Media Monday #153

Heute ist doch noch fast Montag, also noch nicht zu spät für den Media Monday, oder?

1. Eine Freundes-Clique, mit der ich gerne auch einmal abhängen würde, ist ganz klar die Big Bang Theory Clique, weil mich interessieren würde, wie lange es dauert, bis Sheldon so richtig nervt.

2. Bei den zahllosen Literatur-Verfilmungen frage ich mich ja ein wenig, warum sich noch keiner auf Der Schwarm von Frank Schätzing gestürzt hat, denn das las sich schon wie ein Film.

3. Die Grundidee von Elysium fand ich ja ziemlich genial, wohingegen mich das Gesamtwerk kaum zu überzeugen wusste, weil dieses Robotergestell von Matt Damon einfach albern war und das Ende des Films etwas hahnebüchen.

4. Vampire und Werwölfe, Cowboys und Aliens, Roboter und Aliens, schön und gut, aber Menschen und Menschen  wäre doch mal eine richtig coole Combo, denn da braucht man nicht so viel Make-Up.

5. Wenn es mich ins Kino verschlägt, erwarte ich mir einen guten Film. So selten, wie wir ins Kino gehen, sind die Filme alle gut ausgewählt.

6. Von mir würde ich ja gerne mal eine Lesung besuchen, weil dann hätte ich wohl endlich ein Buch geschrieben.

7. Meine zuletzt gelesenes Buch ist A clash of kings (A song of ice and fire Teil 2) und das war liest sich etwas langsamer als der erste Teil der Serie, weil warum, weiß ich auch nicht.

Ein Wochenende in Bonn

Mittlerweile leben mehrere mir liebe Menschen in Bonn. Und da Bonn ja gar nicht so weit weg und der ICE ziemlich schnell ist, fahr ich da hin und wieder mal hin. Diesmal war der Anlass der Geburtstag einer Freundin, die ich aus Karlsruhe kenne. Da die Geburtstagsfeier schon am Nachmittag losgehen sollte und Kinder willkommen waren, hatte ich die Idee, mit den Jungs mit dem Zug hinzufahren. Der Herr Gartenhein war schon im Vorfeld ganz begeistert, weil wir dann mit einem Zug fahren, der „so schnell fährt wie ein Rennauto!“ Da Zugfahren zwar schnell geht, aber auch ganz schön teuer ist (knapp 238 € hätte die Hin- und Rückfahrt für 1 Erwachsenen und 2 Kindern unter 6 (=kostenlos) inkl. Familienreservierung gekostet), wollte ich meine schon lange rumliegenden bahn.bonus-Punkte in eine Freifahrt umwandeln. Meine Wunschverbindung mit dem ICE nach Siegburg und der Straßenbahn nach Bonn-Beuel gab es natürlich nicht im Freifahrtkontingent. Aber immerhin bis Siegburg konnten wir umsonst (naja, nicht ganz. Die Reservierungen mussten wir bezahlen) fahren.

Am Samstagmorgen fuhren wir mit der S-Bahn nach Stuttgart, wo wir in den ICE einstiegen. Für die Hinfahrt hatten wir Plätze im Kleinkindabteil reserviert. Der Zug war (wie am Samstagvormittag üblich) nur mäßig gefüllt. Wir hatten im Kleinkindabteil den runden Tisch für uns und die Kinder haben sich gut mit malen, spielen, aus dem Fenster schauen, essen und aufs Klo gehen beschäftigt. Außerdem gab es von der Bahn für jedes Kind einen Spielzeug-ICE geschenkt. In Siegburg waren wir pünktlich und konnten sofort mit der Straßenbahn weiter. Knapp zwanzig Minuten später nahm mein Schwesterchen uns an der Haltestelle in Empfang. Während der Herr Gartenhein gleich begeistert die Wohnung erkundete, saß der Schlökerich erst mal schmollend vor der Tür. Wir waren pünktlich zu seiner Mittagschlafzeit angekommen und er wollte lieber gleich wieder nach Hause. Weder Schuhe noch Jacke hat er sich ausziehen lassen. Irgendwann konnte ich ihn mit Mittagschlaf locken. Allerdings sagte ihm keines der angebotenen Betten zu. Sogar ins Bad schaute er, ob da vielleicht sein Bett stünde. Und so trank er nur eine Milch und ließ den Mittagschlaf ausfallen.
Bald nach uns kam dann eine liebe Schulfreundin mit ihrem winzigen Töchterchen zu Besuch. Wir saßen auf dem Spielplatz und auf dem Balkon und redeten, bis wir uns gegen 16 Uhr schon verabschieden und zur Geburtstagsparty aufbrechen mussten. Die nächsten Stunden verbrachten wir dann Kuchen essend, grillend, Musik hörend und redend auf der Wiese mit zwei Spielplätzen direkt im Blick. Der Schlökerich war auf dem Hinweg erst mal eingeschlafen und holte seinen verpassten Mittagschlaf nach. Der Herr Gartenhein war schneller mit den anderen Kindern unterwegs, als ich schauen konnte. Als der Schlökerich ausgeschlafen hatte, stürzte er sich mit ins Getümmel. Solange sein Bruder dabei ist, hat er da keine Anschlussschwierigkeiten. Alleine ist er meistens eher schüchtern. Wir waren auf der Party, bis es richtig dunkel war und fuhren dann mit der Straßenbahn zurück zur Wohnung meiner Schwester (die aber noch auf der Party blieb). Einmal umsteigen und ein gutes Stück laufen hatten wir vor uns. Der Herr Gartenhein war mehrmals kurz vorm Einschlafen (es war schon fast 23 Uhr!), hat den Heimweg aber wirklich gut gemeistert. Nach Umziehen und Zähneputzen protestierte er noch, er könne nicht einschlafen und schlief zehn Sekunden später bereits tief und fest. Der Schlökerich trank noch eine Einschlafmilch und schlief dann auch. Ich selbst hab‘ auch nur noch einen Anruf zuhause hinbekommen und mich dann zwischen die Jungs zum Schlafen gelegt. (Dabei hatte ich extra meinen ebook-Reader dabei um abends noch zu lesen.)

