Donnerstag, 29. Juli, 2010
Kachelmann ist also ein Wettermoderator. Das sagt zumindest das Internet. moderare heißt (laut wikipedia, ich hatte ja nie Latein) mäßigen, steuern, lenken. Soll das also heißen, der Kachelmann macht nicht nur die Ansage der Wettervorhersage, sondern er lenkt das Wetter? Na dann weiß ich ja jetzt, bei wem ich mich über den Regen beschweren kann.
Montag, 19. Juli, 2010
Wenn man in den Medien einen Bericht zu einem Thema mit dem man sich zufällig auskennt sieht oder liest, stellt man oft fest, dass einiges nur halbrichtig bis hin zu grottenfalsch dargestellt wird. So ging es mir letzten Donnerstag bei einem Kontraste-Beitrag über Atomkraft. Es geht um den Betrieb von vier Siedewasserreaktoren in Deutschland. Ein baugleicher Reaktor in Österreich wurde nie in Betrieb genommen. Im Beitrag wird suggeriert, dies wäre aufgrund von Sicherheitsmängeln der Fall gewesen. Tatsächlich wurde die Inbetriebnahme durch einen Volksentscheid verhindert, der, wenn man wikipedia glauben darf, mehr von der politischen Situation im Land als von Sicherheitsbedenken beeinflusst war. Der Bericht bedient sich Bildzeitungsterminologie, spricht von Billigreaktoren, was ich für einen serösen Beitrag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht angebracht finde. Prof. Kromp von der Universität Wien, den ich nicht kenne und über dessen Kompetenzen ich mir deshalb kein Urteil erlauben mag, erläutert einen möglichen Störfall eines Siedewasserreaktors, der, träte er so auf, zum Super-GAU führen würde. Es geht dabei um eine Schweißverbindung, die am unteren Ende des Reaktordruckbehälter sitzt. Im Reaktordruckbehälter befinden sich die Brennstäbe, dass die Sicherheit des Behälters gewährleistet sein muss, steht also außer Frage. Die regelmäßigen Überprüfungen werden vom TÜV durchgeführt. Der Bericht geht nun auf die Verflechtungen der TÜV Süd AG mit den Betreibern der Kraftwerke ein und unterstellt unterschwellig der TÜV würde die Prüfungen nicht sorgfältig genug durchführen, bzw. Mängel verschweigen, da er ja sein Geld mit der Überwachung der Kraftwerke verdient und demzufolge kein Interesse am Abschalten eines Kraftwerks hat. Ich weiß nicht inwieweit der TÜV von den Betreibern beeinflusst wird, ich bin aber sicher, dass auch der TÜV kein Interesse an einem GAU hat und deshalb gehe ich nicht davon aus, dass sicherheitsrelevante Mängel verschwiegen werden. Außerdem kriegt die zuständige Behörde alle Daten und auch die Prüfberichte des TÜV vorgelegt. Eine Mauschelei zwischen TÜV und Betreiber ist hier also schwierig. Dass das Umweltministerium sich einen TÜV-Mitarbeiter zum Interview mitnimmt, stellt der Beitrag als Bevormundung dar. Man muss aber dazu sagen, dass die Prüfung von sicherheitrelevanten Bereichen im Kernkraftwerk nun nicht so trivial ist, dass sich jeder Pressemitarbeiter des Umweltministeriums damit auskennt. Warum soll er also nicht jemand mitnehmen, der sich damit auskennt? Dass das Interview abgebrochen wurde, zeigt lediglich die Medienunerfahrenheit der Interviewten. Wie wenig einfach die Schweißnahtprüfung ist, zeigt sich dann zum Ende des Berichtes. Zumindest so kompliziert, dass sich keiner der drei Autoren die Mühe gemacht hat, sich damit auseinanderzusetzen. Es wird darauf hingewiesen, dass der TÜV die Schweißnaht nur alle vier Jahre und auch nur von außen prüft. Ja, das ist so. Die Prüfung erfolgt allerdings genau nach dem Regelwerk des Kerntechnischen Ausschusses (KTA), der sich je zu gleichen Teilen aus Betreibern, Herstellern, Behörden, Gutachtern (und es gibt noch andere als den TÜV) und sonstigen zusammensetzt. Es ist also keineswegs eine Entscheidung des TÜV, die Prüfungen alle vier Jahre durchzuführen, sondern eine gemeinsame Entscheidung aller Mitglieder des KTA. Wie die Schweißnahtprüfung vorzunehmen ist, kann außerdem jeder auf der Homepage des KTA im Regelwerk nachlesen. Eine Schweißnaht von außen mit Ultraschall zu prüfen erlaubt eine 100%ige Prüfung der Naht. Es ist in der Regel nicht notwenig zusätzlich von innen zu prüfen, was im Beitrag gesagt wurde. Genau aus diesem Grund verwendet man Ultraschallverfahren in kerntechnischen Anlagen.
