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Ich muss ja sagen, dass mir die Muttertagswünsche auf twitter ziemlich egal waren. Da wurden eben Mißstände aufgezeigt und Wünsche geäußert. Aber dann las ich diesen Artikel dazu und jetzt muss ich doch noch was dazu schreiben. Viele der Forderungen im Artikel finde ich richtig, allerdings finde ich, dass die Muttertagswünsche der anderen zu Unrecht schlecht geredet werden. Ich hab hier mal ein paar Zitate kommentiert:

Ihr meint doch nicht wirklich, dass jemand in 20 oder 25 Stunden Teilzeit genau so tolle Häuser bauen, Prozesse führen oder regieren kann, wie jemand, der das 40, 50 oder 60 Stunden tut?

Das mit dem Regieren in Teilzeit ist vielleicht in der Tat schwierig. Bei den anderen Beispielen muss ich sagen: doch, ich glaube, dass man in Teilzeit genauso tolle Häuser bauen und Prozesse führen kann, nur eben nicht so viele. Man kann in 50 % der Arbeitszeit eben auch nur 50 % der Arbeit erledigen, aber die Qualtität muss darunter nicht leiden!

… eine Kollegen als genauso verlässlich geschätzt wird, bei der man nie so ganz genau weiß, ob sie am Montagmorgen erscheint, oder sich wegen eines kranken Kindes abmeldet. Haltet ihr es denn wirklich für zumutbar, dass dieser Frau genauso wichtige, zeitkritische und verantwortungsvolle Projekte übertragen werden, wie jemandem, der nur ein Zehntel dieser Ausfalltage hat?

Kollegen, die unzuverlässig sind, sind immer schlecht. Ich würde das aber nicht primär an Kindern fest machen. Bei uns sind die KollegInnen mit Kindern in der Regel sehr zuverlässig und vor allem sehr belastbar. Kinderlose melden sich ja auch unerwartet krank und fallen länger aus. Dass unzuverlässige MitarbeiterInnen weniger Verantwortung bekommen, ist klar. Allerdings ist es falsch, den Eltern und vor allem den Müttern gleich den „unzuverlässig“-Stempel aufzudrücken.

Und glaubt ihr denn in vollem Ernst, dass es richtig ist, jemanden, der nicht oder kaum in die Rentenkasse eingezahlt hat, später genauso viel auszuzahlen, wie jemandem, der jahrzehntelang jeden Morgen zur Arbeit gegangen ist?

Ich glaube an die Solidarität. Ja, ich finde es asozial, sowas von kinderlosen Doppelverdienern zu hören, die später eine fette Rente ausgezahlt bekommen, obwohl sie nur einen Teil des Generationenvertrags erfüllt haben. Sie haben zwar ordentlich eingezahlt, aber nicht dafür gesorgt, dass auch später noch Einzahler da sind. Selbst Familien, wo beide Eltern über weite Teile ihres Erwachsenenlebens erwerbstätig waren und eingezahlt haben, stehen im Alter finanziell schlechter da, als Kinderlose. Ich finde das „dann geh halt arbeiten und jammer nicht“-Argument in unserem heutigen Deutschland nicht angebracht. Eine flächendeckende Rundum-Kinderbetreuung gibt es eben (noch?) nicht. „Ganztagesbetreuung“ in der Schule bedeutet hier z.B. 7:30-15:30. Ferienbetreuung deckt in den großen Ferien nur 50 % der Zeit ab und endet bereits um 13:30. In unterschiedlichen Einrichtungen liegt die Betreuung auch zu unterschiedlichen Zeiten. Für uns ergibt sich dieses Jahr in den Sommerferien z.B. ein Zeitraum von 5 Wochen, in dem immer mindestens ein Kind ohne Betreuung ist. Sowas macht eine Vollzeitbeschäftigung von beiden Eltern unmöglich, wenn man keine Großeltern vor Ort hat, die die Betreuung übernehmen. Und nicht jede Vollzeitbeschäftigung wirft genug ab, dass man sich zusätzlich noch Tagesmütter oder Nannys leisten kann. Gerade in betreuenden oder pflegenden Berufen liefert eine lückenlose Vollzeitbeschäftigung bis ins Rentenalter eine Rente knapp über dem Existenzminimum. Und zusätzliche private Rentenversicherungen sind vom Gehalt bei gleichzeitigen Betreuungskosten für die Kinder, nicht in notwendiger Höhe möglich.
Es geht hier nicht darum, den Eltern, die keiner Vollzeitbeschäftigung nachgehen können oder wollen ein Rentnerleben in Saus und Braus zu finanzieren. Es geht darum, dass die Erziehungsleistung der Eltern in dem jetzt bestehenden System von Kindergarten und Schule honoriert wird. Schulen und Kindergärten verlassen sich ganz selbstverständlich auf die Mitarbeit von Eltern. Kuchen backen und verkaufen zur Finanzierung von Spielgeräten, Ausflügen und Klassenfahrten, Begleitpersonen bei Ausflügen, Fahrdienste zu Auswärtsaktivitäten, Mitgestaltende bei Projekttagen und Aufsichtspersonen bei Sporttagen. Das alles wird kostenlos von Eltern geleistet. In der Regel von den Eltern, die nicht Vollzeit arbeiten. Ich bin froh, dass meinen Kindern solche Dinge ermöglicht werden, weil andere Eltern Zeit dazu haben. Klar wäre es wünschenswert, das sowas von fest angestelltem Fachpersonal geleistet würde, aber davon sind wir eben noch weit entfernt. Solange das Schulsystem sich auf die Mitarbeit und Verfügbarkeit von Eltern stützt, finde ich die staatlichen Förderungen für Familien noch viel zu gering.

