Verschobene Wochentage

Neulich gab’s ja mal diesen Mittwoch, der sich wie Freitag anfühlte. Und heute ist ein Dienstag, der sich wie Montag anfühlt. Ich hatte nämlich gestern noch Urlaub und war mit den Jungs in der Heimat meine Schwestern treffen. Die Schwester mit Kindern wohnt so weit im Norden, dass wir uns eigentlich nur sehen, wenn sie in der Heimat Urlaub macht. Und weil ich gerne möchte, dass unsere Jungs ihre Cousins und Cousinen kennen, versuche ich immer die Gelegenheiten zur Familienzusammenkunft zu nutzen. Und so reisten wir am Freitag bei meinen Eltern an, wo die Schwester mit Kindern schon eine Woche urlaubte und das Schwesterchen (ohne Kinder) ebenfalls gerade angekommen war. Wegen angekündigter Kälte hatte ich sogar noch schnell die Winterreifen montieren lassen. Die Kinder fingen gleich an wie wild zu toben. Das Einschlafen war beim Schlökerich eher unruhig aber letztendlich hatten wir sie alle im Bett. Und so ging das Wochenende rum mit spielen, toben, Blaulichttag, Spielplatz, Streichelzoo, häkeln, sticken und Hörspielhören. Die Kinder haben sich gut verstanden. Und die Erwachsenen sowieso. Mit den Schwestern war ich am Samstag sogar in der Disco beim Dark Dance. Da fühlt man sich plötzlich wieder jung, wenn man in der gleichen Disco wie vor 15 Jahren auf die gleiche Musik wie vor 15 Jahren tanzt (und auch immer noch der gleiche DJ auflegt). Und vermutlich ist sogar der Staub auf den Scheinwerfern an der Decke noch der gleiche wie vor 15 Jahren und die Kaugummis auf dem Boden. Nur Rauchen darf man drinnen nicht mehr. Sonst ist alles beim Alten.
Außerdem sind wir jetzt bestens für den Winter ausgerüstet. Einen Großeinkauf im Schuhladen (7 Paar wasserdichte Winterschuhe von Größe 23 bis 42) mit 20% Rabatt haben wir schon am Freitag erledigt. Am Montag haben wir dann im Praktiker Räumungsverkauf noch den letzten Holzschlitten mit 75 % Rabatt gekauft. Der Winter kann also kommen. (Aber er muss nicht. Ehrlich nicht!)
Gestern abend kam ich dann mit zwei schlafenden Jungs zuhause an, die direkt weiterschlafen wollten und durften. Hätte ruhig noch ein bisschen länger sein können, der Urlaub, trotz des Regenwetters.

Media Monday #120

Obwohl sich der Montag heute eher wie Sonntag anfühlt, fülle ich mal eben den Media Monday aus.

1. Mit dem Talent und Einfallsreichtum eines Schriftstellers ist leider nicht jede/r Buchautor/in gesegnet.

2. Buchmessen finde ich ja grundsätzlich ganz interessant, war aber noch nie auf einer.

3. Der Tatort erfährt ein mediales Interesse, dem seine Qualität nicht gerecht werden kann. Hier hab ich mich schon mal dazu geäußert.

4. Matrix wird mir nie mehr so gut gefallen wie beim ersten Mal, weil danach Teil 2 und 3 kamen und die das ganze etwas verdorben haben.

5. Am Beruf des Schauspielers stelle ich mir am schwierigsten vor, vor der gesamten Filmcrew rührselige Liebesszenen darzustellen als wäre niemand dabei.

6. Ein Autogramm muss ich nicht haben. Was nutzt einem schon so eine Unterschrift?

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war Skin Deep und das war ein Jugendbuch, schnell gelesen und kurzweilig.

Tagebuchbloggen im Oktober

Nachdem ich den Tagebuchfünften im September wegen urlaubsbedingter Internetlosigkeit ausgelassen habe, bin ich heute wieder dabei.

