Unterwegs mit den Jungs

Gestern war ich mal wieder mit meinen Jungs unterwegs. Eine liebe Freundin, die vor einiger Zeit weggezogen ist, hatte zu einem Geburtstagspicknick in Karlsruhe eingeladen. Da ich sie vor einem Jahr zuletzt gesehen hatte, wollte ich da auf jeden Fall hin. D. wollte lieber seine hartnäckige Bronchitis zuhause pflegen. Der Wetterbericht war so lala (18°C, bedeckt, Regenwahrscheinlichkeit 30%). Um sieben waren alle Kinder und ich wach. Immer wieder erstaunlich, wie schnell man von „was mach ich denn jetzt die zwei Stunden bis zur Abfahrt?“ zu „Eigentlich wollte ich vor zwanzig Minuten losgefahren sein“ kommt. Muffins hatte ich am Vorabend gebacken und so musste ich eigentlich nur noch etwas Gemüse schnippeln, Erdbeeren waschen und alles, zusammen mit je einer Garnitur Wechselklamotten für die Jungs, Windeln und Babynahrung, transportfähig einpacken. Und natürlich die üblichen Morgenroutinen: Shred, duschen, Kinder anziehen, Kindern zu essen geben, usw. (mich wundert gar nicht mehr, dass die zwei Stunden so schnell rumgingen!). Schließlich saßen wir im Auto und waren, nach einem kurzen Zwischenstopp beim Bäcker, unterwegs. Beinahe ohne Stau erreichten wir unser Ziel und hatten die Picknicktruppe bald gefunden. Der Herr Gartenhein und der Schlökerich verschwanden mit den anderen Kindern auf dem Spielplatz und kamen nur hin und wieder zum Essen und trinken auf die Decke. Der Julijunge krabbelte auf der Decke und im Gras rum und vertilgte eine Schale Erdbeeren beinahe alleine. Ein kurzes Nickerchen schob er auch noch dazwischen. Ich konnte entspannt auf der Decke mit den alten Freundinnen plaudern und den prallen Sonnenschein (ist wohl sehr schwierig mit den Wettervorhersagen) genießen. Das Geburtstagskind verabschiedete sich gegen halb drei, weil ein Zug erreicht werden musste. Wir blieben noch eine Weile sitzen, packten langsam zusammen und sammelten die Kinder auf dem Spielplatz ein. Ich ging mit den Kindern zum Auto, lud einen Großteil des Gepäcks ein um anschließend die nächste Eisdiele zu suchen. Ich zeigte den Jungs, wo ich studiert habe und fand es mal wieder sehr seltsam, dass den Jungs, die Stadt, die mir so vertraut ist, fremd ist. Nach dem Eis gingen wir zurück zum Auto und machten uns auf den Heimweg. Die zwei großen Jungs waren müde und schliefen sofort ein, der Julijunge klatschte mir noch eine Weile Beifall und machte dann auch noch ein Nickerchen. Auf der Autobahn war der Wochenendrückreiseverkehr sehr deutlich und es staute sich immer wieder mal ein bisschen. Zuhause schauten die Kinder die Zweitligazusammenfassung („Mama, die freuen sich, weil sie hochgegangen sind!“ Aufstieg auf Kindermund) an, um dann irgendwann klammheimlich auf den KiKa umzuschalten. Nach dem Abendessen scheuchten wir dann drei müde Kinder ins Bett. Und heute war erstaunlicherweise keins davon vor sieben Uhr wach. Ich habe den Tag sehr genossen. Ich bin sehr froh, dass die Jungs solche Ausflüge gerne mit mir machen. Sie stören sich nicht an geänderten Tagesabläufen und ihnen fremden Menschen, sondern können das genauso genießen wie ich. Und wenn am Ende der einzige Kritikpunkt des Tages ist, dass der Ausflug vorbei ist, dann war wohl alles gut. Ich bin gern mit meinen Jungs unterwegs!

Es ist Frühling und im Garten wuchert der Rhabarber. Was tun damit? Besonders Kinder mögen die sauren Rhabarber meistens nicht so gerne. Ich backe oft Muffins, die meine Kinder anstandlos essen. Das Rezept haben wir auch schon an den Kindergarten weiter gegeben, wo, bis auf wenige Ausnahmen, alle Kinder die Muffins begeistert gegessen haben. Und hier ist nun das Wunderrezept. Es reicht für 12 Muffins.

