Archive for the ‘ Unterwegs ’ Category

Unterwegs im Westen

Liebe mitlesende Kölner,

wenn ihr morgen und übermorgen Eure Toiletten/Waschbecken/wasauchimmer verwendet, dann könnt ihr einen Gedanke an mich verschwenden. Ich werde nämlich in Eurer Kanalisation rumklettern. Hach, wie ich mich freue…

Im Norden

Tagungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Eigentlich würde man für 700 Euro Beitrag doch davon ausgehen, dass wenigstens soviel Kaffee inklusive ist, wie man trinken kann. Aber nö. Außerhalb der Kaffeepausenzeiten kostet der 2,40 Euro. Saft gibt’s auch zur Kaffeepause nur gegen Bezahlung. Von Gebäck kann man nur träumen. Heute morgen kam ich mit wenig Frühstück im Bauch an und hatte auf den Süßkram zur Kaffeepause spekuliert, aber da gab’s nichts. Eine halbe Stunde vorm Mittagessen hatte ich dann schon übel Hunger. Und es gab Backfischzu Mittag! Fisch! Nichts anderes! Normalerweise ess ich keinen Fisch. Find ich eklig! Da ich aber schon wusste, dass es zur Kaffeepause wieder nichts gibt, musste ich wohl den Fisch essen. Jetzt ist der Hauptteil zu Ende. Jetzt noch schnell zur Postersession und danach gibt’s das Conference Dinner. Ich hoffe wenigstens dabei haben sie an Vegetarier und Nicht-Fischesser gedacht. Wir werden sehen…

Achja, hier oben im Norden wird’s übel früh dunkel.

Die Suche nach dem Strand

Eine Geschichte habe ich noch fuer Euch gestern im Internetcafe geschrieben.

Unser Reisefuehrer beschreibt einige schoene Buchten. Eine davon hatte es uns besonders angetan, die Cala S´Almunia. Im Reisefuehrer stand, sie sei etwas schwer zu finden. Das ist sie tatsaechlich. Eine ganze Weile fuhren wir auf schmalen Wegen durch die roten Felder Mallorcas. Vergeblich. Nach einer Stunde gaben wir auf und nahmen eine andere Bucht. Die war auch schoen, aber enttaeuscht waren wir schon. Wir waren den Anweisungen aus dem Reisefuehrer gefolgt. Auf der Strasse hatte irgendjemand dann einen Pfeil hingemalt, der den Weg weisen sollte, aber nicht tat. Am naechsten Tag wollten wir es dann noch mal probieren. Frisch ausgeruht und voller Tatendrang versuchten wir nochmal unser Glueck um erstmal wieder in den Feldern zu landen. Unser kuehner Plan einfach zu laufen, wurde von einigen Mauern vereitelt. Nach nochmaligem Blick auf die Karte versuchten wir einen anderen Weg. Und ploetzlich waren wir angekommen. Fast zumindest. Ein bisschen Kletterei auf felsigen Wegen brachte uns schliesslich zum Ziel. Auf dem Rueckweg zum Auto wollten wir mal schauen, wo wir eigentlich haetten hinfahren muessen, nur um festzustellen, dass wir ganz am Anfang unserer Suche am Vortag nur etwa 100 m vor dem Ziel standen und gewendet hatten, um dem auf die Strasse gemalten Pfeil zu folgen. Da hat sich also jemand die Muehe gemacht einen Pfeil auf die Strasse zu spruehen, um die Leute kurz vor dem Ziel in eine andere Richtung zu lenken. Unglaublich gemein, oder nicht? Jetzt wissen wir´s besser. Hoffentlich kommt die Sonne nochmal raus, damit wir die schoene Bucht auch noch mal geniessen koennen.