Man kann ja zur Kernenergie stehen wie man will. Ich bin selbst kein Befürworter der Laufzeitverlängerungen. Trotzdem mag ich solche mediale Panikmache nicht. Eine aufgebauschte Geschichte, ohne viel Detailwissen, nichts anderes war der Beitrag. Dabei gibt es zum Thema Kernenergie genug andere Themen, die diskussionswürdig sind, z.B. die Endlagerung, unser Müll in Russland und der Uranabbau in Australien. Auch wundert man sich, dass hier quasi über nichts berichtet wird, die Medien sich 2001, als wir nur knapp am GAU vorbeischrammten, weitestgehend (vom Spiegel abgesehen) nicht darum gekümmnert haben. Die in diesem Beitrag genannte Schweißnaht hatte mit dem Störfall in Brunsbüttel übrigens nichts zu tun.
Montag, 21. Juni, 2010
Also normalerweise schrei ich ja nicht rum ” Und sowas von unseren Gebühren?!”. Schon gar nicht, seit wir (inzwischen seit über 6 Monaten) ausschließlich öffentlich rechtlich schauen. Manchmal kommen da sogar ganz gute Filme. Neulich kamen Matchpoint und Die Schwester der Königin. Auch auf unbekanntere Filme stößt man manchmal. Michael Hanekes Caché haben wir da eines abends gesehen. Alisa das Meermädchen war auch so ein Film, den wir sonst wahrscheinlich nie gesehen hätten. Man kann also durchaus zufrieden sein mit dem öffentlich rechtlichen Fernsehen.
Im Moment nimmt allerdings die Qualität rapide ab. Wie ihr wisst, ist ja gerade WM. Es kommt also ständig Fussball. Ist ja auch nett, dass man sich die Spiele (fast) alle anschauen kann, aber diese ständige Vor- und Nachberichterstattung geht mir doch gehörig auf den Geist. Seit letzten Freitag im Morgenmagazin über das Frühstück der deutschen Nationalmannschaft philosophiert wurde, läuft das Morgenmagazin ohne mich. Da ging es darum, dass die Mannschaft vor dem Spiel noch bruncht. Da haben sie mal nachgeschaut, was denn dieses “Brunch” wohl ist und sie kamen zu dem Schluss, dass man da zum Frühstück schon Mittagessen isst. Also morgens um neun Nudeln mit Soße. Da musste dann natürlich drüber geredet werden, ob das wohl so die perfekte Grundlage vorm Spiel sei, Nudeln zum Frühstück. Was soll man dazu noch sagen?
Damit die stundenlangen Analysen vor und nach den Spielen nicht ganz so langweilig sind, bedient man sich da verschiedener Experten. Ist ja schön und gut, aber warum um Himmels Willen ist Franziska van Almsick mit dabei in Südafrika? Einfach weil sie auch Fussball spielt mal ihr Geld mit Sport verdient hat? Können die mich dann nächstes Mal auch mitnehmen? Ich hab auch schon mal, äh, die Tour de France geschaut. Reicht das?
Aber der absolute Tiefpunkt ist dann immer bei Waldis WM-Club erreicht. Da sitzen dann in fröhlicher Runde lauter unlustige Leute und versuchen Witze über den Spieltag zu reißen. Und am allerschlimmsten ist Matze Knop. Der verkleidet sich dann immer als irgendein Fussballprominenter und imitiert den. Ohne Einblendung kann man den Prominenten meistens nicht mal erkennen und die Imitation ist schlechter als die Otto-Imitationen unseres ehemaligen Nachbarsjungen. Aber Matze Knop kann ich eh nicht leiden. Der arbeitet für Bild.de, muss man noch mehr sagen? Nein, aber man kann. Bei der Show “Frag doch mal die Maus”, die vor ein paar Monaten lief, hat er doch tatsächlich gemeint, eine Luftmatratze müsste leichter sein als ein Stück Zucker, weil ein Stück Zucker ja nicht schwimmt. Ich konnte wirklich nicht erkennen ob das ein Witz war oder ob er das ernst meinte. Ich fürchte ja, er weiß wirklich nicht, warum ein Stück Zucker untergeht, eine Luftmatratze aber schwimmt, obwohl sie soviel wiegt wie eine Tafel Schokolade. Mittelstufenphysik scheint bei der ARD kein Einstellungskriterium zu sein. Da muss dann auch ich mal schimpfen “Und sowas von unseren Gebühren!?!“
Montag, 14. Juni, 2010