Mein Tag beginnt um sieben Uhr, als ich höre, dass der Herr Gartenhein aufsteht. Ich fange ihn im dunklen Treppenhaus ab und wir gehen runter. Unten werde ich langsam wach und räume erst mal die Spülmaschine ein. Unter der Woche macht D. das abends noch, am Wochenende mache ich das morgens. Während der Herr Gartenhein sich auf Kikaninchen.de Pipi Langstrumpf anschaut, verschwinde ich unter der Dusche. Dann erklärt der Herr Gartenhein, dass er Hunger hat und Gummibärchen frühstücken will. Ich will das nicht. Wir einigen uns auf Toast mit Schokocreme. Das isst er nicht so oft. Das letzte Glas hat bestimmt ein halbes Jahr gehalten.
Draußen regnet es ununterbrochen und der Nebel hängt sehr tief. Gut, dass ich ausgerechnet heute zum Wandern verabredet bin. Ich grübele, was ich anziehen soll und beschließe meine Regenjacke noch zu imprägnieren. Hatten wir nicht neulich im Keller das Spray gefunden? Also suche ich im Keller nach dem Spray und finde erstmal nur ein Anti-Fussgeruchspray, unbenutzt. Warum haben wir sowas? Schließlich finde ich auch das Imprägnierspray, aber leider weigert es sich aus der Dose zu kommen. Die ist vermutlich so alt, dass kein Treibmittel mehr in der Dose ist. Naja, also wandern ohne imprägnierte Jacke. Dann entscheide ich spontan, dass es bestimmt sinnvoll ist, Wanderschuhe anzuziehen. Die einzigen in unserem Haushalt verfügbaren, hat mein Schwesterchen mal mitgebracht, weil sie ihr zu klein sind. Da meine kleine Schwester etwa 1,5 Schuhgrößen größere Füße hat als ich, probiere ich die Schuhe und entscheide, dass das schon gehen wird. Dann packe ich meinen Wanderrucksack und suche die Regenhose. Zwischendurch wird der Schlökerich wach und ich ziehe ihn an. Außerdem wecke ich D., weil ich gleich los muss, nehme meine Wandersachen und sage den Kindern tschüss. Mit dem Auto geht’s nach Bad Liebenzell. Ich komme kurz vor dem Zug mit meinen Wanderfreunden um 10:09 Uhr an und kann noch kurz Geld holen und Regenhose und Wanderschuhe anziehen. Dann geht es los. Wir wollen heute durch das „wildromantische“ Monbachtal wandern. „Wildromantisch“ im Bezug auf Wanderwege, bedeutet meist, man wird dreckig, nass oder zerreißt sich die Klamotten. Oder alles zusammen. Am Anfang führt der Weg noch über normale, gut ausgebaute Waldwege stetig bergauf. Den Monbach sieht man im Tal unter sich plätschern. Schließlich kommen wir zu dem Teil des Weges, wo man direkt rechts oder links des Bachbettes läuft, diverse Bachquerungen inbegriffen. Die Bachquerungen sind wohl für schöne Sommertage konstruiert. Bei strömendem Regen sind die teilweise überflutet. Wir springen also von einem halb überfluteten Stein zum anderen. Die Wanderschuhe sind dicht, aber leider läuft irgendwann das Wasser oben rein. Mit normalen Schuhen hätte ich kaum eine Chance gehabt auf den glitschigen Steinen zu laufen. Und das ganze setzt Adrenalin frei. Vor allem, weil hin und wieder mal ein Stein wackelt. Ich denke drüber nach, dass es eine gute Idee gewesen wäre, Wechselklamotten mitzunehmen und diese in einem fremden Rucksack zu deponieren. Die letzte Bachquerung ist so überflutet, dass sich zwei Drittel der Wandergruppe nicht rüber trauen. Wir krackseln also am gegenüberliegenden Bachufer lang, wo definitiv kein Weg ist. Wir ducken uns unter Zweigen, halten uns an Bäumen fest, klettern auf allen vieren Steile Abhänge hoch, balancieren auf (teilweise wackeligen) Steinen direkt über dem Wasser. Also eher wild als wildromatisch. Ein Abenteuer. Schließlich kommen wir zur wohl komfortabelsten Bachquerung, einer Brücke. Dort werden wir mit dem mutigeren Drittel der Wandergruppe wieder vereint. Der wilde Teil ist nun vorbei und außer nassen Füßen und regennassen Jacken sind wir alle trocken geblieben. Zwei Wanderer hinter uns hatten nicht so viel Glück und einer von beiden stürzte in den Monbach. Am Ende des Weges entdecken wir auch das Hinweisschild zur Hochwasserumgehung unseres Wanderwegs. Nunja, jetzt ist es zu spät. Ohne Dauerregen (und deshalb stark wasserführendem Monbach) ist das bestimmt wirklich eine wunderschöne Tour.