4 Stangen Rhabarber

100 g Zucker

2 Eier

250 g Vanillequark

100 g Öl (oder geschmolzene Butter)

250 g Mehl

1 TL Zimt

2 TL Backpulver

1/2 TL Natron

Zimt und Zucker zum Bestreuen

Rhabarber schälen und in kleine Würfel schneiden. Zucker, Eier, Öl und Vanillequark verrühren. Die restlichen Zutaten dazurühren und zum Schluss die Rhabarberwürfel unterheben. In die (gefettete oder mit Papierförmchen gefüllte) Muffinform einfüllen und mit Zucker und Zimt bestreuen. Bei 175°C Umluft ca. 20 min backen.

Edit: D. bevorzugt die Variante mit geschmolzener Butter.

Muttertag

Am Wochenende war ja Muttertag. Ich mache mir da nicht viel draus. Ich hab da immer im Ohr, was eine Frau in einer dieser 90er-Jahre Nachmittagstalkshows erzählte. Da sagte ihr Mann am Muttertag zu ihr: „Ach, lass doch den Abwasch. Das kannste doch morgen machen!“ Außerdem finde ich es irgendwie absurd, dass die Kinder sich bedanken, dass man sie auf die Welt gebracht hat. Schließlich hat sie ja keiner gefragt, ob sie das wollten. Frau Frische Brise hat das sehr schön formuliert.

Sie haben es sich nicht ausgesucht, geboren zu werden. Ich erwarte von ihnen keine Dankbarkeit für mein Muttersein.

Ich bin auch grundsätzlich nicht so der Blumenstraußtyp. Auch wenn der Herr Gartenhein seiner Omi das anders erzählt hat. Ich finde das zwar hübsch anzusehen, finde es aber schade, dass man die Blumen für eine Woche in der Vase abgeschnitten hat. Vor drei Jahren hat D. mir zum Geburtstag eine Rose in den Garten gepflanzt. Die blüht jetzt immer wieder für mich. Das finde ich viel besser als einen Blumenstrauß.
Wir waren am Muttertag gar nicht zuhause. Am Samstag verkündete der Herr Gartenhein noch, dass er kein Geschenk für mich hätte. Ich fand das seltsam, da im Kindergarten doch immer was gebastelt wird. Ich fragte ihn, ob er nichts hätte oder es nicht verraten dürfe. Da gab er zu, es nicht verraten zu dürfen und dass er die Geschenke in seinem Zimmer versteckt hätte. Ich fand das sehr schön. Jetzt hat er das Prinzip von Überraschungen und Geheimnissen also verstanden. Der Schlökerich sagte, dass er auch Geschenke habe und die in seinem Rucksack seien. Das überraschte mich, da ich da noch seine Vesperdose rausgeholt hatte, aber es zeigte sich, dass ich einfach nicht so genau reingeschaut hatte.
Der Sonntag war also ein ganz normaler Sonntag bei meinen Eltern. Wir fuhren nach dem Frühstück in den Streichelzoo. Ich musste ein bisschen schmunzeln, als wir an einem Blumenfeld vorbei kamen und da mehrere Väter mit ihren Kindern noch schnell Blumen geholt haben. Im Streichelzoo konnten die Kinder Tiere anschauen, füttern und streicheln und sich anschließend auf dem Spielplatz austoben. Zuhause gab es Eis und Kuchen und die Kinder spielten mit Omi und mit Opas Tablet. Nach dem Abendessen setzte ich drei müde Kinder im Schlafanzug ins Auto und fuhr nach Hause, wo uns ein komplett geputztes Haus erwartete. Inklusive frisch bezogener Betten und gewaschener Bettwäsche. Sogar das Wohnzimmerregal hatte D. angefangen aufzuräumen (allerdings ist das eine aufwändigere Aufgabe). Auf der Terrasse waren die Tomatenpflänzchen umgetopft worden und es gab neue Gartendeko. Das hat mich sehr gefreut.
Die Muttertagsgeschenke gab es dann am Montagmorgen, weil der Herr Gartenhein aus dem Auto schlafend ins Bett getragen wurde. Das Vatertagsgeschenk gab es gleich dazu. Papierwebherzen von den Kindern bemalt/beschriftet.