Ich habe früher gerne Serien geschaut. Alles mögliche. Ich glaube ich kenne fast alles, was so in den 90ern im Fernsehen lief. Da konnte man dann schon früh Schauspieler kennen lernen, die später mit anderen Serien oder in Kinofilmen bekannt wurden. Zum Beispiel hab ich schon mit 13 Leonardo diCaprio bei “Unser lautes Heim” (Growing Pains) angehimmelt und mir damals (auch) wegen ihm Gilbert Grape angeschaut. Allerdings ist es oft so, dass man die Schauspieler später schwer von ihren Serienrollen trennen kann. Da fällt einem dann immer diese erste Rolle wieder ein, wenn man sie sieht. Katie Holmes ist für mich immernoch Joey Potter aus Dawson’s Creek. Und was macht der Pacey (auch Dawson’s Creek) eigentlich bei Fringe? Bei Matthew Fox denken wohl auch die meisten an Lost, ich denke an Party of Five. Und Abraham Benrubi bleibt einfach Larry Kubiac aus Parker Lewis. Tiffani-Amber Thiessen ist irgendwann als Valerie Malone bei “Beverly Hills, 90210” eingestiegen, aber für mich war sie weiter die Kelly aus “California High School” (Saved by the bell). Am schlimmsten ist es aber mit James Marsden. Der hat in der Serie “Tierisch viel Familie” (Second Noah) den Ricky Beckett gespielt. Die Serie ging zwar nur über zwei Staffeln und ich hab sie vor über 12 Jahren gesehen, aber trotzdem fällt sie mir sofort ein, wenn ich James Marsden sehe. Ich denke, das ist auch der Grund, warum ich mich nie für die X-Men Filme begeistern konnte. Da saß ich im Kino und dachte “Cyclops, was ein Mist. Das ist doch Ricky Beckett!”. (Noch dazu bin ich fast wahnsinnig geworden, weil mir nicht einfallen wollte, aus welchem Film ich Anna Paquin kannte. War natürlich “Das Piano”.) .
Wenn ich mir das so durchlese, glaube ich, ich habe die 90er Jahre komplett vor dem Fernseher verbracht. Und mir würden da noch ein Haufen anderer Serien einfallen. Wenn ich mal in Rente bin, da schau ich die mir alle nochmal auf DVD (oder dem Medium, auf dem man dann Filme speichert) an
Sonntag, 30. Mai, 2010
Ich hab die letzten Jahre immer mal wieder den Eurovision Song Contest angeschaut. Meistens dann, wenn Probenwochenende hatten und es nach der Probe im Fernsehen lief. Dieses Jahr haben wir es dann mit voller Absicht angeschaut. Von den Castings im Vorfeld habe ich nichts mitbekommen, nur am Ende den Song gehört. Da habe ich gleich gesagt, ich glaube Deutschland blamiert sich dieses Jahr nicht so wie sonst. Deshalb fand ich das ganz spannend. Und es hat tatsächlich Spaß gemacht die Show anzuschauen. Lenas Auftritt habe ich leider verpasst, weil ich grade den Schnuller im Babybett suchen musste, aber es war ja wohl ganz ordentlich. Sogar angerufen habe ich. Für die Türkei. Das fand ich nämlich gut und die sind auch verdient Zweite geworden. Die Ukraine fand ich auch ganz gut. Einige der anderen Platzierungen konnte ich nicht so richtig nachvollziehen. Zum Beispiel fand ich die Dänen furchtbar. Der Kommentator hat immer was von den dänischen Roxette erzählt. Wahrscheinlich hat’s mir deshalb nicht gefallen. Roxette war noch nie so mein Ding. Den letzten Platz für England konnte ich auch nicht so nachvollziehen. Meiner Meinung nach waren da einige deutlich schlechter, z.B. Serbien, Russland, Weißrussland, Israel, Belgien, Armenien. Rumänien hätte ich auch nicht auf Platz 3 gesetzt. Naja, sieht so aus, als hätte ich keinen gesamteuropäischen Musikgeschmack. Es hat Spaß gemacht die Show anzuschauen. Da ist man ja gar nicht mehr dran gewöhnt sich eine Samstagabendshow anzuschauen, die nicht von unzähligen Werbepausen und blödem Gelaber in die Länge gezogen wird.
Freitag, 2. April, 2010
Wer was über Sonne, Wolken und Klima sehen möchte, sollte morgen vormittag Arte einschalten:
03.04.10 10:40 Das Geheimnis der Wolken
Schon seltsam, dass es für viele so unvorstellbar ist, dass wir nicht für alles verantwortlich sind.
