Da heute Nikolaus ist, dürfen alle Menschen, die nicht im Norden Badens leben, heute ein neues Wort lernen. Das Wort ist Dambedei. Dieses sehr seltsame und nur im Raum Karlsruhe verwendete Wort bezeichnet die wohl allen wohlbekannten Weckmänner oder Klausenmänner. Für alle, die das auch nicht kennen, sei erklärt, dass es sich dabei um Hefegebäck in Form eines Männchens handelt. Warum nun die Karlsruher dafür ein eigenes Wort haben, ist nicht so genau bekannt. Vier mögliche Erklärungen gibt es dafür. So könnte der Dambedei ein heidnischer Schutzgeist, Tampada, sein, der Haus und Hof beschützt. Allerdings könnte es auch aus dem französischen (ja, Frankreich ist hier ganz nah) kommen, und zwar von dame de dieu (Mutter Gottes) oder dam petit (kleiner Mann). Eine christliche Erklärung gibt es natürlich auch. So könnte Dambedei auch von ad honorem domini dei (zur Ehre Gottes des Herren) stammen, dass Priester früher sagten um Weihnachtsgebäck in Christkindform zu segnen. Vielleicht kommt es aber auch von Dambelhans (Trampel), was bedeutet, dass der Bäcker die Männchenform schlampig geformt hat. Sucht Eucht Eure Lieblingserklärung aus und probiert doch einfach mal in den nächsten Wochen beim Bäcker Eures Vertrauens einen Dambedei zu erstehen (in Karlsruhe natürlich witzlos).
Archive for the ‘ Heimatgefühle ’ Category

Gestern habe ich eine alte Schulfreundin M. getroffen. Sie war in Stuttgart um mit Verwandten ins Theater zu gehen und da haben wir für ein paar Stunden die Stuttgarter Innenstadt unsicher gemacht, auf der Suche nach Skaterschuhen. M. wollte unbedingt neue schwarze Schuhe, allerdings hatte ich keine Ahnung, wo in S Skaterläden zu finden sind. Sie konnte sich dunkel erinnern schon mal in einem gewesen zu sein, also haben wir in ein paar anderen Läden nachgefragt. Im ersten Laden hatte die Verkäuferin, die übrigens noch dazu sehr unfreundlich war, keine Ahnung. Im Karstadt-Sport gab uns ein Praktikant eine Wegbeschreibung zu irgendeinem Skaterladen, dessen Name er nicht wusste. In der Sportarena bekamen wir dann endlich eine brauchbare Auskunft. “Einfach hier gerade aus und da ist dann gleich der Titus.” Da das tatsächlich stimmte, konnten wir auch drüber hinwegsehen, dass der Verkäufer uns kurz gesiezt hatte, obwohl der etwa in unserem Alter war. 27 ist ein seltsames Alter. Immer wieder kommt es vor, dass man nicht weiß, ob man Gleichaltrige siezen oder duzen soll. Natürlich nicht in jeder Situation, aber hin und wieder schon. Wird das irgendwann besser. Ist man irgendwann so alt, dass man eben erst mal alle siezt?
Aber zurück zum Skaterladen. Es stellte sich heraus, dass der Titus-Shop genau der Laden war, denn M. schon kannte und den der Praktikant im Karstadt-Sport auch meinte. Gibt’s nur einen Skateshop in S? Immerhin gab’ tatsächlich schwarze Schuhe und schon die Verkäufer sind ein Grund immer wieder da hin zu gehen. Die fangen mit jedem ein nettes Gespräch an und mussten auch nicht, wie ich, über die Emo-Kids neben uns schmunzeln, die zu ihren engen Hosen gerade alle Vans anprobierten, die der Titus im Sortiment hatte. Würde ich mich auch so anziehen, wenn ich nochmal 16 wäre? M. war sogar so begeistert vom Personal, dass sie gleich für ihren nächsten Stuttgartbesuch die Adresse vom Titus-Shop geben lassen wollte. Bei der Gelegenheit haben wir dann erfahren, dass es Titus-Shops in Baden-Württemberg nur in Stuttgart, Karlsruhe, Sigmaringen und Villingen gibt. Ja, in Villingen. Wusste doch schon immer, dass der Schwarzwald-Baar-Kreis einfach nur cool ist!
