Donnerstag, 8. Januar, 2009
In den letzten Monaten ist mir klar geworden, warum die Leute, die auf Parties nie Alkohol trinken, grundsätzlich auf Parties auch eine geringere Menge Flüssigkeit zu sich nehmen. Wenn man nämlich auf dem Weihnachtsmarkt steht und gerade zwei Kinderpunsch getrunken hat, dann möchte man nicht unbedingt noch nen dritten. Schmeckt zwar gut, aber dann ist ja gleich der ganze Bauch voll Fruchtsaftmischung. Mit Glühwein ist mir das allerdings noch nie schwer gefallen noch einen dritten oder vierten zu trinken.
Gestern war ich mit meinen Kollegen unsere Weihnachtsfeier beim Mexikaner nachholen. Da durfte umsonst soviel gegessen und getrunken werden, wie reingeht. Ich hatte zwar einen Riesenhunger und Riesendurst, aber nach dem ersten alkoholfreien Jumbo-Cocktail hat nicht mal mehr die Hälfte meines Essens reingepasst. Nach dem zweiten Jumbo-Cocktail war dann Ende. Noch einen wollte ich wirklich nicht. Ist sonst nicht so meine Art innerhalb kurzer Zeit einen Liter Fruchtsaft in mich reinzuschütten. Erstaunt beobachtete ich, wie meine Kollegen in der gleichen Zeit vier oder fünf Cocktails bewältigten. So hatte ich es die letzten Jahre auch gemacht. Was macht der Alkohol nur mit der Flüssigkeit? Oder liegt es daran, dass in meinen Magen im Moment eh nicht so viel auf einmal reinpasst, weil mein Bauch sich anfühlt als hätte ich eine Honigmelone (im ganzen natürlich) verschluckt, die von außen aber nicht wirklich sichtbar ist?
Freitag, 2. Januar, 2009
Da ist es nun, das neue Jahr und wir haben natürlich auch reingefeiert. Schon im Vorfeld war klar, dass die Party dieses Jahr eher klein werden würde. Erstens wusste ich von einigen, die bereits anderweitig verplant waren und zweitens habe ich meine Einladungen sehr eingeschränkt, da ich nicht wirklich Lust auf viel Trubel hatte. D. hatte auch nur ein paar Leute eingeladen und so blieb die Runde erst mal klein. Es gab viel zu essen und dazu SingStar. Hätte ja gar nicht gedacht, dass das echt Spaß macht. Zum Zuhören war’s dafür grauenvoll, fand zumindest D.
Irgendwann nach Mitternacht klingelte es dann wieder an der Tür und fünf weitere Gäste standen vor der Tür. Einer davon war leider unglaublich betrunken. So betrunken, dass er ungefähr zwei Schritte neben sich stand. Das hat mich etwas beunruhigt, weil es der Randalierer von der letzten Party war. Deshalb konnte ich auch nicht ruhig bei der Playstation sitzen bleiben, weil ich lieber nachschauen wollte, ob er irgendwas kaputt macht oder unsere Katzen ärgert. Die armen Katzen waren nämlich erledigt und sollten in Ruhe gelassen werden. Meine Unruhe führte dann dazu, dass meine Gäste sich bald verabschiedeten (na gut, es war auch schon zwischen drei und vier). Die vier Gäste, die mit dem Betrunkenen gekommen waren, hatten sich auch schon wieder aus dem Staub gemacht. Wahrscheinlich waren sie froh, dass sie ihn losgeworden waren. Es waren dann, neben dem Randalierer noch zwei andere da. Der Randalierer drehte komplett auf. Erst tanzte er alleine in der Küche und bewunderte dabei sein Spiegelbild, dann suchte er hinter der Wohnzimmertür einen Kalender, den er aufgehängt haben wollte, als er hier wohnte. Er hat aber nie hier gewohnt. Keine Ahnung, welcher Film in seinem Kopf abgelaufen ist. Nachdem er sein Getränk auf dem Flurboden verteilt hatte, wurde er aber richtig unheimlich. Er piekte D. mit einem Kugelschreiber und erzählte, dass er am nächsten Tag wiederkommen würde und in mit einem richtig spitzen Kugelschreiber erstechen würde. Wir fanden’s nicht lustig, was er nicht verstehen konnte. Um ihn dann endlich aus der Wohnung zu bekommen, beendeten wir die Party, was uns für die anderen beiden Gäste wirklich leid tat. Beim Verabschieden meinte der Randalierer noch er wrestlet mich gleich um und dann lieg ich auf dem Boden und schreie und blute. So wäre das doch immer. Ich fand’s sehr unheimlich. So schnell muss der nicht mehr an unserer Tür auftauchen, das ist sicher.
