Ostern und so

Da ist Ostern also auch schon wieder vorbei. Am Karfreitag war bei uns noch sehr schönes Wetter, weshalb wir nachmittags die Kinder rausscheuchten und mit Eis in der Eisdiele lockten. Leider hat im pietistischen Schwaben am Karfreitag die Eisdiele natürlich geschlossen. Aber wie der Schlökerich so schön sagte: „Aber der Spielplatz hat geöffnet.“ Also durften sie sich dort eine Runde austoben. Auf dem Spielplatz war ein großer Bereich abgesperrt. Ein Schachfeld haben sie da neu angelegt und rundrum Rasen angesäht. Ein Schachfeld also. Nunja. Nicht gerade das, was die Zielgruppe des Spielplatzes so anspricht. Außerdem sind weit und breit keine Figuren zu sehen. Fährt man dann mit den Anhänger vor, um sich seine Outdoor-Schachfiguren mit zu bringen? Das Schachfeld liegt auch genau da, wo die Kinder immer Fußball spielen. Gespielt haben, denn zum Fußball spielen ist jetzt kein Platz mehr. So richtig verstehen kann ich das nicht, aber vermutlich hat sich jemand was dabei gedacht. Oder sie bereiten sich schon mal darauf vor, dass die Kinder im Ort weniger werden, da sich Familien hier in Zukunft ohnehin keinen Wohnraum mehr leisten können. Eis gab’s dann übrigens zuhause. Selbstgemachtes Erdbeereis!

Am Samstag gab es Dauerregen. Lagerkoller inklusive. Mit Eier färben waren wir schon um halb elf durch. Ich vermute die Jungs hätten gerne noch 30 weitere Eier gefärbt, aber wer soll die alle essen? Der Herr Gartenhein waren zwischendurch mal beim Wertstoffhof und die letzten Hamsterkäufe erledigen. Schokohasen müssen wir glücklicherweise keine selbst besorgen, da uns der Osterhase jedes Jahr pünktlich vorher ein Päckchen aus Ötigheim schickt. Am Abend nahm D. den Schlökerich dann auch noch mal mit zum Einkaufen, damit er ein bisschen frische Luft bekommt.

Am Sonntag standen der Herr Gartenhein und ich schon vor sieben auf. Ich eher unfreiwillig. Weil ja nun Ostern ist und wir gar kein süßes Osterbrot hatten, wollte ich noch schnell Osterhasen aus Quark-Öl-Teig backen. Mit Vanillequark, weil wir sonst nichts hatten. Zu dem Zeitpunkt hing mir dann aber ein quakendes Baby am Hosenbein und so buk ich doch nur Eier statt Hasen. Dann deckte ich den Osterfrühstückstisch und wir frühstückten alle zusammen. Anschließend schickten wir die Kinder nach oben zum Spielen, damit der Osterhase endlich kommen konnte. Dem war es vorher zu kalt gewesen im Garten. Der Herr Gartenhein war ganz aufgeregt, weil der Osterhase ihm sein heißersehntes „Gorillaraumschiff“ (eigentlich einen Sith Infiltrator) bringen sollte. Er hatte es sogar vorher schon gefunden. Ich weiß nicht, in wie weit er das mit dem Osterhase jetzt noch glaubt, aber ich habe es bisher nicht thematisiert. Der Schlökerich bekam ebenfalls ein StarWars Raumschiff. Einen X-Wing Fighter. Zusätzlich gab es noch für Papa einen Tie Fighter. Ganz schön viel, kann man sagen. Ich stamme ja aus einer „Zu Ostern gibt’s nur Süßes“-Familie und fand das auch gut so. Nun ist es aber so, dass die Kinder bei uns eigentlich immer Süßes kriegen, wenn sie möchten, was dazu führt, dass sie gar nicht so wild drauf sind. Während bei uns zuhause das Eis mit der Küchenwaage portioniert wurde und Ostereier genauestens aufgeteilt wurden, wollten unsere Jungs die Ostersüßigkeiten nicht mal aufteilen. „Jeder isst, was er möchte.“ sagte der Herr Gartenhein. Die Süßigkeiten halten oft ewig. Ich habe schon mehrere halb gegessene Nikoläuse und Osterhasen irgendwann zu Muffins verarbeitet. Deshalb gibt es eher Spielzeug zu Ostern. Das mit dem Raumschiff kam dann daraus zustande, dass der Herr Gartenhein mit dem brennenden Wunsch nach Lego StarWars von einem Freund nach Hause kam. Und dann sagte D., wenn er das Wort „Raumschiff“ aufschreiben würde, bekäme er eins. Und dann setzte sich der Herr Gartenhein mit einer Anlauttabelle hin und mit etwas Hilfe schrieb er tatsächlich „Raumschiff“. Die Raumschiffe waren alle gebraucht von ebay. Den X-Wing finde ich genial. Der ist so kompakt gebaut, dass außer den Kanonen und den Triebwerken nix abgehen kann. Absolut dreijährigentauglich! Mit den Raumschiffen spielen sie seitdem sehr ausdauernd. Natürlich gab es dementsprechend ordentlich Diskussionen, weil ich immer noch verbiete, Lego mit in den Kindergarten zu nehmen.