Jedenfalls hatten wir Spaß in Stuttgart. M. musste noch Passfotos für ihren anstehenden USA-Aufenthalt machen und so haben wir auch ein Beweisfoto unseres Zusammentreffens in S gemacht. Danach gab’s chinesischen Essen aus Pappschachteln und ich habe tatsächlich in Stuttgart einen KSC-Adventskalender gekauft. Ich fand’s so krass, dass sie sowas verkaufen, dass ich nicht widerstehen konnte. In KA würde ich in keinem Laden irgendeinen Adventskalender kaufen, wenn der VfB-Adventskalender verkaufen würde. Aber die Stuttgarter sind da wohl nicht so.
Es war ein schöner Nachmittag. Immer wieder staune ich, wie einfach es ist, mit Freunden, die man nur selten sieht, direkt am letzten Punkt anzuknüpfen. Die Monate ohne Kontakt scheint es nicht zu geben, man hat sich immer etwas zu erzählen. Ich freu mich schon drauf an Weihnachten alle anderen auch wiederzusehen.
Grumbiere un Zwiwwle
Author: AnJuNov 27
Den hier kennt ja inzwischen jeder.
Die badische Ausgabe davon find ich aber auch nicht schlecht!
Bei Stefko geklaut.
Das Erinnerungsvermögen…
Author: AnJuNov 20
Heute morgen ist wieder was seltsames passiert. Ich hab mich gerade hingesetzt, da steigt ein junger Mann ein und schaut mich seltsam an. Ich schaue seltsam zurück und denke, der kommt mir irgendwie bekannt vor. Wahrscheinlich hat er das selbe von mir gedacht. Die meisten Leute, die einem im Zug irgendwie bekannt vorkommen, meint man deshalb zu kennen, weil man sie jeden Tag im Zug sieht. Der heute hatte allerdings Gepäck dabei und keine Zeitkarte, also ist er kein Pendler. Ich bin im Kopf alle möglichen Anlässe und Situationen durchgegangen, wo ich den schon mal hätte gesehen haben können. Uni? Bei den paar Studenten bei uns wüsste ich das aber. Fahrradkurier? Ne, so sieht er nicht aus. Chor? Nee. Irgendwann bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass ich den von zuhause kennen muss. Inzwischen bin ich sogar ziemlich sicher, dass der im Abijahrgang über mir war. Allerdings kann ich mich nicht an den Name erinnern, wahrscheinlich auch deswegen, weil ich mich nicht erinnern kann, mit dem jemals ein Wort gewechselt zu haben. Wie wünscht man sich da ein Fotojahrbuch zur Hand zu haben. Studivz und Xing haben nicht weitergeholfen.
Meisterlich
Author: AnJuOkt 22
Wir sind wieder Meisterchor im Badischen Sängerbund. Wirklich meisterlich gesungen haben wir nach eigener Auffassung zwar nicht, aber der Jury hat’s trotzdem gereicht.