Freitag, 8. August, 2008
Gestern abend wollten wir seit langem mal wieder ins Irish Pub gehen. Früher waren wir da regelmäßig jeden Donnerstag. Seit bei uns allen die Zeit knapper geworden ist, sind wir nur noch seltener dort. Aber gestern zum Quiz wollten wir mal wieder. Schon im Vorfeld vermuteten wir, dass die Quiz-Mistress wohl gerade in Urlaub sein würde. Im Sommer treibt sie sich nämlich immer für mehrere Wochen in England rum. Das Quiz wird dann von einer Vertretung übernommen. Als wir kurz nach halb elf eintrafen, wollte uns die Vertretung keinen Quizzettel mehr geben. Es sei schon vorbei, meinte sie. Dabei darf man bei der Original-Quiz-Misstress immer bis 23 Uhr noch abgeben. Wir waren enttäuscht. Schließlich hatten wir uns nach dem Schwimmen extra beeilt um nicht allzu spät zu kommen. Und dann sowas. Kurz danach hat sie dann auch schon mit der Quizauflösung angefangen. Aber auch die hat sie nicht so gut gemacht, wie die Original-Quiz-Mistress. Eine Frage war, welcher Song in Rihannas SOS gesamplet wird. Zusatzfrage war, von wem das Lied im Original ist. Der Song ist Tainted Love. Hätte mich jetzt aber interessiert, welche Band sie als Original hören wollte, aber die Frage hat sie bei der Auflösung gar nicht vorgelesen. Ist nämlich gar nicht so einfach. Das Sample stammt ja aus der Soft Cell Version, die aber nicht das Original ist. Das wurde nämlich von Gloria Jones gesungen. Komponiert wurde es aber von Ed Cobb. Wen davon hat sie jetzt hören wollen?
Wie oft Tainted Love schon gecovert wurde, ist mir neulich schon mal aufgefallen. Ich dachte, ich kann ja mal, genau wie David immer, ein Original-Cover-Posting machen. Da hatte ich den Song gerade von Me First and the Gimme Gimmes gehört. Die Version von Marilyn Manson ist mir auch gleich eingefallen, die von den Pussycat Dolls hatte ich bereits verdrängt. (Die ist ungefähr genause grausam, wie wenn Tarja Turunen “Smells like Teen Spirit” singt.) Bei Youtube gibt’s noch weitere Cover und da konnte ich mich nicht entscheiden und hab einfach bisher nichts darüber geschrieben. Alles was wichtig ist, habe ich ja jetzt erwähnt. Welche Version die beste ist, soll jeder selbst entscheiden. Ich nehme auf jeden Fall die von Soft Cell.
