Dienstag, 29. Juni, 2010
Am Wochenende haben wir gefeiert und ich bin noch immer ganz überwältigt. In der Vergangenheit haben wir schon oft und auch immer gerne Parties veranstaltet, aber das hier war die erste richtige, seit der Kleine auf der Welt ist und seit wir bei den Schwaben wohnen. Da die Wohnung nicht so groß ist, habe ich nicht so viele Leute eingeladen wie üblich. Normalerweise kann ich nämlich ohne Probleme eine Liste mit mehr als 25 Leuten erstellen, die ich unbedingt einladen möchte. Diesmal habe ich mich also wirklich eingeschränkt und unter zwanzig Leuten eingeladen. Da war ich dann ein bisschen enttäuscht, als ich eine Woche vor der Feier erst fünf Zusagen, dafür aber einige Absagen hatte. Wir haben uns dann schon auf eine sehr kleine Party eingestellt, was auch Vorteile hat. Man muss weniger Essen vorbereiten, muss sich keine Sorgen machen, dass es nicht genügend Sitzplätze gibt und auch nicht darüber, dass die Partygesellschaft den Kleinen die ganze Nacht wach hält. (Nur darum, dass den Gästen nach drei Stunden der Gesprächsstoff ausgeht und Langeweile einkehrt.) Es kamen dann aber doch noch ein paar Zusagen und dann auch noch drei Überraschungsgäste. Die Party war (zumindest für mich
) richtig schön. Wir haben schon am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen angefangen, da auch noch andere Eltern mit kleinen Kindern eingeladen waren. Die konnten zwar fast alle nicht kommen, aber so hatte ich länger was von meinen Gästen und der Kleine konnte ein bisschen mitfeiern. Wir waren lange auf dem Spielplatz, wo wir in der Sonne sitzen und die Kinder sich ordentlich austoben konnten. Dann gab es Essen und Singstar. Davor und dazu Cocktails, weil einige meinten sie müssten sich erst Mut antrinken, nur um dann hinterher alle an die Wand zu singen. Als Highlights gab es noch eine Schafherde, die an unserem Balkon vorbeigetrieben wurde, um schräg gegenüber auf der Wiese die Nacht zu verbringen und ein Feuerwerk auf der anderen Seite, des noch nicht fertigen Sees. Die Nacht wurde dann untermalt vom Schafgeblöke und dem Gehämmer der Drehbohrgeräte, die pünktlich zum Wochenende ihre Arbeit wieder aufgenommen hatten. Einige der Gäste blieben über Nacht und wir konnten am Sonntag noch gemütlich auf dem Balkon frühstücken. Mir hat das ganze Wochenende richtig gut gefallen und ich hab mich über jeden meiner Gäste wirklich gefreut. Ich bin überwältigt davon, welch weiten Wege einige auf sich genommen haben um mit uns zu feiern. Wenn mich dieses Jahr jemand fragt, was mein schönstes Geschenk war, dann kann ich nur “meine Geburtstagsparty” antworten. Und dazu beigetragen haben alle Gäste und vor allem auch D., der sich um die Vorbereitung, das Essen, die Getränke und abends um Aaron gekümmert hat, damit ich Zeit für meine Gäste habe. Danke Euch allen. Ich hoffe wir wiederholen sowas bald.