Wirklich lustig daran war aber den Männergesangverein aus meinem Heimatdorf dort zu hören. Ich bin extra deswegen früher hingegangen und saß dann breit grinsend im Publikum. Teilweise sind da immer noch die Gleichen Nasem im Chor, die auch schon immer zur Probe kamen, als ich damals noch im Kinderchor war. Komischerweise fand ich die damals auch schon alt. Es war echt seltsam meinen alten Chorleiter dirigieren zu sehen. Jahrelang hab ich bei ihm gesungen und seine Art zu dirigieren ist mir so vertraut. Und plötzlich steht er da. Später kam dann noch der zweite Chor mit dem er da war und in dem ich früher auch gesungen habe. Den konnte ich leider nicht hören, weil wir dann gerade beim Einsingen waren. Aber ich habe kurz mit einem aus dem Chor gesprochen, den ich noch von zuhause kannte. Nach unserem Auftritt habe ich dann auch mit meinem ehemaligen Chorleiter geredet. Der war irgendwie verwirrt und konnte mich nicht einordnen, aber mit ein bisschen Hilfe ist er dann doch draufgekommen wer ich bin. Ein sehr seltsamer Tag an dem sich Gegenwart mit Vergangenheit gemischt hat.
Mundartisten
Author: AnJuOkt 17
Ich bild mir ja immer ein, ich würde zumindest einigermaßen Schwiizerdütsch verstehen. Aber das ist einfach echt zu viel. Wenn ich nicht zwischendrin ein paar Brocken verstehen würde, könnte ich wetten, dies Sprache ist mir völlig unbekannt. Aber hört selbst.
Was ist Deine Stadt wert?
Author: AnJuOkt 12
Man lebt in einer Stadt, man fühlt sich wohl und lernt sie zu schätzen. Die vielen Orte, die man mit Erlebnissen verbindet, mit guten und mit schlechten. Aber wieviel ist eine Stadt dann wert?
Meine Stadt ist heute 32000 Euro wert gewesen bei Günther Jauch. Die Frage war, was die Fächerstadt ist
Diese Schweizer…
Author: AnJuSep 27
Nachdem ich gestern den ganzen Tag mit Betoningenieuren verbringen durfte, habe ich wenigstens einen Prospekt über die neue Gotthardbahn mitgenommen um das geologische Profil in meinem Büro aufzuhängen. Man könnte meinen, dass hier meine eigentliche Ausbildung wieder durchkommt, aber ich hänge es nur auf, wegen der hübschen Namen. Da gibt es nämlich das Öfital, das Etzlital und den Chrüzlistock zu sehen. Kein anderes Volk wählt so liebevolle Namen für seine Berge und Täler, wie die Schweizer. Ich kann mich jedenfalls daran erfreuen. Aber bei sowas kommen auch immer leichte Heimatgefühle hoch. Wenn man so nahe der Schweizer Grenze aufgewachsen ist und im heimischen Dialekt den Tonfall der Schweizer wiedererkennt, kommt bei jedem Schweizer Wort Freude auf. Mein Kollege, der neulich mit Schweizer Kollegen unterwegs war, fragte mich dann, was es mit diesen “gsi” auf sich hat und was das heißt. Mit meinen unzureichenden Grammatikkentnissen habe ich ihm dann erklärt, dass es sich dabei um das Perfekt des Verbes “si” handelt, was ihn nur weiter verwirrte
Jaja, diese Schweizer haben schon eine nette Sprache. “5 gegen 5″ auf dem Schweizer Fernsehen schaue ich nämlich gerne an, wenn ich zuhause bin. In der deutschen Version finde ich’s total langweilig. Früher habe ich auch immer “Blockbuster” angeschaut, die schweizer Version der Quizshow “Supergrips”. Vielleicht erinnert sich ja noch einer daran. Die war wirklich nett und auf Schwiitzerdütsch sogar noch besser.
Badnertest
Author: AnJuAug 21
Hier gibt’s ‘nen Badnertest online. Aber wirklich schwer ist der nicht. Hab auf Anhieb alle 13 Fragen richtig beantwortet.
Wikipedia auf Alemannisch
Author: AnJuAug 21
Wer hätt’s gedacht, aber das gibt’s tatsächlich. Da gibt’s auch einen netten Eintrag über die Stadt, in der ich zur Schule ging. Aber wo sind sie, die Allmendshofener, die des Alemannisch mächtig sind? Wie wär’s denn mit ‘nem Eintrag über die “Perle Europas”?