Nun geht es die letzten 600 m bergauf, bis wir in Monakam, unserer Raststation, ankommen. Ein Anwohner schaut uns klatschnasse Wandergruppe etwas belustigt an. Wer wandert schon im strömenden Regen durchs Monbachtal?! Eingekehrt wird im „Hirsch“, wo ich das einzige vegetarische Hauptgericht auf der Karte bestelle: Kässpätzle (ich hatte extra gefragt, ob die auch echt ohne Fleisch sind). Die anderen essen verschiedenes Fleisch mit Beilage. Gemüse braucht man wohl in Schwaben nicht. Aber es sind alle zufrieden. Dazu gibt’s Federweißer. Nachtisch gibt es keinen, also wechseln wir die Location. Im Café Monachorum gibt es beeindruckenden hausgemachten Kuchen und sehr leckeres Eis. Ich esse nur zwei Kugeln Eis, die anderen testen mehrere Kuchen. Und weil wir ja die Irren sind, die im Regen im Monbachtal wandern, sitzen wir auch im Monachorum draußen. Pünktlich zum nächsten Regenguss sind wir fertig und machen uns auf den Weg zurück nach Bad Liebenzell. Der direkte Weg ist nicht so weit. Einfach immer bergab und dann sind wir wieder in Bad Liebenzell. Bis der Zug der Wanderfreunde nach Hause fährt, haben wir noch kurz Zeit und trinken in der Kneipe gegenüber des Bahnhofs noch einen grottenschlechten Kaffee. Wie kann es sein, dass Kaffee aus dem Vollautomat schmeckt wie Instantkaffee?

Um kurz vor fünf verabschiede ich die Wanderfreunde am Zug und fahre durch dichten Nebel zurück nach Hause, wo mich meine Jungs schon freudig erwarten. Der Dauerregen hat endlich aufgehört und die Jungs wollen noch zum Spielplatz. Wir entscheiden zum Spielplatz im Flugfeld zu fahren, da dort die Wassermassen schneller versickern. Dort treffen wir auf Bekannte von früher, halten einen kurzen Schwatz und werfen einen Blick auf ein neues Baby. Die Jungs klettern, „rutschen“ (bei 100 % Luftfeuchte mit Baumwollhosen auf Metallrutschen nur bedingt möglich) balancieren, rennen und spielen Fußball bis es dunkel wird. Dann fahren wir weiter zum real, die Kinder essen jeder ein Fleischkäsebrötchen, wir kaufen ein, was wir noch brauchen und schauen uns in der Spielzeugabteilung um.

Gegen viertel vor neun sind wir wieder zuhause. Die Jungs spielen noch kurz, ich schaue, was es neues im Internet gibt und D. fängt an zu kochen. Nachdem sich der Schlökerich, wie jeden Abend, die Windel befüllt hat, werden die Schlafanzüge angezogen und die Jungs ins Bett gesteckt. Das mache ich ausnahmsweise alleine, da D. noch in der Küche steht. Klappt erstaunlich gut. Als beide im Bett liegen, gibt es auch für uns Abendessen. Nudeln mit Pilzen und Salat, sehr lecker. Dazu ein paar Minuten „2012“ (mein Gott, ist der schlecht!) und dann Papillon auf rbb, den ich müdigkeitsbedingt nicht zu Ende schaue.

Und so geht er zu Ende der 5. Oktober. Mit Abenteuerwanderung, erstaunlich wenig Blasen trotz unbekannter Wanderschuhe, mit vielen Neuigkeiten der Wanderfreunde, mit Lachen, mit Spielplatztoben und leckerem Essen. Nur mit Sonne wär’s noch besser gewesen.

Media Monday #118

Mein Beitrag zum Media Monday.