Sonntag, 7. Juni, 2009
Gestern abend war ich bei einer Geburtstagsfeier. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln habe ich mich dort hinbewegt. Die Haltestelle, an der ich aussteigen musste, ist eher eine kleine Haltestelle, die normalerweise nur von einer Bahn und einem Bus bedient wird, die beide nachts nicht fahren. Zum Glück wurde gestern an anderer Stelle im Schienennetz gebaut, so dass vier oder fünf andere Linien über die kleine Haltestelle umgeleitet wurden. Nur wie, darüber gab es kaum Informationen. Ich machte mich abends auf den Weg und wollte an der Herrenstraße umsteigen. Um herauszufinden was die schnellste Verbindung ist, begab ich mich an die Informationstafeln. Da wurde mit leuchtend orangenen Zetteln auf die Baustelle und die Umleitung hingewiesen. Genauere Informationen zu den einzelnen Linien solle ich dem Liniennetzplan oder der Homepage www.kvv.de entnehmen. Nur leider hing an der Haltestelle kein Umleitungsplan, sondern nur der normale Liniennetzplan, der ja nicht galt. Internet hatte ich auch gerade keins dabei und den Umleitungsplan habe ich eben beim Suchen auf der Homepage auch nicht gefunden. Ich bin also einfach in die nächste Bahn eingestiegen und hab mich überraschen lassen, wo sie hinfährt. Nach ner kleinen Rundfahrt durch Karlsruhe, hat die mich auch tatsächlich dahin gebracht, wo ich hinwollte.
Nachts wollte ich dann irgendwann nach Hause, hatte aber keine Bahnabfahrtszeiten im Kopf und an der Haltestelle hingen auch wieder keine Umleitungspläne. So bat ich die Partygastgeber mir ihr Internet zur Verfügung zu stellen. Die Homepage der Bahn teilte mir mit, dass die nächste Bahn zu mir nach Hause erst in einer Stunde führe. Das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, da mindestend 3 der Linien am Wochenende nachts durchfahren. Da kann es gar nicht passieren, dass eine Stunde lang keine Bahn kommt. Ich hab’ dann versucht andere Zielhaltestellen einzugeben, aber bekam immer das gleiche Ergebnis. Dann habe ich stattdessen die Fahrplanauskunft der KVV-Homepage bemüht. Die gab mir Ähnliches aus. Irgendwann habe ich dann die Funktion gefunden, die mir alle Bahnen anzeigt, die an einer bestimmten Haltestelle abfahren. Und da fuhr die nächste Bahn schon 15 Minuten später und nicht erst in einer Stunde. Aber auch hier wusste ich nicht, welche Strecke die Bahn nimmt. Glücklicherweise war es eine, die mich fast nach Hause brachte. Gewundert habe ich mich aber schon. Normalerweise sind die Informationen bei der KVV immer sehr gut und normalerweise hängen auch überall Umleitungspläne oder es stehen Service-Mitarbeiter rum, die einem helfen. Wo waren die nur? War die Baustelle so spontan, dass es zum Pläne drucken nicht mehr gelangt hat?
Dienstag, 12. Mai, 2009
Birthday, isnochys. Schon wieder ein Jahr älter. Wie die Zeit vergeht…
Feier schön und wild
Samstag, 25. April, 2009
Irgendwie ist das mit dem Mutterschutz gar nicht so schlecht, wie ich gedacht hatte. Vor allem weil ich es tatsächlich geschafft habe, meine Doktorarbeit soweit fertig zu machen, dass ich jetzt erstmal auf die Zuarbeit anderer warten muss. Ich hab ausnahmsweise mal keine Arbeit im Nacken sitzen und kann einfach ausschlafen und machen, wozu ich gerade Lust habe.
Gestern abend war das eine SingStar-Party. Gespielt haben wir allerdings Ultrastar, weil’s nichts kostet und die Songauswahl größer ist. Damit wir richtig Krach machen können, fand das ganze in einem Proberaum statt. Mit Beamer. Das hatte echt was. D. ist auch mitgekommen, hat aber groß angekündigt, er wird nur Bier trinken und uns auslachen. Ich erinnere mich, dass ich das auch vorhatte, bevor ich das erste Mal Singstar gespielt habe. Und so hatte er dann plötzlich doch ein Mikro in der Hand und hat gesungen. Und zwar richtig gut. Beinahe jedes Lied hat er gewonnen. Nur bei Matthias Reim konnte ich mich knapp gegen ihn durchsetzen. Alles andere (z.B. No Doubt, 30 Seconds to Mars, The Killers, Evanescence, …) hat er für sich entschieden. Allerdings will ich da auf jeden Fall ne Revanche, wenn ich mal kein Baby mehr im Bauch habe. Das hat mir nämlich etwas den Atem genommen. Da hat die Luft kaum für eine Zeile gereicht. Und die Stützfunktion des Zwerchfells, die gibt’s quasi auch nicht mehr.