Die Nacht war eher anstrengend, da der Herr Gartenhein zwar schlief wie ein Stein, der Schlökerich sich aber wälzte und jammerte. Zuviel Input und unbekanntes Bett nehme ich an. Immerhin schlief der Herr Gartenhein bis 8 Uhr und der Schlökerich noch etwas länger. Nach Frühstücken, duschen und Rumgammeln, kam dann nochmal die Geburtstagsfreundin mit Freund und Kindern vorbei und wir verbrachten entspannte Stunden auf dem Spielplatz vorm Haus und einem Eis, das der Schlökerich mal wieder im Buggy verschlief, zum Abschluss. (Man merkt immer besonders deutlich, dass man in einer Großstadt ist, wenn man Eissorten wie Limette-Basilikum und Erdbeer-Parmesan bestellen kann.) Dann ging es mit den zwei müden Jungs mit Straßenbahn und ICE zurück nach Stuttgart. Der Zug war brechend voll, was ich sehr anstrengend fand. Die Jungs haben sehr gut mitgemacht, haben gespielt, gemalt und gegessen. Der Schlökerich stand immer wieder mal im Weg rum und hat gegen Ende angefangen fremde Menschen zum Spaß zu hauen, aber sonst war alles gut. In Stuttgart kamen wir zu spät an, so dass ich mit Zweijährigen im Buggy, Baby im Bauch und Fastfünfjährigem am Kinderwagengriff mal eben von Gleis 16 zu Gleis 4 rennen musste, um die Regionalbahn gerade eben so noch zu erwischen. Bemerkenswert waren die 6 Männer, die mich anstarrten, als ich den Buggy samt Kind in den Zug hob und mich dann, als alle heil im Zug standen, fragten, ob sie mir helfen könnten. Bei was? Beim Stehen? Das schaff ich grade noch alleine. Der Schlökerich hatte dann keine Lust mehr und weigerte sich ins Auto zu steigen, als wir zwanzig Minuten später den Zielbahnhof erreicht hatten. Ich nehme an, das ist dann wohl diese Trotzphase. Irgendwann waren wir aber doch zuhause, wo das Abendessen schon fast fertig auf dem Tisch stand, die Wäsche gewaschen war und die Himbeeren im Garten eine Rankhilfe bekommen hatten. Die Kinder wurden noch gebadet und wanderten todmüde ins Bett. Ich schlief kurz danach auf dem Sofa ein, mit müden Füßen und Beinen (ich bin gefühlt 20 Mal in den 5. Stock gelaufen, 10 Mal davon mit 13kg-Kind auf dem Arm). Und so entdeckte ich auch erst beim ins Bett wanken, dass D. auch schon den Bettanbau fertig gemacht hat. In der Höhe haben wir uns etwas vermessen, so dass noch eine Latte untendran geschraubt werden muss. Aber ansonsten sieht es toll aus. Ich bin total begeistert und freue mich schon auf 40 cm mehr Platz.
So im Nachhinein kann man das wohl eher in die Kategorie Schnapsidee einsortieren, in der 32. Schwangerschaftswoche noch alleine Bahnreisen mit zwei kleinen Kindern zu absolvieren. Aber irgendwie bin ich in der Hinsicht eher tiefenentspannt. Ich hab voll drauf vertraut, dass das mit meinen Jungs problemlos klappt. Und hat es ja auch. Nur etwas anstrengend war es eben. Aber schön und auf jeden Fall müde Beine und Muskelkater (wohl vom 13kg-Kind schleppen) wert!

Fazit: meine Jungs sind tolle Reise- und Partybegleiter und in Bonn ist es eigentlich echt schön und vor allem deutlich wärmer als das Heckengäu.