Montag, 4. August, 2008
Hier war’s ruhig, ich war weg. Ich war in Lö die Frau aus Lö besuchen. Sie hatte mich als Geburtstagsgeschenk eingeladen. Und so machte ich mich am Freitag mit dem Zug auf den Weg. Nach der Wohnungsbesichtigung inklusive Marmorbad und Spiegelsaal gingen wir los zum Essen. Ich finde wir haben doch relativ schnell das gefunden, wo wir hinwollten. Jedenfalls schneller als die Kellnerin im Anschluss unseren Tisch. Es gab Känguru. Das war lecker, aber irgendwie taten sie mir leid, die goldigen Kängurus. Ja ich weiß, Lämmchen sind auch süß, aber die schmecken mir gar nicht. Und außerdem sind Kängurus manchmal auch echt böse. Nach dem Känguru gab’s noch Caipirossa. Übrigens gab’s in dem Restaurant bestimmt 10 Sorten Cachaca, was mich wieder daran erinnerte, dass neulich auf einer Party jemand fragte, ob man den Caipirinha auch mit Cachaca machen könnte statt mit Pitu. (Ist irgendwie als wenn jemand fragt, ob man sich die Nase auch mit einem Papiertaschentuch putzen könnte, statt mit einem Tempo.) Jedenfalls hat mich die Cachaca-Auswahl beeindruckt, aber probiert hab’ ich dann keinen außer dem, der im Caipirossa war (ich nehme an, das war der billigste). Den teuren verkaufen die bestimmt nicht als Caipirinha. Das ist dann, wie wenn man im Irish Pub den teuersten Whiskey mit Cola bestellt. Und auf Cachaca pur hatte ich dann nicht so Lust. Als dann die Bürgersteige hochgeklappt wurden, was in Lö sehr früh ist, machten wir uns auf den Heimweg. Vorm Schlafengehen gab’s dann noch erschreckende Enthüllungen bezüglich des Männergeschmacks der Frau aus Lö, die ich hier nicht weiter ausführen darf, die aber für mich zu einer Nacht voll wirrer Träume führten. Andererseits hatten wir ja noch nie (bis auf ein paar Ausnahmen) den gleichen Männergeschmack.
Am Samstag ging’s gleich nach dem Aufstehen in die Schweiz. Frühstücken in Basel, obwohl’s dann eher schon mittag war. Wir haben alle wichtigen Sehenswürdigkeiten im Vorbeigehen mitgenommen, wie wir hinterher festgestellt haben, und landeten am Ende glücklich mit Ovomaltine-Brotaufstrich (eigentlich ist es das einzige Ovomaltine-Produkt, was wirklich lecker ist, und auch das einzige, was es in Deutschland nicht gibt) und Eis am Rhein. Das Eis hatte die Frau aus Lö einem Mitarbeiter der noch geschlossenen Bar abgeschwatzt. Und der Rhein war toll. Besonders toll ist, dass man in Basel im Rhein schwimmen kann. Und dann kommen zischen den Schiffen immer mal wieder Schwimmer vorbei. Die Klamotten haben sie in wasserdichten Beuteln (Fischen) dabei. Sowas hätte ich auch gern. Einfach irgendwo rein in den Rhein und irgendwo anders wieder raus. “Kommst Du mit dem Auto?”-”Nö, ich spring in den Rhein!”. Herrlich wäre das. Und wirklich anstrengend sah das Schwimmen auch nicht aus. Das war eher ein Treibenlassen.
Am Abend ging’s dann auf die Burg Rötteln. Da wurde uns “Peer Gynt” dargeboten. Ich hatte mich vorher kein bisschen informiert, weil ich es manchmal ganz nett finde, völlig unvoreingenommen etwas anzuschauen. Irgendwie hab’ ich dann auch den Schluss nicht so ganz verstanden. Wie sich dann aber rausstellte, die anderen auch nicht. Lag also nicht an mir. Ist aber wirklich eine tolle Kulisse fürs Theater. Und der kleine Regenguss zwischendrin war auch ganz spassig. Wie alle Leute panisch ihre Plastikfolien ausgekramt haben. Auch lustig war, dass auf unseren Plätzen schon jemand saß. Die haben dann, völlig überzeugt davon im Recht zu sein, mit ihren Karten gewedelt. Allerdings waren das Karten von einer ganz anderen Veranstaltung. Nach dem Theater habe ich noch das lokale Bier, dass einen schlechten Ruf genießt, probiert. War aber gar nicht so schlecht.