Ich wünsche mir weiter, dass Väter und Mütter gleiche Ausfallrisiken haben.

Ja, das wünsche ich mir auch. Außerdem wünsche ich mir, dass akzeptiert wird, dass es im Menschenleben Zeiten gibt, in denen man für die Erwerbsarbeit ausfällt. Ich wünsche mir, dass verstanden wird, dass auch Menschen die mehrere Monate zu Hause sind, im Anschluss gute Arbeit leisten und nicht „raus sind“. Ich wünsche mir, dass Teilzeitkräfte verantwortungsvolle Aufgaben übertragen bekommen, die sie im Rahmen ihrer Arbeitszeit erfüllen können. Ich wünsche mir, dass solange das Schulsystem durch Elternarbeit gestützt wird, diejenigen Eltern die das leisten, dafür auch im Rentensystem honoriert werden. Ich wünsche mir aber vor allem, dass die Modelle „Vollzeitarbeit“ und „Vollzeiteltern“ nicht mehr als konträre Modelle einer Lebensführung gesehen werden, sondern als temporäre Möglichkeiten im Erwerbsleben von Menschen, die auf verschiedenste Art und Weise kombiniert werden können. Ich wünsche mir, dass die, für die im Leben alles gut gelaufen ist, im Blick behalten, dass andere schlechtere Bedingungen haben. Ich wünsche mir, dass das ständige „Ich will nicht für eure Kinder/eure Rente bezahlen!!!“ aufhört. Warum wiegeln wir uns gegeneinander auf? Es gibt andere Bereiche in denen „unser“ Geld auf viel sinnlosere Art verschleudert wird.

Das Tagebuchbloggen am 5. hab ich verpasst. Ist zu viel Frühling und zu viel Wochenende.

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Vatertagsausflug …

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… mit Schwarzwaldidylle und

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zahmen Wildtieren.
Am Freitag gab’s Shoppen und Kuchen auf der frisch gekärcherten Terrasse der besten Schulfreundin und einigen aufgescheuchten Ameisen. Und jetzt ist immer noch Wochenende!

Media Monday #247

Am Wochenende habe ich hoffentlich erfolgreich meine Weiterbildung beendet und habe jetzt mal wieder Zeit zum durchatmen, bloggen und Filme schauen. Fühlt sich gut an. Hier also, ausnahmsweise mal total pünktlich, meine Antworten zum Media Monday.

1. Ob fiktiver oder realer Ort, einmal den Honigtopf aus Harry Potter zu besuchen, wäre grandios. Ein ganzer Laden voller Süßigkeiten, die ich nicht kenne!

2. Fernab des Media Monday gefällt mir die Blog-Aktion „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ immer am 5. jedes Monats. Das zwingt wenigstens hin und wieder, aber auch nicht zu oft,  zum Bloggen.

3. Tom Hardy hatte ich ja länger schon den großen Durchbruch gewünscht, schließlich ist diese Szene aus RocknRolla eine meiner absoluten Lieblingsszenen!

4. Erstaunlich, wie wenig sich Karlsruhe seit wir weggezogen sind verändert hat, denn immerhin bauen sie da gerade eine U-Bahn und überall wird gebaggert. Trotzdem sehen die S-Bahnen aus wie eh und je und es riecht in Karlsruhe wie früher, es klingt wie früher und es fühlt sich an wie früher. Heimweh. So ein bisschen.

5. Dem Franchise Hobbit / Herr der Ringe kann ich ja kaum noch etwas abgewinnen, wobei ich bisher keinen der Hobbitfilme gesehen habe. Mir will noch immer nicht in den Kopf, wie man aus dem kleinen Büchlein, 9 Stunden Film machen konnte. Vor allem aber schreckt mich die Länge der Filme ab. Vermutlich dauert es noch mindestens 6 Jahre, bis ich für sowas wieder Zeit habe. Wenn man nicht in der Lage ist, die Geschichte in annehmbarer Zeit zu erzählen, warum macht man dann keine Serie draus?

6. Lange hat mich kein Film mehr so von den Socken gehauen wie Star Wars VII, aber das hat vermutlich vor allem nostalgische Gründe.

7. Zuletzt habe ich die ersten beiden Folgen der 5. Staffel GoT gesehen und das war schon irgendwie interessant, wie ich sofort wieder von der  Atmoshpäre eingesogen wurde, weil es jetzt eine Weile her ist, dass wir die anderen Staffeln gesehen haben. Neulich fragte ich mich schon, was daran eigentlich so gut gewesen ist. Jetzt weiß ich’s wieder. Wär auch mal Zeit, dass das nächste Buch raus kommt.

Jahresrückblick 2015

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Eine 8. Nicht alles war perfekt und nicht alles hat geklappt. Alles in allem war es auch sehr anstrengend. Trotzdem war ich oft einfach glücklich (was jedes Mal von der Frage begleitet war, ob man das denken darf, oder ob das Schicksal einem dann wieder eine reinwürgt). Darüber, dass wir gesund sind, dass wir ans Meer fahren können, dass die Sonne scheint und über meine lachenden Kinder.

Zugenommen oder abgenommen?
Ca. 10 kg abgenommen.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Ich war tatsächlich mal beim Frisör!

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Wie sich bei der jährlichen Untersuchung beim arbeitsmedizinischen Dienst rausstellte, sehe ich auf dem linken Auge nur noch 80%. Allerdings kann das rechte Auge das problemlos ausgleichen, so dass ich mit beiden Augen immer noch über 100 % Sehkraft habe und keine Brille brauche.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr, weil die Elternzeit vorbei ist und ich seit Mitte des Jahres wieder Vollzeit arbeite.