Projekte und Schnapsideen

Noch drei Wochen bis Mutterschutz. Da sind noch ein Feiertag, ein Brückentag und drei Tage Auswärtstermin dabei, so dass ich noch 8 Bürotage vor mir habe. Klingt für das noch anstehende Arbeitspensum recht wenig, aber es wird schon.
Außerdem beschäftigen mich gerade noch andere Dinge, z.B. unser Bett. Wir schlafen aktuell auf 1,40 m Liegefläche. Zu zweit geht das gut. Zu zweit mit Baby geht das ganz ok. Zu zweit mit Kleinkind ist das manchmal ziemlich eng. Der Schlökerich schläft inzwischen zwar bestimmt 8 von 10 Nächten in seinem Bett, aber für die restlichen zwei müssen wir uns künftig was überlegen. Wir wissen ja nicht, wie der Babybruder so drauf ist. Der Herr Gartenhein hat, seit er drei Monate alt war, am liebsten in seinem Bett geschlafen. Ich kann mich an keine Nacht erinnern, in der er in unser Bett wollte. Der Schlökerich wurde schon als Baby fast immer wach, sobald man ihn vorsichtig versucht hat in sein Bett zu schieben (oder später zu heben). Also hat er viel bei uns geschlafen. Inzwischen steht sein Bett in seinem Zimmer. Manchmal ruft er und will dann mit rüber, manchmal kommt er nachts rübergelaufen. Leider ist er immer noch kein „ich leg mich hin und dreißig Sekunden später schnarche ich“-Typ, sondern immer noch der „ich wälze mich eine Weile hin und her“ Typ. Leider bin ich auch mehr der „ich wälze mich eine Weile hin und her“ Typ, so dass die Besuchsnächte manchmal anstrengend sind. Hauptsächlich, weil das Bett so schmal ist. Und deshalb wollen wir anbauen. Unser Bett ist nämlich so toll, dass ich das nicht durch ein neues ersetzen will. Ich habe das Bett seit ich 17 oder 18 bin und bin damit 7 Mal umgezogen. Das Bett sieht im Prinzip aus wie eine große (und lackierte) Europalette. Matratze drauf, fertig. Liegefläche schön niedrig, dass es auch nichts macht, wenn man ein Kind rauspurzelt (ist dem Schlökerich zweimal passiert). Und die Kinder können da drauf hopsen, ohne dass man Angst haben muss, dass eine Latte bricht. Und im Prinzip braucht man ja nur ein paar Balken und Bretter in der richtigen Abmessung. Und eine größere Matratze.
Als ich bei der Arbeit mit Kollegen darüber sprach, erntete ich Verwunderung. Ein Bett ohne Lattenrost? Matratze kaufen ohne Probeliegen? Nur eine Matratze für zwei Leute? Kinder mit im Elternbett? Babys mit im Elternbett? Auf dem Bett hopsende Kinder??? Irgendwie leben diese Kinderlosen ein ganz anderes Leben als ich.

Ich hab aber auch noch anderes vor im Mutterschutz. Der Herr Gartenhein feiert demnächst seinen fünften Geburtstag. Leider sind da Kindergartenferien, so dass ich etwas ratlos bin, wann wir seinen Kindergeburtstag machen sollen. Am besten frage ich einfach mal die Eltern seiner Freunde und entscheide dann. Seine Großeltern hat er auch eingeladen. Da steht auch noch nicht fest, ob und wann die kommen können. Ich glaube er wäre enttäuscht, wenn er gar keine Gäste bekäme.
Kindergeburtstag ist dann auch noch so ein Thema. Ist ja unser erster. Wir müssen uns mal überlegen, was man mit denen dann so macht. Er hat mal geäußert, er möchte einen Schlangenparty. Was auch immer das sein soll.
Für nach seinem Geburtstag haben wir ihm versprochen, dass wir zum Playmobil Funpark fahren. Ich hoffe, dass Anfang Juni das Wetter mal schön ist, dass es außerhalb der Ferien dort nicht so voll ist und dass ich mich noch einigermaßen bewegen kann. Letztes Jahr scheiterte es am saukalten Juniwetter. Dieses Jahr wollen wir wirklich mal hin.

Außerdem wünscht sich der Herr Gartenhein, dass wir mal zelten. Im Moment sortiere ich das eher in die Kategorie Schnapsidee ein, weil ich wirklich nicht weiß, ob ich im Mutterschutz noch im Zelt schlafen will. Aber ich behalte es mal im Hinterkopf. Sollte es wirklich tollstes Sommerwetter geben im Juni, fahren wir vielleicht mal irgendwo in der Nähe zum Zelten. Ich hoffe ja auf die Nachbarn, wenn es um die Ausrüstung geht. Die gehen jede Sommerferien zelten. Da können wir uns hoffentlich ein Zelt und eine Luftmatratze leihen.

Und so werden wir die Zeit bis zur Geburt schon irgendwie rumkriegen. Das Freibad hat auch schon geöffnet, fehlt nur noch das passende Sommerwetter.

5 Bücher für 2014

Ich wurde schon letzte Woche mit einem Stöckchen beworfen. Bullion fragt welche fünf Bücher ich 2014 auf jeden Fall lesen will. Nur fünf? Ich hab ja dieses Jahr schon 12 Bücher gelesen, da werden es hoffentlich noch mehr als fünf werden. Vor allem, weil sich meine Lesezeit demnächst vermutlich erhöhen wird, weil ich ab Anfang Juni zuhause sein werde. Und erfahrungsgemäß war die Stillzeit auch immer eine intensive Lesezeit. (Mal sehen, wie das wird, wenn beim Stillen noch zwei andere um einen herum wuseln).

Hier nun also meine fünf Bücher:

George R.R. Martin – A song of ice and fire

Nachdem ich mich ja lange gesträubt habe, die Serie zu lesen, bevor sie zu Ende geschrieben ist, habe ich schließlich doch angefangen und Buch 1 am Wochenende beendet. Wenn ich das Lesetempo beibehalte, dürfte ich im November damit durch sein (kommt darauf an, wieviel anderes ich noch zwischenrein lese). Bisher gefällt es mir sehr gut, was ich aber auch nicht anders erwartet habe. Was die Bücher ausmacht, ist vor allem das gnadenlose Vorgehen des Autors mit seinen Figuren. Ich trau mich noch nicht mal zu sagen, wer nach Buch 1 meine Lieblinge sind. Wer weiß schon, ob die Band 2 überhaupt überleben?! Ich bin gespannt, was noch kommt.


Michael Scott – The Enchantress (The Secrets of the Immortal Nicholas Flamel #6)

Seit einiger Zeit kriege ich zu jedem Geburtstag und Weihnachten den jeweils nächsten Teil der Nicholas Flamel Serie. Im Juni ist dann der letzte Teil dran und den werde ich auch lesen. Ich freu mich schon drauf, weil es da dann wohl zum endgültigen Kampf zwischen Gut und Böse (obwohl auch manchmal nicht so klar ist, wer gut und wer böse ist) kommen wird und sich bisher noch nicht sagen lässt, welcher der „twins of legend“ derjenige ist, der die Welt zerstört und welcher der, der sie rettet. Die Serie gefällt mir bisher gut. Die Geschichte läuft durch alle 6 Teile durch mit nur jeweils kurzen Verschnaufpausen am Ende eines Buches. Beinahe jede auftretende Figur hat einen historischen oder mythologischen Hintergrund. Das macht Spaß. Vor allem, wenn man (wie ich) in Geschichte eher wenig Vorkenntnisse hat.