Tagebuchbloggen im Mai

Es ist schon wieder der 5. und Frau Brüllen fragt: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag.
Mein Tag startet um 6:05 Uhr mit dem Weckerklingeln. Fünf Minuten später stehe ich auf, gehe runter und mache mich bereit zum Sport. Seit dem 1. Mai probieren ich es mit Shred und mache das gleich morgens früh. Für alle, die den Hype verpasst haben: Das ist ein 20 Minuten Training aus je drei Einheiten Krafttraining (je 3 min), Cardio (je 2 min) und Bauchmuskeltraining (je 1 min). Ich finde das eigentlich ganz spaßig und frage mich, warum ich Fitnessvideos gegenüber bisher so wenig aufgeschlossen war. Es geht schnell, man muss das Haus nicht verlassen und es ist tatsächlich anstrengend.
Im ersten Set Krafttraining wird der Julijunge wach und leistet mir Gesellschaft. Beim Bauchmuskeltraining klettert er mir immer auf den Bauch. Um 10 vor sieben bin ich durch und gehe duschen. Nebenher plane ich den Brotdoseninhalt der Jungs. Die fülle ich nach dem Duschen mit Wurstbrot und Vanillequark. Obst und Gemüse gibt es im Kindergarten aus dem EU-Schulobstprogramm. Außerdem ist Turntag und beide brauchen zusätzlich ihre Trinkflaschen. Der Herr Gartenhein außerdem Schuhe und Hose. Der Schlökerich wird zuhause turnfertig angezogen.
Die Jungs trudeln nacheinander ein. Ich koche Wasser fürs Baby ab, mache mir Brote und schnipple einen Obstsalat für die Arbeit. Sonst nehme ich Gemüse mit, aber heute ist viel Obst übrig. Außerdem schneide ich Erdbeeren für den Julijungen und die weniger schönen in den Rest Quark, der noch im Kühlschrank steht.
7:45 Uhr. Wir frühstücken. Ich Müsli mit Erdbeerquark, der Schlökerich einen halben Grießpudding, der Julijunge alle geschnittenen Erdbeeren und der Herr Gartenhein ein Glas Milch. Keine großen Frühstücker, meine Jungs. Dann ist anziehen, Frühstück aus dem Gesicht waschen und Haare kämmen dran. Der Julijunge geht mit einer Milch zum Papa ins Bett und wir anderen sitzen um 8:15 Uhr im Auto. Im Kindergarten dauert’s etwas länger, weil die Hausschuhe vom Schlökerich nicht da sind und der Herr Gartenhein kuschelbedürftig ist. Auf der Autobahn geht es trotz Bahnstreik gut, aber ich finde einen Parkplatz so weit weg, dass ich eine Minute zu spät an der Stempeluhr bin und dafür einen meiner raren Kernzeiteingriffe opfern muss.
Bei der Arbeit muss ich zum Einen einen Vortrag für Donnerstag überarbeiten. Außerdem versuche ich einen roten Faden durch 20 Einzelprojektanträge zu legen. Auf englisch. Es dauert noch an. Nebenher versuche ich meine Zugangskarte für die Parkplatzschranken frei schalten zu lassen, damit ich den Dienstwagen Donnerstag ordnungsgemäß parken kann. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht. Ob ich Erfolg hatte, sehr ich dann Donnerstag.
Dann besuche ich die Kollegen im Labor, wo grade ein Happening stattfindet, in das wir fast alle eingebunden sind.
Um 13:35 Uhr verlasse ich meinen Arbeitsplatz und fahre staufrei nach Hause. Ich kann noch eine Maschine Wäsche anstellen und die Schwimmsachen packen, bevor D. mit den zwei Kleinen vom Kindergarten kommt. Der Herr Gartenhein besucht über Mittag einen Freund.
Um zwanzig vor drei werden wir eine Viertelstunde zu früh zum Schwimmen abgeholt, aber der Herr Gartenhein ist noch nicht da. Der kommt 10 Minuten später und wir fahren selbst zum Schwimmen. Vorm Schwimmbad knallt mir mein Handy auf den Boden und jetzt hab ich so ein stylish gesplittertes Glas. Nun ja. Während der 45 min Schwimmkurs, schaffe ich es 30 min zu schwimmen. Obwohl ich immer wieder nach dem Schwimmkurs schaue (der Herr Gartenhein schwimmt auf den Armen der Trainerin!) und die Shredeinheiten spüre, schaffe ich einen Kilometer. Danach spielen der Herr Gartenhein und sein Freund noch im Wasser, bis sie so kaputt sind, dass der Herr Gartenhein auf den Fliesen ausrutscht und sich weh tut.