Besseren Job oder schlechteren?
Den gleichen.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Wir haben ein Auto gekauft.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Bei einer Blogverlosung beim Stilhäschen habe ich eine sehr coole Kinder-CD gewonnen.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr. Angefangen mit 30 Tagen Shred im Mai, habe ich das erstmal weiter bis Ende Juli durchgezogen. Dann habe ich angefangen Vollzeit zu arbeiten und schaffe es zeitlich nicht mehr. Seit dem gehe ich in der Mittagspause eine halbe Stunde spazieren.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Ich selbst war nicht viel krank. Die Kinder immer mal wieder.

Davon war für Dich die Schlimmste?
Verschiedene Zahngeschichten dieses Jahr waren schon ganz schön nervig. Und teuer.

Der hirnrissigste Plan?
Bei der #50bookschallenge mitzumachen und 50 Bücher zu lesen. Hat nicht ganz geklappt, aber das kommt dann demnächst im Leserückblick.

Die gefährlichste Unternehmung?
Am 23.12. noch „schnell“ einen Gutschein im Breuningerland zu besorgen. Mit zwei Kindern und ohne Kinderwagen 😉

Die teuerste Anschaffung?
Das neue Auto

Das leckerste Essen?
Das Weihnachtsessen, mit roten Linsen gefüllte Paprika in Erdnuss-Kokos-Soße mit frittierten roten Linsen, war schon sehr gut.

Das beeindruckendste Buch?
Kindeswohl von Ian McEwan. Das ging mir noch eine ganze Weile nach.

Der ergreifendste Film?
Ich schreib jetzt nicht Star Wars, weil das bei mir emotional vorbelastet ist. Dieses aufgeregte Kribbeln, wenn der Millenium Falke über die große Leinwand fliegt (was ich ja noch nie gesehen habe), kann einem eben kein anderer Film liefern. Um nicht Star Wars zu nennen, nehme ich hier Der Marsianer. Das Buch hat es gleich mal auf die Leseliste 2016 geschafft.

Die beste CD?
Ich habe nur eine für D. gekauft. Das war eine von We Came As Romans.

Das schönste Konzert?
Kein Konzert dieses Jahr.

Die meiste Zeit verbracht mit?
Meinen Jungs.

Die schönste Zeit verbracht mit?
Meiner Familie und mit alten Freunden.

Zum ersten Mal getan?
Ein Kind eingeschult.

Nach langer Zeit wieder getan?
Achterbahn gefahren.

Dinge, auf die Du gut hättest verzichten mögen?
Den halbausgeschlagene Zahn des Schlökerichs.

Die wichtigste Sache, von der Du jemanden überzeugen wolltest?
Potentielle Arbeitgeber davon, mich einzustellen. Bisher ohne Erfolg.

Das schönste Geschenk, das Du jemandem gemacht hast?
Dem Herr Gartenhein den Tag im Europapark.

Das schönste Geschenk, das Dir jemand gemacht hat?
Ich freue mich doch über alle Geschenke!

Der schönste Satz, den jemand zu Dir gesagt hat?
„Mama, ich geh schon mal runter. Du kannst weiterschlafen!“ Endlich!

Der schönste Satz, den Du zu jemandem gesagt hast?
„Ja, wenn Du willst.“ Ganz oft im Europapark. Mal was anderes als das ständige „Nein“ oder „Jetzt nicht“.

Dein Wort des Jahres?
Da muss ich noch drüber nachdenken. Das wird nachgereicht.

Dein Unwort des Jahres?
Klimaanlage (Die war nämlich im alten Auto kaputt und letztendlich der Auslöser zum Neuwagenkauf.)

2015 war mit 1 Wort…?
fordernd

Rückblick 2014

Rückblick 2012

Unser Wochenende

Das vergangene Wochenende war das erste seit mehreren Wochen, an dem die ganze Familie nichts vor hatte. Die Wochen vorher waren wir viel unterwegs. Dazu kamen bei mir dann noch mehrere Auswärtstermine mit Übernachtung. Am Samstag morgen beim Frühstück fiel mir auf, dass es das erste Mal in dieser Woche war, dass ich mit den Kindern gemeinsam am Tisch saß. Am Montag hatten die Kinder vor uns gegessen, weil sie müde waren. Dienstag war ich nicht da. Mittwoch kam ich nach Hause, als das Essen schon vorbei war. Donnerstag waren wir beim Laternenfest im Kindergarten, wo es schon etwas zu essen gab und am Freitag waren wir auf einer verspäteten Halloweenparty. So schön  das ganze unterwegs sein und Freunde treffen auch ist, unsere Wohnung wurde sehr vernachlässigt. Wenn man ständig auf dem Sprung ist, wird eben nur mal die halbe Unordnung beseitigt, dass man mal eben den Dreck wegsaugen oder wegwischen kann. Der Julijunge ist auch gerade in einem sehr unkooperativen Alter, was Aufräumen angeht. Wer sich das nicht vorstellen kann, dem empfehle ich diese Illustration. Und da der Julijunge bis auf seltene Ausnahmen tagsüber nicht im Bett schläft, sondern eben gar nicht oder auf Papas Arm*, kann man eigentlich nie wirklich aufräumen. Meine Schätzung ist, dass es vier mal so lange dauert, bis man aufgeräumt hat, als wenn man es ungestört tun könnte. Und so war fürs Wochenende erstmal eine große Aufräumaktion geplant. Bereits am Freitag hatte ich frei und wollte schon den vormittag nutzen. Aber wie es eben manchmal ist, legte ich mich mit dem Kind zum Mann ins Bett und schlief ein. Dann mussten Muffins gebacken werden und anschließend ging’s los zur Halloweenparty. Am Samstag habe ich gefühlt den halben Tag gebraucht um das Wohnzimmer aufzuräumen und zu saugen. Unterbrochen von unzähligen „Mama, der [beliebigen Name des Kindes einfügen] hat [beliebige Aktion einfügen]!“, „Ich will was trinken!“, „Ich hab Hunger!“ usw. Hinterher waren die Kinderzimmer dran. D. entsaftete in der Zeit tapfer stundenlang Quitten. Ich hatte die erste Ladung vorbereitet, aber schon nach einem Fünftel der Quitten Blasen an den Händen. In der Küche hab ich einfach nichts verloren. Als das alles aufgeräumt war, fühlte sich das Haus schon wieder etwas wohnlicher an. Die gesamte frische Wäsche der Woche konnte ich dann nicht mehr wie geplant wegräumen, weil der Herr Gartenhein hohes Fieber und Symptome einer Streptokokken-Infektion hatte und wir deshalb am Abend noch schnell zum kinderärztlichen Notdienst mussten. Am Sonntag waren dann nur Badezimmer, Toiletten und die Küche zu putzen. Da ich der Küche wegen Verletzungsgefahr wohl besser fern bleibe, kümmerte ich mich um den Rest, während D. die Küche, die Terrasse und das Treppenhaus aufräumte und saubermachte. Schließlich schafften wir es noch, die Wasserbahn zu putzen und für den Winter weg zu packen. Das wollte ich schon seit Wochen gemacht haben.