Cornelia Funke – Teuflisches Silber (Reckless #3)

Im Oktober erscheint der dritte Teil von Reckless, den ich dann wohl auch lesen werde, sobald ihn unsere Bibliothek da hat. Die ersten beiden Teile haben mir gut gefallen. Ich hab als Kind Grimms Märchen alle gelesen und finde das Spielen mit den Märchenfiguren sehr interessant.

Und damit hier nicht nur (Teile von) Serien stehen, hier noch zwei alleinstehende Romane, die auf dem Bücherstapel meines Vaters liegen und mich anlachen. (Obwohl ja der zweite Teil von Silber (Kerstin Gier) ja auch noch diesen Sommer kommt.)

David Levithan – Letztendlich sind wir dem Universum egal

Dass ich auch gerne Jugendbücher lese, ist ja kein Geheimnis. Verschiedene Algorithmen haben mir das Buch aufgrund meiner Lesegewohnheiten vorgeschlagen und jetzt hatte ich es sogar schon in der Hand. Der Klappentext liest sich interessant. Da ich aber inzwischen das digitale Lesen bevorzuge, werde ich mir das im Laufe des Jahres wohl mal in digital besorgen. Vielleicht gibt es das ja auch in der Onleihe.

Michael Köhlmeier – Die Abenteuer des Joel Spazierer

Zur Erscheinung des Buches anfang des Jahres, wurde es ausführlich und immer wieder im Deutschlandradio Kultur besprochen. 650 Seiten Roman über jemanden, den man am Ende vermutlich nicht leiden kann, finde ich interessant. Eine Lebensgeschichte, ein Schelmenroman. Klingt doch alles ganz gut, oder nicht?

Und was habt Ihr Euch so lesetechnisch vorgenommen? Wer will, darf sich das Stöckchen gerne nehmen. Wie wär’s Frau Donaukwelle oder Isnochys? Ihr lest doch auch viel und gerne.

Media Monday #149

Man glaubt es kaum, aber auch ich schaffe es mal wieder einen Media Monday zu beantworten.

1. Könnte ich die Filmfigur Peter Lustig / Fritz Fuchs im wahren Leben einmal treffen, müsste ich sie unbedingt einmal fragen wie das im Bauwagen mit Klo und Dusche funktioniert und ob es im Winter nicht furchtbar kalt ist. Und Fritz Fuchs würde ich auch noch fragen, was eigentlich mit dieser Kioksbesitzerin geht.

2. Das Franchise von ______ möge man bitte schnellstmöglich beerdigen, weil ______ . Ich schwanke immer zwischen „Mir doch wurst, schau ich eh nicht an!“ und „Warum wird für sowas so viel Geld verpulvert, von dem man so schöne Filme hätte machen können.“ Also vor allem bei diesen unzähligen Comicverfilmungen.

3. Wenn die Zeit nicht immer so knapp wäre, hätte ich schon längst einen Blick auf diverse Filme und Serien geworfen, aber demnächst darf ich ja mal wieder meine Zeit mit Warten aufs Baby verbringen und dann kommen wir vielleicht endlich dazu.

4. Am meisten in Filmen nervt mich ja die Klischeefigur der/des ______ wie zum Beispiel in ______ , weil ______ . Das Breittreten von Klischees (Der einsame Held + seine Frau, das dumme Blondchen, die „hässliche“ (aka hübsch mit hässlicher Brille und oder Frisur) Intelligenzbestie, usw.) nervt mich grundsätzlich, weshalb ich versuche zu vermeiden meine Zeit mit klischeebeladenen Filmen zu verschwenden. Deshalb fällt mir auch kein gutes Beispiel ein.

5. ______ hat mich tief bewegt, weil ______ . Hier fällt mir grade einfach nichts ein. Vermutlich hab ich zu lange keinen guten Film gesehen.

6. Hätte man mich bei Homeland ein Wörtchen mitreden lassen, hätte ich vermutlich drauf hingewiesen, dass man mit keinem noch so tollen Ultraschallgerät in der 13. Schwangerschaftswoche „klar und deutlich“ das Geschlecht des Fötus erkennt. (Diese Antwort exklusiv aus der Kategorie: wenn man irgendwann spätabends aus dem Sofaschlaf erwacht und 5 Minuten Homeland anschaut.)

7. Zuletzt gelesen habe ich Game of Thrones (also ich bin noch dabei, aber inzwischen knapp an den 80 % (von Band 1)) und das war ist tatsächlich sehr gut, aber eigentlich hatte ich auch nichts anderes erwartet, weil so viele Menschen mit sonst gutem Buchgeschmack können nicht irren.