Zuhause erwartet uns ein freudiges Baby, ein schlafender Dreijähriger, der nach dem Kindergarten „gar nicht müde“ war, und ein gemähter Rasen. Der Herr Gartenhein will Lego Ninjago am Computer spielen, D. geht einkaufen und ich füttere das Baby. Anschließend kümmere ich mich um die Wäsche und nutze die Computerzeit der Jungs zum Blogeintrag tippen. D. kommt zurück und kocht. Spargel, Kartoffeln und Fisch.
Das Essen ist sehr lecker! Die Kinder essen nur Fischstäbchen und etwas Kartoffeln. D. hilft den Jungs noch bei einer Ninjago-Mission und ich versuche beim Baby ins Bett bringen nicht einzuschlafen. Klappt so mittel. Jetzt ist die zweite Ladung Wäsche im Trockner und ich bin bettreif. Gute Nacht!

Media Monday #201

Bisschen spät könnt hier mein Media Monday.

1. Den Preis für den schlechtesten deutschen Filmtitel oder Untertitel gewinnt monatlich ein neuer schlechter deutscher Filmtitel.

2. Für den Monat Mai habe ich mir fest vorgenommen
die 30 days shred challenge durchzuziehen.

3. Spiele gibt es viele: Habe ich aber die Wahl zwischen Brett, Karten-, Rollen- oder Computerspiel spiele ich zur Zeit am meisten Brettspiele ab fünf Jahre.

4. Die Ankündigung einer Comicverfilmung schreckt mich meistens schon im Vorfeld ab, denn meistens sind die ziemlich doof.

5. Mein letzter Kinobesuch war gleichzeitig der erste Kinobesuch des Schlökerich. Wir sahen Shaun das Schaf und nach ca 70 min hatte er genug.

6. ____ ist mir jahrelang nie so richtig aufgefallen, bis sie/er mit ihrer/seiner Rolle als ____ . Ist leider zu spät, als dass mir dazu was vernünftiges einfiele.

7. Film-Rezensionen lese ich am liebsten
bei Leuten dessen Film Geschmack meinem ähnelt.

5 Bücher für 2015

Von Bullion wurde ich mit dem Bücherstöckchen beworfen und freue mich sehr, auch dieses Jahr fünf Bücher vorstellen zu dürfen, die ich gerne lesen möchte. Meine Liste von letzten Jahr findet ihr hier. Tatsächlich werde ich wohl mehr lesen, als diese fünf Bücher. Mein zugegeben unrealistisches Ziel für dieses Jahr ist es, 50 Bücher zu lesen. D.h. ich mache bei der #50bookschallenge mit. Ich glaube nicht, dass ich das schaffe (aktueller Stand: 14 Bücher beendet), aber wo bleibt der Spaß, wenn man anfängt sich einfache Ziele zu stecken. Im Moment lese, bzw. lasse mir vorlesen, ich meist drei Bücher gleichzeitig. Ein Ebook beim Baby einschläfern, ein Papierbuch für tagsüber zwischendurch oder beim Kinderturnen verwartete Zeit und ein Hörbuch für die Fahrt zur Arbeit. Hörbücher zähle ich zu den gelesenen Büchern dazu. Schließlich darf ich mir meine Regeln ja ganz alleine machen, oder?

Hier nun also 5 Bücher, die für dieses Jahr noch auf der Liste stehen.

James Dashner – Die Auserwählten – In der Todeszone

Teil 1 und Teil 2 der Maze Runner Trilogie habe ich bereits gelesen. Den zweiten Teil fand ich zwar eher schwach, allerdings endet er so mitten in der Geschichte, dass ich nun unbedingt weiter lesen muss. Ich warte im Moment darauf, dass der dritte Band in der Bibliothek verfügbar wird und hoffe er kann qualititativ an Band 1 anschließen.

Catherine Fisher – Incarceron

Da ich dieses Jahr mit Little Brother und We were liars sehr gut gefahren bin mit Buchempfehlungen aus meiner Internetfilterblase, findet auch Incarceron den Weg in meine Leseliste. So genau weiß ich gar nicht um was es geht. Wohl um ein großes Gefängnis. Und wie es aussieht gibt es (mindestens) einen zweiten Teil. Ich bin gespannt. Auf dem E-Reader liegt es bereit und ist als nächstes an der Reihe.

Cornelia Funke – Das goldene Garn (Reckless #3)

Dieses Buch stand schon für letztes Jahr auf der Liste. ALlerdings verschob sich der Erscheinungstermin auf Februar diesen Jahres und der Titel änderte sich von „Teuflisches Silber“ zu „Das goldene Garn“. Auch hier werde ich warten, bis das Buch in unserer Bücherei verfügbar wird. Mal sehen, wann es soweit ist.