Am Nachmittag kam dann noch lieber Besuch mit Kuchen und reparierte ein Licht im Kinderzimmer. Dass so ein Dimmschalter eine Sicherung hat, muss man auch erst mal wissen. Am Abend merkte ich an, wir sollten den Zustand der Wohnung fotografisch festhalten, weil schon 24 h später nichts davon noch so aussehen würde. Ich bin gespannt, wie lange der Zustand anhält und hoffe die nächsten Wochen sind etwas ruhiger, so dass gar nicht mehr so ein Chaos entsteht.

*Bevor hier jetzt irgendwelche Tipps kommen: ich mach mir deshalb keine Sorgen. Sein großer großer Bruder hat in dem Alter ebenfalls den Mittagschlaf verweigert und schlief hinterher bis er fast vier war jeden Mittag problemlos zwei Stunden. Sein kleiner großer Bruder musste auch lange in den Schlaf begleitet werden, hat aber seinen Mittagschlaf auch erst eben abgeschafft. Die Zeit mit ausgiebigen Mittagsschläfchen wird schon noch kommen.

Tagebuchbloggen 10/15

Mein Wecker klingelt nach wirren Träumen um 6:00. Ich bemerke positiv, dass der Julijunge nicht, wie seit Tagen, bereits vorher wach war und bleibe noch ein paar Minuten liegen. Leider wird der Julijunge sofort wach, als ich aufstehe. Um 6:08 sind der Julijunge und ich unten. Ich fange an Toast für die Vesperbrote zu toasten. Der Julijunge klettert auf den Hocker in der Küche (ein anstrengendes neues Feature) und begutachtet die Dinge auf der Arbeitsplatte. Ich packe die Brotdosen für mich und die Kinder. Der Julijunge verteilt derweil Puffreis auf dem Boden.
Der Herr Gartenhein kommt gegen 6:40 runter. Da bin ich mit Vesper richten und Puffreis aufsaugen schon fertig. Ich mache Kaffee und gehe duschen. Danach ziehe ich den Julijunge an und wecke den Schlökerich. Der Herr Gartenhein frühstückt ein Mangolassi, der Julijunge eine Banane. Der Herr Gartenhein zieht sich an und macht sich zum Losgehen bereit. Um 7:25 verlässt er als erster das Haus. Ich stelle fest, dass der Julijunge bei einer Klettertour auf den Esstisch ein Glas zerschmissen und betätige schon zum zweiten Mal den Staubsauger.
Der Schlökerich frühstückt in Seelenruhe zwei Minimuffins und ich habe genug Zeit, meine Tasche zu packen und meine Haare zu fönen. Dann ziehe ich den Schlökerich an und wir lassen den vor Wut kreischenden Julijunge zuhause beim Papa.
Um 7:55 sitzen wir im Auto. D. hatte am Abend die Folie auf die Scheibe gelegt, so dass wir auch nicht kratzen müssen.
Im Kindergarten geht es recht schnell, obwohl ich noch mit den Erzieherinnen klären muss, ob der Schlökerich vor seine Zahnarztermin noch kommen kann. Kann er.
Um 8:05 Sitze ich wieder im Auto und komme eine halbe Stunde später im Büro an. Vom 19km Stau war ich zum Glück nicht betroffen.
Mein Arbeitstag beginnt mit Gleitzeitkorrekturen und einer Reisekostenabrechnung. Danach gibt es noch schnell einen Kaffee, bevor ich mich auf den Weg zu einem anderen Institut mache, wo wir eine Telefonkonferenz durchführen. Um 10:30 startet die Konferenz, um 11:45 bin ich zurück an meinem Schreibtisch. Erstmal habe ich Hunger, esse mein Vesper und beantwortet dabei den Media Monday. Anschließend gehe ich eine Runde spazieren. Das mache ich nun schon eine Weile, damit ich wenigstens etwas Bewegung und frische Luft bekomme. Beim Spazieren gehen denke ich über den morgigen Tag nach, der logistisch nicht ganz einfach wird. Außerdem sortiere ich meine weiteren Aufgaben nach Wichtigkeit. Die Sonne ist gerade hinter Wolken verschwunden, trotzdem sehen die bunten Blätter an den Bäumen hübsch aus. Der Herbst macht mich immer etwas wehmütig. Ich finde es traurig, wie die Pflanzen alle sterben, bevor der dunkle, kalte und graue Winter beginnt.
Zurück im Büro beginne ich mit dem Review eines Artikels für eine Fachzeitschrift, der morgen fällig ist. Der Artikel ist in Ordnung, ich habe trotzdem ein paar Anmerkungen und Fragen. Sprachlich hat er deutliche Mängel. Ich schicke meine Kommentare ab und mache mir noch einen Kaffee. Dann schreibe ich das Protokoll der Telefonkonferenz und schicke es zum Absegnen an die Teilnehmer. Es geht um die Koordination eines Projektantrags. Anschließend schicke ich weitere Unterlagen und Terminvorschläge an alle Teilnehmer. Zu guter letzt setze ich mich an die Überarbeitung der Projektskizze. Um kurz nach fünf packe ich meine Sachen zusammen und hänge noch eine Runde in der Warteschleife der Autowerkstatt. Servicetermin absagen. Wir haben uns nämlich ein neues Auto gekauft. D. schickt mir aktuelle Stauinfos. Wohl als Wink mit dem Zaunpfahl, dass ich mal nach Hause kommen soll. Ich nehme also die Ausweichstrecke über die Käffer und bin um 17:45 zuhause. Die Jungs sitzen vorm Computer. D. und ich besprechen bei Kaffee den morgigen Tag, dann geht D. Milch kaufen (die 6 Liter vom Freitag sind alle) und ich eise die Jungs vom Computer los.
Bis zum Abendessen versuche ich den Julijunge vom Blödsinn machen abzuhalten, schaue mir die Hausaufgaben des Herr Gartenhein an, schlichte Streit. Der Herr Gartenhein ist schon deutlich müde und regt sich über alles auf, was der Schlökerich nutzt um ihn gezielt zu provozieren. Nach dem Abendessen ist bettfertig Machen angesagt und um 21:00 (eine halbe Stunde nach dem Zeitplan) liegen alle im Bett. Während der Julijunge einschläft, tippe ich diesen Post auf dem Handy. Jetzt sitze ich noch eine Runde mit D. auf dem Sofa und dann ist auch für mich Schlafenszeit.