Am Sonntag haben wir uns dann noch auf den Weg nach Augst gemacht. Da gibt’s nämlich eine alte römische Siedlung, die Augusta Raurica. Vor drei Jahren war ich da schon mal auf Exkursion. Allerdings wurde uns da hauptsächlich was über Mörtel, Beton, Denkmalschutz und Hochdruckreiniger erzählt. Da war das gestern schon viel netter. Wir sind eine Runde durch die Ruinen gelaufen, haben Wollschweine und Pfauen gesehen und den Sommer genossen. Endlich mal ein Sommertag, war das, richtig schön heiß, zirpende Grillen, wie früher. Zum Abschluss wollten wir dann noch einen Sonntagskuchen verdrücken. Aber sowas gibt’s da unten im Dreiländereck nicht. Die Frau aus Lö ist schon ganz auf Entzug. Wie das eben so ist, was man nicht haben kann, will man dann unbedingt. Dafür gab’s dann Eis und Tiramisu. Für Eis bin ich immer zu haben.
Am Abend machte ich mich auf den Heimweg. In Freiburg bin ich noch für eine Stunde ausgestiegen um eine Freundin zu treffen und war dann gegen 22 Uhr zurück in KA, wo ich gleich Teil der Jury eines Lasagne-Contests wurde, aber das ist eine andere Geschichte.
Schön war’s in Lö. Danke liebe Frau aus Lö. Und unweigerlich stellt sich die Frage, warum ich’s eigentlich nicht viel früher geschafft habe, mal vorbeizukommen.
Freitag, 18. Juli, 2008
Gar nicht mehr! Wir trinken uns gerade warm um Revolverheld zu überstehen und singen uns warm für die Sportfreunde. Mein Schwesterchen ist auch dabei. Juhu! In ner halben Stunde brechen wir langsam auf.
Freitag, 4. Juli, 2008
Ich bin zwar schon seit über drei Jahren in S, war aber tatsächlich noch nie beim Bauigelfest. Das hat sich nun geändert. Gestern war ich dabei und es war genau so, wie es mir immer beschrieben wurde, nämlich krass. Gleich um fünf gab’s kostenlos warmes Bier und so ging’s dann weiter. Ein Bier hab’ ich bezahlt und eins meinem Diplomand ausgegeben. Alle anderen Getränke bekam ich kostenlos. Eigentlich wollte ich auch mal was essen, aber das hab’ ich dummerweise vergessen. Gehen wollte ich, wenn die Vernunft gesiegt hätte, um 21:30 Uhr. Aber der Alkohol gewann die Oberhand und ich beschloss unvernünftigerweise den letzten Zug zu nehmen. Ich hatte mir vorgenommen einfach eine Stunde länger zu schlafen, heute morgen. Ging aber nicht, da ich um neun nen Termin hatte, der mir aber zum Glück rechtzeitig wieder eingefallen ist. Naja, zurück zum Fest. Mein Diplomand hat mir umsonst zwei Long Island Ice Tea besorgt und danach war ich ziemlich betrunken (wie schon gesagt, ich hatte das Essen vergessen). Ich hab mir meinen Handyalarm auf 11 Uhr gestellt. Der sollte mich an irgendwas erinnern, was ich aber leider vergessen habe. Ich warte schon drauf, dass bald jemand wutschnaubend reinplatzt. Aber da kann ich nur sagen, selbst schuld. Man sollte keine Termine mit mir ausmachen, wenn ich zwei Long Island Ice Tea getrunken habe. Erstaunlicherweise habe ich es aber auf die Reihe gekriegt meinen Regenschirm wieder ins Büro zu tragen, meine Fahrkarte zu holen, die richtige S-Bahn zu nehmen, meinen Zug zu kriegen und mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren. Dort fiel ich dann quasi sofort ins Bett. D. meinte nur “Du riechst wie Moe’s Bar!”. Als ich dann vier Stunden später wieder aufstehen musste roch ich wohl immernoch wie Moe’s Bar. Ich hoffe duschen und Zähne putzen hat geholfen. Beim Aufstehen war ich noch immer nicht nüchtern. Ich kann mich dunkel erinnern sogar noch trockenen Toast gefrühstückt zu haben. Im Zug wollte ich meine Fahrkarte gleich zweimal zeigen, aber die Schaffnerin machte mich drauf aufmerksam, dass sie die schon gesehen hatte. Gekämmt war ich auch nicht. Meine Haarbürste steckte nämlich im Rucksack, den ich im Büro gelassen hatte. Tja, nun sitz ich im Büro (übrigens noch immer ungekämmt) und wurde schon gelobt, dass ich für vier Stunden Schlaf aber sehr fit aussehe. Mein Diplomand ist noch nicht aufgetaucht. Ich bezweifle, dass der noch kommt. Was ein Abend! Und unweigerlich stellt sich die Frage: warum war ich eigentlich die letzten Jahre nicht beim Fest?