Zeit für sich

„Das hört sich immer so an, als hätte man gar keine Zeit mehr für sich.“ sagte die liebste Schulfreundin neulich im Bezug auf das Kinder haben. Stimmt das? Hat man als Eltern wirklich keine Zeit mehr für sich? Und hatte man die vorher und wie hat man sie genutzt? „Zeit für mich? Klar! Unter der Dusche und auf dem Klo!“ könnte ich antworten, aber die Eltern unter Euch wissen, dass das gelogen ist. Selbst wenn man zu zweit zuhause ist, hält das Kinder nicht davon ab, einen selbst da zu beehren. Und abgeschlossene Türen? Da kann man ja wunderbar dran rütteln, klopfen und davor „Mama, Mamaaaa!“ schreien. Wann findet man also Zeit für sich? Im Tagesablauf mit Kindern gibt es immer auch wieder Zeiten, wo sie schlafen oder sich selbst beschäftigen. Diese Zeiten sind nur bedingt planbar und meistens neigt man dazu, sie dazu zu nutzen Chaos zu beseitigen, statt bewusst etwas zu tun, was man gerne tut. Im Alltag mit Kindern ist z.B. die Wäsche immer unerledigt. Entweder kann man welche waschen, aufhängen, falten oder wegräumen. Die Waschmaschine läuft bei uns pro Person ca. 1 Mal pro Woche. Bedeutet bei uns also vier Maschinen regelmäßige Wäsche. Nicht dabei sind da Bettwäsche, außerplanmäßige Aktionen (z.B. bei Krankheit) oder saisonbedingte Waschladungen (z.B. die Winterjacken am Ende des Winters). Im Prinzip gibt es also jeden Tag Wäsche. Ein weiteres Thema ist schmutziges Geschirr. Die Spülmaschine ein und ausräumen und Geschirr und Krümel zu beseitigen, sind auch permanente Aufgaben. Ebenso Spielzeug vom Boden aufheben und, vor allem im Sommer, Sand wegsaugen. Und wer uns kennt weiß, dass das wir beleibe keine sehr ordentlichen Menschen sind. Bis zu einem gewissen Punkt kann ich Chaos ignorieren und mich einfach hinsetzen und ein Buch lesen, aber meistens versuche ich doch, die sinnvollen Dinge erst zu erledigen.
Und egal was man tut, man weiß, dass man jederzeit unterbrochen werden kann. Mich stört es beim Lesen permanent unterbrochen zu werden, deshalb tue ich das lieber, wenn die Kinder schlafen, statt über den Tag immer mal wieder ein paar Minuten zu lesen. Ich finde es nicht verwunderlich, dass viele Mütter z.B. anfangen zu backen, Marmelade zu kochen und dergleichen. Das sind Tätigkeiten, die sich mit dem Kinderhüten meistens gut vereinbaren lassen und sie befriedigen, weil am Ende etwas Sinnvolles dabei rausgekommen ist. In der Küche einen Kuchen backen ist also auch irgendwie Zeit für mich.
Ganz bewusst erlebe ich Zeit für mich, wenn ich alleine unterwegs bin. Als der Herr Gartenhein gerade ein Jahr alt war, war ich übers Wochenende alleine auf einer Hochzeit in Portugal. Am ersten Morgen war ich früh wach (die Gewohnheit…) und bin eine Weile alleine am Atlantikstrand spazieren gegangen. Das war toll und unglaublich ungewohnt. Genauso ist es, wenn ich dienstlich unterwegs bin und morgens früh aufstehe um laufen oder schwimmen zu gehen. Zeit nur für mich.

Ja, man hat als Eltern weniger Zeit für sich, aber die Zeit, die man hat, wird einem viel bewusster und auch wertvoller. Beinahe alle Eltern fragen sich, was sie eigentlich ohne Kinder den ganzen Tag gemacht haben und warum sie früher soviel Zeit sinnlos vertrödelt haben. Ich möchte nicht behaupten, dass ich nichts vermisse. Am meisten fehlt mir wohl das morgens von alleine wach werden, weiterdösen und dann aufstehen, wenn ich möchte. Aber ich weiß ja, dass das alles nur vorübergehen so ist. Ein paar Jahre wird man stark in Anspruch genommen, aber irgendwann werden die Kinder selbständig, haben ihre Hobbys und schlafen am Wochenende aus. Dann ist sie wieder da, die Zeit, die man für sich hat. Dann gibt es wieder Morgende, wo man einfach im Bett liegen bleibt, bis man von alleine wach wird. Und dazu hat man die vielen Momente mit seinen Kindern. Und dafür lohnt es sich, auf ein bisschen Zeit für sich zu verzichten.

(Grade zum Beispiel kam der Schlökerich zum kuscheln an und jetzt hilft er mir beim Bloggen. )

Pettersson und Findus: Review

Ich war mit dem Herr Gartenhein im Kino. Da wir die Schlafenszeit des Schlökerichs abwarten wollten, blieb am Ende nur „Pettersson und Findus“ zur Auswahl. (Lego wäre sonst die Alternative gewesen, aber ich fürchte da kommt der Herr Gartenhein dann mit einem unendlich langen Wunschzettel aus dem Kino.) Pettersson und Findus mag ich eigentlich gerne. Der Herr Gartenhein lässt sich die Bücher vorlesen und hört die Hörpspiele. Ein paar Zeichentrickfolgen hat er auch schon mal gesehen. Den Realfilm fand ich dagegen eher nur naja. Im Film werden die Geschichten aus vier Büchern erzählt. Für meinen Geschmack war das eine zuviel. Gerade die Geschichte mit dem Hahn fand ich überflüssig. Und Die Szene wo Gustavsson mit dem Hackebeil über dem Hahn steht, war selbst für unseren gruselresistenten Herr Gartenhein ein bisschen viel. Insgesamt waren mir die Geschichten zu hastig erzählt. Die liebevolle Beziehung zwischen Pettersson und Findus, die ja die Bücher ausmacht, wurde nicht wirklich vermittelt. Stattdessen wurden die 90 Minuten mit Slapstickszenen gefüllt, wo Gustavsson gefühlt zum 40. Mal über die Hundeleine stolpert und sein Hund nicht tut was er soll. Und der Running Gag mit Petterssons schlechtem Kaffee, war auch schon beim ersten Mal nicht so richtig gut. Die Figur der Beda Andersson fand ich grundsätzlich zu dominant und mit der Beda Andersson aus den Büchern hat die nichts zu tun. Man hat den Eindruck, dass mit Gustavsson und Beda Andersson zusätzliche Hauptfiguren schaffen wollte, dabei sind für die Bücher Pettersson und Findus völlig ausreichend und unterhaltsam genug. Das schlimmste aber: im Film wurde gesungen. (Ok, es sind nicht viele Gesangsszenen, aber trotzdem.)Das finde ich, außer in Musicalfilmen, immer etwas nervig. Vor allem, wenn die Lieder dann noch nicht mal gut sind. Hat da einer von der Produktion gesagt „Hey, bei Disney singen die auch immer. Das macht man so in Kinderfilmen!“? Muss man aber echt nicht! Vielleicht hätten sich die Macher mal Filme anschauen sollen, die seit Jahren Kinderherzen begeistern. Und die Bücher richtig lesen.