Donnerstag, 24. Dezember, 2009
Man glaubt es kaum. Wir sind ohne Fernsehen. Wir hatten uns gegen Kabelfernsehen entschieden und jetzt bekommen wir nicht mal ARD, ZDF und SWR. Einfach nur Ameisenkrieg. Jetzt können wir uns überlegen, ob wir ohne Fernsehen bleiben, doch wieder für die schlechten Privatsender bezahlen oder es mal mit DVB-T probieren. Da könnten wir dann sogar Passion empfangen. Ein Sender nur für Soaps und Telenovelas. Gruselig, oder?
Freitag, 11. Dezember, 2009
Hat noch jemand gerade Popstars gesehen? (Also ich hab ja eigentlich Frauentausch gesehen (zwar eine Wiederholung, aber ein echtes Highlight), aber da gibt’s ja schließlich auch Werbepausen). Das war ja mal unglaublich scheiße. Da krächzen zwei Paar junge Mädels und kleine Jungs ganz herzerweichend falsch und werden von der Jury, ganz wie es sich für die Miniplaybackshow gehört, in den Himmel gelobt. (Leider hat niemand das Ballett gelobt). Und ich frage mich, ob die gerade die gleiche “Performance” gesehen haben wie ich. Die ganze Erbärmlichkeit der Auftritte wird noch deutlicher, als dann Rihanna auftritt, die tatsächlich singen kann. Gewonnen hat jetzt der Teenie-Schwarm (ja, da lässt sich noch Kohle verdienen mit dem Taschengeld der Kleinen) und die Blonde ohne jeglichen Wiedererkennungswert. Meine Prognose: wird schnell wieder vergessen sein dieses Duo. Achja, nur weil eine Notarin den Umschlag mit dem Ergebnis bringt, soll das dann alles mit rechten Dingen zugegangen sein und was mit den Telefonabstimmungen zu tun haben? Schließlich hat nie jemand gesagt, dass die Meinung der Zuschauer am Ende auch den Sieger bestimmt, oder?
Samstag, 4. Juli, 2009
Da schaue ich mal wieder fernsehen, nachdem mein Fernsehkonsum sich doch drastisch reduziert hat und was muss ich da sehen? Sommermädchen auf Pro7. Also im Ernst, wer hat sich denn den Mist ausgedacht? 16 Mädchen in Bikinis machen sich im Schwimmbad zum Affen. Rutschen um die Wette und wickeln sich dafür in Frischhaltefolie oder ölen sich komplett ein. Das ist doch Fernsehen nur für Männer, oder? Halbnackte eingeölte Mädchen. Am besten schaut man das gleich ohne Ton.
Samstag, 21. März, 2009
Neulich ist mir klar geworden, warum ich Mario Barth so hasse. Grundsätzlich stehe ich sowieso nicht so auf die heute populäre Comedy, wo es hauptsächlich um das Breittreten von Klischees geht. Aber Mario Barth sticht da besonders negativ raus. Es gibt einige Leute, die zwar ähnlich über Comedy im Allgemeinen denken, mir dabei aber nicht zustimmen. Und neulich wurde es mir dann eben schlagartig klar. Ich hasse, dass Mario Barth alle diese typischen Frauenklischees ausbreitet. Dadurch, dass alle Welt darüber lacht, macht er es nämlich gewissermaßen gesellschaftsfähig. Und das führt dann dazu, dass Menschen denken, es sei ok, wenn man nach Klischees lebt. Ist es aber nicht. Frauen, die wie ich in männerdominierten Berufen arbeiten, sind da fast immer meiner Meinung. Wenn man täglich bewusst oder unbewusst gegen alle Klischees ankämpft, ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn jemand Witze darüber macht, wie Frauen sind. Welche Frauen denn bitte? Die, die jetzt glauben es sei ok nicht einparken zu können? Die EU, unser Staat und die Länder, nehmen jedes Jahr Geld in die Hand um die Klischees auszuräumen, um neue Rollenbilder in den Köpfen zu formen und dann kommt da einer daher, der sich besonders lustig findet und macht innerhalb von 10 Minuten, die Arbeit von Monaten zunichte. Und die Leute lachen drüber. Wie lange braucht man hinterher wieder um jungen Mädchen zu erklären, dass es ok ist, wenn man Mathe mag oder einparken kann. Wie leicht neigen die doch dazu, zu denken, Mario Barth hätte Ahnung wovon er redet. So, deswegen hasse ich Mario Barth. Noch dazu ist er nicht mal besonders nett, wenn man der Titanic glauben darf, die in einer der letzten Ausgaben beschrieb, wie er einen jungen Fan bei der Frage nach einem Autogramm in der Öffentlichkeit blöd angemacht und ausgelacht hat. Und deshalb sollte man dem Kerl niemals Geld in den Rachen werfen!