Also normalerweise geht das mit dem Frieren ja irgendwann Mitte September wieder los und nicht schon im August. Gräßlich. Ich bin kurz davor im geschlossen Raum meine Jacke anzuziehen.
Gestern war ich Gast bei einer Abschiedsfeier. Die Party ging am späten Nachmittag los. Der Gastgeber hatte sich wahrscheinlich erhofft, dass sich die Gäste dann am frühen Abend verabschieden. Es wurde dann aber doch 23 Uhr. Da wurde der Gastgeber dann auch irgendwann gefragt, ob es denn nach dem reichhaltigen Kuchenbüffet auch noch Abendessen geben würde. Der Gastgeber verneinte und meinte er habe das ja als Abschiedskaffeetrinken geplant, damit seine Frau mit den Kindern auch teilnehmen könne. Die hatten sich am frühen Abend verabschiedet. Dann sagte er zu mir, er habe dabei ja auch an mich gedacht. Er hätte ja nicht gewusst, dass ich mir ganz gerne eine “Auszeit von der Familie” gönne. Da konnte ich gar nichts drauf antworten. Er selbst gönnte sich ja auch gerade eine “Auszeit”, schließlich war seine Familie schon zuhause. Und was ist mit dem Wochenendpapa, der ebenfalls noch da war, und der sich fünf Tage die Woche eine “Auszeit von der Familie” gönnt?! Das ist ganz normal, aber wenn eine Mama in neun Monaten zwei Abende nicht zuhause ist, da wird dann gleich von einer Auszeit geredet. Was soll man denn dazu sagen?
Seit gestern sind wir in der neuen Wohnung. Der Umzug war anstrengend und ich hoffe, dass der nächste mal eine Weile auf sich warten lässt. Allerdings habe ich festgestellt, dass die Erinnerung an den Umzugsstress etwa nach zwei Jahren soweit verblasst sind, dass man einen neuen Umzug wagen kann. Wir haben diese Woche einen Sprinter voll Sperrmüll, Pappe und Altkleidern weggefahren. Allein das Einladen hat über zwei Stunden gedauert. Zum Ausladen bei der Mülldeponie haben wir dann noch mal eine dreiviertel Stunde gebraucht. Volle Kisten haben wir etwa 70 Stück. Getragen haben die zum Glück die Möbelpacker. Dazu dann noch die Möbel. Gerade so hat alles in den 7,5-Tonner gepasst. In der alten Wohnung liegt jetzt noch Müll, der nochmal einen Kombikofferraum gut füllen wird. Am Montag ist die Übergabe. Da wird dann vorher noch aufgeräumt und geputzt.
Gestern waren wir dann ziemlich platt vom Umzug. Fast die ganze Nacht hatten wir noch Kisten gepackt und Möbel auseinander geschraubt. Unsere neue Wohnung war noch ziemlich kalt, weil die Fußbodenheizung eine Weile braucht. Das war bei den momentanen Außentemperaturen doch etwas unangenehm. Der erste Abend in der Wohnung war dann wie erste Abende so sind. Sehr ruhig. Passenderweise hat es dann auch noch geschneit.