Jonas Jonasson – Die Analphabetin, die rechnen konnte

Um mal die Young-Adult-Fantasy-Dystopien ruhen zu lassen, kommt hier etwas anderes. Die Analphabetin wurde mir wärmstens empfohlen und da ich den Hundertjährigen mochte, ist es bestimmt einen Versuch wert. Das Buch liegt hier schon lesebereit.

Joachim Meierhoff – Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Wenn wir schon bei Bestsellern sind, darf es auch noch einer sein. Früher mal hatte ich eine Abneigung gegen Bestseller. Ich mochte es nicht, wenn Leute einen auf das Buch ansprachen, fragten wo man gerade sei und wissend lächelten (oder im schlimmsten Fall spoilerten). Inzwischen bin ich dadrüber weg und habe eher das Problem, dass ich viele der Bestseller gar nicht so toll finde. Mal sehen was dieser taugt.

Und was plant Ihr zu lesen? Hast Du Lust wieder fünf Bücher vorzustellen, Frau DonauKwelle?

Media Monday #200

Das ist nun echt schon der 200. Media Monday. In letzter Zeit schaff ich es ja leider nicht mehr jede Woche mitzumachen, aber zum Jubiläum bin ich natürlich dabei.

1. Ungeachtet ihrer/seiner anderen Rollen wird James Marsden für mich immer Ricky Beckett aus Second Noah sein, denn ich schrieb hier bereits darüber.

2. Vom Filmrätselstöckchen hat man leider schon längere Zeit nichts mehr gehört und das, obwohl wir daran früher (das war schon 2007. Ich bin etwas schockiert, dass das so lange her ist.) so einen Heidenspaß hatten!

3. Es herrscht ja ein regelrechtes Überangebot an Filmen und Serien, weshalb ich mich bisher nie dazu durchringen konnte die ganzen DVDs in unserem Regal (nochmal) anzuschauen, weil ich im Moment fernsehtechnisch einfach zu gar nichts komme. (Gestern zum Beispiel hab ich aus Versehen Broadchurch angeschaut, ohne zu wissen, dass das eine Serie ist. Und nun fürchte ich, dass ich es wieder nicht schaffe den Rest anzuschauen.)

4. Am besten am Media Monday gefällt mir dass ich mich dadurch mal gedanklich mit Medien beschäftigen darf.

5. Wohingegen beim Media Monday meine Teilnahmefrequenz dringend eine Frischzellenkur vertragen könnte.

6. Die Antworten von dem, der zuerst schreibt, lese ich meist zuerst, weil ich sie einfach der Reihe nach durchklicke.

7. Was ich den anderen TeilnehmerInnen (oder dem Wulf) schon immer einmal sagen wollte: Ihr schaut doch alle zu viel Fernsehen! (Psst, bin nur neidisch, dass mir die Zeit dazu fehlt, bzw. die Müdigkeit meistens gewinnt.)

In diesem Sinne: auf die nächsten 200!