Hachja, das Spielzeugmitbringen ist so ein leidiges Thema im Kindergarten. Früher mal waren Autos verboten, aber Barbies erlaubt. Dann war wieder alles erlaubt. In letzter Zeit ist das aber irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Da werden große und teure Spielsachen mitgebracht und wer das beste mitbringt, ist der Coolste. Ich sehe ja ein, dass die Kinder gerne ein wichtiges Spielzeug bei sich haben, aber wenn die Sachen dann am Ende weg oder kaputt sind, dann ärgere ich mich. Der Herr Gartenhein ist grundsätzlich relativ sorgsam mit seinem Spielzeug. Das ist aber nicht bei allen Kindern so. Und wenn dann nach dem ersten Tag im Kindergarten ein Horn vom Schleich-Triceratops abgebrochen ist (wie kriegt man sowas hin?), frage ich mich wirklich ob das sein muss. Ich habe das Thema angesprochen und demnächst wird es eine Umfrage unter den Eltern geben, wie das in Zukunft gehandhabt werden soll. Einschränken, verbieten oder lassen wie es ist. Wir werden sehen, was draus wird.

Aber zurück zu Ostern. Am Ostersonntag war dann das Wetter wieder gut und wir konnten die Kinder von den Raumschiffen losreißen und ein Eis essen gehen. Der Herr Gartenhein fragte auf dem Hinweg: „Ist der Jesus jetzt wieder auferstanden?“ -„Ja, wieso?“ – „Dann hat ja auch die Eisdiele wieder auf, oder?“. Jetzt hat er also verstanden, wie das mit Ostern funktioniert. Auf dem Spielplatz war Sonne und am Abend gab es, wie schon an Weihnachten, Pfannkuchen und müde Kinder.

Der Montag war dann wieder diesig grau und zäh. Es wurde StarWars gespielt, und vor allem viel rumgestänkert. Die Kleinen wurden nacheinander ins Bett verfrachtet und am späten Nachmittag fuhr ich mit den zwei großen spontan ins Kino „Shaun das Schaf“ anschauen. Ich fand ihn wirklich lustig. Der Herr Gartenhein hat sich am Ende ordentlich gegruselt und dem Schlökerich war er ca. 15 min zu lang. War ja auch sein erster Kinofilm.

Und so ging Ostern vorbei. Ich habe die Tage aus Gründen sehr viel am Rechner gesessen und sehr wenig Zeit im Internet verbracht. Verrückt, oder? Die letzte Nacht war dann so kurz, dass die ganze Osterentspannung schon wieder weg ist. Aber wenn stört es. Jetzt kommt erstmal der Frühling und das gibt Energie!

Neulich war ja Equal Pay Day. An diesem Tag wird darauf hingewiesen, dass Frauen noch immer 22% weniger verdienen als Männer. Wir wissen ja schon, es liegt, wie immer, an der Frauen selbst. Die suchen sich die falschen Berufe aus, verhandeln schlechter und arbeiten gerne in Teilzeit. Ja ja, bla bla. Ich arbeite nun ja im öffentlichen Dienst. Wie man hört, sei das da ein Paradies für Frauen. Die würden bei gleicher Eignung bevorzugt eingestellt und Gehaltsunterschiede gäbe es ja keine, weil die Gehaltstabelle da wenig Spielraum lässt. Das mit dem bevorzugten Einstellen von Frauen steht in den Stellenanzeigen. Wenn jemand keine Frau einstellen will, stellt er trotzdem keine ein. Gründe dafür findet man immer, auch wenn man die nicht nur seinem eigenen Gewissen, sondern einer Gleichstellungsbeauftragten erläutern muss. Aber eigentlich wollte ich auf die Unterschiede in den Gehältern hinaus. Ich arbeite dieses Jahr seit 10 Jahren im öffentlichen Dienst. Aufgrund von drei (kurzen) Elternzeiten und der BAT-TV-L-Umstellung 2006, verdiene ich aktuell weniger als KollegInnen, die zwei Jahre nach mir angefangen haben. So gerecht ist also die Tabelle. Seit der Umstellung auf TV-L richtet sich das Gehalt nicht mehr nach dem Lebensalter, sondern nach dem Dienstalter. Und beim Dienstalter werden Zeiten der Elternzeit abgezogen. Jedesmal, wenn ich nach der Elternzeit meine erste Gehaltsabrechnung in der Hand halte, sehe  ich, dass das Datum für den nächsten Stufenaufstieg sich mal eben um ein paar Monate nach hinten verschoben hat. Dazu gibt es sogar schon Gerichtsurteile. Das sei ok so, weil man ja keine (beruflichen) Erfahrungen gesammelt habe. Mich ärgert das. Mich ärgert es, weil ich in den Monaten der Elternzeit trotzdem immer mal bei der Arbeit war. Ich habe dienstliche Mails gelesen und beantwortet, habe mit Baby an Besprechungen teilgenommen, habe Vorträge gehalten und bin für Messungen vorbei gekommen. Ich finde ich habe also durchaus berufliche Erfahrungen gesammelt. Dazu kommen noch die Erfahrungen, die man zuhause sammelt. Ich meine damit nicht die oft augenzwinkernd geäußerten Fähigkeiten zum Streitschlichten oder diskutieren mit uneinsichtigen Partnern (obwohl das auch nicht zu unterschätzen ist). In erster Linie lernt man mit Kindern sehr viel über Arbeitsorganisation. Wenn am Ende des Tages drei Kinder glücklich mit gefüllten Mägen und geputzen Zähnen im Bett liegen sollen, die Wohnung nicht völlig im Chaos versinken und die Wäsche gewaschen sein soll, braucht man schon etwas Organisation. Man sortiert die Aufgaben im Kopf nach Wichtigkeit, schaltet Vorgänge, die alleine laufen an, und lässt sie laufen, während man anderes tut. Man schaut, dass kein Leerlauf entsteht und die Zeit optimal genutzt wird. So ein Tag ist nämlich am Ende doch ganz schön kurz. Und diese neue Effizienz nimmt man dann auch mit zur Arbeit. Ich habe im Moment viel zu tun und deshalb immer im Kopf, was noch zu tun ist und wann ich das in meine kurze Arbeitszeit presse. Länger bleiben geht nicht immer, da ich manchmal die Jungs vom Kindergarten abhole. Arbeit mit nach Hause nehmen ist mit Kindern auch utopisch. Ich bewundere jeden, der im Homeoffice irgendwas auf die Reihe kriegt. Ich könnte nur abends arbeiten und da bin ich im Moment für kaum was zu gebrauchen. Und weil das so ist, muss ich alles innerhalb meiner Arbeitszeit fertig kriegen. Und wenn es sein muss, dann klappt es auch. Deshalb ärgere ich mich, wenn mir erzählt wird, ich hätte in meinen insgesamt 14 Monaten Elternzeit keine Erfahrungen gesammelt. Dass ich deshalb weniger Geld verdiene, empfinde ich als ungerecht. Vor allem, da Zeiten längerer Krankheit, in denen man ja auch keine beruflichen Erfahrungen sammelt, anders behandelt werden. Da in der Regel die Frauen den Großteil der Elternzeit in Anspruch nehmen, trifft diese Ungerechtigkeit auch in erster Linie die Frauen. Aber daran sind wir ja letztlich auch wieder selbst schuld, oder? Schließlich zwingt uns keiner zum Kinder kriegen.