1. Neben Filmen schlägt mein Herz ja vor allem für Bücher.

2. Ich finde ja, dass man aus dem Spiel Mensch ärgere Dich nicht auch ganz wunderbar einen Film oder eine Serie machen könnte, weil das doch eine schöne Aussage ist, oder nicht? (Mit Computerspielen kenn ich mich nicht so aus.)

3. Es ist ja bekannt, dass gewisse Genres plötzlich Trend werden und man dann – ob Filme, Bücher oder sonst etwas – mit Produkten zugeschmissen wird. Ich würde mir ja eine Renaissance von gar nichts wünschen, denn neben ein paar guten Sachen gelangt dann eine Menge Mist auf den Markt.

4. Schauspieler/in Rupert Grint fristet meines Erachtens völlig zu Unrecht ein Schattendasein, denn er hat Daniel Radcliffe in Harry Potter doch locker an die Wand gespielt.

5. Ein Zitat, dass ich wohl nie vergessen werde, ist _______ aus _______ , weil _______ . Mir fällt gerade keins ein (obwohl es bestimmt welche gibt).

6. Bei Sissi muss ich immer an meine/n beste/n Freund/in denken, denn mit der musste ich mir das anschauen. Genauso wie vom Winde verweht.

7. Mein zuletzt gesehener Film war Elysium und der war einerseits großartig, weil man sich immer wieder die Frage stellt, wie die Bevölkerung von Elysium es zumindest billigend in Kauf nehmen kann, dass die Erdbevölkerung unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen ihre Produkte herstellt und dafür nicht mal Zugang zu zeitgemäßer medizinischer Versorgung bekommt und man sich dann schlecht fühlt, wenn einem die Analogie klar wird. Andererseits war es eben doch auch ein Actionblockbuster, wo man Matt Damon extra mit Roboterkräften ausstatten musste, um auch  sterbenslangweilige supertolle Roboterkampfszenen zu zeigen. Besonders zum Schluss gab es auch ein paar gravierende Ungereimtheiten in der Geschichte, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, damit niemand gespoilert wird.