Das wurde ich bei meinen drei recht früh laufenden Söhnen öfter gefragt. Anscheindend können die Kinder, die erst mit 15, 16 oder 18 Monaten anfangen zu laufen, das dann dafür gleich komplett unfallfrei. Tja, das kann ich nicht so recht beurteilen. Der Herr Gartenhein ist mit knapp elf Monaten gelaufen. Ich kann mich nicht erinnern, dass er oft beim Laufen hingefallen ist, allerdings hatte er mit gut einem Jahr eine Phase, wo es kaum ein Foto ohne Schramme im Gesicht gibt. Der Schlökerich ist mit knapp einem Jahr gelaufen, war grundsätzlich immer etwas vorsichtiger und hat Dinge geübt, wo sein großer Bruder einfach gemacht hat. Zum Beispiel saß der Schlökerich eine ganze Weile mit einem Arm aufgestützt, bevor er frei sitzen konnte. Der Herr Gartenhein saß von jetzt auf gleich frei, fiel einen Tag lang ständig dabei nach hinten um und konnte es dann. Der Julijunge ist bisher bei allem der schnellste. Die ersten Schritte machte er kurz nach dem er 10 Monate alt war. Er ist aber auch einer, der erst übt, so dass es doch noch ein/zwei Wochen gedauert hat, bis er wirklich frei laufen konnte. Auch beim Krabbeln hat er brav alle Vorübungen nach Lehrbuch durchgemacht. Er fällt schon auch öfter mal hin. Manchmal auch ungeschickt auf Kanten, so dass seine beiden Augenbrauen innerhalb von zwei Wochen geklammert werden mussten.

So schön es auch ist, wenn die Kinder motorisch fit sind, manchmal beneide ich die, deren Kinder weniger mobil sind. Meine Schwester fand es z.B. ganz ungewöhnlich, dass der Julijunge ständig beim Essen in seinem Hochstuhl aufsteht. Das hätten ihre nie gemacht. Unsere hatten alle so eine (zugegeben, recht nervige) Phase. Und als nächstes fiel ihr ein, dass ihre Kinder das in dem Alter noch nicht konnten und als sie es dann gekonnt hätten, waren sie alt genug es nicht zu machen. Eine Bekannte mit einem dritten Kind, das beinahe gleich alt ist, wie der Julijunge, erzählte, dass sie mit ihren drei Kindern alleine im Freibad geht. Wenn sie mit den Großen ins Wasser geht, setzt sie das Jüngste in Sichtweite und sicherer Entfernung zum Beckenrand ab. Da das Kind nicht mobil ist, sitzt es dann eben da und schaut zu. Eine halbe Stunde ginge das, ohne dass es dem Kind langweilig wird. Der Julijunge braucht im Freibad eine Aufsichtsperson exklusiv für sich. Würde ich ihn am Beckenrand abstellen, wäre er schneller irgendwo hingelaufen, als ich mich zweimal umdrehen kann. Er klettert überall hoch. Am Esstisch sind sämtliche Stühle abgerückt, weil man ihn sonst im Minutentakt vom Tisch pflücken muss. Man gewöhnt sich an den Anblick eines oben auf dem TrippTrapp stehenden Kleinkindes, aber ein mulmiges Gefühl bleibt. Eigentlich ist er auch nicht dumm. Er weiß, dass er, wenn er irgendwo oben ist, rückwärts runter muss und dass er lieber ruft, wenn er es nicht schafft, statt es irgendwie zu versuchen. Inzwischen schafft er auch die Stufen auf die Terrasse. Angst hab ich nur davor, dass er das Gleichgewicht verliert. Ich vermute, dass die Kinder, die früh laufen, deshalb öfter fallen, weil sie bei motorischen Aufgaben mutiger sind. Sie haben eben einfach schon mehr Erfahrung mit sich und ihrem Körper und versuchen mehr alleine aus und fallen dann eben auch öfter. Aber wissen tu ich’s nicht. Dazu fehlt mir die Kontrollgruppe. Was meint Ihr?