Montag, 30. Juni, 2008
Ein langes Wochenende, geprägt von Feierlichkeiten, ging gestern abend zu Ende. Ich hatte große Pläne, was Arbeit und Blogumzug betrifft, und geschafft habe ich nichts. Am Freitag war erstmal Wohnung aufräumen, einkaufen und Kuchen backen angesagt. Abends sollte gefeiert werden. Der erste Gast kam bereits nachmittags zum Kaffee und Obstsalat machen und warf uns in unserer Planung etwas zurück. Machte aber nichts, Hauptsache das Bier war kalt. Und dafür haben 24 kg Crushed Ice in der Badewanne gesorgt. Bei unserer vorletzten Party (im September) hatten erstaunlicherweise 8 kg Eis ausgereicht. Da war’s dieses Mal wohl doch ein bisschen wärmer.
Dann kamen die Gäste und es wurde gefeiert. Ich möchte hier nur kurz die Highlights zusammen fassen.
Überraschend: Ich hatte einen alten Schulkamerad eingeladen, der zufällig auch nur fünf Häuser weiter wohnt. Der kannte erstaunlicherweise Freunde von mir und zwar von einer Überraschungsparty eines anderen gemeinsamen Freundes. Die spielen zusammen im Musikverein. Tja, die Welt ist klein.
Lustig: Zum Lachen war, wie T. sein Essen auf unser helles Sofa hat fallen lassen und sich dann unglaublich geschämt und entschuldigt hat. D. hat alles wieder weggeputzt. War doch extra pflegeleicht, das Sofa, und nichts blieb zurück. Lustiger noch war allerdings, wie D. später sein Essen (das letzte, was überhaupt noch da war) im Flur fallenließ. Auf dem heruntergefallenen Essen lagen nämlich zwei Pappteller und drei Gabeln. Niemand weiß warum D. (also er weiß es auch nicht) gleich drei Gabeln zum essen braucht.
Unglaublich: Unglaublich war, was ich geschenkt bekommen habe. Kennt ihr das Plüschporzellan von KAHLA? Also da steh ich ja drauf und hab auch in den letzten Jahren schon ein paar Sachen geschenkt bekommen. Da kann man jetzt wohl Geschirr personalisieren lassen. Ich bekam einen Becher, wo im roten Plüsch der Name meines neuen Blogs zu lesen war. Das ist von dem her erstaunlich, weil ich meine Domain erst am 16.6. bestellt habe und bis Freitag außer mir nur 3 Leute den Name bereits kannten. Jetzt wissen ihn fast alle, die auf der Party waren, weil ja alle wissen wollten, was es mit der Inschrift auf sich hat.
Erschreckend: Das hatte ich ja schon gebloggt (übrigens habe ich unglaublich lang für das kurze Posting gebraucht. Es kam mir vor, als hätte jemand die Tasten wild gemixt), aber H. hat nachts noch eine Delle in unsere Tür gehauen. Warum, weiß niemand so genau. Er wollte gehen, hatte aber angekündigt erst zu gehen, wenn er dicht sei. Daran erinnerte ich ihn. Er meinte dann, er sei total dicht. “Schau!” sagte er und boxte gegen die Tür. Ich war fassungslos und er dann schnell weg. Hoffentlich war er nicht so dicht, dass er vergessen hat, dass er die Tür bezahlen wollte.