Nachricht von der Insel

So, liebe Leute. Das war eine harte lange Zeit ohne Internet. Jetzt sitze ich in Colonia St. Jordi im Internetcafe. In unserem Kaff gibt´s leider keins, sonst haette ich mich schon frueher gemeldet. Wir haben in den letzten anderthalb Wochen viel erlebt. Wir waren an schoenen Straenden, in einsamen Buchten, in Kloestern, auf Burgen. Wir haben quasi alles gemacht, was man hier so machen kann, ausser am Ballermann rumhaengen. Das steht zwar auch noch auf der Liste (mal gehoerig fremdschaemen), im Moment ist das Wetter aber nicht so gut. Statistisch gesehen hat Mallorca im September 5 Regentage, von denen 3 schon vor unserer Ankunft waren. Wir haben nun aber auch schon mehr als zwei Tage Regen gesehen. An der Westkueste haben wir sogar ein Gewitter mit sintflutartigem Regen mitbekommen. Ist aber auch mal nicht schlecht. Wer kann schon von sich behaupten, sich die kurvige Strasse von Banyalbufar bei Platzregen nach oben geschlaengelt zu haben.
Unser schoenes Mietauto mussten wir schon am dritten Tag umtauschen fahren. Die Gangschaltung war kaputt. Kein Wunder, wie wir hinterher feststellten. Wenn alle Leute solche Strecken mit den Mietautos fahren, wo man staendig schalten muss, und dann auch noch die Gaenge rausreissen, dann geht die einfach frueher oder spaeter kaputt. Jetzt haben wir ein neueres Mietauto, wieder das gleiche wie vorher, aber mit intakter Schaltung.
So, meine Zeit im Internetcafe ist gleich abgelaufen. Am Sonntag geht unser Flieger zurueck und ich bin wieder regelmaessig mit der grossen weiten Welt verbunden.

Unterwegs

Die letzten paar Tage war ich wieder viel mit meiner Cousine unterwegs. Am Sonntag waren wir im Zoo in KA. Der ist zwar klein, aber ganz nett gemacht. Vor zwei Jahren war ich in der Wilhelma. Da fand ich’s wirklich grauenvoll. Ein winziges Betongehege neben dem anderen und die Leute finden’s toll. In KA ist viel weniger Platz und trotzdem geben sie sich mehr Mühe. Und obwohl der Karlsruher Zoo so klein ist, haben wir die Kängurus nicht gefunden. Aber sonst haben wir alles gesehen. Allerdings war es Sonntag und ein Haufen Idioten im Zoo unterwegs. Da muss man fürchten, dass die Kinder der Idioten auch so werden. Ein Vater mit Kinderwagen moserte: “Jetzt bin ich schon ne halbe Stunde hier und hab noch keine Tiere gesehen!” Ach! Da muss man vielleicht mal länger als 20 Sekunden vor dem Gehege stehen, dann sieht man auch, wo sie sitzen. Vor allem diese “Ich hab bezahlt, jetzt sollen die Tiere auch für mich an der Scheibe stehen”-Einstellung fand ich erschreckend. Auch blöd waren die Kinder, die an die Scheibe klopfen, obwohl überall steht man soll das lassen. Die Eltern stehen dann daneben und sagen keinen Ton. Bei den Nandus meinte eine Frau, die Strauße seien aber kleiner als die anderen, die sie vorher gesehen hatte. Als ihr Mann sie dann darauf hinwies, dass das Nandus seien, meinte sie nur. “Ach, das ist doch das Gleiche. Da mach ich keinen Unterschied!”. Da taten mir wieder die Kinder leid. Kriegen von den Eltern schon beigebracht, dass faul sein im Kopf völlig ok ist.

Am Montag waren wir dann im HolidayPark. Die letzten beiden Jahre waren wir in den Europapark gefahren. Letztes Jahr war’s da, wegen der Schulferien überall, unerträglich voll. Deshalb sollte es diesmal der HolidayPark sein. Der ist zwar sehr viel kleiner, aber ich war noch nie da und in der Pfalz sind die Ferien schon vorbei. Und wie es aussieht gehen da auch wirklich nur die Pfälzer hin. Da war nämlich total tote Hose. Nur einmal haben wir länger als 10 Minuten angestanden und das nur, weil wir in der ersten Reihe in der Achterbahn sitzen wollten. Die Achterbahn rühmt sich nicht zu unrecht damit, die beste der Welt zu sein. Die macht nämlich richtig viel Spaß. Hoch, steil, schnell, Airtime, was will man mehr. Und das alles bei einer absolut ruhigen Fahrt der Bahn. Nicht mal Kopfstützen und Schulterbügel waren da nötig. Sehr empfehlenswert. Der Freefalltower war auch spaßig, aber eben so schnell wieder vorbei. Außerdem gab’s noch ein Kettenkarussel in 80 Meter Höhe. Das fand sogar ich ein bisschen grenzwertig. Schön war’s zwar da oben, obwohl kalt und windig, aber wenn man sich vor Augen hält, dass man da gerade an den zwei dünnen Ketten hängt, die nur jeweils mit 4 Schrauben festgemacht sind, dann kann man sich schon ein bisschen fürchten. Aber deshalb geht man ja in Freizeitparks, oder nicht? Man will sich beim Bergabfahren fürchten, beim Drehen schwindelig werden. Am besten sind aber die Bahnen, wo man nass werden kann. Der Spaß dabei ist nämlich nicht das Nasswerden, sondern das NICHT-Nasswerden. Sehr seltsam eigentlich.