Media Monday #194

Manchmal schaff ich es doch noch. Hier also mein aktueller Media Monday.

1. Abgesehen von den reinen Schauwerten sind die meisten Actionblockbuster ja eher flach. Und wenn man bei Autoverfolgungsjagden umschalten möchte und bei anderen Actionszenen gähnen muss, dann langweilt man sich beim Schauen. Und inzwischen hab ich einfach zu wenig Zeit für schlechte Filme.

2. ____ ist mal eine richtig gelungene Parodie, denn ____ . Parodien sind für mich eher Kindheits- und Jugenderinnerungen. Helden in Strumpfhosen, Top Secret, Spaceballs sind ja alle aus den 80/90er Jahren. Damals fand ich sowas wohl noch lustig. Und heute dann eben aus Nostalgiegründen. Die meisten neueren Parodien wie z.B. Scary Movie konnten mich nur mäßig begeistern. Ich lache inzwischen einfach über anderes und die meisten Witze sind mir zu flach, zu offensichtlich oder einfach nur breitgetretene Klischees.

3. Es muss ja nicht immer wahnsinnig innovativ sein, aber an Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes ist ja wirklich alles zusammengeklaut, schließlich kam es mir beim Lesen ständig vor, als läse ich zum zweiten Mal Ziemlich beste Freunde.

4. Wenn auch eigentlich unnötig, war es doch schon toller Fanservice, als ____ . Fanservice musste ich ja jetzt erstmal googeln, zur Meinungsbildung bin ich noch nicht fähig.

5. Die Botschaft/Aussage von Coherence hat mich noch lange nach dem Film beschäftigt, denn ich weiß nicht, wie oft man den Film anschauen muss, um tatsächlich raus zu finden, wer wann in eine andere Realität wechselt.

6. Über neue Filme/Bücher/Serien informiere ich mich am ehesten/liebsten über das Internet, Empfehlungen, das Deadline Magazin. Meine beiden zuletzt gelesenen Bücher waren z.B. Empfehlungen aus meiner Twitter Timeline und die waren beide grandios! Tolles Ding, dieses Internet.

7. Zuletzt gelesen habe ich Little Brother von Cory Doctorow und das war sehr gut, weil und ich kann es jedem wärmstens an Herz legen. Vor allem allen Nerds, Geeks, Gamern und Hackern. Und weil es so ein tolles Buch ist und jeder es lesen sollte, kann man es hier auch ganz legal und kostenlos in diversen Formaten, allerdings auf englisch, runterladen.