Zum Thema Baby im Bauch konnte ich auch noch eine Freundin im Club willkommen heißen. Noch am Anfang und in der Übelkeitsphase. Lustigerweise habe ich gerade gestern morgen zu D. gesagt, dass ich mich gar nicht mehr erinnern kann, wie es war, als mir ständig schlecht war in den ersten 14 Wochen. Also ich kann mich erinnern, dass mir schlecht war, aber wie ich gelitten habe, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Da hat die Natur schon tolle Verdrängungsmechanismen.
Heute nachmittag geht dann das Partywochenende weiter. Der 40. eines Freundes wird gefeiert. Dafür hat er zum Wandern und Essen geladen. Das Wandern muss ich leider ausfallen lassen. Weiß nicht, wie groß die Augen der Hebamme geworden wären, wenn ich ihr erzählt hätte, ich möchte gerne 5 1/2 Wochen vorm Entbindungstermin noch eine 12 km Wanderung machen. Also bringt mich die S-Bahn später in die Kneipe zum Einkehren. Morgen früh ist dann noch Brunch.
Also, wenn der Mutterschutz so weitergeht, dann kann ich das noch ne Weile aushalten
Donnerstag, 23. Oktober, 2008
Es gibt Menschen, die sind nicht wie die anderen, die haben Stimmungschwankungen, die über einer normales Maß weit hinausgehen. So einen Freund haben wir. Schon lange, bevor jemand den Symptomen einen Namen geben wollte, war es deutlich zu sehen. Überhöhtes Selbstwertgefühl und Rededrang, Zerstreutheit und sexuelle Indiskretion, zur Genüge haben wir es erfahren. Nachdem es das erste mal steil bergab ging und anschließend in kleinen Schritten wieder bergauf, schien diesen Sommer endlich alles gut zu werden. Er nahm sein Leben in die Hand, völlig ohne manische Symptome, einfach so, Schritt für Schritt in die Selbständigkeit. Normale Gespräche, kein hysterisches Gegacker, kein Rumgeblöke. Dann mit an zu schauen, wie es doch wieder nach unten geht, wie er schlittert und stolpert, bricht einem das Herz. Er spricht darüber wie es ihm geht, wir versuchen bei ihm zu sein, versuchen mit Worten und Ratschlägen erst ein Seil, dann einen Fallschirm zu bauen, um seinen Sturz zu verhindern. Und er fällt dennoch. Wir stehen oben, sehen zu und versuchen ein Fallkissen aus “Wir sind da!”-Bekundungen zu formen. Doch auch das scheint zu klein und er fällt daneben. So hart, dass es fast zu spät zum wiederaufstehen ist. Jetzt ist er da unten und versucht erneut nach oben zu klettern. Unsere Hände sind da, manche greift er, andere nicht. Es ist sein Weg nach oben. Wir stehen da und hoffen, dass er ihn bewältigt, wohlwissend, dass der Rückweg nach unten weiter offen steht, dass der nächste Fall vielleicht der letzte sein wird.