Die grauen Sonntage

Jetzt geht es los mit dem Herbst. Gestern früh war es kalt und grau draußen. Da wir nach dem schönen Sommer und dem Urlaub noch total ans Draußensein gewöhnt sind, war ich gleich ratlos, was wir den ganzen langen Sonntag tun sollten. Samstags ist man immer noch mal unterwegs, aber sonntags ist alles zu. Der Tag begann erst mal nur für mich und den Herr Gartenhein. Mein Versuch ihn um 6:30 mit dem Argument es sei noch Nacht wieder ins Bett zu schicken, scheiterte leider. (Warum ist das so, dass ich ihn jeden morgen um kurz nach sieben zum Kindergarten wecken muss, er am Wochenende aber von ganz alleine schon um 6:30 Uhr aufsteht?) Die Zeit zu zweit ist meistens ganz ruhig. Wach werden, frühstücken, duschen, ein bisschen bei Kikaninchen surfen und dann ist meist auch schon der Schlökerich wach. Gestern brachte mich das dann gleich zum Grübeln. Was mach ich jetzt mit denen beiden? Schlechtwetteraktivitäten wie Basteln oder Malen sind mit beiden gleichzeitig gerade sehr anstrengend. Der Herr Gartenhein will Wasserfarben oder Filzstifte, der Schlökerich saut damit nur rum, wenn man nicht jede Sekunde dabei ist. Die Wachsstifte nagt er an und die Buntstifte wirft er runter. Perlen auffädeln fände der Herr Gartenhein zwar gut, der Schlökerich wirft aber alles auf den Boden. Und das Ganze wird dann von Geschrei begleitet, weil jeder das haben will, was der andere gerade benutzt. Und während ich noch grübelte und im Internet nach Ausflugsmöglichkeiten recherchierte, machten die beiden sich im Wohnzimmer Musik an. Und so war die erste Aktivität des Tages gefunden: im Wohnzimmer zu Muse tanzen. Wenn die beiden zu zweit auf dem Sofa rumspringen, kann ich immer nur mit einem halben Auge hinschauen, weil ich fürchte einer von beiden stürzt gleich ab, aber die haben dabei einen Heidenspaß. Damit waren wir dann eine Weile beschäftigt. Zwischendurch haben sie sich mal ein bisschen um das Parkhaus („Weißt Du Mama, der Schlökerich braucht ein eigenes Parkhaus. Ein ganz kleines, niedliches!“) und um Autos gestritten, aber das ging schnell vorbei. Als die beiden keine Lust mehr hatten, habe ich vorgeschlagen das Kinderzimmer aufzuräumen. Bisher hat nur der Herr Gartenhein ein Kinderzimmer. Der Schlökerich schläft noch bei uns und spielt im Zimmer vom Herr Gartenhein, wenn er darf. Kinderzimmer aufräumen ist eigentlich immer ganz gut. Während ich da sitze und Sachen zusammenräume, entdecken die beiden vergessenes Spielzeug wieder. Und so ist am Ende das Zimmer wieder ordentlich und die beiden spielen mit den Spielsachen, die sie lange nicht benutzt haben. Und staubsaugen konnte ich auch noch. Weil dann schon Mittag war und der Herr Gartenhein Hunger hatte, haben die Jungs ihr Mittagessen ausnahmsweise im Kinderzimmer am Spieltisch bekommen. Das fanden sie toll und haben vier Scheiben Toast, Trauben und Erdbeeren verspeist. Dann war der Schlökerich müde und wir steckten beide Jungs ins Bett. Der Herr Gartenhein schläft fast immer auch, sonst haben wir abends um sieben ein todmüdes und ein total ausgeschlafenes Kind. Und weil es so schön ruhig war, hab ich auch ein bisschen geschlafen. Nach dem Mittagschlaf hat D. das Waffeleisen angeschmissen. Da wir seit neuestem eine Küchenmaschine haben, konnten wir uns kaum einigen, wer den Waffelteig machen darf. Dann gab’s also leckere Waffeln mit letzte Woche selbstgemachtem Holundergelee. Die Kinder spielten dann noch ein bisschen oben, bevor wir sie nochmal zum lüften einpackten. Da es inzwischen zu spät für jeden längeren Ausflug geworden war (und wir sowieso immer noch kein Ziel gewusst hätten), fuhren wir ins Nachbarkaff auf einen Spielplatz mit ewig langer Rutsche und Seilbahn. Wir waren alle begeistert und blieben bis es dunkel wurde. Zuhause durften die Jungs in die Badewanne und danach gab es Abendessen. Und so ging auch der erste graue Sonntag zu Ende. War ja gar nicht so schlimm.

Media Monday #117

Zwei Wochen Urlaub und heute wieder dabei beim Media Monday.

1. Ich habe ja zugegebenermaßen eine Schwäche für die/den SchauspielerIn Julia Stiles und das nicht einmal, weil sie/er so großartig schauspielern würde, sondern mehr weil mir diese Shakespeare-Adaptionen (z.B. 10 Dinge, die ich an Dir hasse oder „O“), in denen sie gerne mitgespielt hat, sehr gut gefallen.

2. Der größte Stolz in meiner (Film-)Sammlung ist vielleicht die DVD von Ink (praktischerweise mit Regionalcode 1) mit Autogramm.

3. Ständig werden Fortsetzungen gedreht, nur zu Der goldene Kompass gab es keine und da hätte ich sie mir gewünscht, weil das nun mal der erste Teil der His Dark Materials Trilogie ist!

4. Gefährten fand ich leider sterbenslangweilig.

5. Johnny Depp hat ja echt tolle Filme gemacht, sich aber mit dem ganzen Disneykram ziemlich runtergewirtschaftet. Der kann doch mehr als irrer Clown, oder nicht?!

6. Es wird wieder kühler und folglich ist man abends wieder öfter daheim, höchste Zeit also für eine Zweitsichtung von The Help. Ich habe im Urlaub das Buch dazu gelesen und möchte jetzt gerne den Film nochmal anschauen.

7. Meine zuletzt gesehene Serienstaffel war schon so lange her, dass ich mich nicht mehr erinnere. und die war ________ , weil ________.

Kurznachricht aus dem Urlaub

Wir sind in Urlaub. Weil bei uns aber nie alles normal läuft, hat Ryanair unseren Kindersitz kaputt gemacht, was der eigentliche Grund ist, warum ich grade im Internetcafe sitze. Und natürlich ist die online Gepäckreklamation totaler Mist. Ehrlich. Da geb ich unseren Buchungscode so an, wie er überall drauf steht, in Großbuchstaben, und Ryanair erklärt mir solange, der sei ungültig, bis ich ihn klein eintippe. Das ganze hat mich schon Nerven und Geduld gekostet.