Heute ging es dann anstrengend weiter. Zwei Stunden war ich mit meinem Papa im IKEA. Zwei neue Unterschränke, ein Spülenunterschrank und ein paar Regalteile haben wir gekauft. Eine neue Mischbatterie für unsere Spüle haben wir auch gebraucht. Besonders spaßig war es, die 226cm langen Regalseitenteile in einem Toyota Yaris unterzubringen. Dann ging’s zum Baumarkt. Wir brauchten noch ein paar Schlauchverlängerungen und was sonst so anfällt. Den restlichen Tag haben wir dann mit Sachen umtauschen (falsche Schrankfronten bei IKEA und falsche Schläuche im Baumarkt) und Spüle anschließen verbracht. Ich hatte ja schonmal erwähnt, was es für ein Krampf ist, eine IKEA-Spüle anzuschließen. Selbst ein einer komplett neuen, leeren Küche ist es ein Krampf. Noch dazu haben wir eine IKEA-Mischbatterie gekauft und gegen unsere schöne Baumarktbatterie getauscht. Die war nämlich leider zum drucklosen Gebrauch und für die neue Wohnung nicht geeignet. Die IKEA-Batterie hat sich mit den mitgelieferten Utensilien _nicht_ anschrauben lassen. Gewackelt hat sie und wir mussten uns mit Teilen der alten Baumarktbatterie behelfen. Dann haben wir einen zweiten Unterschrank angebracht. Wenn man dann auf dem Boden liegt und unter der Spüle Schrauben befestigt, dann fragt man sich mal wieder, wer sich den Mist eigentlich ausgedacht hat. Die Spüle steht jetzt immerhin. Der Siphon tropft noch etwas, aber das sollte nach einem weiteren Baumarktbesuch am Montag behoben sein. Jetzt warten noch zwei Schränke aufs Zusammenbauen und eine Arbeitsplatte aufs Sägen. Heute geht das nicht mehr, da Hämmern und Sägen sich nicht so gut mit einem schlafenden Baby verträgt. Außerdem höre ich schon ganz laut mein Bett rufen. Bestimmt träume ich von unserer Spüle. Wir werden sehen…
Ich habe diese Woche Urlaub. Leider heißt das nicht, dass ich auch frei habe. Meine Doktorarbeit möchte nämlich zuende geschrieben werden und damit beschäftige ich mich auch gleich. Gestern bin ich noch nicht dazu gekommen, weil wir mal wieder in der Küche gewerkelt haben. Heute war Sperrmüll und da wollten wir doch endlich mal den alten Hängeschrank, für den wir schon geraume Zeit Ersatz besorgt haben, rausschmeißen. Wo wir schon dabei waren, haben wir auch gleich mal den Spülenunterschrank montiert. Oder vielmehr haben wir es probiert. So richtig toll funktionierte das nämlich nicht. Die Schweden verkaufen den zwar zur Montage unterm Spülbecken oder daneben, dass den aber jemand wirklich unter der Spüle anbringen will, damit rechnen die wohl nicht. Der Hinweis, dass man dafür sämtliche Installationen abschrauben muss, weil man den Schrank nur anschrauben kann, solange das Spülbecken noch nicht eingesetzt ist, sucht man vergeblich. So standen wir dann da mit unserem halb montierten Schrank und mussten überlegen ob wir jetzt die Waschmaschine rausschieben, Siphon und Wasseranschlüsse abmontieren und die Spüle abschrauben. Ich weiß nicht, wie das bei anderen Leuten ist, aber bei uns ist in der Küche nicht so viel Platz, dass das tatsächlich ohne größere Probleme zu realisieren wäre. Und so ist unser Schrank jetzt eben nur an 3 Ecken angeschraubt und an der vierten hat er einen “Fuß” in Form eines alten Kühlschrankgemüsefachs. Sieht man nicht, weil es die rechte hintere Ecke ist. Beim nächsten Umzug schrauben wir’s dann richtig an.
Nachdem wir also Stunden mit dem Unterschrank gekämpft hatten, war das abmontieren des Hängeschranks ein Kinderspiel. Den musste man nämlich nur anheben und schon war er weg. Wie es aussieht war der noch älter als der Rest unserer Küche, den wir vor einiger Zeit rausgeschmissen hatten. Auf dem Hängeschrank stand irgendwas von Jubiläumsküche und 1967. Aber hallo! Möchte mal wissen ob unsere neuen schwedischen Hängeschränke nach 40 Jahren auch noch so aussehen. Jetzt ist die Wandfarbe von vor 40 Jahren freigelegt. Orange. Allerdings ein anderes als wir für die Küche gewählt hatten. Heute dürfen wir dann die Wandfarbe angleichen und uns dann in den nächsten Tagen mit den neuen Schränken beschäftigen. Ich bin gespannt, ob die leichter zu montieren sind als der Spülenunterschrank. Jetzt werde ich mich aber erstmal meiner Doktorarbeit widmen und zur Belohnung darf ich dann streichen.