Gestern waren wir dann im Europabad. Da war ich auch noch nie und anfangs haben die auch viel schlechte Presse bekommen. Die Mängel sind aber wohl alle beseitigt und im Moment (und noch bis Mitte September) kostet es auch nur 7 Euro Eintritt für den ganzen Tag. Da ist sogar Sauna dabei, was einem an der Kasse erst nicht gesagt wird. Man kann sich aber einfach später noch ein Saunabändchen holen oder beim Reingehen fragen. Das Bad ist echt nett gemacht und die Reifenrutsche macht richtig Spaß. Die Wildwasserrutsche ist schon eher hart. Da kann man sich schon mal die Arme oder Beine anschlagen. Die Strudel in den Becken fand ich toll und die Sprudelliegen. Wir gehen auf jeden Fall nochmal hin, solange es so billig ist.  Den Saunabereich haben wir nur angeschaut, weil ich nicht so auf Sauna stehe. Der ist aber auch sehr schön gemacht und hat eine grandiose Dachterrasse. Wir waren abends da, da war es auch nicht mehr besonders voll. Kann ich also nur weiterempfehlen.

So, jetzt geht das Actionprogramm weiter. Shoppen ist angesagt. Mal sehen ob ich mir wieder anhören darf, die Klamotten beim Esprit sähen so altmodisch aus…

Das Bild von den Bildern

Ich hatte es ja bereits erwähnt, dass wir in einer Schwulenkneipe zum Essen waren. Die Bilder, die mich darauf hingewiesen haben, hatte ich versprochen und da sind sie. Mir ist allerdings selbst ein Rätsel, warum man, wenn man solche Bilder sieht, sofort darauf schließt, dass der Laden von Schwulen betrieben wird. Könnte ja durchaus auch für die Frauen aufgehängt sein, der halbnackte Mann. Ich weiß nicht, wo der Unterschied ist? Vielleicht weil Frauen sich nicht solche Bilder in ner Kneipe aufhängen würden? Wo sich dann wieder die Frage stellt, warum eigentlich nicht.

Achja, die dunkle Person im Vordergrund ist meine Hiwine. Hab’ ja so getan als würde ich sie fotografieren. Irgendwie ist es nämlich schon seltsam, die Bilder an der Wand in einer Kneipe zu fotografieren. Aber das musste sein, weil ich sofort gedacht habe: das muss ich bloggen. Also hab’ ich mich quasi nur für Euch zum idiotischen Tourimädel gemacht, dass Schwulenbars so exotisch findet, dass sie es gleich für zuhause festhalten muss. Dabei war ja alles ganz anders.

Achja, mein Diplomand hat eben zugegeben, dass er, wenn meine Hiwine beim Reingehen in die Bar gleich gesagt hätte, dass sie vermutet es sei ein Schwulenbar, nicht mit reingekommen wäre. Soviel dazu, dass er damit kein Problem hat.

Unterwegs im Osten: Davor

Wie ihr wisst habe ich Donnerstag getrunken gesoffen getrunken. Der Freitag war dementsprechend hart. Da es aber meinen Kollegen samt Hiwis und Diplomanden genauso ging, war’s nicht weiter schlimm.Allerdings mussten Freitag nachmittag noch die Geräte für die Messungen in Dresden eingepackt werden. Mein Diplomand und ich standen also im Labor und hakten unsere Liste ab. Während ich die Sensoren zusammengesucht habe, meinte mein Diplomand schon mal den Rechner ausstöpseln zu müssen. Da stand er, mit mehreren Kabeln um den Hals: “Ähm, Du weißt schon, wie die Kabel da dran waren?” fragte er mich. Ein irres Grinsen auf meinem Gesicht. “Äh, nein?!”. Und wieder eine halbe Stunde Arbeit mehr. Die Verkabelung hat vor Monaten ein Techniker gemacht, der momentan in Urlaub und nicht zu erreichen ist. Die Beschreibung der Datenerfassungskarte war nicht aufzufinden. Half nur Ausprobieren und hoffen, dass nichts kaputt geht. Nach unzähligen Kabelkombinationen haben wir am Ende wieder die richtige gefunden.
Am Dienstag dann, als wir mit den Messungen starten wollten, kam die Frage: “Wo hast Du denn die Maus und die Tastatur hingepackt!” Arghl. Ich? Die hat er doch auf der Liste abgehakt. Aber offensichtlich nicht eingepackt. Er hätte sie mir doch “da auf den Tisch gelegt, wo schon die Kabel lagen”. Kabel liegen bei uns im Labor fast überall. Und Maus und Tastatur liegen da jetzt noch. Wir haben dann erstmal beides neu kaufen müssen.
Zum Glück reg ich mich über sowas ja nicht auf, aber mit unserem Spott muss er rechnen, mein Diplomand.