3 Jahre

Lieber Schlökerich,

gestern bist Du nun schon drei Jahre alt geworden und bist schon ein richtiger kleiner Junge. Seit ein paar Wochen gehst Du auch in den Kindergarten. Am Anfang war Papa mit Dir da und wird von einigen Deiner Kindergartenkollegen sehr vermisst. Du fühlst Dich im Kindergarten sehr wohl und bist oft erst als letzter nach Hause zu bewegen. Jeden Tag, wenn ich Dich frage, ob es im Kindergarten schön war, antwortest Du: „Nein, weil der Kindergarten jetzt aus ist.“ Am Sonntag warst Du empört, dass schon wieder kein Kindergarten war. Entgegen der üblichen Kindergartenpraxis, bist Du nicht in der gleichen Gruppe wie Dein Bruder. Das funktioniert aber erstaunlich gut und eigentlich ist es toll, dass so jeder seinen Bereich für sich hat, obwohl die Gruppen, abgesehen von Morgenkreis und Waldtag, ohnehin offen sind. Der Kindergarten strengt Dich noch sehr an, so dass Du hinterher erstmal freiwillig im Bett verschwindest.
Du bist immer noch ein großartiger Puzzler und hilfst manchmal den Fünfjährigen im Kindergarten beim puzzeln. Auch spielst Du problemlos fast alle Spiele für Fünfjährige mit. Zahlen auf dem Würfel lesen ist kein Problem, nur manchmal findest Du es schwierig, Dich an die Regeln zu halten. Du spielst gerne mit Playmobil und mit den Legosachen Deines großen Bruders. Manchmal bist Du ein kleiner Wüstling und schmeißt Sachen durch die Gegend. Ich hoffe, damit hörst Du bald wieder auf. Du hast einen ausgeprägten Willen und eine bemerkenswerte Ausdauer. Du kannst auch konzentriert Dinge zu Ende bringen, wenn um Dich rum der größte Trubel herrscht.
Seit letztem Herbst gehst Du zum Eltern-Kind-Turnen. Dort kletterst und rennst Du ausgiebig und springst aus erschreckenden Höhen runter. Mal sehen, ob wir einen geeigneten Sportkurs für Dich finden, den eigentlich bist Du ja nun zu alt fürs U3-Turnen.
Du bist auch immer noch ein ganz kuscheliger und magst es, wenn man Dich in den Mittagsschlaf kuschelt. Seit einiger Zeit schläfst Du aber die Nächte in Deinem eigenen Bett durch, statt nachts zu uns gekrochen zu kommen. Wenn Du wach wirst, schaltest Du einfach Dein Licht an und schläfst dann weiter. Sowieso bist Du sehr selbständig.
Du sprichst inzwischen wirklich toll und man versteht eigentlich alles, was Du sagst. Die sprichst auch sehr lange und komplizierte Sätze. Manchmal bringt uns das zum schmunzeln, wenn aus so einer kleinen Person so kluge Worte kommen.
Deinen dritten Geburtstag haben wir toll gefeiert. Vormittags wurdest Du im Kindergarten mit einem Eisenbahnkuchen gefeiert und am Nachmittag kamen Omi und Opa zu Besuch. Es gab viele Geschenke, die Dir alle gut gefallen haben. Auch Dein heißer Wunsch nach eine Flöte wurde Dir erfüllt. Ich bin noch unschlüssig, ob das so eine gute Idee war.
Mein lieber kleiner großer Schlökerich, schön, dass Du bei uns bist!

Tagebuch 5 im März

Beinahe hätte ich vergessen, dass heute Tagebuchbloggen ist, aber zum Glück wurde ich auf Twitter daran erinnert.
Mein Tag beginnt um 6:15 mit dem Weckerklingeln. Ungewöhnlicherweise wird der Julijunge mit wach. Allerdings hat der auch eine Mittelohrentzündung, da kann schon mal ungewöhnliches passieren. Ich versuche ihn wieder in den Schlaf zu stillen, was nicht klappt. Also nehme ich ihn mit. Der Schlökerich ist auch schon wach. Ich versuche zwischen Rotznasen und vollen Windeln meine Aufgaben zu erledigen. Außerdem braucht der Julijunge ein Antibiotikum, was ihm offensichtlich nicht schmeckt. Da ich selbst auch noch krank gemeldet bin, ist es zeitlich nicht ganz so eng wie sonst. Irgendwann, der Herr Gartenhein ist inzwischen auch wach, sind alle angezogen und die Brotdosen gepackt. Der Julijunge hat einen ersten Ablegeversuch boykottiert und krabbelt mir lieber nölend hinterher. Als ich mich zum Losgehen fertig machen will, heult er und gleichzeitig schüttet der Schlökerich seine Frühstücksflocken über sich und den Tisch. Mir platzt der Kragen, ich schimpfe, ziehe ihn um und lege das immer noch heulende Baby zum Papa ins Bett, wo es, oh Wunder, innerhalb von zwei Minuten einschläft. Ich bugsiere die anderes zum Auto und zum Kindergarten. Der Herr Gartenhein verschwindet sofort in der Bauecke. Der Schlökerich ist etwas verunsichert, da weder seine Bezugs- noch seine Lieblingserzieherin da ist. Ich soll bleiben. Also bleibe ich und schaue zu, wie er ein Murmelbild macht. Nach einer halben Stunde gehe ich.
Zuhause ist alles still und ich beschließen mich mit meiner Erkältung wieder zu D. und Baby ins Bett zu legen. Ein doofer Hustenreiz treibt mich dann nach unten. Ein Bonbon aus der Fasnachtstüte hilft. Ich lege mich aufs Sofa, wo ich über zwei Stunden selig schlummere und dann mit angeschaltetem Fernseher weiterdöse. Um halb eins meldet sich das Babyfon. Fast vier Stunden hat der Julijunge geschlafen!
Ich koche Kaffee für uns und mache Brei für den Julijungen warm. Den isst er mit demonstrativem „Der Hunger treibt’s rein“-Gesicht. Ich habe Erbarmen und gebe ihm stattdessen Obst, was er deutlich lieber mag.
D. serviert mir den Kaffee mit leckerem Milchschaum und ich mache mir einen Toast. Dann ist es Zeit den Schlökerich abzuholen. Der Herr Gartenhein ist mit einem Freund nach Hause gegangen. Der Schlökerich ist nach dem Kindergarten total platt und will gleich ins Bett. D. kümmert sich ums kranke Baby und ich mich um die Wäsche. Der Julijunge hatte wegen ausgelaufener Windeln und mehrmaligen Erbechens gesamter Mahlzeiten (wegen der Mittelohrentzündung) nur noch einen Body in der Kommode. Ich mache noch einen Kaffee und stelle fest, dass es schon fast Zeit zum Turnen ist. Ich packe einen Apfel und Nüsse ein und wecke den Schlökerich. Gegen 16 Uhr bin ich mit dem Schlökerich unterwegs zum Turnen. D. und das Jammerbaby bleiben Zuhause. Gegen halb sechs sind wir wieder zurück. D. übergibt mir das Jammerbaby und geht einkaufen. Ich warte, dass der Herr Gartenhein gebracht wird und versuche etwas aufzuräumen. Es sieht nämlich aus, wie es eben aussieht, wenn einer seit zwei Tagen krank ist und der andere seit zwei Tagen ein krankes Baby rumschleppt.
Der Herr Gartenhein wird gebracht. Erstmal gibt es ein großes Drama, weil er seinen Rucksack vergessen hat und morgen UNMÖGLICH mit dem alten gehen kann. Der Schlökerich fordert eine versprochene Runde Schnappt Hubi! ein und dann schauen beide KiKa, während D. kocht und der Julijunge den Abendbrei verweigert. Ich lade noch eine Maschine Wäsche in den Trockner, lege eine Trocknerladung zusammen und verräume die Kinderwäsche. Die Mutter des Kindergartenfreunds ruft an. Sie bringt den Rucksack morgen früh vorbei. Dann gibt es Essen. Nudeln für die Kinder, Enchiladas von gestern für uns. Ich bringe anschließend den Julijunge nach oben, wo er nach dem Stillen erst noch eine Runde turnen will. Nachdem er sitzen und krabbeln kann, versucht er es nun mit hochziehen und stehen. Mit gerade mal sieben Monaten, ist er da der schnellste unserer Jungs.
Inzwischen ist er neben mir eingeschlafen, während ich das hier auf dem Handy tippe und lausche, wie D. die großen Jungs ins Bett bringt.