Tagebuchbloggen 09/15

Heute ist mal wieder der 5. und Frau Brüllen fragt, was ich den ganzen Tag mache.

Gegen sieben werden der Julijunge und der Herr Gartenhein gleichzeitig wach und wecken mich. Wir gehen nach unten. Ich lasse als erstes die Waschmaschine die Wäsche noch mal spülen, die ich letzte Nacht nicht mehr aufgehängt habe. Wenn ich schon auf dem Weg in den Keller bin, trage ich gleich noch eine Ladung Marmelade und selten benutze Glasschüsseln in den Keller, währen der Julijunge mit seinem Bruder beschäftigt ist. Dann räume ich die Spülmaschine aus und überlege, was ich als nächstes machen soll. Der Schlökerich ist inzwischen auch wach und die Kinder krakelen nach Frühstück. Ich bin erstaunt, weil sie normalerweise länger brauchen, bis ihre Mägen wach sind. Also mache ich gleich Frühstück, obwohl ich am Wochenende normalerweise vorher noch eine Runde Sport mache. Auch ungewöhnlich ist, dass der Herr Gartenhein und der Schlökerich beide süß frühstücken. Normalerweise essen sie hauptsächlich Wurstbrot. Heute will der Schlökerich Schoko-Nuss-Creme und der Herr Gartenhein Marmelade. Der Julijunge isst Trauben und Wurst ohne Brot (wahrscheinlich macht der diese Paläodiät).

Gegen neun hänge ich die Wäsche raus, nachdem ich kurz in der Wetterapp gecheckt habe, ob es regnen wird. Die zweite Ladung läuft auch schon. Ein Blick in die Wäschetonne zeigt mir, dass es wohl nur noch eine dritte Ladung geben wird. Anschließend suche ich mir ein Video aus und mache eine halbe Stunde Sport. Dabei turnt der Julijunge auf mir rum und die großen Jungs spielen was am anderen Computer. Nach dem Duschen fange ich an das Bad zu putzen. Gegen 11 steht D. auf und staubsaugt gleich im Wohnzimmer. Sogar das Sofa rückt er ab und räumt die Lücke zwischen die Sofas (bei uns nur bekannt als „das Loch“), in die die Kinder immer alles reinschmeißen, auf. Ich habe inzwischen die zweite Ladung Wäsche im Trockner und die dritte bereits angeschaltet. Die Kinder verschwinden nach oben und so kann ich ohne Kleinkindbegleitung noch die Klos putzen. Und so ging der Vormittag rum. Ich habe zwischendurch noch mehrere Windeln gewechselt, Streitigkeiten geschlichtet und den Julijungen irgendwo weggepflückt, wo er nicht hin sollte. Die dritte Ladung Wäsche ist inzwischen auch in der Maschine und die zweite im Trockner.

Ich esse einen Maiskolben von gestern zu mittag. Danach gibt es Kaffee. Ich füttere den Julijungen, der Herr Gartenhein isst ein Brot, der Schlökerich einen Apfel. D. packt in der Küche die Sachen für den Wertstoffhof zusammen. Der Schlökerich will bei mir Mittagschlaf machen, also gehe ich mit ihm hoch. Ein paar Minuten später kommt D. und bringt den ebenfalls schlafenden Julijunge. Der schlummert selig und der Schlökerich wälzt sich hin und her. Irgendwann schläft er auch ein und ich dann tatsächlich auch. Kurz nach halb drei wird der Julijunge wach und wir gehen nach unten. D. packt gerade das Auto voll und fährt mit dem Herr Gartenhein zum Wertstoffhof. Ich räume ein bisschen im Wohnzimmer auf, wo der Schlökerich am Vortag eine Höhle gebaut hatte, die jetzt eingestürzt ist. Ich denke an die Wäsche, kann aber jetzt nicht runter gehen, weil der Julijunge nicht alleine im Wohnzimmer bleiben will. Außerdem denke ich drüber nach, dass die Bettwäsche auch mal wieder dran wäre. D. und der Herr Gartenhein kommen zurück. Ich stecke die Wäscheladung in den Trockner und falte die bereits trockene. Die Kinder hatten sich für den Nachmittag einen Spielplatzbesuch in BB gewünscht. Da wir noch Apfelsaft kaufen wollten, passt das ganz gut. D. weckt den Schlökerich und zieht die Betten ab. Ich habe nichts gesagt, das war wohl Gedankenübertragung. Die Bettwäsche packe ich gleich noch in die Maschine und wir fahren los.

Auf dem Spielplatz weht ein kalter Wind und trotz Pulli und Jacke friert der Schlökerich. Wir sehen von weitem, dass auf dem Festplatz Zelte stehen und schauen nach, was da los ist. Flugfeldfest. Aber los ist nicht wirklich was, also entscheiden wir zum Auto zurück zu gehen. Wir fahren zum großen Supermarkt, wo die Kinder in der Spielzeugabteilung verschwinden, während D. einkauft. Wir finden einen tollen Grüffelopulli für den Schlökerich. Als die Kinder Hunger anmelden, kaufen wir ihnen je ein Fleischkäsebrötchen an der heißen Theke. Gegen zwanzig vor acht sind wir wieder zu Hause. Die Kinder schauen sich die Chipmunks im Fernsehen an, währen D. das Abendessen für uns vorbereitet und der Julijunge noch ein Wurstbrot verdrückt. Ich packe die Bettwäsche in den Trockner und beziehe die Betten frisch. Der Schlökerich hat rote Bäckchen und fühlt sich sehr warm an. Deshalb war ihm wohl vorhin die ganze Zeit kalt. Keine Ahnung, was der da ausbrütet. Um halb neun mache ich den Julijunge bettfertig und lege mich mit ihm hin. D. bringt kurz danach den Schlökerich ins Bett und der Herr Gartenhein kommt freiwillig hinterher, um beim Vorlesen zuzuhören.