Sonntag, 17. August, 2008
Da ja an unserem Küchenchaos heute eh nichts geändert werden konnte, war ich stattdessen erstmal schwimmen und danach auch noch Radfahren. Wir haben die Tour de Vogel gemacht. Eigentlich hatten wir das letzte Woche schon ausgemacht, aber ich hatte es wieder vergessen. Gestern im Stadion haben wir’s dann festgemacht. Die Tour de Vogel funktioniert folgendermaßen: Man trinkt ein Bier im Vogelbräu und begibt sich anschließend zu einem der anderen beiden Vogelbräus, danach dann zum dritten. Im dritten Vogelbräu gibt’s dann ein Freibier. Wir starteten in Karlsruhe, fuhren dann entlang der Alb und durch die Felder nach Ettlingen. Statt dem direkten Weg nach Durlach zu nehmen, machten wir noch eine kleine Irrfahrt durch den Oberwald, weil wir gerne die Tiere im Tierpark Oberwald sehen wollten. Irgendwie sind wir da dann aber dran vorbeigefahren ohne sie zu sehen oder doch zu früh wieder nach Durlach abgebogen, wo wir dann unser verdientes Freibier getrunken haben. Jetzt bin ich doch ganz schön platt nach 2 km Schwimmen und 26 km Radfahren. Aber lustig war’s und der Sommer hat sogar ein bisschen gezeigt, wie er sein könnte. Seit ich zuhause bin, friere ich nur noch (und hab schon nen Pulli angezogen).
Montag, 4. August, 2008
Hier war’s ruhig, ich war weg. Ich war in Lö die Frau aus Lö besuchen. Sie hatte mich als Geburtstagsgeschenk eingeladen. Und so machte ich mich am Freitag mit dem Zug auf den Weg. Nach der Wohnungsbesichtigung inklusive Marmorbad und Spiegelsaal gingen wir los zum Essen. Ich finde wir haben doch relativ schnell das gefunden, wo wir hinwollten. Jedenfalls schneller als die Kellnerin im Anschluss unseren Tisch. Es gab Känguru. Das war lecker, aber irgendwie taten sie mir leid, die goldigen Kängurus. Ja ich weiß, Lämmchen sind auch süß, aber die schmecken mir gar nicht. Und außerdem sind Kängurus manchmal auch echt böse. Nach dem Känguru gab’s noch Caipirossa. Übrigens gab’s in dem Restaurant bestimmt 10 Sorten Cachaca, was mich wieder daran erinnerte, dass neulich auf einer Party jemand fragte, ob man den Caipirinha auch mit Cachaca machen könnte statt mit Pitu. (Ist irgendwie als wenn jemand fragt, ob man sich die Nase auch mit einem Papiertaschentuch putzen könnte, statt mit einem Tempo.) Jedenfalls hat mich die Cachaca-Auswahl beeindruckt, aber probiert hab’ ich dann keinen außer dem, der im Caipirossa war (ich nehme an, das war der billigste). Den teuren verkaufen die bestimmt nicht als Caipirinha. Das ist dann, wie wenn man im Irish Pub den teuersten Whiskey mit Cola bestellt. Und auf Cachaca pur hatte ich dann nicht so Lust. Als dann die Bürgersteige hochgeklappt wurden, was in Lö sehr früh ist, machten wir uns auf den Heimweg. Vorm Schlafengehen gab’s dann noch erschreckende Enthüllungen bezüglich des Männergeschmacks der Frau aus Lö, die ich hier nicht weiter ausführen darf, die aber für mich zu einer Nacht voll wirrer Träume führten. Andererseits hatten wir ja noch nie (bis auf ein paar Ausnahmen) den gleichen Männergeschmack.
Am Samstag ging’s gleich nach dem Aufstehen in die Schweiz. Frühstücken in Basel, obwohl’s dann eher schon mittag war. Wir haben alle wichtigen Sehenswürdigkeiten im Vorbeigehen mitgenommen, wie wir hinterher festgestellt haben, und landeten am Ende glücklich mit Ovomaltine-Brotaufstrich (eigentlich ist es das einzige Ovomaltine-Produkt, was wirklich lecker ist, und auch das einzige, was es in Deutschland nicht gibt) und Eis am Rhein. Das Eis hatte die Frau aus Lö einem Mitarbeiter der noch geschlossenen Bar abgeschwatzt. Und der Rhein war toll. Besonders toll ist, dass man in Basel im Rhein schwimmen kann. Und dann kommen zischen den Schiffen immer mal wieder Schwimmer vorbei. Die Klamotten haben sie in wasserdichten Beuteln (Fischen) dabei. Sowas hätte ich auch gern. Einfach irgendwo rein in den Rhein und irgendwo anders wieder raus. “Kommst Du mit dem Auto?”-”Nö, ich spring in den Rhein!”. Herrlich wäre das. Und wirklich anstrengend sah das Schwimmen auch nicht aus. Das war eher ein Treibenlassen.