Süßigkeiten zelebrieren

Nachdem Frau Brüllen ja neulich eindrücklich erläuterte, wie sie am liebsten TropiFrutti isst, dachte ich, ich erzähle mal, wie ich bestimmte Süßigkeiten esse. Oder eher, wie ich das früher gemacht habe. Damals, als Süßigkeiten essen noch mehr war: „ich ess jetzt gemütlich beim Fernsehen die vom kargen Taschengeld erworbenen Köstlichkeiten.“ und weniger: „ich brauch Schokolade. Schnell rein, bevor ein Kind was abhaben will“. Außerdem kann man auch schon mal seltsame Blicke ernten fürs Süßigkeiten zerlegen. Hier nun ein paar Beispiele:

  • Schokoküsse: Klar, erst die Schokolade abschalten, den Schaum essen und dann die Waffel. Das machen so viele Leute so, dass das ja schon fast gesellschaftlich akzeptiert ist. Und wer das noch nie gemacht hat, hat das einmalige Gefühl, den ganzen Mund voll nacktem Schokokussschaum zu haben, verpasst. Allerdings muss ich dabei immer dran denken, dass meine Mutter das Schokokussinnere Elefantenspucke nannte und das ist schon ein bisschen eklig.
  • NicNacs: Das sind diese teigumhüllten Erdnüsse. Davon nehmen ich immer zwei in den Mund, heiße nacheinander die Teighülle auf und kaue die zuerst. Erst danach die Erdnüsse. Und zwar in jeder Backe eine. Kann man auch in Gesellschaft machen ohne komisch angeschaut zu werden.

  • Pringels: Vor dem Essen erst die konkave und danach die konvexe Seite ablecken. Gilt eigentlich für alle Sorten, außer Original. Aber wer isst schon Original?!
  • Schokolade: Am liebsten im Mund zergehen lassen. Eine Zeitlang habe ich mir Ritter Sport Alpenmilchschokolade gekauft, die auf der Heizung in der Verpackung vollständig schmelzen lassen (geht halt nur bei Vollplastikverpackung) um sie anschließend auf der Fensterbank wieder erkalten zu lassen. Danach war sie wunderbar cremig und wurde in kleinen Stücken gelutscht.
  • M&Ms: Bunte Zuckerkruste ablutschen, weiße Kruste mit der Zunge zerdrücken, Schokolade lutschen und dann die Nuss kauen. Nach einem langen Kinoabend kann da schon mal der Gaumen wund sein, von der harten weißen Kruste.
  • Nussmischungen: Immer in einer der Mischung angepassten Reihenfolge. Die besten zuletzt. Bei Erdnüssen immer die halben zuerst und dann die ganzen.
  • Ferrero Rocher/Rafaello: Erst die außer Hülle vorsichtig abknabbern, bis die Waffelkugel frei liegt. Auseinander nehmen, Creme und Nuss/Mandel rausessen, Waffelhalbkugeln essen.
  • Toffifee: Mit einem Löffelstiel die Schokoplatte abheben. Mit dem Löffelstiel die Nougatcreme rauslöffeln und die Nuss frei legen. Nuss essen. Als letztes wird die Karamellhülle gegessen.
  • Gummitiere: Am liebsten nach Farben und Bestandteilen getrennt. Also bei diesen Fröschen auch immer das weiße getrennt vom Rest. Dafür hab ich auch schon die Schere benutzt. Mehrfarbige Gummitiere werden am Farbübergang abgebissen. Eine zeitlang habe ich die Tiere aus der Phantasia-Mischung über einer Kerze gegrillt. Lange bevor hier Marshmallows populär wurden. Superlecker.

Grundsätzlich finde ich es gut, die Süßigkeiten in Einzelbestandteile zu zerlegen. Schokolade abnagen, Hälften teilen, Creme rausessen. Bei vielem kriegt man klebrige Finger, deshalb mach ich so was nur noch zuhause. Ist halt mein Slowfood. Aber ansonsten bin ich völlig normal. Ehrlich!