Als die Kinder schlafen, essen wir auf dem Sofa und schauen dazu Fury (Herz aus Stahl) . Ich pause noch drei Ninjagovorlagen ab, die ich morgen für die Schultüte aus Tonpapier basteln will. Und da ist er auch schon wieder vorbei, der 5. September.

1 Jahr Julijunge

Liebe Julijunge,

heute wirst Du schon ein Jahr alt . Erst gefiel es Dir so gut in meinem Bauch, dass Du gar nicht raus wolltest, aber dann hattest Du es plötzlich sehr eilig. Von Blasensprung bis auf der Welt in drei Stunden. So wünscht man sich das. Mit dem eilig haben ging es bisher weiter. Mit sechs Monaten konntest Du sitzen und krabbeln. Laufen kannst Du inzwischen auch schon seit sechs Wochen, auch wenn das trotzdem noch sehr tapsig aussieht. Nahtlos bist Du zum Klettern übergegangen. Am liebsten über die TrippTrapps Deiner Brüder auf den Esstisch. Neulich abends standest Du mit einem Fuss auf dem TrippTrapp und mit dem zweiten auf der Querstrebe der Rückelehne meines Stuhls, um irgendwas auf dem Tisch zu erreichen. Da erschrickt man sich dann schon mal kurz. Aufs Sofa schaffst Du es inzwischen auch alleine und räumst regelmäßig die CD-Regale aus. Glücklicherweise hast Du auch schon früh gelernt, dass man sich lieber rückwärts von Sofas, Betten und Stufen herunterbewegt. Was Du noch nicht begriffen hast ist, dass das nicht bei jeder Höhe geht. Mehrmals schon hast Du versucht Dich vom Wickeltisch herunter zu schieben.
Du bist ein unglaubliches Energiebündel. Laufen, klettern, ausräumen, rumschmeißen und im Hochstuhl aufstehen sind Deine Paradedisziplinen. Besonders goldig sieht es aus, wenn Du tanzt. Du wippst und winkst im Takt und drehst Dich im Kreis. Bei den Mahlzeiten stehst Du permanent in Deinem Stuhl auf, so dass vor allem das Abendessen für uns Eltern oft sehr stressig ist. Stellt man Dich auf den Boden, stehst Du kurze Zeit später neben mir und willst auf den Arm. Essen mit Dir auf dem Arm ist aber auch nicht möglich, da Deine kleinen Krakenarme überall sind, in die Soße langen und nach Gabeln und Messern angeln. Wir sind jetzt auf der Suche nach einem TrippTrapp, damit Du auch endlich wie Deine Brüder am Tisch sitzen kannst.
Ruhe findest Du tagsüber am besten auf Papas Arm, allerdings nur solange er sich nicht setzt. Setzt er sich hin und Du bemerkst es, bist Du sofort hellwach und suchst in der Umgebung nach Ausräum- und Klettermöglichkeiten. Auch abends findest Du nicht so leicht in den Schlaf. Schließlich kann man im Bett so toll rumkrabbeln. Und selbst wenn Du dann mal schlafen willst, dauert es noch eine Weile bis Du Dich eingewühlt hast.
Sehr zufrieden bist Du meistens, wenn Deine beiden Brüder da sind oder wir mit Euch unterwegs sind. Hauptsache man kann laufen, klettern und es sind andere Kinder da.
Du sprichst auch schon sehr viel, allerdings in Deiner eigenen Sprache. Wenn man Dir etwas gibt, sagt Du allerdings oft etwas, was sich wie „Danke“ anhört. Auch sonst hat man manchmal das Gefühl, dass Du Laute nachahmst, wenn man Dir Wörter vorspricht. Geräusche machen findest Du auch ganz toll. Sehr früh konntest Du klatschen und hast das mit einer Begeisterung getan, die Deine Brüder dafür nie hatten. Auch konntest Du plötzlich mit der Zunge schnalzen und sobald man Dir was vorschnalzt, machst Du mit. Einzig das Fingerschnipsen klappt nicht. Da starrst Du immer erst auf meine Finger und machst dann Deine Fäuste auf und zu. Keine Sorge, irgendwann klappt das auch.
Lieber Julijunge, jetzt bist Du kein Baby mehr. Wir sind sehr gespannt, wie Du Dich weiter entwickelst.