Am Abend ging’s dann auf die Burg Rötteln. Da wurde uns “Peer Gynt” dargeboten. Ich hatte mich vorher kein bisschen informiert, weil ich es manchmal ganz nett finde, völlig unvoreingenommen etwas anzuschauen. Irgendwie hab’ ich dann auch den Schluss nicht so ganz verstanden. Wie sich dann aber rausstellte, die anderen auch nicht. Lag also nicht an mir. Ist aber wirklich eine tolle Kulisse fürs Theater. Und der kleine Regenguss zwischendrin war auch ganz spassig. Wie alle Leute panisch ihre Plastikfolien ausgekramt haben. Auch lustig war, dass auf unseren Plätzen schon jemand saß. Die haben dann, völlig überzeugt davon im Recht zu sein, mit ihren Karten gewedelt. Allerdings waren das Karten von einer ganz anderen Veranstaltung. Nach dem Theater habe ich noch das lokale Bier, dass einen schlechten Ruf genießt, probiert. War aber gar nicht so schlecht.
Am Sonntag haben wir uns dann noch auf den Weg nach Augst gemacht. Da gibt’s nämlich eine alte römische Siedlung, die Augusta Raurica. Vor drei Jahren war ich da schon mal auf Exkursion. Allerdings wurde uns da hauptsächlich was über Mörtel, Beton, Denkmalschutz und Hochdruckreiniger erzählt. Da war das gestern schon viel netter. Wir sind eine Runde durch die Ruinen gelaufen, haben Wollschweine und Pfauen gesehen und den Sommer genossen. Endlich mal ein Sommertag, war das, richtig schön heiß, zirpende Grillen, wie früher. Zum Abschluss wollten wir dann noch einen Sonntagskuchen verdrücken. Aber sowas gibt’s da unten im Dreiländereck nicht. Die Frau aus Lö ist schon ganz auf Entzug. Wie das eben so ist, was man nicht haben kann, will man dann unbedingt. Dafür gab’s dann Eis und Tiramisu. Für Eis bin ich immer zu haben.
Am Abend machte ich mich auf den Heimweg. In Freiburg bin ich noch für eine Stunde ausgestiegen um eine Freundin zu treffen und war dann gegen 22 Uhr zurück in KA, wo ich gleich Teil der Jury eines Lasagne-Contests wurde, aber das ist eine andere Geschichte.
Schön war’s in Lö. Danke liebe Frau aus Lö. Und unweigerlich stellt sich die Frage, warum ich’s eigentlich nicht viel früher geschafft habe, mal vorbeizukommen.
Mittwoch, 30. Juli, 2008
Der Frood hat heute Geburtstag. Dazu sei ihm herzlich, wenn auch spät, gratuliert. Ich hoffe es wird ordentlich gefeiert. Ich kann mich da an einige rauschende Feste erinnern. Verkleidet mit “Cousine Stefanie”, mit vegetarischem Wurstschnappen und Eierlaufen mit vor Wut in die Brombeeren geschleudertem Löffel, der erst Jahre später wieder auftauchte.
Es geht doch nichts über eine behütete Kindheit.