9 Monate Julijunge

Lieber Julijunge,

jetzt bist Du auch schon neun Monate alt. Du krabbelst schon seit einer ganzen Weile und man muss jetzt immer aufpassen, dass die Türen zum Treppenhaus geschlossen sind. Da kletterst Du nämlich blitzschnell die Treppe hoch und dass Du da runterfällst, wollen wir nicht. Du krabbelst hin, wo Du hin kommst und bist wirklich ziemlich schnell. Einer Deiner neusten Lieblingsplätze ist die Dusche. Da krabbelst Du rein und kommst dann nicht mehr raus. Dein kleiner großer Bruder hat das in dem Alter auch gemacht. Auch sonst bist Du motorisch ziemlich fit. Du kannst Dich fast überall hochziehen und eine Hand zum Festhalten reicht Dir beim Stehen. Zeitwärts am Sofa klappt’s auch schon mit dem Laufen. Ich bin sehr gespannt, wann das soweit ist. Bisher warst Du mit allem etwas schneller als Deine Brüder.
Mit dem Essen klappt es ganz gut. Abends isst Du meistens schon bei uns am Tisch mit. Nudeln, Pizzaränder, Kartoffeln oder was es eben gerade gibt, was Du gut in der Hand halten kannst. Besonders Nudeln findest Du gut. Und Erdbeeren. Die verschwinden so schnell in Dir, dass man immer erst mal schaut, ob Du sie vielleicht runtergeworfen hast. Seit ein paar Wochen kriegst Du Deine Milch aus der Flasche und seit dem brauchst Du auch nachts meistens nichts mehr. Trotzdem schläfst Du gerade wieder sehr unruhig und findest nur schwer wieder in den Schlaf, wenn Du aufgewacht bist. Wir wissen nicht woran es liegt. Vielleicht die Zähne. Oder das Wetter. Oder der Mond. Oder einfach gar nichts. Es geht hoffentlich bald vorbei.
Du trägst schon eine ganze Weile Größe 74/80. Die 74er Sachen werden langsam knapp, die 80er sind noch etwas groß. Nachdem Du zu Beginn sogar größer als Dein großer großer Bruder in dem Alter warst, warst Du bei der letzten U fast exakt gleich wie Dein kleiner großer Bruder. Deine Haare sind eindeutig lockig. Für künftiges Haareschneiden begrüße ich das sehr. Schnittfehler fallen da einfach nicht so auf.
Du lutschst noch immer ausschließlich am Daumen und verschmähst alle Schnuller, außer die Deines Bruders. Die klaust Du ihm gerne und krabbelst damit davon. Manchmal ist das ein bisschen ungeschickt, weil Du den Daumen nicht findest, obwohl Du ihn bräuchtest. Tagsüber schläfst Du am liebsten auf Deinem Papa, der schon eine ganze Fotoserie mit daumenlutschendem und schlafendem Baby hat. Nachts bist Du unentschlossen. Zum Einschlafen wirst Du gerne gekuschelt, zum Weiterschlafen hast Du aber gerne Deine Ruhe. Das führt dann oft dazu, dass Du selbst nicht weißt, wie Du es gerne hättest und jammerst. Aber ich denke auch das wird vorbei gehen. Inzwischen schläfst Du sogar manchmal fünf oder sechs Stunden am Stück. Ich bin guter Dinge, dass das mit dem Durchschlafen bis zu Deinem 18. Geburstag irgendwann noch klappt.
Insgesamt haben wir wenig zu meckern. Mach weiter so. Noch drei Monate und Du bist kein Baby mehr. Es geht so schnell!

Unser Wochenende

Wir hatten ein sonniges und schönes Wochenende in der Heimat. Freitagnachmittag ging es los. Die großen Jungs hatte der Opa auf dem Rückweg vom Uromi zum Flughafen fahren schon mitgenommen, so dass wir nur mit Baby unterwegs waren. Wir kamen noch früh genug an, um im Ricosta Outlet einen Großeinkauf zu machen. Die Jungs brauchten neue Halbschuhe und Sandalen. Außerdem fiel ein Paar Halbschuhe für mich ab und ich konnte den Schlökerich noch von neuen Hausschuhen für den Kindergarten überzeugen. Im Laden gab es Tränen, weil ich dem Herr Gartenhein nicht zwei Paar Halbschuhe statt einmal Halbschuhe und einmal Sandalen erlaubte. Zum Glück fand er dann noch ein Paar Sandalen, die er auch cool fand. Das einzige Kriterium des Schlökerichs war, dass die neuen Schuhe blinken sollten. Glücklicherweise gab es dieses Jahr blinkenden Halbschuhe, die auch an seinen breiten Füße passten. Zur Freude der Erzieherinnen mit Klettverschluss. Auch das einzige Paar blinkende Sandalen in Größe 26 fanden wir, so dass es auch hier keine weiteren Diskussionen gab. Jetzt kann der Sommer kommen.