Fazit: Kinderunterhaltung ist dann gut, wenn man sie als Erwachsener auch gerne mag. Klar lachen Kinder, wenn jemand stolpert, aber das allein kann nicht einen ganzen Film tragen. Ich selbst wünschte mir im Kino das Ende des Filmes herbei, obwohl der nur 90 Minuten ging. Und sogar der Herr Gartenhein fragte etwa 10 Minuten vor Schluss, wann das denn endlich vorbei sei. Man kann den Film durchaus anschauen, aber so richtig gut, ist er nicht.

Geschwister

Heute ist Weltgeschwistertag. Wusste ich auch noch nicht, dass es sowas gibt, aber Mama Miez hat es gewusst. Ich habe drei Geschwister (zwei Schwestern und einen Bruder) und bin froh darüber. Leider wohnen alle drei weit weg von uns, zwischen 350 km und 650 km. Irgendwie zieht es alle drei eher in den Norden, während ich aus dem Süden eigentlich nicht weg will. Und da auch alle berufstätig sind und drei von uns mittlerweile selbst Kinder haben, fährt man so eine Strecke eben nicht einfach mal so und auch nicht so oft. Meistens treffen wir und zuhause bei meinen Eltern, wo meine großen Geschwister regelmäßig Urlaub machen. Treffen mit allen gleichzeitig sind da aber nicht mehr machbar. Da bräuchten wir mittlerweile Schlaf- und Sitzplätze für 17 Personen. Hin und wieder klappt es auch eine Dienstreise mit einem Besuch zu verbinden. Und obwohl meine Geschwister räumlich weit weg sind, sind sie mir immer nah. Wir reden oft wochenlang nicht miteinander, aber das ist auch irgendwie nicht wichtig. Wenn wir uns sehen, ist da keine Distanz. Ich finde es lustig, wenn ich dann zufällig feststelle, dass meine Schwestern und ich die gleiche Gesichtscreme benutzen, die gleiche Haarbürste gekauft haben oder das gleiche Buch lesen. Mir ist es unverständlich, wenn sich Geschwister bis aufs Blut zerstreiten, beispielsweise über das Erbe. Ich kann mir eigentlich nichts vorstellen, was mich dazu bringen könnte, mit meinen Geschwistern zu brechen.
Mit drei Geschwistern, gibt es einiges auf das man verzichten muss. Austauschjahre im Ausland gab es bei uns nicht. Dafür konnten wir alle am Schüleraustausch und bei allem Schullandheimaufenthalten mit der Schule teilnehmen. Bei uns gab es Joghurt aus dem 500g-Becher statt aus Portionsbechern und Eis aus der Literpackung statt aus der Eisdiele. Bei Ausflügen hatten wir immer unser Vesper dabei und Urlaub fand immer in der Ferienwohnung statt. Wir hatten wenig Markenklamotten und haben auch als Teenager noch aussortierte Klamotten von der großen Schwester aufgetragen. Wir hatten auch kein großes Taschengeld, aber wir hatten immer alles was wir brauchten. Ich habe zumindest nichts vermisst (außer Joghurt aus Portionsbechern).
Als der Herr Gartenhein auf der Welt war, fand ich den Gedanken, er würde vielleicht keine Geschwister bekommen, beinahe unerträglich. Wenn man in einer Familie mit Kinderüberzahl aufgewachsen ist, kann man sich nicht vorstellen, wie es ist, wenn die Erwachsenen die Überzahl haben. Ich fand die Vorstellung, wir würden ihn nach unserem Tod alleine lassen, sehr traurig. Deshalb bin ich froh, dass sie sich hier bald zu dritt prügeln und gegenseitig überschreien können. Schließlich lernen sie auch beim Streiten was. Und wenn dann morgens der Schlökerich dem Herr Gartenhein ein Küsschen aufdrückt und dazu sagt „Mogn. Gu sla?“ (Guten Morgen, hast Du gut geschlafen?), dann freue ich mich immer sehr. Der Schlökerich fragt immer wieder nach seinem Bruder, wenn der im Kindergarten ist oder noch schläft. Und der Herr Gartenhein möchte seinen Bruder auch nicht mehr hergeben. Wenn ich einem von beiden was Süßes gebe, bestehen sie immer ein auf ein zweites für den Bruder. Heute war ich mit dem Schlökerich in der Apotheke, wo er drei Traubenzucker bekam. Ich fragte ihn, ob er dem Herr Gartenhein dann was abgeben würde, worauf er vehement „Nei! Meins!“ antwortete. Als wir dann zuhause waren, hat er dem Herr Gartenhein dann doch unaufgefordert einen abgegeben.
Geschwister haben ist was Tolles und ich bin froh, dass meine Kinder auch Geschwister haben!