Unruhige Nächte, die 1556.*

Der Julijunge schläft schlecht ein. Ich finde das nicht ganz so toll, aber so ist es nun eben. So richtig erstaunlich ist es nicht, schon der Schlökerich ist ein schlechter Einschläfer. Und ich weiß ja, woher sie das haben. Im Moment fühle ich mich zwar oft, als könnte ich auf der Stelle einschlafen, lieg ich dann aber mittags im Bett und im Nebenzimmer spielen die Jungs, liege ich wach. Und wenn ich nicht gerade unter jahrelangem Schlafmangel leide, brauche ich auch abends ein bisschen zum Einschlafen. Meine Abende, also die Zeit, die man mal kinderfrei genießen könnte, sehen im Moment so aus: Ich leg mich mit dem Julijunge ins Bett und stille ihn zum Einschlafen. Er schläft irgendwann ein. Ich warte noch ein bisschen und stehe dann auf. Oft wird er dabei wach und will weiter trinken bzw. nuckeln. Manchmal wird er auch erst wieder wach, wenn ich schon unten bin. Manchmal schläft er auch so lange, bis ich die Salatreste vom Abendessen aufgegessen habe. Neulich hat es gerade gereicht um 40 Waffelbecherkuchen mit Schokolade zu überziehen, aber nicht mehr, um die restliche geschmolzene Schokolade aufzuessen. Das war gemein, weil warum überzieht man überhaupt Dinge mit Schokolade, wenn man nicht die restliche Schokolade aufessen kann?! Manchmal (ok, oft) schlafe ich schon beim Warten, bis er tief eingeschlafen ist, selbst ein, wanke dann irgendwann mit halboffenen Augen nach unten und esse den Salat auf und warte bis nach spätestens einer dreiviertelstunde das Babyphon wieder anspringt. Ab ein Uhr nachts schläft er dann eigentlich ganz gut mit meistens einer Unterbrechung bis um sechs mein Wecker klingelt. Für abends muss ich mir im Moment aber nichts mehr vornehmen. Manchmal stört es mich nicht, manchmal bin ich genervt und drücke das Baby dem Papa in den Arm (wo es dann ohne Nuckeln seligst einschlummert). Ich hab versucht dem Kind Schnuller anzubieten. Sobald er den im Mund hat, fängt er an laut „wäwäwäwäwäwäwäwäwa…“ zu intonieren. Auch wenn die müden Augen schon halb zu sind. Mit Schnuller muss gewäht werden. Am besten ist es, wenn er seinen Daumen findet. Daumen rein, Augen zu. Tagsüber klappt das gut, abends eher nie. Ich denke manchmal drüber nach woran es liegt. Vielleicht, weil ich jetzt den halben Tag weg bin und er abends immer will, dass ich da bin. Oder es ist die aktuelle motorische Entwicklung. Seit ein paar Tagen sitzt er frei. Robben kann er auch, aber er würde es vorziehen zu krabbeln. Er will immer nach oben mit dem Körper. Er wippt ja schon seit Wochen auf den Knien, seit gestern patscht er nun die rechte Hand nach vorne. Bis zum krabbeln kann das nicht mehr lange dauern. Aber wer weiß schon, was in so einem Babykopf vorgeht.
Nun gut. Es ist wie es ist. Ich kriege öfter mal Schlaf vor Mitternacht (der ist doch sooo gesund!) und habe etwas Zeit zum Lesen. Die Watchlist mit Filmen und Serien in meinem Kopf wird immer länger, aber ich halte mich immer daran fest, dass irgendwann die Zeit kommt, wo die Kinder den halben Tag hinter ihren geschlossenen Zimmertüren verbringen, wo sie abends weggehen und am Wochenende ausschlafen. Da hol ich unseren dann längst antiken DVD-Player raus und hol alles nach!

*grobe Schätzung

Media Monday #189

Heute gibt es auch hier wieder einen Media Monday.

1. Ein wenig bedaure ich es ja, bisher nie einen Artikel zu ____ verfasst zu haben, denn ____ . Öhm, soll ich hier jetzt alle die ungeschriebenen Posts auflisten, die ich in den letzten Monaten im Kopf schon vorformuliert hatte?

2. In punkto Filmen/Serien können Geschmäcker ja erstaunlich vielfältig sein. Womit man mich allerdings eigentlich immer ins Boot bekommt: So pauschal kann man das gar nicht sagen. Es gibt in jeden Genre und zu jedem Thema gute und schlechte Filme. Mit Krimis kriegt man mich allerdings höchst selten ins Boot.

3. Es wird mir wohl immer unerklärlich bleiben, wieso A Series of Unfortunate Events in der Allgemeinheit nicht denselben Kultstatus innehat wie bei mir, denn schließlich ist das eine sehr gut durchdachte Kinder- und Jugendbuchreihe und die Geschichte des fiktiven Autors Lemony Snicket auch noch mit der Handlung der Bücher verbunden. Die ersten Bücher sind für Kinder, aber je älter die Protagonisten werden, umso komplexer wird auch die Handlung und die Sprache der Bücher. Und das beste ist: es geht am Ende nicht um Gut gegen Böse, sondern darum, dass sich das oft nicht so leicht voneinander trennen lässt. Ich finde das sehr klug und finde es schade, dass die Bücher auf der Harry Potter Welle nicht bekannter geworden sind. (Zum Film kann ich nichts sagen, weil ich den nie am Stück gesehen habe.)