Um hier mal wieder was über Katzen zu schreiben, möchte ich mal was über Katzenfutter loswerden. Zwangsläufig schleppt man nämlich auf die Dauer einiges davon nach Hause. Anfangs beschäftigten wir uns viel damit, welche Sorten und Marken die Katzen mögen, bis wir angefangen haben auf die Inhaltsstoffe zu achten. Erschreckenderweise besteht das meiste im Supermarkt erhältliche Katzenfutter gerade mal zu 4 % aus Fleisch (und tierischen Nebenerzeugnissen). Und das ist keinesfalls nur beim Billigfutter so. Auch die bekannten Marken sind da nicht besser. Wenn man sich nun überlegt, dass eine 400g Dose Katzenfutter etwa 60 cent kostet und zu 4 % aus Fleisch besteht, macht das einen Kilopreis für das Fleisch von 37,50 Euro. Aber hallo! Soviel Geld geben wir nicht für Fleisch aus, das wir für uns kaufen. Darüberhinaus ist in vielem Katzenfutter Zucker enthalten. Soviel ich weiß schmecken das die Katzen nicht mal. Ist nur dafür da, dass das Futter besser aussieht. Aber die Zähne kaputt und die Bäuche dick macht der Zucker trotzdem. Da wir das alles nicht so toll fanden, haben wir angefangen uns zu informieren und sind schließlich zu dieser Tierfutterkette gefahren, die ich nie leiden konnte, um das dortige Futter auszuprobieren. Und tatsächlich gibt es dort mehrere Hersteller, die Katzenfutter zu 100 % aus Fleisch herstellen. Das ist natürlich pro 400g teurer als das Discounterfutter, aber schon für einen Euro kann man eine Dose bekommen. Das ist dann nur noch ein Fleischpreis von 2,50/kg. Deshalb machen wir uns jetzt in regelmäßigen Abständen auf den Weg zum Futtermarkt und tragen Dosenweise Fleisch und Fisch nach Hause. Den Katzen schmeckt’s besser. Es gibt kein Gemaule über Futter aus dem Kühlschrank, jede Dose wird vollständig leergefressen. Gestern hatten wir kein gutes Futter mehr und der Laden schon zu, also gab es ausnahmsweise mal Futter aus dem Supermarkt nebenan. Ich konnte es ja fast nicht glauben. Unser Kater hat nachts um vier ein Schälchen davon gefressen und heute morgen um halb sieben wollte er schon meine Beine annagen, weil er solchen Hunger hatte. Das kenn ich vom guten Futter nicht. Die Billigpampe mit 4 % Fleisch scheint durch den kleinen Kater einfach nur so durchzuflutschen. Unter dem Gesichtspunkt lohnt sich dann die Investition in teureres Futter mit mehr Fleisch allemal.
Heutzutage versucht man ja immer das Beste zu tun für das ungeborene Baby. Ist ja grundsätzlich auch nicht verkehrt. Und so habe ich mich gestern mit dem Thema Nabelschnurblut beschäftigt. Überall liest man davon, was man seinem Kind Gutes tun kann, wenn man Nabelschnurblut einlagern lässt. Was genau man damit dann machen kann, ist mir aber nicht klar geworden. Man kann böse Krankheiten mit den darin enthaltenen Stammzellen heilen. Und vielleicht ist ja die Forschung in 15 Jahren soweit, dass aus den Stammzellen auch neue Organe wachsen können. Wer weiß, vielleicht braucht das Ungeborene das ja mal. Deshalb soll man also das Nabelschnurblut einlagern. Entweder kann man das Blut für alle und die Forschung spenden, was nichts kostet, oder man kann es nur für sich selbst einlagern lassen, was zwischen 1500 und 3000 Euro kostet. Stutzig gemacht hat mich dann gestern meine Recherche im Internet. Man hat nämlich nicht das Gefühl, dass man tatsächlich irgendwo objektive Informationen findet. Die meisten der Seiten, die in unterschiedlichster Aufmachung, von privater Homepage bis seriöser Informationsseite, daherkommen, verlinken ziemlich schnell auf eine Nabelschnurblutbank. Und zwar fast immer auf die gleiche, die wohl im Moment auch die größte ist. Das kam mir doch sehr seltsam vor. Schließlich erwartet man von einer seriösen Infoseite doch, dass alle Anbieter verlinkt werden und dass auch genügend Informationen über das kostenlose Spenden des Nabelschnurblutes gegeben werden. Das kostenlose Spenden wird allerdings nur schlecht geredet. Man bekomme sein Blut nicht zurück, wenn das Kind es braucht und sowieso würden nur 30 % der Spenden eingelagert. Das liegt eben daran, dass niemand tausende Euro für die Einlagerung bezahlt, sondern die Blutspendedienste nur gemäß ihren Kapazitäten einlagern können. Die geben einem, wenn sie können und man es braucht, auch gerne das Blut des eigenen Kindes wieder (hab ich irgendwo gelesen, weiß aber nicht, ob das technisch überhaupt möglich ist). Es besteht eben nur keine Garantie, dass man es wieder bekommt. Die hat man bei den kostenpflichtigen Anbietern. Aber ist es das tatsächlich wert? Ob man tatsächlich in 20 Jahren schon Organe wachsen lassen kann, steht in den Sternen. Vor allem, wenn jeder seine Stammzellen für sich behält und keine für die Forschung spendet. Um Leukämie zu heilen sind die eigenen Stammzellen sowieso nicht so gut, da die Mediziner davon ausgehen, dass auch die Stammzellen die Krebsinformation schon tragen. Klar, das weiß man auch alles nicht so genau. Allerdings weiß man auch nicht genau, ob man in 20 Jahren mit den eingefrorenen Stammzellen noch was anfangen kann oder ob das alles nur ein teures Eis war.