Media Monday #145

Heute habe ich es auch mal wieder geschafft, die Fragen zum Media Monday zu beantworten.

1. Ausschlaggebend, um mein Interesse an einem Film (wahlweise auch: Buch) zu wecken, ist zumeist eine Buch- oder Filmbesprechung, ein Trailer (wobei ich Trailer für Bücher total behämmert finde) oder eine persönliche Empfehlung.

2. Auf den ersten Blick abstrus scheinende Genre-Verquickungen ergeben manchmal auch abstrus doofe Filme. Cowboys gegen Aliens oder Nazis auf dem Mond? Also ich weiß ja nicht.

3. Matthias Schweighöfer mag ja schauspielerisches Talent besitzen, aber davon hat er leider in seinen letzten Filmen nicht viel gezeigt.

4. Heath Ledger trauere ich noch immer hinterher, denn den mochte ich in jedem seiner Filme.

5. Das/die Filmplakat(e) zu vielen Filmen liegen bei uns auf dem Dachboden und im Bücherregal, weil wir die früher immer in der Videothek mitgenommen haben.

6. A Game of Thrones (Buch) konnte mich endlich mal wieder mit einem ungewöhnlichen Plot überraschen, denn kleine Kinder aus Fenstern schmeißen, finde ich echt krass. Und ich bin noch ganz am Anfang.

7. Zuletzt gelesen habe ich Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes und das war nur ganz nett, weil der Anfang sich las wie bei Ziemlich beste Freunde abgeschrieben und der Rest doch sehr vorhersehbar war. Beinahe auch nur eine weitere schnulzige Liebesgeschichte.

Ich bin Feministin

Das ist ja vielleicht nichts Neues, aber angestoßen durch eine twitter-Frage von Glücklich Scheitern, hat sich auch schon Mama Miez zu dem Thema geäußert und da wollte ich gerne auch meinen Senf dazu abgeben.
Ich bin mit der Zeit Feministin geworden. Als ich noch zur Schule ging, war ich auch oft der Meinung, wir hätten doch im Bezug auf Gleichberechtigung schon alles erreicht. Seit ich denken kann, war ich gleichermaßen mit Jungs und Mädels befreundet. Ich hab mit Puppen gespielt und fand Barbie doof. Ich kann mich nicht erinnern eine ausgeprägte Rosaphase gehabt zu haben und zu Grundschulzeiten fand ich rosa völlig inakzeptabel. Ich hatte lange Jahre meiner Kindheit kurze Haare. Das heißt, um den ganzen Jungs-Mädchen-Quatsch habe ich mich immer wenig gekümmert. Deshalb hab ich mir auch nie viele Gedanken darüber gemacht, dass ich gut in Mathe war und hab auch bei der Studienwahl nicht drüber nachgedacht, ob da wohl andere Frauen in meinem Semester sein werden. Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht schon zu Schulzeiten damit konfrontiert wurde, dass das eben nicht in allen Köpfen so ist. Als ich in der zwöften Klasse in allen sechs Matheklausuren 15 Punkte schrieb‘, war das wohl so eine Sensation, dass sogar die 13er davon Wind bekamen. Einer von denen äußerte sich sehr ungläubig und meinte, ein Mädchen, dass so gut sei in Mathe, das könne er nicht glauben.
Das Grundstudium habe ich mit den Physikern absolviert. Der Frauenanteil lag bei 25 %. In den ersten Semestern wurden in den physikalischen Fächern spezielle Tutorien für Frauen angeboten. Bei uns hat das niemand wahr genommen und verstanden was das soll, habe ich damals auch nicht. Im Tutorium muss man an der Tafel Aufgaben vorrechnen. Es gibt wohl Frauen, die sich da weniger trauen, wenn Männer anwesend sind.
In meinem Hauptfach waren wir zu sechst, ich war die einzige Frau. Mir war das egal. Ich hatte auch hier noch nicht den Eindruck, dass man als Frau viel anders behandelt wird. Trotzdem kam es immer wieder vor, dass man Professoren erlebte, die sich in Prüfungen Frauen gegenüber unmöglich verhielten oder das Praktikumsbetreuer völlig von der Rolle waren, wenn man im Sommer bei über 30 °C im kurzen Rock und Trägertop auftauchte.
Ich hatte auch bei meiner Bewerbung nach dem Studium keine Probleme. Ein Gespräch und den Job hab ich immer noch. Zuerst arbeitete ich im Bauingenieurwesen, jetzt im Maschinenbau. Durch meine Teilnahme an einem Mentoring-Programm zur Frauenförderung als Mentee und in einem Online-Mentoring-Programm für Schülerinnen als Mentorin, habe ich gelernt, dass es erstaunlich viele Mädchen gibt, die sich nicht trauen sich in technischen Bereichen zu bewerben. Im Moment ist es in der Tat so, dass die Frauen, die sich in Männerdomänen durchsetzen, vielleicht wenig Probleme mit Diskriminierung oder diesbezüglich ein dickes Fell hatten. Es ist aber sehr wichtig der kommenden Generation beizubringen, dass sie alles tun können, was sie wollen, unabhängig von ihrem Geschlecht. Deshalb störe ich mich an geschlechterspezifischem Spielzeug, an Mädchen- und Jungsfarben und überhaupt daran, dass es heute sogar Klebstoff und Badezusatz in rosa und blau für Prinzessinnen und Piraten gibt. Ich möchte, dass Kinder lernen, dass es wichtig ist, klug und selbstbewusst zu sein, statt hübsch oder stark.
Das heißt aber nicht, dass ich meinen Söhnen geschlechtsneutrales Spielzeug aufzwinge. Der Herr Gartenhein interessiert sich von kleinauf hauptsächlich für Autos. Niemand von uns hat ihm das vorgelebt, wir hatten lange Zeit nicht mal ein Auto. Trotzdem hat er mit etwa einem Jahr beim benachbarten Autohaus mit den Maseratis gekuschelt. Der Schlökerich interessiert sich viel stärker für Rollenspiele (z.B. Playmobil), für Babys (Puppen) und fürs Kochen. Er ist sehr fürsorglich, bringt einem Kissen und Decken, wenn man auf dem Sofa liegt. Kinder sind eben unterschiedlich. Ich erlaube ihnen sich mit den Dingen zu beschäftigen, die sie interessieren, ganz egal, ob das „Jungs“- oder „Mädchenspiele“ sind. Ich bin sehr froh, dass meine Kinder nicht die klassische Rollenverteilung kennen lernen, sondern sehen, dass der Papa einkauft, kocht und putzt, während die Mama arbeitet, Auto fährt und Fahrräder repariert.
Wir haben die umgekehrte Rollenverteilung nicht deshalb gewählt, weil ich ein besonderes Karrierebedürfnis habe (obwohl ich schon immer gesagt habe, dass ich mal arbeiten will, auch wenn ich Kinder habe), sondern einfach aus dem Sachzwang heraus, dass ich der Hauptverdiener war und bin. Dazu kommt, dass ich eigentlich gerne zur Arbeit gehe und D. sehr dankbar bin, dass er mir meine Arbeit in der Form ermöglicht. Dadurch, dass er zuhause ist, was er übrigens auch gerne macht, kann ich ohne größere Probleme an Fachtagungen teilnehmen oder auch mal im Außendienst unterwegs sein. Mir ist aber durchaus bewusst, dass wir ein ungerechtes Modell nur umgekehrt leben. Dem Feminismus liegt daran, dieses ungerechte Modell zu verbessern. Warum muss jemand, der entscheidet ein paar Jahre bei seinen Kindern zu verbringen im Alter dafür büßen, weil er zwar die Rentenzahler großgezogen hat, dafür aber keinen Beitrag in die Rentenkasse gezahlt hat.