Am Samstag heiratete die beste Schulfreundin. Dafür durfte ich am vormittag noch eine Knopperstorte backen. Dass ich die vorhandenen Knoppers zu 90 Prozent für den Kuchen brauchte, sorgte bei den Kindern für Unmut, so dass die Omi mit den Kindern einen Ausflug zum Supermarkt machte und genügend Knoppers für alle besorgte. Anschließend schafften wir es sogar noch mit den Kindern eine kurze Shoppingrunde zu drehen, um eine Sommermütze für den Herr Gartenhein zu kaufen. Der Schlökerich wollte keine. Und weil immer noch eine Viertelstunde Leerlauf war, basteltete ich noch eine Extraseite für die Hochzeitszeitung, aus Bildern, die mich erst nach dem Abschicken der Datei zum Druck erreichten, zusammen. Danach machten wir uns fertig für die Trauung. Wir gingen nur mit dem Julijungen. Der Schlökerich war mit seinem Mittagschlaf beschäftigt und für den Herr Gartenhein wäre es bestimmt langweilig gewesen. Beide sollten erst zum Kuchen essen kommen. Der Julijunge schlief vorbildlich bei der Trauung ein. Es waren viele Kinder und Babys anwesend und ich dachte mehrmals, wie schön es ist, wenn es fremde Kinder sind, die Lärm machen. Beim Kuchenbuffet machte sich dann bezahlt, dass ich vergessen hatte zu Mittag zu essen. D. hatte sogar noch das Frühstück nachzuholen. Die Kinder aßen brav jeder ein Stück kuchen und rannten dann durch die Gegend. Beim anschließenden Luftballonfliegenlassen weigerten sich beide ihre Luftballons los zu lassen. Nun gut. Der Schlökerich hatte ohnehin einen, der nicht richtig fliegen wollte. Danach brachten wir die Kinder wieder nach Hause und hatten noch genug Zeit meine kaputte Strumpfhose zu ersetzen. Zum Sektempfang waren wir dann wieder da und begannen die Hochzeitszeitungen unters Volk zu bringen. Dann ging die Feier los. Das Essen war so gut, dass nicht mal D. etwas zu meckern hatte. Die Feier war sehr schön. Es war viel Zeit mit alten Freunden zu lachen und neue Menschen kennen zu lernen. Wir hatten als weiteren Punkt zum Programm noch ein gemeinsam gestaltetes Fingerabdruckbild beigetragen. Im Internet gab es da ganz tolle Beispiele. Leider hat nicht jeder Mensch ein ästhetisches Empfinden und so finde ich das Ergebnis eher so mittel. Nunja. Ich hab’s zumindest gut gemeint. Auch die anderen Programmpunkte waren sehr schön. Es gab keines der Standardspiele und keine Peinlichkeiten für die Brautleute. Die Tanzfläche war fast permanent so voll, dass uns niemand zum Tanzen nötigte. Der Handyempfang war grauenvoll, aber ich rechnete nicht wirklich damit, dass die Großeltern, die die drei Jungs zu Hause beaufsichtigen sollten, um Hilfe anrufen müssten. Der Julijunge hatte zwar die letzte Woche eher schlecht geschlafen und war abends noch nie ohne mich eingeschlafen, aber es hat trotzdem gut geklappt. Um halb vier pflückte ich den schlafenden Julijunge vom schlafenden Opa im Sessel und er schlief weiter bis morgens. Es war wirklich ein schöner Abend und für uns der erste Abend ohne Kinder seit Argo im Kino war.

Am Sonntag waren wir ordentlich müde, aber ich konnte mich mit dem Julijunge noch zum Mittagschlaf hinlegen. Danach gab es einen sonnigen Ausflug zur Eisdiele. Nach dem Abendessen fuhren wir (völlig ohne Babygeschrei im Auto!) nach Hause, wo die Jungs in ihren Betten gleich weiter schliefen. Die Schlafanzüge hatten sie vor der Abfahrt schon angezogen.

Da die Hochzeitszeitung inzwischen erfolgreich unter die Leute gebracht sein sollte, kann ich ja hier mal über die zahllosen Stunden, die ich klickend, copypastend, malend und fluchend verbrachte.

Alles begann damit, dass die beste Schulfreundin ankündigte zu heiraten. Im Vorfeld dachte ich, ich könnte ja was für die Hochzeitszeitung schreiben, wenn es denn eine gäbe. Nur leider gab es keine und so entschied ich dann, nach längerem Gegrübel, das selbst zu organisieren. Mein Schwesterchen versicherte mir, dass das alles gar nicht so viel Arbeit sei. Ich schrieb also gleich ein paar Leute an, setzte eine Deadline, bekam Zusagen für Artikel und machte erst mal nichts. Obwohl, das stimmt nicht. Ich informierte mich über Druckkosten, suchte Vorlagen und lud ein Programm zum Gestalten runter. Das Gestaltungsprogramm fand ich nach fünf Minuten doof (wer will schon das Layout für jede Seite neu machen) und bastelte in Word ein bisschen rum. Kopf- und Fußzeilen, Schriftarten, was man halt so als Erstes macht. Hilfreich fand ich hierbei die Seite What the font!, die einem aus Bildern die Schriftarten raussucht. So kann man passende Schriften aus Zeitschriftenlogos finden. Außerdem dachte ich immer mal wieder, dass ich noch Leute von Bräutigamseite auftreiben müsse. Die Schwester der Braut war eine große Hilfe und ich schrieb erneut Leute an, verschob die Deadline und wartete erneut. Irgendwann schaffte ich es sogar, meine eigenen Artikel zu schreiben. Ich war wirklich erstaunt, dass zur ersten Deadline dann auch tatsächlich Artikel eintrudelten. Ich fügte ein und wartete weiter. Am Osterwochenende kam der ganze Rest. Und da fing dann das Fluchen an. Manche Artikel kamen mit Layout und das sollte jetzt in die Vorlage gepresst werden. Kopfzeilen verschoben sich, Seitenumbrüche verschwanden, Abschnittsformatierungen machten sich selbstständig. Das ganze Programm eben. Außerdem wollte ich Logos und Bilder bearbeiten, hatte aber kein Bildbearbeitungsprogramm. Da gimp sich standhaft weigert, annähernd stabil zu laufen und ständig abstürzte, blieb mir schließlich nur Paint. Ich saß also da und radierte, füllte und übermalte mit paint. Und ärgerte mich, dass das nix kann