Außerdem hab ich mir am ersten Tag eine Dose Tomaten auf den Zeh geworfen, der jetzt wunderschön blau und grün schimmert. D. hat sich so dermaßen verhoben, dass er sich kaum noch bewegen konnte. Ein Besuch beim Orthopäde ergab sechs Spritzen in den Rücken, einmal einrenken und 170 Euro für die Auslandsreisekrankenversicherung, die hoffentlich besser mit Schadensmeldungen umgeht als Ryanair.

Der Fernseher in der Ferienwohnung hat einen arg korrodierten Stecker, so dass wir erst seit heute sporadisch fernsehen können. Das hat zur Folge, dass ich mein einziges mitgenommenes Buch schon zu drei viertel ausgelesen habe. D. hat sich sogar eins gekauft. Mal sehen, ob wir dann tauschen oder noch mehr Lesestoff kaufen.

Ansonsten: alles super. Wir baden jeden Tag im Meer. Die Kinder schlafen (zumindest abends) problemlos in einem Zimmer und sind schon richtig braun geworden. Am Strand sind sie beide gerne, der Herr Gartenhein im Wasser (tauchen) und der Schlökerich am Strand. Von unserer Ferienwohnung ist es etwa eine Minute zu einem kleinen Strand mit vielen Fischen (schön zum Tauchen) und ein Spielplatz ist direkt vor der Wohnung. Also weiter nichts zu meckern.

Das neue Kindergartenjahr

Ich habe vor einiger Zeit ja mal geschrieben, dass ich mit unserem Kindergarten eigentlich zufrieden bin. Zum Ende des Kindergartenjahres haben drei von vier Erzieherinnen aufgehört, so dass zu erwarten war, dass sich einiges ändert. Seit zweieinhalb Wochen sind die Kindergartenferien vorbei und seit 1. September endlich alle neuen Erzieherinnen da. Da im Moment noch Schulferien sind, läuft noch nicht alles wieder im alten Trott. Trotzdem sind mir schon ein paar Veränderungen positiv aufgefallen.
Das Ankommen morgens ist z.B. sehr viel netter. Der Kindergarten öffnet um 7:30 Uhr. Da die meisten Kinder erst zwischen halb neun und neun kommen, sind auch früh noch nicht alle Erzieherinnen da. Kam man früher um Punkt 7:30, war gerade mal die Tür aufgeschlossen. In den Gruppenräumen war kein Licht und sämtliche Fenster zum lüften geöffnet. Mindestens eine der zwei anwesenden Erzieherinnen war im Büro beschäftigt, während die andere zwischen Küche (Tee kochen und so) und einem geöffneten Gruppenraum hin und her hetzte. Im zweiten Gruppenraum standen noch die Stühle auf den Tischen. Wenn wir jetzt morgens ankommen (ich muss zugeben, wir waren immer später als 7:30 Uhr, aber trotzdem mindestens einmal die ersten) ist der Gruppenraum beleuchtet. Es sind beide Gruppenräume vorbereitet und mindestens eine der anwesenden Erzieherinnen ist im Gruppenraum um die Kinder zu begrüßen. In der Regel ist sogar noch eine zweite Erzieherin da und spielt schon mit den ganz frühen Kindern. Als Eltern kann man auch morgens noch kurz was fragen oder klären. Find ich gut.
Auch wurde das Automitbringverbot aufgehoben. Die Kinder in der Bauecke neigen wohl dazu sich um Autos zu streiten. Um die vorhandenen und um selbst mitgebrachte. Da es mehrmals Handgreiflichkeiten unter den Kindern gab, wurde das Mitbringen eigener Autos verboten, obwohl der Kindergartenbestand auf drei Autos zusammengeschrumpft war. Jetzt gibt es einen großen Kasten neue Autos und auch die eigenen dürfen wieder mitgebracht werden. Ein generelles Mitbringverbot für Spielzeug gibt es nämlich nicht. Und den Autonarren die Autos zu verbieten, aber den Puppenfreunden die Monster-Barbies zu erlauben, ist nicht wirklich gerecht. Also darf jetzt wieder alles mitgebracht werden.
Die Kinder sind fast immer draußen, wenn sie abgeholt werden. Zumindest die, die bis halb zwei bleiben. Bisher war die Spielzeit im Freien auf die Zeit zwischen Frühstück (ca. 10:30) und Stuhlkreis (12:00) begrenzt. Das hat sich wohl geändert.
Letzte Woche wurden relativ spontan die Äpfel im Garten gesammelt, zu Apfelmus verkocht und am nächsten Tag mit Waffeln verputzt. Solche Spontanaktionen gab es früher kaum. Da auch selten lange vorgeplant wurde, lief die meiste Zeit alles im normalen Trott.
Der Herr Gartenhein geht seit zweieinhalb Wochen freudig in den Kindergarten (ok, das hat er früher auch meistens getan). Die alten Erzieherinnen scheint er kaum zu vermissen, obwohl er zumindest nach der einen hin und wieder fragt. Er fragt, wo die jetzt sei und ob das weit weg wäre. Ich bin mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt, wenn die Schulferien vorbei sind und wieder alle Kinder da sind. Im Oktober ist dann Elternabend, wo das neue Team sich und sein Konzept vorstellt. Bisher zweifel ich nicht, dass es gut wird.