In der Arbeitswelt ist die Gleichberechtigung leider noch nicht überall angekommen und wer das denkt, ist naiv. Selbst der als ach so frauenfreundlich gepriesene öffentliche Dienst, ist hier nicht besser. Da werden auch schon mal Mütter aus technischen Bereichen in die Verwaltung versetzt, weil die besser teilzeitgeeignet sei. In der Wissenschaft werden Frauen immer dann vorgeschickt, wenn es gilt etwas zu präsentieren. Damit auch alle sehen, wie frauenfreundlich man ist. Am Ende sind es aber dann doch die männlichen Kollegen, die die festen Stellen und die Professuren besetzen. Die fallen nämlich beim Kinder kriegen in der Regel nicht aus. Selbst wenn man nur ein paar Monate aussetzt, verpasst man doch für mindestens ein Jahr alle relevanten Fachtagungen. Erst, weil man mit Stillkind nicht ohne Begleitung eine Tagung besuchen kann und die Reisekosten für eine Begleitperson privat bezahlen muss und später dann, weil man in den paar Monaten Pause keinen wissenschaftlichen Output erzeugt hat, der es wert wäre präsentiert zu werden.
In der Industrie/Wirtschaft ist das alles noch schwieriger. Frauen in Führungspositionen verlieren ihre Position, sobald das erste Kind kommt. Bewirbt man sich mit Anfang dreißig kinderlos auf eine Stelle, wird man nicht eingestellt, da anzunehmen ist, man fällt demnächst schwanger aus. Bewirbt man sich mit Kindern auf eine Stelle, wird man aussortiert, weil man als Mutter nicht flexibel genug ist. Da in Vorstellungsgesprächen solche Themen in der Regel ausgeklammert werden, kommt man noch nicht mal in die Position, sein Lebensmodell erklären zu können. Meistens wird man einfach nicht mal eingeladen.
In den männerdominierten MINT-Bereichen werden Frauen seltener eingestellt, auch bei nachgewiesener höherer Qualifikation. Natürlich gibt es hier auch andere Beispiele und Frauen, die es trotzdem geschafft haben, aber man sollte nicht die Minderheit als Normalität darstellen, wie es unsere Ex-Familienministerin Schröder getan hat. Sie meinte z.B. eine Frauenquote wäre unnötig, weil  sie und ihre Freundinnen hätten es ja auch alle so geschafft. Es geht aber nicht um die, die es so schaffen, sondern um die, die immer wieder daran scheitern, dass sie das falsche Geschlecht haben.

Ich könnte auch sagen, mir geht es gut. Ich habe einen Job, der uns ernährt, der zwar befristet ist, die Verträge aber immer verlängert werden. Trotzdem sehe ich aber, dass immernoch einiges schief läuft bei der Gleichstellung von Frauen (und Männern) die Familienarbeit leisten. Ich fürchte, dass die starke Abgrenzung von Jungs und Mädchen im Kindesalter, sich später negativ auswirkt. Wie soll man gleichberechtigt mit anderen Menschen zusammenarbeiten, wenn man zeitlebens gelernt hat, dass die anders sind als man selbst. Ich möchte gerne, dass die Menschen als Menschen gesehen werden und nicht als Frauen und Männer. Deshalb bin ich Feministin.