Tja, im Endeffekt stellt sich für uns die Frage nicht, da wir keine 2000 Euro fürs Bluteinlagern übrig haben und man in Karlsruhe nicht spenden kann. Aber die Informationen dazu im Internet haben mich wirklich erschreckt. Auf der einen Seite die Nabelschnurblutbanken, die alles in den Himmel loben und machen, dass man sich schlecht fühlt, wenn man nicht alles für sein Kind geben will und auf der anderen Seite die Krankenkassen, die erzählen, dass man bisher noch zuwenig weiß und das deshalb selbst bezahlt werden muss. Dazwischen gibt es dann ein paar Artikel aus dem Stern oder der Zeit. Die haben aber leider auch so wenig Ahnung, dass man das Gefühl hat, sie haben sich eine Seite ausgesucht und wiederholen deren Argumente. Ich werde auf jeden Fall mal meine Ärztin fragen. Die macht normalerweise einen ganz vernünftigen Eindruck. Allerdings kann man sich auf die Empfehlung auch nicht unbedingt verlassen. Die kommerziellen Nabelschnurblutbanken bezahlen nämlich Provisionen an Frauenärzte, die das Einlagern mit Erfolg an ihre Patientinnen empfehlen.
Gestern wurde ich auf eine Nachricht aufmerksam, die tatsächlich in den letzten Tagen an mir vorbeigegangen ist. Unser Hysterieminister hat sich mal wieder was tolles ausgedacht. Und zwar soll die Bundeswehr jetzt auch im Inland eingesetzt werden dürfen. Natürlich nur bei “schweren Unglücksfällen”, wo allerdings auch die Terrorabwehr dazu zählt. Dafür muss man auch nur ein kleines bisschen das Grundgesetz ändern. Und das ganze Gelaber von wegen Schläfern und Terrorismus ist doch wieder nur dazu da, die Bevölkerung weichzukochen. Oder eine nette Begründung um die Bundeswehr immer einzusetzen. Schließlich kann man sich einen Terrorverdacht ja überall hin dichten. Und schon rollen deutsche Panzer wieder.
(YouTubeLink)
Und wer ist dann am Ende alles ein Terrorverdächtiger und darf mal eben von der Bundeswehr erschossen werden? Wie Angela Merkel ja schon erklärt hat, ist in Deutschland schon ein Anrempeln oder das Wegwerfen eines Kaugummipapierchens ein Angriff auf die innere Sicherheit. Muss man sich in Zukunft also nicht mehr wundern, wenn morgens ein Panzer in der Einfahrt parkt? Ich finde das alles erschreckend und gruselig. Wirklich.
Lernen die Studenten heutzutage nicht mehr zu denken? Ich hab’s gerade satt Fragen wie “Wie soll ich das machen?” zu beantworten. Wie man die Dichte eines Materials bestimmt lernt man doch in der Schule, oder nicht? Und irgendwie glaube ich, ich konnte auch zum Ende meines Studiums Zusammenhänge erkennen und auch Fragen stellen und beantworten. Nicht immer nur “Weiß ich nicht!” oder das nachplappern was andere erzählt haben. Und wenn ich was gelesen habe und gesagt habe, dass ich’s verstanden hab’, dann hab’ ich’s auch verstanden und nicht drei Tage später wieder den gleichen Mist gefragt und wirre Theorien verzapft.