4. Es wird allerhöchste Zeit, dass der Julijunge sein Schlafverhalten verbessert, damit ich abends nicht mehr um viertel nach neun zusammen mit ihm einschlafe, bzw. er nicht schon vor Mitternacht zwei mal nach mir ruft. Dann können wir nämlich endlich mal wieder Filme schauen. Oder vielleicht mal eine Serienfolge. Vielleicht auch nur ne halbe Stunde.

5. Um mich fesseln zu können, muss ein Buch auch sprachlich gut sein. Gerade heute morgen dachte ich darüber nach, wie genial ich die Wiederholung der immer gleichen Sätze in A song of Ice and Fire finde. Wenn der Schlökerich nachts sein Licht anschaltet, denke ich immer „The night is dark and full of terrors“. Und da gibt es ja eine Vielzahl von Sätzen, die mir dann in passenden Alltagssituationen sofort einfallen. Hat also was mit dem Wiederholen.
Wenn ich in einem Jugendbuch dann den Satz „sie küssten sich innig“ lesen muss, würgt es mich hingegen etwas. Das liest sich eher nach Groschenroman.

6. Leonardo die Caprio ist eigentlich in all Ihren/seinen Rollen überzeugend, habe ich sie/ihn schließlich schon Anfang der Neunziger in Unser lautes Heim (Growing Pains) angeschmachtet.

7. Zuletzt gelesen habe ich We were Liars von E. Lockhart und das war ein wirklich tolles Buch, weil und jetzt soll das bitte jemand verfilmen. Wer Coming-of-Age mag, dürfte das Buch mögen. Es ist ein sehr kurzes Buch. Ich hatte es in ca. 4 Stunden Lesezeit durch. „Ich hab keine Zeit zum Lesen“ ist hier also keine Ausrede. (Allerdings gibt es das Buch bisher nur auf englisch, aber wen stört das schon.)

Tagebuch 5 im Februar

Mein Tag beginnt um 3:40 Uhr, als der Julijunge wach wird und Hunger hat. Leider schläft er nach dem Stillen nicht ein, sondern ist wach. Um viertel nach vier gehe ich mit ihm nach unten, damit er nicht noch den Rest der Bande wachbrabbelt. Er spielt auf dem Boden, ich döse auf dem Sofa. Irgendwann ist er wieder müde, will auf den Arm, findet seinen Daumen und schläft ein. Um viertel nach fünf sind wir wieder im Bett. Ich stelle den Wecker zwanzig Minuten nach hinten und schlafe noch ein Stündchen. Nach zweimal snoozen stehe ich um 6:36 auf. Dann duschen, anziehen, Vesper machen, den Herr Gartenhein wecken. Der Herr Gartenhein unterhält mich beim Kaffee machen und Gemüse schnippeln. Dann frühstücken wir. Ich Kaffee und Brötchen, er Joghurt. Gerade als wir gehen wollen, kommt der Schlökerich die Treppe runter. Ich befürchte großes „Auch mit“-Theater. Das bleibt zum Glück aus. Ich sage D. Bescheid und verlasse mit dem Herr Gartenhein das Haus. Um kurz nach acht sind wir im Kindergarten und ich dann um viertel vor neun bei der Arbeit.
Ich widme mich ein „paar“ Messdaten, kämpfe erst mit Excel, dass sich weigert das Zahlenformat von 26.000 Zeilen gleichzeitig zu andern. Freund Google hilft. Dann kämpfe ich mit Matlab, das sich weigert ein Skript durchlaufen zu lassen. Hier hilft Kaffee. Ich finde den Fehler: Kommas statt Punkte in der Datei. Zwischendurch repariere ich das Sonnenrollo und Rede kurz mit Kolleginnen. Die Stille im Büro ist doch noch sehr ungewohnt. Ich versuche zuhause anzurufen und es geht keiner dran. In meinem Kopf male ich mir Horrorszenarien aus. Letztendlich sind sie nur oben zum Spielen und hören das Telefon nicht. Ich habe die ersten hübschen Bilder der Messdaten fertig und lasse ein weiteres Skript über den Datensatz laufen. Das dauert. Der Kollege, mit dem ich das Büro teile, kommt vom Außendienst zurück und ich packe meine Sachen zusammen.
Um kurz vor zwei bin ich wieder am Kindergarten und sammle den Herr Gartenhein ein. Zuhause krieg ich erstmal Kaffee. Dann hat der Schlökerich die Windel voll und will ins Bett. Ich kuschle ihn in den Schlaf. Anschließend übernehme ich den eingeschlafenen Julijungen und lege mich mit ihm aufs Sofa. Leider schläft er nicht lange und obwohl ich noch liegen bleiben kann, kann ich nicht mehr einschlafen.
Um viertel vor vier wollen der Schlökerich und ich los zum Kinderturnen. Aber der Schlökerich hat plötzlich Fieber. Der Herr Gartenhein auch wieder (nach anderthalb fieberfreien Tagen). Der schläft erstmal auf dem Sofa ein, D. geht einkaufen, der Schlökerich will Spiele spielen. Ich räume die Spülmaschine ein und stelle eine Maschine Wäsche an. Dann gammeln wir Müden (ich und der Julijunge) und Kranken (die großen Jungs) auf dem Sofa rum. D. kocht Abendessen. Der Julijunge ist nach einem Nickerchen wieder bester Laune und ich kann seine Robbtechnik bewundern. Er zieht nicht mit den Armen, sondern hebt den Oberkörper ab und schiebt mit den Beinen. Sieht lustig aus. Die Jungs schauen KiKa und ich vermute nach dem Essen ist heute für alle früh Feierabend. Und morgen bleiben dann wieder alle außer mir zuhause.