Montag, 30. Juni, 2008
Ein langes Wochenende, geprägt von Feierlichkeiten, ging gestern abend zu Ende. Ich hatte große Pläne, was Arbeit und Blogumzug betrifft, und geschafft habe ich nichts. Am Freitag war erstmal Wohnung aufräumen, einkaufen und Kuchen backen angesagt. Abends sollte gefeiert werden. Der erste Gast kam bereits nachmittags zum Kaffee und Obstsalat machen und warf uns in unserer Planung etwas zurück. Machte aber nichts, Hauptsache das Bier war kalt. Und dafür haben 24 kg Crushed Ice in der Badewanne gesorgt. Bei unserer vorletzten Party (im September) hatten erstaunlicherweise 8 kg Eis ausgereicht. Da war’s dieses Mal wohl doch ein bisschen wärmer.
Dann kamen die Gäste und es wurde gefeiert. Ich möchte hier nur kurz die Highlights zusammen fassen.
Überraschend: Ich hatte einen alten Schulkamerad eingeladen, der zufällig auch nur fünf Häuser weiter wohnt. Der kannte erstaunlicherweise Freunde von mir und zwar von einer Überraschungsparty eines anderen gemeinsamen Freundes. Die spielen zusammen im Musikverein. Tja, die Welt ist klein.
Lustig: Zum Lachen war, wie T. sein Essen auf unser helles Sofa hat fallen lassen und sich dann unglaublich geschämt und entschuldigt hat. D. hat alles wieder weggeputzt. War doch extra pflegeleicht, das Sofa, und nichts blieb zurück. Lustiger noch war allerdings, wie D. später sein Essen (das letzte, was überhaupt noch da war) im Flur fallenließ. Auf dem heruntergefallenen Essen lagen nämlich zwei Pappteller und drei Gabeln. Niemand weiß warum D. (also er weiß es auch nicht) gleich drei Gabeln zum essen braucht.
Unglaublich: Unglaublich war, was ich geschenkt bekommen habe. Kennt ihr das Plüschporzellan von KAHLA? Also da steh ich ja drauf und hab auch in den letzten Jahren schon ein paar Sachen geschenkt bekommen. Da kann man jetzt wohl Geschirr personalisieren lassen. Ich bekam einen Becher, wo im roten Plüsch der Name meines neuen Blogs zu lesen war. Das ist von dem her erstaunlich, weil ich meine Domain erst am 16.6. bestellt habe und bis Freitag außer mir nur 3 Leute den Name bereits kannten. Jetzt wissen ihn fast alle, die auf der Party waren, weil ja alle wissen wollten, was es mit der Inschrift auf sich hat.
Erschreckend: Das hatte ich ja schon gebloggt (übrigens habe ich unglaublich lang für das kurze Posting gebraucht. Es kam mir vor, als hätte jemand die Tasten wild gemixt), aber H. hat nachts noch eine Delle in unsere Tür gehauen. Warum, weiß niemand so genau. Er wollte gehen, hatte aber angekündigt erst zu gehen, wenn er dicht sei. Daran erinnerte ich ihn. Er meinte dann, er sei total dicht. “Schau!” sagte er und boxte gegen die Tür. Ich war fassungslos und er dann schnell weg. Hoffentlich war er nicht so dicht, dass er vergessen hat, dass er die Tür bezahlen wollte.
Insgesamt war’s schön. Ich hab mich gefreut, dass so viele Leute da waren, hab’ tolle Sachen geschenkt bekommen, das Essen war lecker und am Ende alle und das Bier war kalt bis zum Schluß. Da stellt sich nur die Frage: wann machen wir die nächste Party?