Unterwegs im Osten: Teil 2

Die letzten Tage war ich im Osten unterwegs um für meine Diss Messungen zu machen. Meine Hiwine und mein Diplomand waren dabei. Montag früh ging’s los und wir bretterten in 4 Stunden nach Dresden. Einchecken, Lage checken, essen und dann ab aufs Messgelände. Andere Kollegen haben schon ordentlich gearbeitet und wir haben uns dann dazugesellt und etwa 16 000 Punkte ausgemessen und angezeichnet. Das ganze auf angewittertem GFK (oder Euch vielleicht eher bekannt als Fiberglas). Einmal Arm auflegen und schon meint man, man hätte sich auf Brennnesseln gestützt, weil überall Glasfasern stecken. Schnell sind wir dazu übergegangen maximal die Handkanten anzulegen. Abends kalt abwaschen und die Welt ist wieder in Ordnung.
Nach dem Anzeichnen hatten wir ein bisschen Zeit und konnten uns in der Abenddämmerung alle Sehenswürdigkeiten Dresdens im Vorbeigehen anschauen. Mein Diplomand ist ortskundig und wusste einiges zu berichten. Allerdings war er nicht ortskundig genug, um zu vermeiden, dass wir uns auf der Suche nach der Neustadt verlaufen. Kein Orientierungssinn, der junge Mann. Irgendwann gegen elf haben wir endlich eine Kneipe gefunden, wo uns die Speisekarte zusagte. Wirklich wählerisch waren wir allerdings nicht mehr (obwohl das Essen dort dann sehr gut war). Zielstrebig setzten wir uns in im hinteren Teil der Kneipe in eine Ecke, studierten die Karte, suchten aus und konnten uns endlich entspannt zurücklehnen und die Blicke schweifen lassen. Mein Blick fiel auf die mir direkt gegenüber angebrachten Bilder. Ein halbbekleideter Jüngling, der lasziv in die Kamera schaut (davon hab ich auch ein Foto gemacht, dass ich sofort nachliefere, wenn ich’s habe). Sofort musste ich lachen und hab meine Hiwine drauf aufmerksam gemacht. Die grinste nur und meinte, sie hätte’s schon beim Reingehen kapiert. Der vordere Teil der Kneipe war nur mit Männern belegt und es ging wohl ein Raunen durch die Menge, als mein Diplomand reinkam. Spätestens der Porzellanpenis auf dem Bord hinter meines Diplomands Kopf wischte jeden Zweifel weg. Wir laufen stundenlang durch Dresden und landen am Ende in einer Schwulenkneipe. Ich fand’s lustig, meine Hiwine auch, mein Diplomand war aber schon etwas erschrocken. Wir meinten sogar Angst in seinem Gesicht erkannt zu haben. Jedenfalls traute er sich erstmal nicht aufs Klo. Als es dann dringend wurde, musste er wohl oder übel doch gehen. Wir haben uns fast weggeschmissen, als kurz nach ihm noch einer aufs Klo gegangen ist. Die nackte Panik hat ihn da wohl gepackt. Als er dann wiederkam, berichtete er, dass das Klo im Keller war. “Da hört mich ja niemand schreien!” waren seine Worte. Ach was ein Spaß. Und was womit wir ihn die nächsten Wochen noch aufziehen werden. Im Nachhinein hat er natürlich den Coolen raushängen lassen und gemeint, er hätte damit kein Problem gehabt.
Was mir dabei aber wieder eingefallen ist: wenn so viele Heteromänner Angst vor Schwulen haben, und Männer ja wissen wie Männer ticken, wäre es dann nicht angebracht, dass Frauen auch grundsätzlich Angst vor Männern haben?

Unterwegs im Osten: Teil 1

Eben zurückgekehrt von drei Tagen Messung in Dresden. 4000 Messpunkte mit einem und 500 Messpunkte mit dem zweiten Gerät. Viel zum Auswerten und am besten alles bis vorgestern. Total platt. Ich geh schlafen.
Später mehr von meinen Erlebnissen im Osten Deutschlands