Am Sonntagabend war das Fernsehen beherrscht vom TV-Duell zwischen den Anwärtern aufs Bundeskanzleramt. Ich habe es nur teilweise gesehen und möchte zum Inhalt hier auch gar nichts sagen. Allerdings halte ich diese Art von DV-Duell an sich für falsch. Ich kann mir kaum vorstellen, dass diese Veranstaltung Menschen dazu bringt anders zu wählen, als sie es vorhatten. Und die Untentschlossenen ziehen aus dem Fernsehgerede auch keine neuen Erkenntnisse und wählen am Wahltag wohl einfach aus dem Bauch raus. Zur Motivation von Nichtwählern ist es beinahe völlig ungeeignet. Und zwar aus folgenden Gründen

Menschen, die, wie man es so schön nennt, politikverdrossen sind, denken, dass die Wahl letztendlich keine ist. Wie es Southpark so schön ausdrückte: „It’s always between a giant douche and a turd sandwich.“ (Jede Wahl ist eine Wahl zwischen Rieseneinlauf und Kotstulle). Im TV-Duell wird genau das noch einmal klar gemacht. Da „duellieren“ sich zwei Politiker und am Ende kommt man zu dem Schluss, dass einer davon vielleicht das kleinere Übel darstellt. Und das kleinere Übel zu wählen ist nicht besonders motivierend. Tatsächlich ist es aber so, dass wir in Deutschland nicht den Bundeskanzler selbst wählen, sondern unser Parlament, den Bundestag. Der Bundestag besteht aus mehr als zwei Parteien. Die Reduzierung des TV-Duells auf die voraussichtlich zwei stärksten Parteien wird dem nicht gerecht. Menschen, die sich für Politik nicht sonderlich interessieren, gehen dann davon aus, man könne nur diese beiden Parteien wählen. Gestützt wird das dann noch oft auf die stammtischtaugliche Aussage, das Wählen kleiner Parteien wäre eine Stimmenverschwendung und käme nur den großen Parteien zu Gute. Gefördert wird das noch zusätzlich durch Aussagen führender Politiker über die Koalitions- oder Regierungsfähigkeit gewisser Parteien oder die Verdrehung von Tatsachen durch die Boulevardpresse (siehe zum Beispiel „Kreuzberg verbietet Weihnachten“). In unserem Wahlsystem kann es uns aber herzlich egal sein, ob irgendjemand findet, eine Partei sei nicht koalitionsfähig oder eine Spinnerpartei. Man wählt eine Partei, von der man der Meinung ist, dass sie die eigenen Interessen besonders gut repräsentieren kann. Ob diese Partei letztendlich Teil der Regierung wird, ist egal, solange sie ihrer Pflicht nachkommt und die Interessen im Parlament vertritt. Und diese Partei sollte nicht „das kleinere Übel“ sein, sondern die optimale Übereinstimmung mit den eigenen Interessen aufweisen. Dabei hilft vielleicht der Wahl-O-Mat. Mit dem was wir wählen, müssen die Politiker sich dann eine Koalition und eine Regierung basteln. Es ist ja nett, wenn die Kanzlerkandidaten vorher erzählen, mit wem sie gerne arbeiten und mit wem nicht, aber ehrlich, who cares? Wir sind nicht dafür da zu wählen, was die Kandidaten gerne hätten, sondern es ist ihre Aufgabe mit unseren Meinungen und Vorstellungen zu arbeiten.