Ninjagogeburtstag

Letztes Wochenende wurde der Herr Gartenhein sechs.  Letztes Jahr hat er zum ersten Mal einen Kindergeburtstag gewollt. Damals haben wir nicht viel geplant, bzw. waren die Kinder mit toben und sich mit Wasserpistolen nass machen zufrieden. Eine Schatzsuche gab es noch. Insgesamt fand ich es etwas stressig. Obwohl stressig wohl nicht das richtige Wort ist. Aber so, dass man um halb vier auf die Uhr schaut und denkt, jetzt könnten die Kinder aber bald mal abgeholt werden.
Dieses Jahr wollte ich also etwas mehr planen und Struktur rein bringen. Der Herr Gartenhein hatte sich eine Ninjago-Party gewünscht. Ich hab also etwas gegoogelt und mir Anregungen (u.a. hier) gesucht. Am Pfingstwochenende habe ich am Computer die Einladungen gemacht und ausgedruckt. Die wurden dann noch ausgeschnitten und auf Faltkarten geklebt. Außerdem fing ich am Pfingstwochenende an eine Pinata zu basteln. Sein bester Kindergartenfreund hatte eine bei seinem Geburtstag und das wollte er auch. Die gekauften fand ich ziemlich teuer und da dachte ich, das kann man doch ganz einfach selbst machen. Also kleisterte ich, nach Anleitung aus dem Internet mit einem Mehl-Wasser-Gemisch als Klebstoff, einen Luftballon mit Zeitungspapier ein. Die Zeitungen mussten wir uns bei den Nachbarn schnorren, weil wir ja keine Tageszeitung haben. Den fertig eingekleisterten Ballon hängte ich zum Trocknen auf, wo er dann über Nacht die Luft verlor und ein zusammengeschrumpeltes Pappmachégebilde zurück ließ. Also kleisterte ich am nächsten langen Wochenende einen zweiten Ballon ein. Diesmal klassisch mit Tapetenkleister. Das mit dem Mehl fand ich nicht so toll. Vielleicht war auch nur das alte Spätzlemehl nicht so gut geeignet. Mit Kleister funktionierte es hervorragend. Ich klebte immer ein paar Schichten auf einmal und ließ den Ballon dann trocknen und klebte ein paar Tage später noch ein paar Schichten drauf. Ich war sehr skeptisch, ob das hält. Das dekorieren als Ninjagokopf war dann eine Sache von 15 Minuten, die ich am Donnerstag vor dem Geburtstag zwischen Kaffeetrinken und Kinderturnen kurz erledigte.

Die Party startete am Samstag nachmittag. Da die Party nach einer Rallye am Grillplatz enden sollte, parkte ich unser Auto dort schon mal hin und markierte beim Zurücklaufen den Weg. An vier Stationen versteckte ich Zettel mit Aufgaben und eine weitere Station wurde als Trinkpause eingefügt. Die Kinder kamen um drei. Ich hatte mit dem Herr Gartenhein besprochen, dass die Geschenke ausgepackt werden, wenn alle da sind. Mit Flaschendrehen. Das war dann auch der erste Programmpunkt. Anschließend gab es im Garten Kuchen, Muffins und Obst. Dafür hatten wir die Picknickdecke ausgebreitet. Wie schon erwartet aßen die Kinder nicht wirklich viel, sondern rannte schnell um die Wette im Garten herum. Also läuteten wir zum ersten Spiel. D. kam als Oberninja mit zwei Schwertern und verkündete, dass die Kinder nun eine Ninjaausbildung absolvieren sollten. Als erstes gab es Sackhüpfen, weil springen können ja nie schadet. Anschließend wurden mit Wasserpistolen Spielzeugmännchen umgeschossen („zielen“) und eine Runde Stille Post („lauschen“) gespielt. Spontan schoben wir noch ein paar Minuten Stopptanzen ein. Dann bekamen die Nachwuchsninjas Ninjahalstücher und es ging los zur großen Ninja Quest. Ich ging mit den sechs Ninjas los. Der Weg zum Grillplatz ist etwas 2 km lang und es geht ordentlich bergauf. Als erste Aufgabe mussten sich die Ninjas Grillstöcke suchen. An der zweiten Station wurde Balance verlangt (Eierlaufen). Beim nächsten Stopp wurde bei einer Runde „Ochs am Berg“ Schleichen geprüft. Nach dem langen Aufstieg gab es mal ein kurzes Tief bei den Ninjas, dass ich aber mit einer Dose Pringels und Wasser für alle schnell vertreiben konnte. Kurz vorm Ziel durften sie noch mit ausgeschnittenen Wurfsternen zielen üben. Bei jeder gelösten Aufgabe, gab es ein oder zwei Ninja-Schwerter. Hierfür hatte ich im Vorfeld Holzschwerter bemalt. Am Ende hatte jeder Ninja eins und wir kamen am Grillplatz an, wo D. mit Omi und Opa und den zwei kleinen Jungs schon Feuer gemacht hatten. Die Kinder verschwanden gleich im Gebüsch und kämpften mit ihren Schwertern. Zum Zerklopfen der Pinata musste ich sie alle noch mal zusammen trommeln. Die Pinata war erstaunlich stabil, so dass sie erst herunterfiel, bevor sie kaputt ging. Nächstes Mal also weniger Lagen Pappmaché. Wir grillten dann ein paar Würstchen und Marshmallows und schließlich wurden die Kinder nach und nach abgeholt. Die Schwerter und Ninjatücher durften sie mit nach Hause nehmen. Zuhause durften dann alle Jungs noch eine Runde in die Badewanne und der Herr Gartenhein baute noch ein paar seiner Legogeschenke auf, bevor die Kinder dann recht spät in ihren Betten lagen. Der Herr Gartenhein war sehr zufrieden. Er sagte: „Das war der allertollste Tag, den ich nie erleben durfte.“

Für mich war die Party entspannter als die im letzten Jahr. Das Motto, der feste Ablaufplan und das Ende der Party im Wald hat es irgendwie einfacher gemacht. Und wenn jetzt jemand meckern will von wegen so viel Aufwand und so: Kindegeburtstage sind immer Aufwand, es sei denn man feiert extern und lässt alles machen. Ob man die Spiele die man macht unter ein Motto stellt, ist Geschmacksache. Ich persönlich fand es sehr hilfreich einen thematischen Rahmen drumrum zu haben.