-schreien abgekommen. Was ein dringend zu lösendes Problem ist, ist sehr subjektiv und für jedes gelöste Problem gibt es unzählige ebenso große ungelöste. „Haben wir keine anderen Probleme“ zu schreien, ist in den seltensten Fällen hilfreich. Ich persönlich bin kein Fan von innen-I und auch nicht von der unnötigen geschlechtergetrennten Ansprache, wie sie Politikern schon in Fleisch und Blut übergegangen ist („Liebe Bürgerinnen und Bürger…“). Meistens stört es mich nicht, wenn nur von Professoren, Mitarbeitern oder Studenten die Rede ist. Obwohl man das mit den Studenten schon gelöst hat, in dem sie jetzt einfach Studierende heißen. Es stört mich nicht nur nicht, es ist mir oft schlicht egal. Und wenn dann netterweise eine Fußnote am Ende steht, die mir mitteilt, dass männliche Bezeichnungen auch für Frauen gelten, dann war mir das schon vorher klar, aber es ist nett, dass jemand darauf hinweist. Und genau an diesen Stellen wollen die beiden Unis nun eben Professorinnen und Mitarbeiterinnen schreiben und in der Fußnote drauf hinweisen, dass die weiblichen Bezeichnungen auch für Männer gelten. Ich finde es nicht schlecht. So schafft man ein Bewusstsein dafür, dass Frauen auch Teil der Wissenschaftswelt sind. Und es ist so einfach und tut keinem weh. Sollte man meinen. Aber dann hörte ich heute morgen einen Redakteur vom Cicero dazu. Der wetterte über „Vergewaltigung der Sprache“. Warum ein kleines „in“ gleich die ganze deutsche Sprache vergewaltigen soll, weiß ich auch nicht. Frau Professorin Fay von der Uni Potsdam wies darauf hin, dass es sich lediglich um die Formulierung in der Geschäftsordnung handelt und es keinesfalls dazu komme, dass Professoren mit „Herr Professorin“ angesprochen würden, wie es die Presse ja gerne so reißerisch als Schlagzeile wählt. Der Herr vom Cicero war den Argumenten gegenüber ziemlich resistent. Das sei ja nur der Anfang und das ziehe doch andere Änderungen nach sich. Ich musste sehr schmunzeln. Wovor hat der Herr den Angst? Dass ein „in“ an einem Wort gleich die Männer entmachtet und das Matriarchat ausgerufen wird? Er sprach davon, die Frauen wollten es den Männern heimzahlen, dass bisher immer die männliche Schreibweise verwendet wurde und die Frauen nur in der Fußnote erwähnt wurden. Aber es geht hier nicht ums Heimzahlen und auch nicht ums Kämpfen. Den meisten Frauen, die ich kenne, ist es herzlich egal, ob da Professor/Mitarbeiter oder Professorin/Mitarbeiterin steht. Warum nur ist es den Männern nicht egal?

Die Sendung zum Nachhören gibt es hier.

Die Milch macht’s (nass)

Wie ein Arbeitstag nicht anfangen sollte, ist mit ausgelaufener Milch in der Tasche. Vor allem, wenn man seine Tasche nur so selten ausräumt. Einiges konnte gleich in den Müll: alte Briefumschläge und Anschreiben längst erledigter Korrespondenz, Kassenzettel, Flyer. Einiges musste ich trockenlegen. Am schlimmsten erwischt hat es die Steuerbescheid von 2010 und 2011. Warum ich die in der Tasche habe? Sollte man nicht immer seine Steuerbescheide bei sich tragen? Echt nicht? Ich musste neulich meine Steuernummer auf einem Abrechnungsformular eintragen und deshalb hatte ich den letzten Brief vom Finanzamt, wo eben die Bescheide von 2010 und 2011 drin waren, dabei. Jetzt sind sie eben etwas wellig. Auch bemilcht wurde ein letzte Woche erworbenes Briefchen mit 58cent-Briefmarken. Zum Glück sind die inzwischen selbstklebend, sonst wären sie alle unbrauchbar. Die Fotos, die ich vor zwei Wochen für einen Großelternbesuch gedruckt habe, der dann ausfiel, waren auch betroffen, konnten aber vollständig gesäubert werden. Ganz wenig Milch hat die Postkarte von der letzten Hochzeit, die ich in KW 43 ans Brautpaar schicken muss, abgekriegt. Und der Anhänger vom Krankenhausbettchen von Schlökerichs Geburts hat etwas Milch abbekommen. (Ich sag doch, ich räum die Tasche selten aus. Was mich dann daran erinnert hat, dass ich ihm auch mal ein Fotoalbum machen sollte. Schließlich ist er schon über ein Jahr. Und seit über einem Jahr habe ich auch in Herr Gartenheins Album nichts mehr eingeklebt.) Die Tasche liegt jetzt ausgespült zum Trocknen am Fenster. Aus lauter Verzweiflung habe ich dann das Internet nach einer neuen unbemilchten Tasche abgesucht und habe tatsächlich meine Tasche beim Kleiderkreisel gefunden. Für 10 Euro. Zwar Second Hand, aber selten benutzt. Wenn ich Glück habe, habe ich also bald eine „neue“. Und so hat die Milch in der Tasche am Ende doch noch was Gutes gehabt. Oder nicht?

Media Monday #105

Und schon wieder ist Media Monday.

1. Der/die coolste FluchtwagenfahrerIn war wohl nicht cool genug um mir im Gedächtnis zu bleiben. (Nein, Drive habe ich noch nicht gesehen).

2. Filme, in denen die Natur als Feind dargestellt wird enden meist gut, obwohl wir in der Realität bei vielen Szenarien den Kürzeren ziehen würden.

3. Filme, in denen zum Spaß gekotzt wird kann ich ehrlich nicht mehr sehen.

4. Der enttäuschendste Serienstart der letzten Jahre war für mich eindeutig Homeland, weil die Serie so exzessiv positiv beworben wurde, für mich aber einen Tick zuviel Terrorpropaganda enthält. Ich fand schon die Sichtung der ersten Folgen in der Hinsicht unerträglich, trotz Claire Danes. Die letzte Folge habe ich dann wieder gesehen und auch hier wurde mein Eindruck nicht besser.

5. Joshua Jackson war für mich lange Jahre untrennbar mit der Figur Pacey Witter aus Dawsons Creek verbunden, doch mit seiner Rolle als Peter Bisphop in Fringe ist es ihm/ihr nach fünf Staffeln gelungen, sich von diesem Image freizuspielen. (Zumindest fast.)

6. Ein(e) Buch(-Reihe), das/die ich gerne mal lesen würde, wenn ich denn ausreichend Zeit hätte, wäre Der dunkle Turm von Stephen King. Und A Song of Ice and Fire, aber erst dann, wenn er alles zu Ende geschrieben hat und am liebsten auf englisch.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Vielleicht lieber morgen (The perks of being a wallflower) und der war einfach hinreißend, weil der wunderbar vom Jung sein und von Freundschaft erzählt.  Jetzt muss ich natürlich noch das Buch lesen (auch am liebsten im Original). Es kommt ja schließlich nicht so oft vor, dass ein Autor bei der Verfilmung seines Buchs selbst Regie führt.