Am nächsten morgen musste ich relativ früh raus und einer Trauung beiwohnen. Schön war’s. Dann kamen meine Eltern um mich und mein Schwesterchen zu sehen und uns auf ein Eis einzuladen. Das war auch schön, aber irgendwie musste ich doch aufpassen, dass ich beim Filmschauen abends nicht einschlafe. Sonntag durfte ich dann ausschlafen, war mit meinem Schwesterchen schwimmen und dann zum Grillen und Vorglühen in der Oststadt. Fußball gab’s im Titanic, aber das war ja nicht wirklich ansehnlich. Gegen Mitternacht fiel ich platt ins Bett. Und schon war das Wochenende wieder rum. Blöderweise habe ich alles vergessen, z.B. dass ich heute einen Praktikant bekomme. Dem habe ich jetzt erstmal was zu lesen gegeben und hoffe dass er langsam liest…
Donnerstag, 19. Juni, 2008
Vieles hat sich geändert in den Zeiten der modernen Kommunikation. Ich telefoniere zum Beispiel nur noch sehr selten. Auch aus dem Grund, weil man manchmal nur kurz was fragen will und dann ne Stunde später immernoch am Hörer hängt. Da schreibt man lieber mal kurz ne sms oder ne email. Oder noch besser, ich schreib was über icq. Da kriegt ich sofort Antwort, kann aber bequem nebenher zig andere Sachen machen oder die blinkenden Nachrichten einfach ignorieren.
Was aber tatsächlich ein Nachteil im Zeitalter der Handys ist, ist dass man sich nicht mehr einfach verabredet, sondern grob was ausmacht, um dann kurz vorher noch mal Genaueres telefonisch abzusprechen. Früher haben wir eine Uhrzeit und einen Treffpunkt ausgemacht und mit maximal 15 Minuten Verspätung waren dann alle da. Wer wartet denn heute noch 15 Minuten ohne den obligatorischen “Kommst Du noch?”-Anruf? Dass sowas auch schief gehen kann, habe ich gestern festgestellt. Ich war mit einem Freund verabredet (mit dem Triathlet). Grob war halb neun (also 20:30 Uhr) ausgemacht, aber er wollte sich noch mal melden, weil er nicht so genau wusste wann er bei der Arbeit rauskommt. Nun hat der gute Junge eine neue Handynummer gehabt, die er mir mal gemailt hatte. Ich hatte ihm meine auch gemailt, weil er die nicht mehr hatte. Um halb neun saß ich dann zuhause und wartete auf den Anruf. Um kurz nach halb hab’ ich mich dann mal auf den Weg gemacht. Der Treffpunkt war bei mir um die Ecke und er nicht da. Also Zeit für den obligatorischen “Bist Du schon da?”-Anruf. Tja, war aber nix. “Die von Ihnen gewählte Rufnummer ist nicht vergeben.” Also machte ich mich auf den Heimweg, um in meinen mails zu schauen, ob ich vielleicht die Nummer falsch eingespeichert habe. Hatte ich aber nicht. Dann habe ich gleich auch noch überprüft ob ich ihm meine Nummer richtig geschickt hatte. Hatte ich. Mh, jemand, der seine eigene Handynummer falsch verschickt, der schafft’s bestimmt auch eine korrekte Nummer falsch einzuspeichern. Und so manifestierte sich vor meinem inneren das grauenhafte Szenario: beide haben die falsche Nummer, inzwischen ist es fünf vor neun und er schon lange nach Hause gefahren, wenn ich jetzt zurücklaufe. Leichte Panikgefühle machten sich breit. Aber dann wurde mir klar, dass es früher auch möglich war, sich ohne Handy zu treffen. Also ging ich zurück zum Treffpunkt und da stand er. Er war zu spät gekommen und hatte noch eine Bekannte getroffen, musste also nicht untätig warten. Gleich nach dem Hinsetzen sage ich: “Ich hab angerufen. Ich hab die falsche Nummer.” Daraufhin fing er nur an zu lachen. “Du auch? Ich auch!” Meine Befürchtungen waren also bestätigt und doch entkräftet. Hat doch auch ohne Handy geklappt. Einfach so. Wie früher. Man macht nen Treffpunkt aus und wartet einfach. Die Handynummern haben wir dann aber trotzdem noch korrigiert.