Insgesamt war’s schön. Ich hab mich gefreut, dass so viele Leute da waren, hab’ tolle Sachen geschenkt bekommen, das Essen war lecker und am Ende alle und das Bier war kalt bis zum Schluß. Da stellt sich nur die Frage: wann machen wir die nächste Party?
Am nächsten morgen musste ich relativ früh raus und einer Trauung beiwohnen. Schön war’s. Dann kamen meine Eltern um mich und mein Schwesterchen zu sehen und uns auf ein Eis einzuladen. Das war auch schön, aber irgendwie musste ich doch aufpassen, dass ich beim Filmschauen abends nicht einschlafe. Sonntag durfte ich dann ausschlafen, war mit meinem Schwesterchen schwimmen und dann zum Grillen und Vorglühen in der Oststadt. Fußball gab’s im Titanic, aber das war ja nicht wirklich ansehnlich. Gegen Mitternacht fiel ich platt ins Bett. Und schon war das Wochenende wieder rum. Blöderweise habe ich alles vergessen, z.B. dass ich heute einen Praktikant bekomme. Dem habe ich jetzt erstmal was zu lesen gegeben und hoffe dass er langsam liest…
Montag, 2. Juni, 2008
Mein Notebook hat endlich wieder Strom und ich bin wieder da. Das Wochenende habe ich nämlich singend in Frankreich verbracht, fernab jeglicher modernen Kommunikation. Nicht mal Handys funktionieren da richtig. Probenwochenende war mal wieder angesagt. Mit erheblichem Schlafmangel brach ich auf und mit noch größerem kam ich zurück. Erfolgreich war das Wochenende in vieler Hinsicht.
Ich habe während den Proben fast ein ganzes Buch gelesen. Chorproben sind einfach perfekt zum Lesen (sonst komm ich da zur Zeit nicht dazu). Bei 120 Leuten und vier Stimmen, sind nämlich ziemlich oft nur die anderen dran mit Singen. Wenn man schwätzt, wird man angemeckert, lesen stört niemanden. Man muss sich nur auf die Worte “alle” und “Sopran” konditionieren und man schaut immer im richtigen Moment auf.
Ich hab die Bierliste im Sopran gewonnen. Neben meinem Name waren die meisten Striche. Wer weiß ob die wirklich alle von mir waren. Aber immerhin gab’s dieses Mal gutes Bier in ausreichender Menge. Die letzten Male gab’s immer Amstel und Bellheimer. Amstel kann man gut trinken, aber Bellheimer schmeckt mir nicht wirklich. Das trinken nur die, die lieber eine 0,5-er Flasche in der Hand haben wollen oder alle dann, wenn das Amstel aus ist. Dieses Jahr gab’s zusätzlich noch Kronenbourg und das trinke ich echt gerne. Die verkaufen inzwischen sogar 0,33er-Flaschen und nicht nur in die in Frankreich üblichen 0,25er und 0,75er. Biertechnisch gab’s also nicht zu meckern.
Ich hab neue Leute kennengelernt. Ich hab mit Leuten geredet, mit denen ich schon immer mal reden wollte und mit welchen, denen ich lieber aus dem Weg gehe. Von einem, dem ich lieber aus dem Weg gehe, habe ich sein verqueres Frauenbild erklärt bekommen und still für mich gedacht, ‘kein Wunder, dass Du keine Frau hast.’. Ich habe mich gefragt, warum eine von den Mädels, die mir irgendwie suspekt sind, immer genau mit den Leuten rumsteht, mit denen ich eigentlich mal reden wollte.
Ein besonderes Highlight war, als wir von nem Aachen-Fan die peinlichsten Fangesänge beigebracht bekommen haben. Eins davon war definitiv das Lied des Wochenendes.