Und als dann nach zwei langen Abenden das ganze als pdf druckfertig da lag, da ging es dann richtig los. Ich wollte „nur“ die Datei hochladen und bekam gleich mehrere Fehlermeldungen. Seitengröße stimmt nicht und es sind nicht alle Schriften eingebunden. Seitengröße ändern ging ratzfatz, nur die Schriften, die ließen sich mit Word nicht einbinden. Warum auch. Das Problem ist, dass Word die gängigen Schriften Arial und Times New Roman nicht einbindet, weil die sowieso jeder Rechner kennt. Dumm ist aber, dass die Onlinedruckerei sagt: „Können wir so nicht drucken.“ Ich googelte, fand nur doofe Antworten nach dem Motto: „Wer erstellt schon druckreife Dateien mit Word!“ Tja, ich. Ein Häkchen bei „ISO 19005-1 kompatibel“ führte zwar zum korrekten Einbinden der Schriften, sorgte aber für schwarze Bildumrandungen und weiße Hintergründe, die eigentlich mal transparent waren. Es zerhackte also das ganze Layout. Nun gut. Ich brauchte also ein Programm, dass pdfs erzeugen kann. Den Adobe Pro hatte ich nicht. Ich lud also entsprechende Freewaretools runter. Das eine vervierundzwanzigfachte die Dateigröße und verriss das Layout. Das andere verschlechterte die Bildqualität, band die Schriften korrekt ein, versechsfachte nur die Dateigröße und veränderte die Seitengröße. Änderung der Seitengröße in Originaldatei nutzte nichts. Die Seiten blieben zu groß. Beschneiden hätte das tool gekonnt. Für nur knapp 40 €.

Ich war nun kurz vorm Durchdrehen. Durch das Ändern von Seitengröße und -rändern, wurden dann noch Seiten zusammengeschoben, obwohl da Seitenumbrüche sein sollten. Ich fluchte und war mehr als einmal froh, dass eine ältere Version, wo alles noch stimmte, in meinem Onlinespeicher lag. Word wollte wirklich kurz vor Druck noch das ganze Dokument zerreißen. So, wie man’s immer wieder hört. Ich äußerte desöfteren, dass ich, hätte ich meine Doktorarbeit mit Word gemacht, vermutlich noch immer weinend unterm Tisch sitzen würde. Ohne Doktorarbeit. Das ganze Theater hatte aber zur Folge, dass ich, zumindest einen, Lastminutebeitrag noch einfügen konnte. Ich suchte dann die nichteinzubindenden Schriften im Dokument. Die waren aber in Bildern. Ich spielte tatsächlich mit dem Gedanken, die mutmaßlichen Übeltäter zu bearbeiten (mit Paint!) und kam schließlich auf die rettende Idee. Eine 30-Tage-Testversion von Adobe Pro. Und plötzlich war alles ganz leicht. Die Schriften wurden eingebettet, die Seitengröße beibehalten und die Datei gedruckt. Die fertigen Zeitungen kamen pünktlich an und es sind auch nur auf ein paar Seiten die Kopfzeilen verschoben.

Meinem Schwesterchen schrieb ich, sie könne jetzt heiraten. Hochzeitszeitung könnte ich jetzt. Allerdings habe ich ihr noch nicht gesagt, dass es innerhalb der Laufzeit der Adobe Testversion sein sollte. Also in den nächsten drei Wochen. Ich weiß nicht, ob sie das begeistern wird.