Aber um auf das TV-Duell zurück zu kommen. Angenommen das Duell motiviert einige Politikverdrossene zur Wahl zu gehen. Wieviele werden dann überrascht sein, dass auf dem Wahlzettel „Merkel“ und „Steinbrück“ nicht auftauchen, sondern ein Wahlkreisabgeordneter, dessen Name man vielleicht noch nie gehört hat. Und wieviele wissen nicht, was es mit den zwei Stimmen auf sich hat? Vielleicht wäre es sinnvoller das Wahlsystem zu erklären, statt ein 90-minütiges Schaulaufen für Polittalker zu veranstalten. Ich denke logo.de hätte da schon ein paar gute Informationen. Ich weiß nicht, warum man mit der Fokussierung auf dieses TV-Duell, versucht ein Zweiparteiensystem zu installieren. Ich bin sehr froh, dass es nicht immer nur CDU oder SPD ist. Ich finde es gut, dass in den Ländeparlamenten auch andere Parteien regieren und mitregieren. Es ist zwar kaum vorstellbar, aber es funktioniert tatsächlich auch! Und man sollte nicht vergessen, dass es die nicht koalitionsfähige Linke und die Verbotspartei der Grünen waren, die bei der Abstimmung „Wasser als Menschenrecht“ geschlossen dafür gestimmt haben, während die SPD z.B. sich geschlossen enthalten hat.

Media Monday #114

Der letzte Media Monday vorm Urlaub!

Media Monday #114

1. Das Duo aus RegisseurIn Ben Affleck und DarstellerIn Casey Affleck finde ich sehr interessant, da es bestimmt gewisse Vorteile bringt mit dem eigenen Bruder zu drehen, es aber gewiss manchmal auch nicht einfach ist.

2. Südstaaten-Krimis müsste ich jetzt googlen.

3. Harry Potter lässt sich mit nichts vergleichen, weil die Geschichte einen dermaßen auf emotionaler Basis erwischt, dass man sämtliche Unausgegorenheiten der Zaubererwelt einfach ignoriert. Es ist mir unerklärlich, warum die Artemis Fowl Reihe mit der Harry Potter Potter Reihe verglichen wird. Außer, dass es bei beidem um einen Junge im Teenageralter geht der es mit einer verborgenen magischen Welt zu tun bekommt, haben die nämlich überhaupt nichts gemeinsam!

4. Es wäre mal interessant, wenn in Interviews auch mal gefragt würde, was die hohen Schauspielergagen rechtfertigt.

5. Die SnorriCam ist eine beeindruckende Art der Kameraführung, weil die, neben anderen visuellen Mitteln, für die besondere Wirkung von Requiem for a dream sorgt. Die Snorricam ist am Schauspieler befestigt und filmt dessen Gesicht. Wenn er läuft, entsteht der Eindruck, dass der Schauspieler still steht, während die Umgebung sich bewegt. Das weckt dann den Eindruck eines Ferngesteuertseins.

6. Statt Rezensionen/Kritiken wäre es toll, wenn es auf Film-Blogs u. ä. viel mehr Specials gäbe wie etwa DVD-Verlosungen 😛.

7. Mein zuletzt gelesenes Buch war The perks of being a wallflower und das war einfach toll, weil 90er Jahre Coming-of-Age mit Film- und Musikbezügen genau mein Ding ist. Ich finde es so gut, dass ich es wärmstens jedem empfehlen möchte. Das Gleiche gilt übrigens für den Film. Der Stimmungstransport von Buch zum Film hat ganz hervorragend geklappt, was vermutlich daran liegt, dass der Regisseur auch der Autor des Drehbuchs und der Romanvorlage ist.