Beim Gewitter haben wir den Verrückten zugeschaut, die trotz des sintflutartigen Regens weiter Volleyball gespielt haben und sich dafür ihre Badehosen an- oder einfach die Hosen und T-shirts ausgezogen haben.
Achja, nebenbei haben wir auch noch einiges geprobt. Vielleicht können wir ja die Stücke tatsächlich bis zum Konzert in drei Wochen.
Zum Abschied kriegte ich dann noch zu hören: “Ich wusste ja gar nicht, dass Du Vegetarierin bist. Ich fand dich eigentlich ganz sympathisch!” Keine Sorge, bin ich gar nicht. Und damit ging das Probenwochenende zuende. 8 Stunden Schlaf hatte ich verteilt auf die beiden Nächte, wobei es in der zweiten nur drei waren. Trotzdem war ich noch schwimmen gestern nachmittag. Kein Wunder, dass ich danach auf dem Sofa eingeschlafen bin.
Montag, 26. Mai, 2008
Das Fest und ich sind keine Freunde. Das ist nichts neues und auch kein Geheimnis. Ich hasse es einfach mir die Günther-Klotz-Anlage bei Konzerten mit zehntausenden Idioten zu teilen, von denen die meisten nur da sind, weil’s umsonst ist. Deshalb war ich auch in den letzten Jahren relativ selten und relativ wenig beim Fest. Eine Ausnahme war letztes Jahr, als ich allen groß angekündigt hatte, nicht anwesend zu sein, um dann doch gleich dreimal, über die Festwoche verteilt, da war. Die Jahre davor habe ich’s aber tatsächlich geschafft, das Fest einige Male komplett (ok, Klassikfrühstück ausgenommen) zu ignorieren.
2000 hat’s nur geregnet und ich bin lieber zuhause geblieben.
2001 hab’ ich die H-Blockx gesehen, aber leider meine Festbegleitung in der S-Bahn nicht gefunden und war deshalb alleine , was öde war.
2002 war ein Jahr, wo ich mit Vorsatz da war und wirklich Spaß hatte beim Fest. Wir haben auf dem Weg dorthin in Rekordzeit zwei Desperados gekippt und dann in der prallen Sonne die Sportfreunde Stiller gesehen um anschließend noch bis spät nachts zu irgendwelcher seltsamen Technomusik zu tanzen.
2003 war ich nur kurz Sonntagsnachmittags da und hab Moloko gesehen, was nun wirklich nicht meine Musik ist. Umso schneller war ich auch wieder zuhause.
2004 war ich dann gar nicht beim Fest.
2005 wollte ich die Veranstaltung wieder mit Vorsatz boykottieren. Hat aber nicht geklappt, da die Frau aus Lö. sich angekündigt hatte und ich dann mit ihr zusammen auf dem Hügel rumsaß um Juli zu sehen, was ehrlich gesagt auch Spaß gebracht hat. Meine anschließende Verabredung hab ich dann verpasst und stand alleine am Treffpunkt. Die Handynetze sind immer komplett überlastet, so daß ich auch niemand erreichen konnte und so bin ich nach Hause gegangen. Aber die Bands wollte ich sowieso nicht sehen.
2006 war ich wieder überhaupt nicht beim Fest.
2007 hatte ich mein Nichtkommen, wie schon erwähnt, angekündigt, aber nicht eingehalten. Einmal waren wir nach der Chorprobe unter der Woche auf zwei Bier da. Samstags habe ich mich dann kurzfristig entschieden, dass ich Sugarplum Fairy sehen will. Und als ich schon mal da war, konnte ich auch gleich die Beatsteaks mitnehmen. Allerdings hat’s am Ende ziemlich geregnet und ich war so naß, dass ich mir nen Pulli von der Stulle leihen musste, der, wie mir da einfällt, immer noch bei mir liegt. Sonntags wollte ich dann wirklich nicht mehr hin, aber da wollte dann mein Schwesterchen vorbeischauen und so war ich nochmal da. Vor dem Hauptact hab’ ich mich aber aus dem Staub gemacht.