Das war unser Januar

Im Januar

  • haben wir spontan einen Schulranzen für den Herr Gartenhein gekauft. Das Schulranzenthema geisterte hier schon länger rum. Wir gehören ja zu diesen Eltern, die lesen, vergleichen und am Ende versuchen das Beste zu kaufen. Allerdings war hier das Lesen und vergleichen eher frustrierend. Es gibt keinen Schulranzen, der im Test schadstofffrei war. Und aus Plastik sind sie ja alle. Die in verschiedenen Blogs vorgestellten Rucksäcke von ErgoBag fand ich eigentlich ganz gut, weil aus PET-Flaschen hergestellt und dann produziert man ja immerhin keinen neuen Müll. Allerdings kam dann gleich von überall, dass man Erstklässlern auf gar keinen Fall und niemals nicht einen Schulrucksack geben dürfe, weil dann die Lehrerinnen schimpfen, wenn Hefte und Bücher verknicken. Und so waren wir eigentlich noch mitten in Schulranzenüberlegungen, als bei Müller einer stand. Im Set auf 90 € reduziert. Mit Superhelden. Ich merkte an, dass der ja leider potthässlich sei. Zum Vergleich wählten wir zwei andere Schulranzen mit dezenteren Motiven aus und sagten: „Sohn, schau, welcher gefällt Dir am besten?“ Da ihm spontan der reduzierte am besten gefiel, es noch zusätzlich 15% Rabatt drauf gab und eine kurze Internetsuche ergab, dass es den nirgends unter 100 € gibt, haben wir ihn gekauft. Inklusive Turn- und Geldbeutel und Mäppchen. Der Herr Gartenhein ist glücklich. Und ich kann es tolerieren, dass er mit einem hässlichen Ranzen in die Schule geht.
  • war ich das erste Mal mit den zwei großen Jungs allein im Schwimmbad. Das geht wirklich gut. Beide sind gerne im Wasser und der Herr Gartenhein ist sehr sicher mit den Schwimmflügeln unterwegs. Ich war auch den ganzen Monat auf der Suche nach einen Schwimmkurs, dass er noch vor dem Sommerurlaub Schwimmen lernt. Leider ist das gar nicht so einfach. Die Kurse in den Nachbarorten sind alle Mittwochs, wo er zum Turnen geht. Dann gibt es Kurse, die mehrmals in der Woche stattfinden, die sich deshalb mit anderen Terminen oder meiner Arbeit überschneiden, es gibt Kurse abends um halb sieben (welcher Fünfjährige lernt hier noch Schwimmen?) und der einzige passende Kurs, der ist so ausgebucht, dass wir auf der Warteliste für September stehen. Krass, oder? Ich hoffe jetzt, dass wir über den Kindersport in einen Kurs rein kommen. Die Kurse sind dienstags, was gut passt, und ab April starten neue Kurse. Da müssen wir uns dann nur im März ganz schnell anmelden. Die Mutter seines Kindergartenkumpels hatte von dem Kurs abgeraten, weil man als begleitende Mutter den vollen Eintritt zahlen müsse. Da ich aber hoffe, die Zeit für mich zum Schwimmen nutzen zu können, stört mich das wenig. Und ich hoffe ja, dass er das Schwimmen schnell lernt.
  • war der Julijunge das erste mal richtig krank. Brauch ich nicht so schnell wieder.
  • waren wir bei der Kinderfasnet im Nachbarort.
  • hat der Schlökerich seinen Schnuppertag im Kindergarten hinter sich gebracht.
  • habe ich es geschafft den Kindern die Haare zu schneiden. Das ist vor allem beim Schlökerich eine kleine Sensation, weil er sich seit einem dreiviertel Jahr weigert die Haare zu schneiden. Ist mir ja im Prinzip egal, aber jetzt hingen sie schon arg in die Augen. Er hat jetzt einen klassischen Topfschnitt, wo die Haare immer noch so schön fliegen, wenn der den Kopf schüttelt. Das mag er. Also nicht viel kürzer als vorher. Nur die Fransen an den Augen und die Zotteln im Nacken sind ab. Der Herr Gartenehein hat seine übliche Frisur, oben 21 mm, die Seiten und hinten 9 mm. Damit komme ich auch den sich ständig wiederholenen Zetteln „Bitte suchen Sie Ihr Kind nach Läusen und Nissen ab!“ im Kindergarten entgegen. Läuse sähe man jetzt sofort.
  • ging mein letzter Monat in Vollzeit Elternzeit zu Ende. Morgen früh geht’s wieder los. Ich muss zur Arbeit, der Herr Gartenhein in den Kindergarten. Der Schlökerich geht mit Papa (und kleinem Bruder) zur Eingewöhnung in den Kindergarten. Sie erzählten was von sechs Wochen Eingewöhnung. Ich finde das ja etwas übertrieben, aber gut. Wir werden sehen, wie lange er braucht um sich dort zuhause zu fühlen. Es wird auf jeden Fall spannend, wann wir es zu fünft aus dem Haus schaffen. Bisher schliefen wir einfach so lange, wie wir wollten. Damit ist jetzt leider Schluss!
  • sind wir nach den langen Weihnachtsferien wieder in die normale Alltagsroutine gekommen. Ich mag das, auch wenn ich abends völlig platt bin. Wir werden sehen, wie sich im Februar alles neu sortiert.