Zum Glück sind ja nicht alle meine Studenten so.
Warum gibt’s eigentlich so Leute, die bei jedem Thema immer erst mal anderer Meinung sind, auch wenn sie keine Ahnung haben. Wir haben eben über den Erdkern diskutiert und mein Gegenüber meinte, dass die Leute sich da ja nicht einig wären, ob der Kern flüssig oder fest sei. Hä? Davon hab ich aber noch nix gehört und ich hab das studiert. Hab’ ihm dann erklärt, dass man sich da schon einig ist. “Kannst Du ja gar nicht wissen, Du warst ja noch nie da! “. Wie ich solche Argumente hasse. Habe ihm dann was von P- und S-Wellen und so erzählt. “Welche Wellen kommen denn bitte so weit rein! Und außerdem, vielleicht ist da ja ein bisher unbekanntes Material, was verhindert, dass wir innen rein schauen können.” Hallo? Schon mal was von Erdbeben gehört? Und wohl auch zuviel “The Core” geschaut, oder? Klar, vielleicht ist alles ganz anders und sowieso seid ihr ja alle nur virtuell und zu meinem Vergnügen programmiert. Ich glaube Geophysik sollte Pflichtfach in der Schule sein. Oder besser halten die Dummschwätzer einfach den Mund!
Also ich mein, ich weiß ja auch nicht alles, aber ich versuche auch nicht über das Fortpflanzungsverhalten von italienischen Hybridfröschen zu diskutieren.
Der Zufall wollte, dass ich in letzter Zeit ein paar mal über Fan-Fiction gestolpert bin. Im Bezug auf StarWars kannte ich das schon, allerdings hatte ich noch nie was gelesen, was sich auf reale Personen bezieht. Über was ich nun berichten will, sind Geschichten, die es da über Fußballer zu lesen gibt. Praktisch über jeden Nationalspieler und über jeden Spieler, der gut aussieht, werden Geschichten erfunden. Diese sind größtenteils haarsträubend. Ich habe ein paar gelesen mit einer Mischung aus angewiderter Faszination und Fremdschämens. Ich kann nicht aufhören zu lesen, bevor die Geschichte vorbei ist, möchte aber am liebsten schreien und den Kopf schütteln angesichts dieser hanebüchenen Ergüsse irgendwelcher prä-, post- oder einfach nur pubertierender Mädels. Dass es nicht nur mir dabei so geht, zeigte die Reaktion von D., als ich ihm gestern eine der Geschichten (sogar komplett ohne homosexuellen Inhalt) kurz zusammenfasste. Nach ein paar Minuten hat er geschrien, sich die Ohren zugehalten und mich gebeten still zu sein. Dabei war die Geschichte wirklich harmlos und ging nur um ein paar Mädels, die mit ihren Lieblingsspielern zusammenkommen und drumherum ein bisschen romantisches Hin und Her, von der Qualität eines Bravo-Liebesromans. Da hab ich da schon ganz andere Geschichten gelesen, über geprügelte Spieler und über Liebesbeziehungen zwischen Spielern in diversesten Kombinationen. Ihr könnt’s Euch ja mal antun. Mal im Ernst: ich finde irgendwie, das geht zu weit. Für jeden Mist wird man abgemahnt, aber man darf solche Geschichten erfinden und online stellen und der Hinweis darauf, dass alles frei erfunden ist und man kein Geld damit verdient, reicht aus, dass einem niemand was kann? Ich glaube ich würde, wäre ich eine Person des öffentlichen Lebens, es nicht lustig finden, solche Geschichten über mich zu lesen. Irgendwie bleibt da doch was hängen. Klar, beinahe jedes junge Mädchen schwärmt mal für irgendeinen Promi. Auch ich kann mich an ein paar schöne Wochen erinnern, wo meine Freundin und ich uns die Nachmittage damit vertrieben, uns von unseren fiktiven Beziehungen mit einem langhaarigen Musiker und einem langhaarigen Fernsehmoderator zu berichten. Aber irgendwie war die reale Welt dann doch bald wieder interessanter. Und der großen weiten Welt hätten wir unsere Teenie-Gedanken ja schon mal gar nicht mitgeteilt. Irgendwo gibt’s doch Grenzen, oder nicht?