Und was wird 2008? Seit letzter Woche ist es klar: Die Sportfreunde Stiller kommen! Als ich’s gelesen habe, wusste ich nicht, ob ich jammern oder jubeln soll. Juhu, die Sportfreunde live! Aber zusammen mit lauter Leuten, die nichts außer dem WM-Song kennen? Arghl! Tja, jedenfalls werde ich deshalb dieses Jahr zumindest einen Tag beim Fest anzutreffen sein. Ausnahmsweise mal vorne mit dabei in der tobenden Menge. Ich warte schon zu lange auf die Sportfreunde um mir das entgehen zu lassen. Und wenn man nur genug in der Meute tobt, kriegt man vielleicht nicht mit, dass die anderen mit verschränkten Armen und gerunzelter Stirn daneben stehen.
Samstag, 29. März, 2008
Gestern abend war ich zum ersten Mal und relativ spontan bei einem Poetry Slam. Drei alte Klassenkameraden hatten gefragt, ob ich mitkommen wolle und da es bei mir um die Ecke stattfand, bin ich mal mitgegangen. Und mir hat’s gefallen. Es war wohl alles recht klein und unprofessionell im Vergleich zu anderen Poetry Slams, aber da es mein erster war, kann ich mich nicht beklagen. Etwa 15 sehr unterschiedliche Leute haben ihr Selbstgeschriebenes vorgetragen. Nur eine Frau war dabei und die ist mit ihrem sehr kurzen Gedicht als erste Vortragende gnadenlos untergegangen. Beeindruckend fand ich einen Jugendlichen, würde ihn auf 16/17 schätzen. Der hat sich vorne hingestellt und gleich mal erzählt, dass er Rap macht und seine Texte real (also englisch ausgesprochen, natürlich!) sind. Vor einem Publikum von Studenten und Möchtegern-Intellektuellen über die Probleme von Jugendlichen zu rappen, fand ich schon bewundernswert. Erwartungsgemäß hat er’s aber nicht in die nächste Runde geschafft. Allerdings wurde “real” zum Running-Gag des Abends. Mehrere der anderen Vortragenden wiesen drauf hin, dass ihre Texte auch “real” seien oder eben gerade nicht “real”. Die Texte waren so nett geschrieben, dass ich bei fast allen dachte “Für den klatsch ich nachher besonders laut.”. Einer war sogar dabei, der nicht mal etwas vorbereitet hatte und sich mit der Teilnahme nur den Eintritt sparen wollte. Mein Favorit war allerdings ein anderer Rapper. Seine Texte waren nicht ganz so real, aber dafür wirklich clever und trotz extremer Texthänger im zweiten Durchgang, war sein Vortrag immernoch souverän. Zur Belohnung ist er am Ende zweiter geworden und der Sieger war auch wirklich gut. Ich fand es sehr lustig, mit wieviel Mühe die rappenden Jungs ihre Texte schreiben, und dabei auf Stilmittel zurückgreifen, die sie im Deutschunterricht nicht lernen wollten. Irgendwie ist es nämlich doch alles das gleiche, nur ist Lyrik normalerweise ohne Beat. Besonders doof fand ich deshalb auch die Aussage eines anderen Teilnehmers. Er meinte zu den ganzen Rappern mal was sagen zu müssen, und zwar sollten sie doch mal zuhause bleiben, wenn sie immer nur von der Straße erzählen könnten. Ich fand’s total daneben und ich denke einige andere auch. Diese Arroganz, dass das was er schreibt besser sei, weil es sich Lyrik nennt. Unglaublich unsympathisch. Bei seinem Vortrag hab’ ich dann nicht mehr wirklich zugehört. Klassisches Eigentor. Insgesamt war es ein lustiger Abend und wer weiß, vielleicht texte ich ja auch mal was für’s nächste Mal.